Ein gemaltes, steigendes Pferd.

“Zeig ihm mal wer der Boss ist!”

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“Die will Dich verarschen, setz Dich durch!”

Diese oder ähnliche Sätze haben wir sicher alle schon gehört. Meistens werden sie gefolgt von einem Vorschlag, wie man denn nun reagieren soll. Und in der Regel ist das mit Gewalt – das Pferd soll in seine Schranken gewiesen werden und uns respektieren. Und hier liegt meiner Meinung nach der größte Fehler.

Durch Gewalt erreicht man keinen Respekt. Man erreicht Angst und darauf basierende Folgsamkeit. Resignation oder Wut.

Alles Gefühle, die Du bei Deinem Pferd hoffentlich nicht verursachen möchtest und die unter Umständen gefährliche Auswirkungen haben können.

Lesetipp: Wege zum Pferd spricht die alltägliche Gewalt gegenüber Pferden in einem sehr lesenswerten offenen Brief an.

 

Respekt – was ist das eigentlich?

Ich glaube eines der Probleme liegt in dem Verständnis – oder dem Mangel davon – von Respekt. Respekt ist für mich nicht einseitig, sondern geht in beide Richtungen. Nicht nur mein Pferd soll mich respektieren, sondern auch ich muss meinem Pferd Respekt entgegenbringen. Und von meinem Pferd möchte ich nicht den “Furcht-Respekt”, wie der, den ich damals in der Schule vor der fiesen Physik-Lehrerin hatte, sondern die Art Respekt, bei der man sich gegenseitig wertschätzt.

Respekt bedeutet also, den Anderen zu mögen, ihn ernst zu nehmen, ihn wertzuschätzen und sich auf ihn verlassen zu können. Sich vielleicht auch mal zusammenzureißen und etwas zu tun, auf das man eigentlich gar nicht so viel Lust hat. Oder etwas nicht zu tun, von dem man weiß, dass es den Anderen ärgert. Es heißt auch, sich auf den Anderen verlassen zu können.

Jede gute Beziehung basiert auf Respekt. Wenn Einer den Anderen nicht respektiert entsteht ein Ungleichgewicht, das irgendwann zu Problemen führt.

 

Das Gleichgewicht finden

Bei dem Versuch, den Respekt des Pferdes zu gewinnen, sehe ich zwei Extreme:

  1. Jede Regung des Pferdes wird kontrolliert, jeder Schritt in die falsche Richtung bestraft. Mit großer Verbissenheit wird versucht der “Herdenchef” zu sein und dem Pferd nichts, aber auch gar nichts durchgehen zu lassen.
  2. Es wird versucht den Respekt und die Zuneigung des Pferdes mit Leckerchen zu erkaufen. Das Pferd darf alles und wird für rücksichtsloses Verhalten meistens auch noch belohnt.

Beides ist falsch.

Abhängig vom Charakter des Pferdes und vom eigenen Charakter muss eine Balance zwischen den beiden Extremen gefunden werden. Deshalb kann ich hier auch keine genaue Anleitung schreiben, wie es denn nun richtig ist. Das muss jeder ganz individuell für sich selbst herausfinden. Das eine Pferd bleibt höflich und respektvoll, auch wenn Leckerchen im Spiel sind, während das Andere dann jede gute Erziehung über Bord wirft (was man durch Höflichkeitsübungen aber durchaus korrigieren kann).

 

Den Respekt Deines Pferdes gewinnen

(Gemeinsame) Zeit

Wie beim Vertrauensaufbau braucht es auch beim Aufbau von Respekt genügend Zeit. Wir neigen alle dazu, etwas am liebsten sofort und mit wenig Aufwand erreichen zu wollen. Bei der Arbeit mit Pferden ist diese Erwartungshaltung aber Fehl am Platz. Meistens muss man hier nicht in Tagen oder Wochen, sondern in Monaten und Jahren denken. Es wird vermutlich keine Jahre dauern, bis Dein Pferd Dich respektiert (wenn Du denn auch angemessen mit ihm umgehst), aber innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen wird es wahrscheinlich auch nicht soweit sein. Hab Geduld und verbringe viel schöne gemeinsame Zeit mit Deinem Pferd.

Keine Gewalt

Wie schon erwähnt führt Gewalt eher zu Angst und Resignation als zu wahrem Respekt. Dann hast Du am Ende im besten Fall ein Pferd, welches sich in sich selbst zurückzieht und Dir folgt wie ein Roboter. Im schlimmsten Fall hast Du ein Pferd, welches sich gegen Dich wehrt, sei es nun mit Beißen, Treten, Buckeln, Durchgehen, Steigen, … Die Liste ist lang.

“Brenzlige” Situationen

Ich kann verstehen und finde es auch richtig, dass man in Ausnahmesituationen, in denen Du, Dein Pferd oder Andere in Gefahr sind, auch einmal “härter” Grenzen setzt. Das möchte ich auch niemandem absprechen. Trotzdem sollte das die absolute Ausnahme sein. Am besten bringst Du Dich und Dein Pferd erst gar nicht in solche Situationen (siehe nächster Punkt)!

Mit “härter Grenzen setzen” meine ich zum Beispiel mit lauter Stimme schimpfen, den Strick ans Pferd schwingen oder mit der Gerte anpitschen. Auch hier meine ich nicht, das Pferd minutenlang zu verprügeln. Deine Reaktion soll das Verhalten des Pferdes unterbrechen und ihm zeigen, dass Du es ernst meinst. Du willst Dein Pferd so beeindrucken, dass es genau weiß, dass dieses Verhalten unerwünscht ist. Wie genau das dann aussehen muss ist wiederum ganz vom Pferd abhängig. Ein sensibles Pferd wird schon bei einer lauten Stimme aufhorchen, während das einem selbstbewussten Pferd ganz egal ist. Alessa Neuner hat hier schön beschrieben, wie sie ihrem Araber mit einer Tröte gezeigt hat, dass er gerade zu weit geht.

Ist die akute Gefahrensituation überstanden gilt es herauszufinden wo das Problem lag und dann ohne Gewalt daran zu arbeiten, damit die Situation das nächste Mal gar nicht erst eskaliert.

Lesetipp: Auf der Pferdeflüsterei findest Du ein paar tolle Gedanken zur Sicherheit mit dem Pferd.

Verlange nur Dinge, die Dein Pferd auch leisten kann

Oft wollen wir Menschen zu viel zu schnell und überfordern unsere Pferde. Das kann dann zu Situationen führen, in denen Dein Pferd gestresst wird und Du strafen oder Druck ausüben musst. Deshalb solltest Du dringend vermeiden von Deinem Pferd Dinge zu verlangen, für die es noch nicht bereit ist. Wenn Du z.B. weißt, dass es Angst vor Pfützen hat und Du noch nicht mit ihm daran gearbeitet hast, solltest Du nicht versuchen es beim Ausritt “mal schnell” durch die große Pfütze auf dem Weg zu treiben. Reite einfach bewusst und mit den passenden Hilfen drumherum und gehe das Problem in Ruhe an wenn Dein Pferd soweit ist.

Damit ersparst Du Dir und Deinem Pferd eine Menge Stress und Schaden an eurer Beziehung.

Situationen erschaffen, in denen Du loben kannst

Der Gegensatz des vorherigen Punkts: bringe Dein Pferd bewusst in Situationen, in denen Du es ihm leicht machst das Richtige zu tun und Du es überschwänglich loben kannst. Das ist übrigens eine gute Idee für das gesamte Training!

Ein Beispiel: Dein Pferd dreht sich beim Aufsteigen immer von Dir weg (steigst Du richtig auf?). Anstatt es zu strafen kannst Du es – wenn Du von links aufsteigst – mit seiner rechten Seite parallel zur Bande oder einer Hecke stellen. So kann es sich nicht wegdrehen und Du kannst es freudig loben.

Fairness

Man kann sicher darüber diskutieren ob Pferde etwas als fair oder unfair empfinden können. In all meinen Jahren mit Pferden hatte ich den Eindruck, dass sie das sehr wohl können. Ich habe viele Pferde gesehen, die sehr wohl wussten, dass sie gerade etwas tun was sie nicht sollen und die dann auch nicht “eingeschnappt” waren, als eine Korrektur kam. Genauso habe ich auch Pferde gesehen, die nach einer unfairen Strafe jegliche weitere Mitarbeit verweigerten.

Zur Fairness gehört, dass man merkt, wenn man gerade selbst das Problem ist und das Pferd nur auf die eigenen Fehler reagiert. So solltest Du zum Beispiel niemals strafen, wenn ein Pferd nicht auf eine von Dir falsch ausgeführte Hilfe reagiert. Wenn Du Deine eigenen Fehler nicht bemerkst – was nur menschlich ist und uns allen mal so geht – dann solltest Du Dir dringend einen Reitlehrer suchen.

Authenzität

Verstelle Dich nicht. Dein Pferd merkt das. Und wie viel Respekt hast Du vor Leuten, bei denen Du das Gefühl hast sie spielen Dir etwas vor?

Mehr muss ich dazu glaube ich gar nicht sagen.

Grenzen setzen

Gewaltfrei mit dem Pferd umzugehen bedeutet nicht, keine Grenzen zu setzen. Man geht nur anders an die Sache heran. Wenn mein Pferd mir beim Führen in die Fersen tritt versuche ich es erst sanft und mit Fingerzeig aus meinem persönlichen Raum zu schicken. Reagiert es darauf nicht, wechsele ich die Richtung, so dass es wieder weiter von mir entfernt ist. Das mache ich so lange, bis es genügend Anstand hält. Die ganze Zeit bleibe ich ruhig und geduldig, es dauert so lange wie es dauert!

Wenn Du clickerst kannst Du das auch gut damit unterstützen.

Überlege Dir, welches Verhalten Du von Deinem Pferd nicht sehen möchtest und wo Du – ganz individuell – Deine Grenzen setzt. Dann bringe Deinem Pferd das gewünschte Verhalten bei. Soll es zum Beispiel am Putzplatz ruhig stehen, dann belohne es, wenn es das tut und wenn es nur für eine Sekunde ist. Es ist immer wirkungsvoller erwünschtes Verhalten zu belohnen als Unerwünschtes zu bestrafen.

Konsequenz / Konsistenz

Hast Du Respekt vor Leuten, die ständig ihre Meinung oder ihr Verhalten ändern? Vermutlich bist Du von ihnen eher genervt und hast keine Lust mit ihnen Zeit zu verbringen. Vielleicht hast Du sogar etwas Angst vor ihnen, weil ihre Reaktionen immer völlig unvorhersehbar sind.

Deinem Pferd geht es nicht anders. Deshalb: sei immer konsistent in Deinem Verhalten – was heute belohnt wird darf nicht morgen bestraft werden!

Kein “Micromanaging”

Unter Micromanaging verstehe ich, dass Du jede Bewegung Deines Pferdes unter Kontrolle haben willst. Ich sehe es gar nicht so selten, dass Leute ihre Pferde richtig “gängeln” und wirklich alles verbieten. Das Pferd dreht am Putzplatz den Kopf: es wird geschimpft und der Kopf zurück gezogen. Das Pferd tritt beim Putzen einen Schritt vom Reiter weg, weil es aus dem Gleichgewicht geraten ist (oder irgend ein anderer harmloser Grund): es wird geschimpft und sofort in seine Ursprungsposition getrieben.

Zum Micromanaging gehört – aus meiner Sicht – übrigens auch, das Pferd immer am extrem kurzen Strick zu führen, quasi mit der Hand schon am Karabiner. Damit wollen die meisten Leute verhindern, dass das Pferd in der Gegend herumläuft oder -schaut – meistens sind diese Pferde aber gerade deshalb so zappelig, weil der Mensch ihnen am kurzen Strick zu sehr auf die Pelle rückt.

Artgerechte Haltung und passendes Equipment

Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass Respekt von beiden Seiten da sein muss. Mein Pferd und seine Bedürfnisse zu respektieren bedeutet für mich auch, dass es artgerecht gehalten wird (genug Auslauf, Kontakt zu Artgenossen, ausreichend Futter, etc. Idealerweise ist das für mich ein Offen-/Aktivstall) und dass ich nur passendes Zubehör verwende, das dem Pferd keine Schmerzen bereitet. Wann hast Du das letzte Mal überprüft ob der Sattel passt?

 

Fazit

Es gibt kein geheimes “Kochrezept” oder eine Wunderanleitung in 7 Schritten zum Respekt Deines Pferdes. Du wirst Zeit brauchen. Und es wird auch mal Rückschläge geben. Oder Du hast Glück und Dein Pferd schenkt Dir ganz schnell seinen Respekt. Das kommt ganz auf’s Pferd an.

Fakt ist, an einer Beziehung muss man arbeiten. Das ist auch beim Umgang mit Deinem Pferd nicht anders. Die Erwartung, ihm “befehlen” zu können Dich zu respektieren solltest Du ablegen.

Die Summe aller oben beschriebenen Punkte, die tägliche, geduldige Arbeit und das Setzen von Grenzen wenn nötig, führt früher oder später ganz von selbst dazu, dass Dein Pferd Dich respektiert.

 

Habe ich noch etwas vergessen? Was gehört für Dich dazu, um den Respekt des Pferdes zu gewinnen?

 

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48 KOMMENTARE

  1. hallo :D
    ersmahl ich finde deine seite echt cool du kannst sehr gute artikel schreiben
    jz zum problem xD
    meine rb ist sehr frech und mein grösstes problem ist das wenn ich ihn führe und stehen bleibe läuft er einfach weiter und zieht mich mit ich kann ihn dann nicht mehr bremsen
    einmahl ist er beim grasen plötzlich einfach losgetrabt und ist weggelaufen und in einen garten gelaufen ist der ganze rasen war zestört! ich brauche unbedingt hilfe da ich es nicht schaffe ihn richtig zu führen kannst du mir bitte paar tips geben :D
    ich sage jz schon mahl danke xD

    lg flo und padou

    • Hallo Flo,

      schau mal, hier habe ich schonmal über das richtige Führen geschrieben: Führtraining. Vielleicht hilft dir das ja weiter =)
      Ansonsten würde ich an deiner Stelle mal den/die Besitzer/in von Padou fragen, was er/sie denn in so einer Situation macht. Meist kennen die Besitzer ihre Pferde ja ganz gut und wissen, wie man am besten mit ihnen umgeht.

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Hallo Christina,
    Ich bin erst vor Kurzem auf deinen Blog gestoßen und bin richtig begeistert von den tollen Artikeln. Einiges habe ich schon beim Training mit meinem Pferd übernehmen können – vor allem in der Freiarbeit sind wir dank deines Artikels gestern einen Riesenschritt weitergekommen. Ich habe mir das Vertrauen und den Respekt meines Pferdes in den letzten eineinhalb Jahren stetig und in kleinen Schritten erarbeitet und die Tatsache, dass er jetzt frei in der Halle läuft und sich von mir sagen lässt, in welcher Gangart und in welche Richtung er laufen soll und dass er zu mir kommt, wenn ich das möchte, ohne mich dabei umzurennen, zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Anfangs wollte er nicht einmal am Strick traben, auch wenn ich daneben mitgelaufen bin. Was ich damit sagen möchte ist, dass man den Respekt und das Vertrauen eines Pferdes jedenfalls nicht von heute auf morgen erhält, sondern dass man eine Menge Zeit und Arbeit investieren und sich selbst immer wieder in Frage stellen muss. Mir hat sehr geholfen, den Fehler nicht bei meinem Pferd, sondern bei mir zu suchen, und auch über winzige Fortschritte glücklich zu sein. Ich habe aufgehört zuviel zu verlangen und bekomme dafür unendlich mehr, als ich mir erhofft habe.
    Liebe Grüße, Sandra

    • Hallo liebe Sandra,

      vielen Dank für deine netten Worte und deine Gedanken! Ich kann jeden Satz von dir unterschreiben ;-)
      Vertrauen und Respekt brauchen einfach Zeit und Arbeit – die leider die Meisten nicht mehr investieren wollen. Umso mehr freue ich mich über Berichte wie deinen, weiter so! =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Liebe Christina,
    ich lese deinen Blog schon etwas länger und bin wirklich begeistert, denn er regt immer wieder dazu an neues auszuprobieren und die Verhaltensweisen des eigenen Pferdes neu zu überdenken.
    Besonders gut kann ich auch deine Meinung zum Thema Respekt nachvollziehen. Der richtige Respekt ist nichts was man planen und erzwingen kann sondern etwas, das sich durch das beisammen sein und betrachten des anderen und das überdenken eigener Verhaltensweisen langsam und meist unbewusst aufbaut. Und irgendwann schaut man zurück und sieht was man geschafft hat. Ich besitze seit zwei Jahren eine 22 Jahre alte Haflinger Stute namens Perry die absolut weiß was sie will und auch anderen Pferden gegenüber extrem dominat ist :) Kennen tue ich sie inzwischen allerdings seit circa 7 Jahren.
    Ich bekam sie damals mit 12 Jahren als Reitbeteiligung und der Anfang war eine absolute Katastrophe. Ich selbst hielt mich natürlich für eine Großartige Reiterin War ich davor Ja immerhin schon Reitstunden auf Ponies geritten. Perry hat mir dann allerdings ziemlich schnell vor Augen gehalten das ich mir alles viel zu einfach vorstellte. Angefangen hat es schon auf der Koppel, wärend sich die rb meiner Schwester (ebenfalls ein hafi) Einfach von der Wiese führen ließ, kam ich immer nur wenige Meter an Perry heran bevor sie das weite suchte. Selbst mit Futter ließ sie sich nicht locken. Beim Putzen übersah sie mich einfach, da konnte ich noch so sehr am Bein ziehen der Huf wurde nicht gehoben.Beim Anbinden hatte ich jedesmal Angst um meine Finger da sie den Kopf immer sehr Ruckartig zum Boden zog und ihn dort ließ bis ich mit der Trense kam da war er dann plötzlich wieder unerreichbar weit oben. Vorallem wen ich nicht schnell genug war befand ich mich am zügel ( der Ja schon um den Hals lag) hängen (im versuch sie festzuhalten ) und hinter ihr Herstolpernd wieder in der Box. War dann das Pferd doch einmal gesattelt und gezäumt ging das Chaos auf dem Reitplatz weiter. Ich saß eigentlich nur auf dem Pferderückenund versuchte mich irgendwie bemerkbar zu machen bzw. nicht an der Reitplatzumzeunung abgestreift zu werden und durch das ruckartige zügel durch die Hand ziehen bekam das reiten mit Handschuhen eine völlig neue Bedeutung für mich.Ach ja, wir hatten damals auch eine Reitlehrerin von der ich jedoch nicht viel mitbekam da ich ja anderweitig beschäftigt war.Auch zum spazieren nahm ich grundsätzlich immer eine Trense und eine Gerte mit. Trotzdem verbrachte sie 2/3 des Weges damit zu fressen und ich mit dem Versuch sie davon abzuhalten. Besonderst gern nutze sie die Sekunden wen ich minimal abgelenkt war z.B.wen ein Auto kam ( um den Hof zu verlassen muss man ein kurzes Stück eine Straße entlang). Dann wurde der Kopf blitzschnell am Fahrbahnrand im Gras versenkt und der Hintern auf die Straße gedreht. Das Auto kam nicht vorbei und ich zog hochrot am Pferdekopf. Reiten wurde zum Horror und hätte meine Schwester ihre Rb nicht unbedingt behalten wollen hätte ich sie längst aufgegeben. Inzwischen bin ich einfach nur unglaublich froh es nicht getan zu haben. Wo Ich früher Nichteinhaltung alleine spazieren gehen konnte gehe ich inzwischen gewisses und ohne Sattel alleine ins Gelände. Auf dem Platz probieren wir uns inzwischen mit Halsring und zum spazieren gehen reicht ein Halfter. Wir “spielen” auf dem Platz miteinander und wo sie früher das weite suchte trabt sie mir heute sogarhinterher. Außerdem hat sie unglaublichen Spaß an Zirkuslektionen und auch am ziehen der Kutsche. Sie ist zwar immer noch der alte Sturkopf und zu etwas zwingen lässt sie sich nach wie vor nicht aber inzwischen weiß ich was ihr Spaß macht und habe gelernt Kompromisse ihr gegenüber einzugehen. Natürlich gibt es immer noch Phasen, da würde ich am liebsten den Kopf in den Sand stecken aber perfekt sind wir nun mal beide nicht und das wäre ja auch langweilig.Sie hat sich meinen Respekt über die Jahre mir ihrem einmaligen Charakter mehr als verdient und ich bin unheimlich Stolz das sie nun auch mir gehört und kann mir kein besseres Pferd vorstellen.
    LG Nadja

    • Hallo liebe Nadja,

      ein bisschen schmnzeln musste ich beim Lesen jetzt aber doch – ich glaube solche Ponys kennen wir alle und haben wir auch alle schon erlebt :-D
      Ich finde es total schön, dass ihr so eine gute Entwicklung gemacht habt, wirklich klasse! Und toll, dass du nicht aufgegeben hast! Manchmal braucht es eben eine gewisse Zeit =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  4. hallo liebe christina
    kann man dir auch so schreiben, bzw. wie antworte ich dir?
    danke für deine nachricht.
    ich sehe das genauso und mache mir darüber in der letzten zeit ziemlich viele gedanken..
    :-(

  5. ps. und letztens ist er mir davon galoppiert und dass fühlte sich dann auch total scheiße an und ist einfach ausgebüxt, das hatten wir zuvor noch nie. Und letztlich testen sie uns ja auch aus, immer wieder aufs neue, irgendwann dann aber viel. nicht mehr—-und dann sind wir in der libevollen, respektvollen, pferdigen FREI ARBEIT angekommen

    Danke
    Grüße***

  6. Hallo zusammen
    Da ich zurzeit alles zum Thema “Frei Arbeit” aufsauge und verschlinge, sei es als Video (Kenzie Dysil finde ich TOLL) oder Beitrag im Netz-bin ich auch auf das Herzenspferd gestoßen:-) und habe es gleich mal abboniert..
    Ich bin fasziniert von der “Frei Arbeit” und vom komplett freien Reiten! +arbeite seit einiger Zeit mit “meinem” Pferd frei nach dem Prinzip des “Wegschickens” und “Kommen lassens”…
    Ich selbst muss mich sehr in der Rolle der Leitstute üben, aber ich weiß oder glaube, dass das die Einzige Art sein kann in der wir unserem Pferd Vertrauen und Halt geben können und so letztlich einen Freund in dem Lebewesen Pferd finden können. Das Prinzip der absoluten Klarheit und dem gegenseitigen Respekt finde ich so sinnvoll und gut und genauso, dass wir, der Mensch der, die Ranghöreren sind. Ständig bin ich jedoch im Konflikt, auf der anderen Seite, mag ich es nicht, wenn er mich rumschubst oder in der Arbeit im Round Pen vesucht Faxen mit mir zu machen. Manchmal laufe ich Gefahr zu streng zu werden und dass tut mir dann auch leid, vielleicht kennt das ja die Eine oder andere von euch, wenn man mit der Peitsche auf den Boden haut, fühlt man sich so erhaben und das Gefühl finde ich grauenhaft, und wenn sie einen dann schon angucken und zu einem kommen wollen, die Lehrerin aber meint, “NEin lass ihn erst kommen, wenn er kaut”….die Frei Arbeit mit meinem Pferd läuft sehr gut,…wir sind aber noch am Anfang :-)aber kennt ihr das, auch, dass ihr denkt “oh jeh, ich glaube er kann jetzt nicht mehr” ich höre lieber auf? Meine Lehrerin jagt ihn deutlich mehr über den Platz, bis er schweiß nass ist, als ich das mache. Ich möchte, dass wir sauber zusammen einen Zirkel gehen mit einem entspannten Vorwärts Abwärts gerichteten Pferd, das abschnaubt, dass die Seiten wechselt wenn ich das angebe und der dann zu mir kommt, in meinen Bereich, wenn ich das gestatte. Und der danach dolle gelobt wird und mir folgt:-) Und JA. was ich eig. schreiben wollte, diese Sätze vom Anfang kenne ich zu gut. Und die nerven mich dann immer so: Aber ist da nicht auch was Wahres dran?:-)

    • Hallo Linda,

      also Rumscheuchen bis das Pferd schweißnass ist, ist nicht meine Vorstellung von guter Freiarbeit… Auch die Dominanztheorie ist ja durchaus sehr umstritten, eine feste Rangordnung gibt es zumindest bei Wildpferden nämlich nicht.
      Zum Thema Freiarbeit kann ich dir diese Artikel (und Blogs) empfehlen:
      Irrtümer über die Freiarbeit
      Wie gute Freiarbeit aussieht
      Wie beginne ich mit der Freiarbeit

      Zu deiner letzten Frage: klar, Pferde testen auch mal, bzw. sie fragen an, ob sie etwas wirklich machen müssen. Und man darf sich als Mensch natürlich nicht respektlos und aufdringlich behandeln lassen. Aber trotzdem sollte man darauf nicht mit Gewalt reagieren. Meistens sind es nämlich die eigenen Trainingsfehler die sich da bemerkbar machen – besser sucht man also den Fehler bei sich und eine faire Lösung, als das Pferd zu bestrafen. Wie im Artikel geschrieben gibt es konkrete Gefahrensituationen, in denen man deutlich werden muss, aber bei allen anderen Situationen kann man sich auch für einen anderen Weg als Gewalt entscheiden =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  7. Liebe Christina,
    erstmal danke für deinen super Blogg ;)
    Klar muss jeder für sich rausfinden, wie er mit seinem Pferd am besten klarkommt, aber dein Artikel erklärt viel und macht Mut. Ich finde reiten wird einem oft so verkauft, dass man nur die richtigen Hilfen geben muss, dann macht das Pferd, alles was man will. Aber so einfach ist es eben nicht. Außerdem wird es als ganz normal angesehen, sich auf ein Pferd zu setzen und zu reiten, das man noch nie davor gesehen hat. Man muss sich doch eigentlich erst mal kennenlernen. Und wie du sagst, das braucht Zeit. Wenn man weiß, dass gegenseitiger Respekt und Vertrauen seine Zeit brauchen, setzt man sich auch selber weniger unter Druck, weil man sich dem Pferd nicht in 5 Minuten vertrauenswürdig genug gezeigt hat.
    Ich danke dir für den Artikel, aber noch mehr dankt dir vermutlich mein Pflegpferd ;)

    (Nachdem ich deinen Artikel gelesen hatte bin ich zum Pferd und wir hatten eine viele schönere und entspanntere Zeit als davor)

    • Hallo liebe Emi,

      vielen Dank für diesen netten Kommentar – so eine Rückmeldung zu lesen macht mich einfach nur glücklich und ist ein toller Lohn für die Zeit, die ich in den Blog investiere <3 :-)
      Es freut mich total, dass du gleich eine Besserung in der Beziehung zu deinem Pflegepferd merkst!

      Liebe Grüße,
      Christina

  8. Hallo Christina,
    Du hast ein super Blog und spannende Texte. Ich möchte zu diesem Artikel ein, meiner Meinûng nach, wichtiger Aspekt hinzufügen: Die Pferde in der Natur.
    Ich denke in vielen Situationen sollten wir Menschen so handeln wie auch die Pferde untereinander handeln würden, nämlich natürlich, mit einer Sprache die Pferde verstehen. Die Pferde untereinander sind konsequent und fair. Sie arbeiten mit verschiedenen Phasen: Ein kleines Beispiel: Ein Pferd kommt dem Leithengst zu nahe, der Leithengst legt die Ohren an und signalisiert dem anderen Pferd so, dass er nicht zu nahe kommen soll, falls das nichts bringt dreht er ihm zb das Hinterteil zu und bringt ihn dazu zurückzukehren, falls dies auch nichts bringt dann kriegt er einen Tritt, sei das mit den Vorderhufen oder den Hinterhufen. Das andere Pferd merkt schnell, dass es dieses Pferd ernst meint und sieht es als Leittier an. Meistens reicht dann danach die erste Phase (Ohren anlegen) damit das andere Pferd weicht.
    Mit diesem Beispiel möchte ich aufzeigen dass man mit verschiedenen, klaren Phasen arbeiten kann aber dabei immer konsequent und auch fair bleiben soll. Und wenn man immer klar mit den Phasen ist dann reicht oftmals die erste Phase, und man ist ganz fein mit dem Pferd und das Pferd versteht die Sprache die man spricht.
    Die Pferde in der Natur treten nicht ohne Vorwarnung oder jagen ein Pferd aus dem nichts, sie sind immer fair miteinander und das finde ich toll.
    Liebe Grüsse Chiara

    • Guten Morgen Chiara,
      der Grundgedanke ist absolut richtig…ABER: Pferde in der Natur ist so eine Sache:-( Ich habe in einer alten “GEO” Zeitschrift einen Artikel über Pferde gelesen, in dem gut beschrieben wird, dass die wirkliche, ursprüngliche Herdenstruktur bei Pferden und Pferdeähnlichen gar nicht mehr sicher nachzuweisen ist.
      Es kursiert immer noch das Gerücht, dass es wahlweise LEITHengst oder LEITstute, das es nur EINEN Hengst mit mehereren Stuten und Junggesellengruppen gibt. Wenn man nun mal weltweit schaut, scheinen die sozialen Hierarchien sehr unterschiedlich zu sein. Ich war sehr erstaunt, als ich ins Wildpferdereservat in den Niederlanden war, dass dort z.B. Das Verhältnis Hengst Stute 1:1 war…jeder Hengst hatte eine bis zwei Stuten und die diese Kleinstgruppen fassen sich zu einer größeren Herde zusammen. In der Doku “Cloud” bekomt man das “traditionelle” Bild der Pferdeherden gezeigt, am Beispiel der Mustangherden in USA. etc.
      Lustigerweise sehe ich bei mir am Stall das Wallache in der Herde meistens die Stuten dominieren/ leiten, ABER wenn die Stuten mit einem Hengst stehen, die Stuten den Hengst dominieren…Hört sich komisch an? Ist aber so…
      UND: DAS “Leitpferd” scheint es zumindest bei mir nicht zu geben…die Rolle wechselt fließend und ohne, dass ich “Rangkämpfe” feststellen kann…für mich ein sehr lustiges Thema…vor allem, wenn man den Menschen da mit einbezieht….
      Bei vielen Pferd-Reiterpaaren passieren diese Rollenwechsel nämlich auch fließend…
      Liebe Grüße
      Christine

    • Hallo liebe Chiara und Christine,

      ich finde ihr habt beide recht (und meint glaube ich auch ähnliches, schreibt nur aneinander vorbei ;-)).
      Christine sagt ganz richtig, dass die Leittiertheorie Quatsch ist. Ein Pferd weiß erstens, dass ein Mensch kein Pferd ist und zweitens gibt es auch kein eindeutiges Leittier in einer Pferdeherde.
      Chiara redet aber eigentlich nicht von der Leittiertheorie, sondern von der Art der Kommunikation zwischen Pferden – und die findet durchaus in den genannten “Phasen” statt. Ich trainiere teilweise auch mit solchen “Drucksteigerungen”. Wobei ich mittlerweile auch sehr viel mit positiver Verstärkung mache und damit gute bis bessere Ergebnisse erziele. Kommt immer auf das Pferd an…

      Liebe Grüße ihr Zwei!
      Christina

    • Positive Verstärkung ist immer der negativen Sanktionierung vorzuziehen!
      Aber manchmal geht es tatsächlich (erstmal!!) nicht anders, als alles draufzuschmeißen, was man hat;-)
      Ich arbeite leider meistens mit Pferden, die schon “Mist” gelernt haben (ich nehme davon Abstand, das Wort “Problempferd” zu benutzen, weil die beiden Worte für mich nicht zusammenpassen). z.B. kommt nächste Woche ein 13jähriger Hengst, der seit 9 Jahren isoliert und maskulinisiert (heißt, dass er zwar nie “zum Schuß” gekommen ist, aber durchaus und natürlich die “schlechtesten” Hengstmanieren hat) ist. Ich werde ihn von seinem jetzigen Stall abholen (bin gespannt, wie es mit dem Verladen klappt), sofort in die Klinik fahren, kastrieren lassen und dann versuchen, ihn bei mir zu “resozialisieren”, sprich in meine Wallachherde zu integrieren …bin sehr gespannt, ob das klappt.
      Sollte er mich allerdings angehen, wird ihm alles entgegenfliegen, was mir gerade zur Hand kommt:-D
      Seine Besitzer trauen sich nicht mehr an ihn heran und haben ihn !unbeabsichtigt! positiv verstärkt
      (sich wie ein “Idiot” benehmen = Druck weg und Ruhe). Wird wohl Kulturschock für ihn werden, wenn das, was sonst positiv verstärkt worden ist, auf einmal negativ sanktioniert wird…:-D
      Es wird auf jeden Fall eine anstrengende Woche für ihn und ich hoffe, dass ich ihm während seiner “Rekonvaleszens” (ist das richtig geschrieben?) auch positive Verstärkungen geben kann. Erstmal ist ja Spazierengehen angesagt und dieses Tier war wohl noch nie im Wald…
      Ich freue mich sehr auf diese Erfahrung und hoffe, dass es für ihn und mich gut ausgeht:-)
      Drückt mir mal die Daumen!
      Ich schreibe dann, wenn ich was positiv verstärken konnte:-)

    • Ganz klar, in Gefahrensituationen muss man sich durchsetzen! Das sehe ich ganz genauso und habe ich im Artikel ja auch erwähnt =)
      Druck weg ist aber negative Verstärkung (negativ = man nimmt etwas weg). Positiv verstärkt wäre es, wenn sie ihn für Fehlverhalten gelobt hätten (positiv = Lob hinzufügen). Positiv und negativ ist nicht wertend gemeint, sondern bezieht sich auf das Hinzufügen oder Wegnehmen von etwas =)

      Ich drücke dir und ihm fest die Daumen! Schön, dass du es mit ihm versuchst! Und ich freue mich natürlich über Berichte wie es klappt =)

      Liebe Grüße,
      Christina

    • …so kann man es auch sehen…
      Interessanter Input…darüber muss ich erstmal nachdenken.
      Für mich ist positive Verstärkung immer Druck weg:-) Das ist gleichzeitig auch das Lob, fein gewürzt mit Kraulen an der Lieblingsstelle:-)(wenn man drankommt)

      Negative Sanktion/Verstärkung ist für mich entweder völliges Ignorieren bei der Bodenarbeit (wirkt manchmal echt Wunder, ist beim Reiten aber meistens nicht praktisch umzusetzen:-)) oder mehr Druck in welcher Form auch immer zu machen; Großmachen, Lauter werden, wegschicken oder verstärkter “Druck” mit dem Bein mit dem Ziel bei einem Schritt in die richtige Richtung, den Druck wieder rauszunehmen>also positiv zu verstärken…

      So lernt man immer etwas dazu:-)

      Das Hengstchen übrigens ist nach ein 10 min in den Hänger gegangen, dank positiver Verstärkung Schritt vor>Druck weg>Lob/ Schritt zurück>mehr Druck aufs Halfter>doof:-)
      Die Besitzer konnten noch nichtmals ihren Kaffee zuende trinken:-)
      Klöten sind ab und übermorgen hole ich ihn nach Hause…dann geht es ans spazierengehen…
      Eine schöne Woche wünsche ich allen hier
      LG
      Christine

  9. Hallo Christina,
    schön, dass du dich an dieses Thema ranwagst! Leider sind die meisten Leute nicht mehr in der Lage mit ihren Tieren “artgerecht” umzugehen. Es geht alles ins Extrem rein; entweder das Extrem “Ooooch Puschel hat mich gerade umgerempelt, ich glaube Puschel hat heute keine Lust…na, dann kriegt Puschel heute seine Möhren und ich fahr wieder nach Hause, meine angerempelte Schulter einschmieren.” oder das Extrem, was du weit oben geschrieben hast->Totale Kontrolle jeder Bewegung
    Ich weiß einfach nicht, warum die meisten “Pferdeleute” entweder meinen diese Tiere wären Spielzeuge oder Maschinen die jeden Tag neu auf Spur gebracht werden müssen.
    Ein natürliches, authentisches,einfach ehrliches Verhalten unsererseits wäre schon ausreichend. Pferde sind Meister der Anpassung. Ohne dass man sie demütigen muss. Sie machen das freiwillig;sie lesen uns und reagieren.
    ABER: Auch pferde müssen Regeln lernen (und das können sie auch!). Ich möchte höfliche (ich finde dieses Wort ist das absolut passendste!:)) Pferde haben und solange sie höflich sind, bin auch ich höflich. Sollten mal Unhöflichkeiten vorkommen, werden sie kurz und bündig abgehandelt, ohne langes Hinterherschmollen oder Nachsetzen und dann gehts weiter im Text. Lustigerweise weisen mich meine Pferde auch auf Unhöflichkeiten meinerseits hin…mein Wallach z. B. bewegt sich nach dem Reiten keinen Meter vorwärts und guckt mich an wie ein Auto, wenn ich den Sattelgurt nach dem Absteigen nicht gelockert habe…kein Witz…ist für ihn anscheinend das Zeichen, dass er toll gearbeitet hat, was er meistens auch tut:-D
    Und jetzt ist deine/bzw. eure Meinung gefragt, liebe Christina und liebe Besucher, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Pferde Humor haben…was meint ihr?
    Liebe Grüße vom Niederrhein
    Christine

    • Hallo Christine,

      schön beschrieben, ganz genauso sehe ich das auch =)
      Hmm, also ich glaube auch, dass manche Pferde Humor haben. Oder eher gerne spielen und sich daran erfreuen. Also kein Humor auf die Art, wie sie ein Mensch versteht (jemand lacht über einen Witz, oder über jemanden, der ungeschickt ist), sondern eben ein Spiel und Freude an der Reaktion des Menschen oder Tiers.

      Liebe Grüße,
      Christina

    • Haha:-D…jaja..die Reaktion des Menschen…genau deswegen denke ich, dass Pferde Humor haben…
      Ich glaube, die lachen sich insgeheim über uns kaputt, wenn sie es wieder mal geschafft haben, UNS zu “erziehen”…
      Im Übrigen-> achtet mal darauf: wenn ihr Pferd-Reiter Kombinationen habt, in denen der Reiter eine gehörige Portion Selbstironie besitzt und so richtig über sich selber lachen kann…das sind die besten Pferd-Reiter-Kombis, beim Reiten und auch beim allgemeinen Umgang, unabhängig von bevorzugter “Methode” beim Reiten oder bei der Bodenarbeit. Diese “Art” Menschen kommen mit so ziemlich jeder “Art” Pferd aus.
      Woran das wohl liegt…?? :-)
      LG und schönes Wochenende
      Christine

    • Vielleicht, weil der gesamte Umgang unverkrampfter ist. Wer sich selbst nicht zu ernst nimmt hat auch keine Angst davor mal etwas falsch zu machen und ist nicht so perfektionistisch. Ich habe ja selbst lieber mit solchen Menschen zu tun, warum sollte es den Pferden anders gehen ;-)

      Liebe Grüße,
      Christina

  10. Ich finde das sehr interessant! Ich glaube, die Quintessenz ist, die Bedürfnisse auf beiden Seiten zu erkennen und in Einklang zu bringen. Aber, du hast es in einem anderen Beitrag schon gesagt, jedes Pferd ist anders.

  11. Hallo Christina,
    Zuerst einmal will ich dir sagen dass deine Artikel immer Super sind und mir und meinem Isländer Balu schon sehr weitergeholfen haben :-) in letzter zeit merke ich allerdings das er nicht mehr so ganz fein auf meine “Anweisungen”reagiert.Wenn er z.B. eine ganze Bahn laufen soll neigt er jetzt dazu rumzubocken oder einfach querfeldein durch die Bahn zu laufen. Ganz nach dem Motto “du hast mir nichts zu Befehlen ich mach mein eigenes Ding!”Ich glaube dass er solangsam den Respekt zu mir verliert. Was meinst du? Hast du da einen Tipp für mich?
    Liebe Grüße und schon mal danke im voraus, Johanna :)

    • Hallo liebe Johanna,

      vielen Dank für dein Lob, es freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte =)

      Für mich klingt was du beschreibst gar nicht mal unbedingt nach einem Respektsproblem (wobei ich es natürlich auch nicht ausschließen kann). Ist sonst alles in Ordnung mit Balu? Sattel und Trense passen, keine Schmerzen, etc? Wenn sich das Verhalten so drastisch ändert liegen die Ursachen oft woanders. Per “Ferndiagnose” kann ich dir da leider nicht weiterhelfen, vielleicht gibt es ja an deinem Stall einen Reitlehrer oder eine erfahrene Stallkollegin, die dich unterstützen kann?!

      Liebe Grüße,
      Christina

  12. Genauso ist es. Beziehungen brauchen Zeit, Vertrauen braucht Zeit und das schöne ist wirklich, dass die Erkenntnis nicht nur für Reiter und Pferde zutrifft sondern immer gilt. Ob mit Kindern, Hunden, Arbeitskollegen. Und auch Deine erwähnte “Berechenbarkeit” finde ich auf den Punkt gebracht. Insbesondere bei der Arbeit mit Tieren muss das Verhalten für das Tier konsistent sein, sonst glauben unsere Lieben nämlich, dass wir “irre” sind. Heute Hü und morgen Hott können Hunde nicht verstehen. Also, so langsam werde ich zum Herzenspferd-Fan :)))
    LG
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      vielen Dank ;-)
      Das stimmt, ich finde auch, dass Pferde-, Hunde- und Kindererziehung ziemlich viel gemeinsam hat – auch wenn ich da von so manchen Eltern immer geschockt angeguckt werde :-D (bei meinen Kollegen versuche ich es erst gar nicht mehr, die lassen sich nicht erziehen ;-) )

      Liebe Grüße,
      Christina

  13. Hallo Christina,
    Toller Bericht! Finde dieses Thema sehr spannend und auch total wichtig. Gerade letzte Zeit habe ich mir oft Gedanken darüber gemacht ob ich das richtig mache. Habe mir vor einem halben Jahr einen 4 jährigen Wallach gekauft der gerade auch ab und zu seine Flegelzeit raushängen lässt ???? Es ist schwer das Mittelmaß zwischen zu streng und zu nachgiebig zu finden ???? Manchmal handele ich aus der Situation anders und ich weiß das es schlecht ist aber es ist sehr schwierig ???? Viele Grüße Miriam

    • Hallo Miriam,

      keiner hat behauptet es wäre einfach ;-)
      Das geht uns aber allen so, jeder muss auf diesem schmalen Grad zwischen zu streng und zu nachgiebig balancieren. Aber ich denke wenn man auf Kopf, Herz und Bauch hört findet man schon seinen Weg.
      Ihr werdet euch schon noch zusammenraufen =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  14. Liebe Christina,

    danke für diesen Artikel. Ich bin auch froh übüer den Teil mit der “Brenzligen-Situationen”.

    Mein Pflegepferd und ich haben mittlerweile ein sehr harmonisches Verhältnis, auch das “leise Bitte” funktioniert immer besser.

    Trotzdem gibt es quasi immer die gleiche “Brenzlige-Situation”, nämlich das Gras! Da gibt es kein halten mehr, da ist alles andere vergessen und egal! Da wird man schon einmal nieder gerannt, gestoßen und auch am Strick hinterher gezerrt. Ein “leises Bitte” hat da keine Chance mehr, selbst verbal lauter zu werden bringt da nichts mehr.

    Deshalb schwinge ich den Strick ans Pferd, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Selbst, dass ignoriert sie manchmal ganz gekonnt… Ich habe mir deshalb schon oft Vorwürfe gemacht und mich gefragt ob mich das zu einem schlechten Pferdemenschen macht.

    Mal davon abgesehen, dass ich immer so viel Hemmung davor habe, dass ich mich beim Schwingen häufiger selbst treffe als mein Pflegepferd.

    Es hat wirklich gut getan von den “Brenzligen-Situationen” zu lesen, wir arbeiten jeden Tag mit ihr daran, dass das Schwingen des Strickes irgendwann nicht mehr notwendig sein wird.

    lg Claudia

    • Hallo Claudia,
      Auch wenn das nicht mein Blog ist, … dein Problem mit dem Gras kenne ich auch.
      Und weißt du, wie ich das total glücklich gelöst habe?
      Ich habe mein Pferd BEWUSST grasen lassen. Und ihm die schönsten Stellen dafür gesucht.
      Inzwischen ist es so, dass wenn mein Pferd Gras sieht, weiß es, ich führe es da hin. Und falls nicht, hab ich irgendwo noch schöneres Gras gesehen.
      So klappt es, dass ich sie gezielt ganz kurz an ein Grasbüschel führe, dann treibe oder einfach nur leise rufe – und sie kommt sofort – in der Hoffnung, ich zeig ihr jetzt noch eine bessere Stelle.
      Dass sie dahin erst noch laufen muss, macht ihr nichts mehr aus. Auch wenn es länger dauert.
      Sie hat nun Vertrauen in mich, dass WENN ich ihr Grasen unterbreche, ich einen echt guten Grund habe.

      Anfangs haben alle meine Bekannten gesagt, ich verziehe sie, das hätte sogar schlechten Einfluss auf ihre eigenen Pferde, die ja sehen, dass meine darf und sie nicht.
      Anfangs hat es lang gedauert und ich hab nichts anderes gemacht, als mein PFerd grasen geführt.
      Anfangs hab ich sogar manchmal gedacht, naaaa… ob das mal was wird? Nachher denkt sie, ich begleite sie nur und sie darf eh machen, was sie will.

      Aber: Es hat funktioniert!

      Vielleicht hast du ja Lust und probierst das auch aus?

      LG Heidrun

    • Hallo Heidrun,

      ich freue mich immer sehr wenn ihr euch gegenseitig Tipps gebt, die Kommentare sind ja zum Austauschen da. Also: auch wenn das nicht dein Blog ist, immer gerne antworten ;-)

      Den Tipp mit dem bewusst und auf “Handzeichen” Grasen lassen finde ich super. Von der Vorgehensweise habe ich schon öfter gehört, dass sie funktioniert. Natürlich kommt es immer aufs Pferd an…

      Liebe Grüße,
      Christina

    • Liebe Heidrun,

      danke für deinen Tipp. Das habe ich aber leider schon versucht, sie ist beim Grasen allerdings nicht wählerisch. Sie frisst alles was sie findet, daher ist es ihr egal ob saftig oder nicht… :(

      Was ich bis heute nicht ganz verstehe ist, dass sie weiß, dass wir nach unserer gemeinsamen Zeit sowieso grasen gehen. Aber die Gier ist da wohl zu groß! In dem Punkt haben wir uns aber schon gehörig verbessert, sie geht ruhig neben mir und wartet darauf, dass ich ihr mittels Handzeichen das okay gebe.

      Man muss auch die kleinen Fortschritte sehen, das Gras am Wegesrand werden wir auch noch “besiegen”. :) Aber danke für deinen Tipp!

      lg Claudia

    • Hallo liebe Claudia,

      ganz klar, das ist eine Situation, in der du Grenzen setzen musst. Wenn du von deinem Pferd umgerannt wirst (und es geht um Futter, sie hat nichtmal Angst), dann zeigt sie ja auch gerade keinen Respekt vor dir. Ich finde da musst du dir keine Vorwürfe machen!

      Liebe Grüße,
      Christina

  15. Hallo Christina!
    Schön geschriebener Artikel.
    Respekt zu definieren ist schon nicht einfach. Was ist Respekt!? Wie definierst du “respektvollen Abstand”? ” Was ist denn “respektvoller Umgang” mit dem Pferd? Ich befürchte das alleine die Definition bei vielen Menschen schon sehr unterschiedlich aussehen dürfte. Genauso vielfältig sind dann die Antworten der Pferde! Wer fragt schon sein nach dem Huf, bevor er ihn dem Pferd unterm Körper “wegnimmt”? Wer bedankt sich für die Leistung? Wer ist im SINNE DES PFERDES wirklich respektvoll?

    Hallo Maxi. Natürlich ist es unter Umständen gefährlich, aber meinst du wirklich das du mit Zügel/Gebiss auch nur den Hauch einer Chance hättest ein Pferd was “durchgeht” zum Anhalten zu bewegen? Normal ist es eher umgekehrt. Bleibst du entspannt und lässt dein Pferd locker, wird es nach wenigen Metern umdrehen und sich das Monster ansehen! Versuchs mal …!

    Hallo Saskia – manchmal kann es helfen eine Videoaufnahme vom Umgang mit dem eigenen Pferd zu machen. Bedingung ist natürlich, das ich offen dafür bin und die Kritik auch “sehen” möchte! Auf dem Monitor, von außen betrachtet, sieht plötzlich vieles anders aus! Kleinst- oder Micromanagment ist ein schöner Begriff. Ich bezeichne es als “Kontrollverlustangst”. Möglicherweise durch ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis oder schlicht Unsicherheit des Menschen. Jede einzelne Bewegung zu kommentieren oder sogar zu reglementieren bedarf des genauen Hinsehens und wird mit Sicherheit nicht für Vertrauen beim Pferd sorgen, da auch beim Menschen keine Vertrauen vorhanden ist. Vertrauen lässt Freiraum und gibt einen Rahmen vor in dem sich das Pferd FREI bewegen kann! Respekt geht meines Erachtens mit Vertrauen einher.
    Wie seht ihr das?
    LG Raimund

    • Hallo Raimund,

      so “sieht” man sich wieder :) Das mit der Kamera ist natürlich eine schöne Idee und habe ich auch schon beim Reiten angewendet, aber die Umsetzung beim Spazieren gehen im Wald wird wohl etwas schwierig, vor allem würde ich mich dann definitiv anders verhalten würde. Ganz bestimmt hat das etwas mit Kotrollverlust zu tun und kommt bei mir aus meiner Zeit mit einem Pferd, das ich ganz stark nach Parelli “arbeiten” sollte. Der Umgang mit meinem eigenen Pferd ist mehr von Freiraum geprägt, aber das ist natürlich auch ein schmaler grad und meiner Meinung nach sehr vom Charakter des Pferdes abhängig. Wie gesagt mir hilft es, dass mein Freund, der mit Pferden ansonsten nicht viel zu tun hat, mein Handeln einfach ganz offen hinterfragt und dann merke ich manchmal, dass ich überreagiere oder überbewerte.
      Liebe Grüße, Saskia

    • Hallo Raimund,

      vielen Dank für deine Gedanken und die tollen Antworten an Maxi und Sasika! =)
      Ich bin da ganz bei dir, jeder muss für sich und sein Pferd herausfinden was Respekt ist – ein Patentrezept gibt es nicht. Ich habe schon mit vielen Pferden gearbeitet und der Respekt/Mindestabstand/Was auch immer, ist bei keinem gleich. Was ich dem einen problemlos “durchgehen” lassen kann ist bei dem anderen schon ein “austesten”, da muss man einfach auf sein Gefühl hören, beobachten und sein Gehirn einschalten. Alles nicht immer so einfach ;-)

      Liebe Grüße,
      Christina

  16. liebe christina,
    ein toller artikel, dem ich komplett zustimmen kann.
    mit meiner rb habe ich es recht leicht, obwohl noch sehr jung, aber er ermöglicht mir diese respektvolle zusammenarbeit meist so easy, dass ich viele der o.g. möglichen probleme schlecht nachvollziehen kann. ich wünsche allen, die es schwerer haben als ich, viel durchhaltevermögen. geduld ist nämlich fast am wichtigsten, denke ich.
    ich nehme nebenbei noch ab und an reitunterricht und hatte letztens einen fall, wo mein pferd (ein sehr feines reitschulpferd) bei einem traktor neben dem reitplatz gescheut hat und seitwärts davongestürmt ist. meine reitlehrerin hat mich geschimpft, weil ich der lieben fee wohl zu hart ins maul gegangen bin im eifer der situation und wegen des überraschungseffekts. sie hat gesagt, ich solle sie vollkommen frei machen vorne, nur mit stimme und gewicht arbeiten und sie ansonsten einfach laufen lassen. das passt jetzt nur bedingt zu diesem thema, ich hätte trotzdem gern eure meinung. obwohl ich ein echt schlechtes gewissen hatte wegen meiner harten hand in der situation, finde ich es doch irgendwie gefährlich, ein pferd in solch einer situation komplett wegstürmen zu lassen. wie regelt ihr sowas? ich hoffe, es ist ok, das in diesem rahmen zu fragen.
    vielen dank & liebe grüße,
    maxi

    • Hallo Maxi,

      toll, dass es mit deiner RB so gut klappt, das freut mich =)

      Bei erschreckenden oder durchgehenden Pferden empfehle ich auch immer erst mal locker zu lassen und dann sanft die Zügel wieder anzunehmen. Ein harter Ruck an den Zügeln tut dem Pferd weh und kann es weiter erschrecken oder zum Wegrennen animieren. Es kommt aber natürlich immer auf die konkrete Situation an. Und wie du schon sagst hat man oft nicht richtig unter Kontrolle wie man reagiert wenn man selbst erschrickt – die meisten Menschen ziehen dann leider reflexartig an den Zügeln. Versuch beim nächsten Mal einfach einen kühlen Kopf zu bewahren und erst mal mit Gewicht, Stimme und leichten, halben Paraden durchzukommen =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  17. Hallo Christina,
    vielleicht gibt es das geheime „Kochrezept“ zum Respekt des Pferdes doch. Ohne Zeit geht es dennoch nicht. Rückschläge sind niemals ausgeschlossen, lassen sich aber minimieren. Klar gibt es Pferde, die Menschen großzügig ihren Respekt entgegenbringen. Das sind aber eher wenige.
    An jeder Beziehung muss man arbeiten, nicht nur an der mit dem Pferd. Will jemand die Unterwerfung des Pferdes, ihm also „befehlen“, respektiert er die Bedürfnisse und Wünsche des Pferdes nicht. Auf diese Art kann es keine freundliche Beziehung geben. Das Verhältnis wird dann eines mit einem extremen Machtgefälle. Ist der Mensch irgendwann einmal nicht in der Lage den Zwang und die Macht, die zum erzwungenen Respekt führten, aufrecht zu erhalten, wird das Pferd ihm den Respekt verweigern
    Das Pferd wird seinem Menschen dagegen Respekt entgegenbringen, wenn es sich bei ihm sicher fühlt und es den Eindruck hat, dass sein Mensch es gut mit ihm meint. Darüberhinaus muss es viele Dinge kennen lernen, die ihm zunächst einmal Angst machen. Es muss lernen, dass es z.B. kein Problem ist, wenn ein Traktor an ihm vorbeifährt, dass es nicht relevant ist, wenn ein anderes Pferd herumtobt, dass vorbei rennende Rehe ungefährlich sind und und und.
    Kommt das Pferd in Situationen, die es noch nicht kennt, haben sie Neuigkeitscharakter und oftmals sind sie Angst auslösend (es geht Menschen ähnlich, wenn sie siche neuen, ungewohnten Situtationen gegenüber sehen). Das führt dann dazu, dass das Angstsystem des Pferdes anspringt und die Aktivierung des Pferdes in ungeahnte Höhen schnellt, außerdem steigt der Adrenalinspiegel. Diese Reaktionen lassen sich mit Hilfe des mobilen Pferdeflüsterers abschwächen und das Pferd lernt dann ziemlich schnell, seinen Aktivierungsgrad angemessener einzuregulieren.
    Ich finde, dass das eine angenehme Sache ist, die sowohl beim Pferd als auch bei dem dazu gehörigen Menschen viel Stress vermeiden hilft. Gönnt man dem Pferd häufiger eine Tiefenentspannung oder eine Stress reduzierende Musik, lebt das Pferd entspannter und man selber selbstverständlich ebenfalls. Darüber hinaus erfährt das Pferd, dass sein Mensch ihm Gutes tut und es mit ihm angenehme, entspannte Zeiten erleben kann. Auch das fördert die gute Beziehung und letzenendes den Respekt.
    Liebe Grüße Conny

    • Hallo liebe Conny,

      vielen Dank für deine Gedanken, die ich so fast alle unterschreiben kann. Das Kochrezept gibt es für mich trotzdem nicht, dazu sind wir und unsere Pferde zu individuell. Und auch ein “mobiler Pferdeflüsterer” ist für mich keine Wunderlösung…

      Liebe Grüße,
      Christina

  18. Hallo Christina,

    ein schöner Artikel mit vielen Punkten, über die ich mir auch Gedanken mache. Wie Du auch immer wieder schreibst, ist meiner Meinung nach, unglaublich viel vom Charakter des Pferdes und seinen im Leben gesammelten Erfahrungen abhängig. Deswegen gibt es für mich hinsichtlich der Kommunikation kein Pauschalrezept.
    Derzeit arbeite ich am Thema “Micromanaging” (ich nenne es “Überkommunikation” ;)). Man kann Verhalten auch einfach überinterpretieren. Da hilft mir es mal einen nicht vorbelasteten “Nicht-Pferdemenschen” mit zum Stall zu nehmen, der mein Verhalten meinem Pferd gegenüber einfach kritisch hinterfragt.

    Liebe Grüße, Saskia

    • Huhu liebe Saskia,

      danke dir =)
      Ja, da muss man eine feine Balance finden, nicht alles überinterpretieren, aber auch nichts wichtiges verpassen – gar nicht so einfach ;-)
      Jemanden draufschauen zu lassen finde ich immer eine gute Idee.

      Liebe Grüße,
      Christina

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