Alternativen zum Reiten

Ein Pferd ist zum Reiten da – so sehen das zumindest viele Nicht-Pferdemenschen und auch so mancher Reiter. Aber spätestens wenn man ein junges Pferd hat, eines, das schlecht bemuskelt ist, ein Pony, für das man zu schwer ist, oder ein Pferd, das unterm Sattel Probleme hat, muss man nach Alternativen zum Reiten suchen.

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Auch wenn man seinem Pferd Abwechslung bieten und es umfassend ausbilden möchte, bietet sich die Arbeit vom Boden aus an. Durch eine solide Ausbildung am Boden entstehen viele Probleme im Sattel erst gar nicht, oder können stressfrei für Reiter und Pferd bearbeitet werden.

Deshalb habe ich hier die gängigsten Alternativen zum Reiten aufgelistet und kurz beschrieben was sie für mich bedeuten, wie sie Dir und Deinem Pferd weiterhelfen können und was Du dazu brauchst. Bei vielen findst Du Links zu weiterführenden Artikeln mit noch mehr Infos zum speziellen Thema.

 

1. Bodenarbeit

Im Grunde genommen könnte man alle Punkte in diesem Artikel als “Bodenarbeit” bezeichnen, denn man führt sie am Boden aus. Das ist mir aber zu wenig differenziert, sind die verschiedenen Punkte teilweise doch sehr unterschiedlich.

Bodenarbeit ist für mich die grundlegende Basis. Dazu gehört ein respektvoller, höflicher Umgang miteinander und Übungen dazu, Führtraining, das Weichenlassen von Vor- und Hinterhand, Gelassenheitstraining und ähnliches.

Die Bodenarbeit hilft Dir und Deinem Pferd also vor allem dabei, die Basis für eure Kommunikation und ein gutes Verhältnis zueinander zu legen. Es werden grundlegende Dinge erarbeitet, die Du für das weitere Training am Boden und im Sattel brauchst, wie z.B. das Bewegen der Vor- und Hinterhand. Je nach Übung trainierst Du außerdem die Muskulatur Deines Pferdes.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Halfter, Knotenhalfter oder Kappzaum
  • Optional: Gerte oder Horseman-Stick
  • Optional: Hütchen und Stangen, je nachdem was Du üben möchtest
  • Optional: “gruselige” Dinge für’s Gelassenheitstraining

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2. Longenarbeit

Viele Reiter longieren ihre Pferde, auch wenn sie sonst nicht viel vom Boden aus machen. Außerdem scheint longieren auf den ersten Blick recht einfach zu sein: man schnallt eine Longe ans Pferd und legt los.

Tatsächlich kann man seinem Pferd aber mit falschem Longieren mehr schaden als Gutes tun. Ausdauerndes Laufen auf einer Kreisbahn ist keine natürliche Bewegung für das Pferd – es muss erst lernen, sich auf einer solchen Kreisbahn auszubalancieren. Lernt es das nicht, besteht die Gefahr, dass es seine Gelenke einseitig überlastet, weil es sich in die Kurve hineinlegt, anstatt seinen Körper korrekt auszurichten. Daraus entstehen oftmals die “typischen” Longenprobleme, wie nach Außen wegziehen, hektisch werden oder gar nicht mehr vorwärts gehen. (Hier habe ich darüber geschrieben, wie man sein Pferd auf’s Longieren vorbereiten kann)

Korrektes Longieren bringt Deinem Pferd also bei, sich auf einer gebogenen Linie auszubalancieren und seinen Körper so einzusetzen, dass es auf Dauer gesund bleibt. Das kann es auch in die Arbeit unter dem Sattel mitnehmen. Zusätzlich hilft longieren beim Muskelaufbau.

Longieren ist also gar nicht so einfach wie gedacht und ein durchaus komplexes Thema, bei dem man Anleitung braucht. Ein wirklich tolles Buch zum pferdegerechten und anatomisch guten Longieren findest Du hier bei Babette Teschen.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Kappzaum
  • Longe (oder Doppellonge)
  • Longierpeitsche
  • Handschuhe
  • Optional: Stangen, falls Du Stangenarbeit mit einbauen möchtest
  • Optional: Longiergurt, falls Du mit Doppellonge arbeitest

Buch zum Thema

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3. Handarbeit

Zur Handarbeit zähle ich das Erlernen und Üben von gymnastizierenden Lektionen, die man normalerweise im Sattel durchführt. Dazu gehören zum Beispiel Übertreten lassen, Schulterherein, Kruppeherein und sonstige Seitengänge.

Die Handarbeit sollte man – zumindest anfangs – mit einem Trainer oder erfahrenen Pferdemenschen lernen. Damit die Übungen ihre gute, gymnastizierende Wirkung erzielen, müssen sie korrekt ausgeführt werden. Besonders am Anfang ist man sehr damit beschäftigt sich, sein Pferd, den Strick und die Gerte zu koordinieren, da fällt es oft schwer noch alles im Blick zu behalten und es hilft ungemein, wenn jemand unterstützt und korrigiert.

Mit der Handarbeit kannst Du alle Lektionen, die Du reiten kannst, vom Boden aus vorbereiten und Deinem Pferd beibringen. Dein Pferd muss also erst mal nur sich selbst und nicht auch noch Dich auf seinem Rücken ausbalancieren. Das erleichtert das spätere Erlernen der Lektionen unter dem Reiter ungemein und ist oft stressfreier für Pferd und Reiter. Zudem fördert die Arbeit an der Hand Muskelaufbau und Koordination und gymnastiziert das Pferd.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Kappzaum oder Trense
  • Gerte
  • Optional: Clicker und Leckerlies

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4. Langzügelarbeit

Um Dein Pferd am langen Zügel zu trainieren, braucht ihr ein paar Grundvoraussetzungen:

  • Ein gutes Verhältnis: Du läufst nahe an der Hinterhand Deines Pferdes und es darf keinesfalls nach Dir treten oder vor Dir erschrecken.
  • Gute Kondition – und zwar vor allem Du! Du musst in allen Gangarten mit Deinem Pferd mithalten können und dabei noch eine feine Hand haben.

Wie bei der Handarbeit kannst Du alle Lektionen, die Dein Pferd unterm Sattel zeigen kann, am langen Zügel erarbeiten und üben. Auch hier werden wieder Muskulatur und Koordination trainiert und das Pferd gymnastiziert. Mit der Langzügelarbeit kannst Du aber auch Deine Hilfengebung verfeinern und Lektionen perfektionieren.

Hier gibt es Infos zur Langzügelarbeit mit Jungpferden und hier findest Du einen Erfahrungsbericht zur Langzügelarbeit.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Trense
  • Langzügel
  • Optional: Gerte, Longiergurt

Buch zum Thema*

 

5. Dualaktivierung und Equikinetic

Die Dualaktivierung zielt darauf ab, beide Hirnhälften des Pferdes (die nicht besonders gut vernetzt sind) zu aktivieren und zur stärkeren “Zusammenarbeit” zu animieren. Da Pferde die Farben Blau und Gelb besonders gut unterscheiden können, werden blaue und gelbe Schaumstoffstangen zur Hilfe genommen.

In der Dualaktivierung trainiert man in kurzen Zeitintervallen mit vielen Pausen. Durch viele Richtungswechsel und Biegungen verbessert Dein Pferd seine Koordination und Balance und baut Muskulatur auf. Die blau-gelben Gassen bieten einen optischen Anhaltspunkt und helfen dem Pferd somit bei der Geraderichtung. Die kurzen Trainingsintervalle und darauf folgenden Pausen helfen dem Pferd dabei sich zu konzentrieren.

Auch dem Menschen helfen die Gassen und die zeitlichen Vorgaben bei der Konzentration und als Anhaltspunkt zur Ausführung. Mehr zur Dualaktivierung und der Theorie dahinter kannst Du hier lesen.

Bei der Equikinetic handelt es sich um ein Intervalltrainingsprogramm an der Longe, mit einem festen Zeitplan. Auch hier wird Muskulatur aufgebaut, die Balance gefördert und die Hinterhand aktiviert. Sie eignet sich deshalb auch gut zum Aufbau von jungen oder zur Reha von verletzten Pferden, die noch nicht in der Lage sind einen Reiter zu tragen. Mehr dazu gibt’s hier.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Kappzaum
  • Longe
  • Dualgassen (sind super teuer, ich kenne ein paar Leute, die stattdessen Poolnudeln nutzen)
  • Pylonen
  • Optional: Gerte oder Longierpeitsche

Buch zum Thema Dualaktivierung*                            Buch zum Thema Equikinetic*

 

 

 

 

 

 

6. Zirkuslektionen

Zirkuslektionen werden immer beliebter. Vor allem im Zusammenhang mit Clickertraining (siehe nächster Punkt) gibt es viele Pferde, die mit großer Motivation und Begeisterung bei der Sache sind. Vom Spanischen Schritt über Verbeugung bis zum Apportieren sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Viele der Übungen haben eine gymnastizierende Wirkung und kommen Deinem Pferd auch körperlich zu Gute – wenn Du sie ihm richtig und ohne Zwang beibringst.

Die gemeinsame Freude an der Arbeit und die Erfolgserlebnisse führen zusätzlich dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Dir und Deinem Pferd verbessern wird.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Halfter, Knotenhalfter oder Kappzaum
  • Optional: Clicker und Leckerlies, Gerte
  • Optional: Dinge zum Apportieren, Podest oder ähnliche Hilfsmittel, je nachdem was Du üben möchtest

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7. Clickertraining

Clickertraining ist im Grunde genommen kein eigener Punkt, sondern eine Art zu trainieren. Beim Clickern wird das Pferd mittels positiver Verstärkung trainiert, das heißt es wird bei richtigem Verhalten eine Belohnung hinzugefügt (mehr dazu hier).

Die meisten Leute nutzen das Clickertraining, um ihren Pferden Zirkuslektionen beizubringen. Man kann es jedoch mit etwas Kreativität bei allen anderen Aktivitäten mit Pferden einsetzen. Häufig sind die Pferde sehr begeistert bei der Sache, deshalb eignet sich der Ansatz gut für etwas unmotivierte Pferde. Aber auch bei allen Anderen kann man mit durchdachtem Clickertraining erstaunliche Erfolge erzielen und das Verhältnis zu seinem Pferd und seine Freude an der Arbeit deutlich verbessern.

Clickertraining ist keine Spielerei, sondern eine durchaus komplexe Trainingsmethode, deren Anwendung man lernen muss.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Halfter, Knotenhalfter oder Kappzaum
  • Clicker
  • Leckerlies
  • Leckerlietasche

Buch zum Thema*

 

 

8. Freiarbeit und Freiheitsdressur

Freiheitsdressur und Freiarbeit ist zur Zeit in aller Munde. Wer träumt nicht davon mit seinem Pferd in völliger Freiheit und feiner Kommunikation zu tanzen?

Ich unterscheide Freiarbeit und Freiheitsdressur insofern, dass Freiheitsdressur größtenteils vom Mensch bestimmt ist, der dem Pferd vorgibt, was es tun soll und Freiarbeit dem Pferd mehr Mitspracherecht gibt und auch mit dem arbeitet, was das Pferd von sich aus anbietet, selbst wenn es nicht verlangt wurde.

Zur Freiheitsdressur gibt es hier einen schönen Artikel, inklusive einer Videoanleitung wie die ersten Schritte dabei aussehen. Zum Thema Freiarbeit kann ich den Blog von MeinFaible.de empfehlen, Miri arbeitet auf diese Weise und bietet auch Seminare an.

Beides fördert die Klarheit Deiner Kommunikation mit Deinem Pferd und kann eure Beziehung verbessern. Du kannst viele gymnastizierende Übungen auch frei ausführen und somit die Muskulatur und Balance Deines Pferdes verbessern.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Optional: Halfter, Halsring oder Kappzaum, Leckerlie und Clicker, Target, Gerte

 

9. Spielen / Playday

Mit dem Pferd zu spielen ergiebt sich häufig aus der Freiarbeit oder dem Clickertraining. Spielen kann ganz individuell sein, vielleicht ist es das gemeinsame Laufen und Toben oder einen Ball anschubsen. Hier geht es einfach darum, dass Du und Dein Pferd Spaß habt. Es gibt keine Regeln, außer dass natürlich keiner von euch zu übermütig und grob werden sollte. Du solltest also die Stimmung Deines Pferdes beim Spielen immer gut im Auge behalten und das Spiel abbrechen, wenn Du merkst, dass Dein Pferd zu heftig oder sogar aggressiv wird.

Alternativ gibt es sogenannte Playdays, an denen mehrere Menschen zusammen verschiedene Hindernisse und Aufgaben aufbauen und gemeinsam mit ihren Pferden spielerisch überwinden. Mehr dazu und wie solche Hindernisse aussehen können, gibt es hier.

Das gemeinsame Spielen verbessert vor allem Deine Beziehung zu Deinem Pferd. Spielt Dein Pferd gerne, kannst Du das auch als Belohnung für eine gut ausgeführte Übung nutzen. Die Übungen auf einem Playday fördern zusätzlich eure Kommunikation und die Koordination und Balance Deines Pferdes, sowie seine Gelassenheit.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Optional: Material zum Spielen oder um Hindernisse aufzubauen, Beinschutz für’s Pferd

 

10. Extreme Trail

Bei einem Extreme Trail überwindest Du gemeinsam mit Deinem Pferd vom Boden (oder vom Sattel) aus verschiedene Hindernisse, wie zum Beispiel Treppen, schwankende Brücken oder mehrere Baumstämme. Dazu gibt es spezielle Trainingsgelände, die man nutzen kann. Hier findest Du einen schönen Erfahrungsbericht.

Beim Extreme Trail werden vor allem Balance und Koordination geschult. Außerdem muss eure Kommunikation und euer Vertrauen ineinander passen und wird verbessert.

Das brauchst Du

  • Einen Extreme Trail in Deiner Nähe
  • Halfter, Knotenhalfter oder Kappzaum
  • Handschuhe
  • Beinschutz für’s Pferd
  • Optional: Gerte, Clicker und Leckerlies

 

11. Horse Agility

Wenn Du Hunde Agility kennst, dann weißt Du auch was Horse Agility ist: genau das Gleiche, nur mit Pferd. Wenn Du es nicht kennst, kann man es so zusammenfassen: beim Agility gilt es verschiedene Hindernisse zu überwinden und Aufgaben auszuführen – und das möglichst schnell und sauber. Mehr dazu kannst Du hier nachlesen.

Horse Agility ist ein wahrer Alleskönner: es fördert die Balance, Koordination und den Muskelaufbau, verbessert die Kommunikation zwischen Dir und Deinem Pferd, fördert Deine klare Körpersprache, macht Spaß, ist ein Gelassenheitstraining und verbessert euer gegenseitiges Vertrauen.

Das brauchst Du

  • Einen ruhigen Ort zum Üben
  • Halfter, Knotenhalfter oder Kappzaum
  • Passende Hindernisse, bzw. Material zum Bauen
  • Optional: Gerte, Clicker und Leckerlies, Beinschutz für’s Pferd

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12. Spazieren, Wandern oder Joggen

Es muss nicht immer der Ausritt sein – manchmal tut es auch ein entspannter Spaziergang mit ein paar netten Fresspausen. Oder, wenn es etwas aktiver sein soll, eine gemeinsame Joggingrunde. Es ist für uns und unsere Pferde wichtig, auch mal Zeit miteinander zu verbringen ohne einen großen Plan zu haben und etwas zu wollen. Das gemeinsame Spazierengehen kann unsicheren Pferden mehr Sicherheit geben, als wenn der Reiter im Sattel sitzt. Gemeinsames Erkunden der Umgebung fördert die Beziehung.

Für die etwas Abenteuerlustigen ist vielleicht sogar eine Wanderung mit Pferd etwas. Die klicken am Besten gleich weiter zu Sarah von verwandert.de, die mit ihrem Shetty Egon durch Deutschland wandert und viele gute Tipps und schöne Geschichten parat hat.

Das brauchst Du

  • Halfter, Knotenhalfter oder Kappzaum
  • Optional: Gerte, Packzeug und Co für’s Wandern

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14 KOMMENTARE

  1. Liebe Christina
    Hier meine Geschichte…. vielleicht hast du einen Rat. Es geht um mein Hunde-Pferd, ich liebe ihn über alles aber ich bin in Sachen Pferd ein absolutes Greenhorn.
    Also, Jana hatte bis in den Frühling , seit zehn Jahren, ein Pflegepony. Die Besitzerin hat ihr Knall auf Fall verboten zu diesem Pferd zu kommen, Kinder müssen mit Enttäuschungen und Verlusten leben lernen war ihre Begründung. Jana war Untröstlich und du kannst mir glauben, mir zerriss es fast das Herz! Da habe ich für mich beschlossen dass sie ein eigenes Pferd haben soll. Sie wird 18 Jahre alt, hat die Lehre begonnen und Pferde sind alles für sie.

    Mein guter Kollege führt in Konolfingen ein Reiterhof und den habe ich angesprochen ob er was habe für Jana. Er hatte mir kein Pferd für Jana aber ein Pflegepferd die Ahyoka ( 9 Jahre). Sie hatte Huf Reh aber ihr geht es Heute sehr gut. Jana durfte Ahyoka 9 Monate lang pflegen und Betreuen und ich konnte Ende November arrangieren dass ich Ahyoka kaufen kann. Der Haken an dieser Sache war, Ahyoka hatte noch ein Freund Lakthari ( 14 Jahre) , ein Araber der einen schweren Unfall hatte und nun mehr ein grosser Hund mit Hufen ist. Reiten kann man ihn nicht mehr aber einfach lieben. Also ich stand vor der Wahl, zwei oder keines. Da ich weis wie sehr Jana und Ahyoka sich verstehen habe ich mich für beide entschieden. So habe ich nun ein Hundepferd , das glücklichste Kind auf Erden und eine Palomino Stute.
    Vor drei Wochen hatte ich ein absolutes Pech mit meinem Hundepferd. Bei und hat es gewindet wie doof , schon das hat meine Knutschkugel verunsichert. Dann gingen wir auf den Sandplatz, einfach zum zeigen es passiert nichts, arbeiten konnten wir nicht mit ihnen sie waren zu sehr abgelenkt. Ok, wir kamen auf den Platz und da waren zwei Kinder mit Drachen die sie im Wind seigen liessen. Dass es das noch gibt war für mich unglaublich zu sehen, so was haben wir auch noch gemacht, aber Kinder von Heute, unglaublich. Für die Pferde der reinste Horror die fliegenden Ungetüme. Aber nach gaaaanz langer Zeit hat sich mein Hundepferd doch wieder bewegt aber musste einfach schauen. Seine Nüstern bekamen auch wieder die normale Grösse und so wollte ich ihn loben und Streicheln. Da passierte es, ich war irgendwie Antistatisch geladen und es hat ihm ein ” Geputzt” da war das Kübeli um. Seit dem hat er extrem Angst vor mir nicht einmal die Gudeli nimmt er von mir. Nicht einmal die Banane als Bestechung hat funktioniert.
    Seit einer Woche kann ich ihm nun das Halfter wieder anziehen aber wenn ich ihn berühren will auch zum putzen schnaubt er wie ein Drache und möchte am liebsten rückwärts weg.
    Wir machen Bodenarbeit, will Horse Agility und Equikinetic mit ihm machen. Er stand Jahre nur auf der Weide , auch was Muskeln angeht ist er ein Krüppeli, aber das will ich diesem Jahr ändern, langsam aber sicher. Im Moment kann ich ihn nicht mal zum Loben kraulen, tätscheln oder streicheln. Hast du eine Idee???

    Ich weis leider nicht was mit diesem armen Tier in Jungen Jahren passiert ist, da er ja in Frankreich auf einer Rennbahn war, ich hoffe so sehr dass er nicht mit Strom misshandelt wurde…..

    Das Glück dieser Erde ist das leben mit Pferden….

    • Hallo liebe Beatrice,

      so kommt man dann plötzlich zu gleich zwei Pferden ;-) schön, dass du Lakthari mitgekauft hast und dich so um ihn kümmerst! Das tut ihm bestimmt gut, wenn er vorher nur rumstand…
      Die Geschichte mit dem statischen Schlag ist natürlich wirklich sehr ungünstig gelaufen… Aber ich denke das wird schon wieder, ihr hattet ja vorher eine gute Beziehung. Einfach mit viel Geduld dranbleiben und nicht aufgeben, mit etwas Zeit vergisst er das wieder!
      Vielleicht kannst du ihm auch mit Clickertraining näher kommen, einen Versuch wäre es sicher wert.

      Liebe Grüße und ich drücke die Daumen!
      Christina

  2. Hallo!

    Eine tolle zusammenfassung und gute verlinkungen ☺

    Ich habe vor ein paar Wochen mit meiner 17 jährigen RB mit der Langzügelarbeit angefangen und nach anfänglicher verwirrung warum ich denn wie bescheuert hinterher renne, klappt das ganze zumindest im Schritt und Trab echt gut! (Für Galopp bin ich ihm zu langsam 😅🙄)

    Ich muss sagen, dass ich ihn leider nicht für vieles begeistern kann, er tut gerne mal mega mißtrauisch/ängstlich gegenüber neuen Sachen (wobei er sich einfach nur aufspielt) und verliert dann schnell das Interesse und die Lust. Das einzige, wo ich wirklichen Spaß bei ihm erkenne ist das Halsringreiten, das ich ihm beibringen durfte und vor kurzem bei unserem jährlichen Weihnachtsmärchen präsentieren durfte – im Kleid zur Filmmusik von Aschenbrödel! Und da hat sogar meine etwas zu leistungsorientierte Reitlehrerim gestaunt, weil er trotz des ganzen gruseligen Publikums eine tolle Show abgeliefert hat ❤🙈

    • Hallo liebe Finja,

      vielen Dank, freut mich, dass dir der Artikel gefällt =)

      Hihi, die Reaktion “huch, was macht sie denn da” kenne ich – und für den Galopp bin ich auch immer zu langsam, bzw. geht mir zu schnell die Kondition flöten :-D

      Das ist zwar für dich etwas schade, aber so sind nunmal alle Pferde unterschiedlich. Man muss ihn ja auch zu nichts drängen, was ihm so gar keinen Spaß macht. Umso besser, dass das Halsringreiten für euch beide schön ist – und auch so gut klappt =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Danke für diesen tollen Post mit den Buchempfehlungen. Zu oft vergesse ich, was es alles für tolle Alternativen gibt oder was ich noch alles ausprobieren könnte. Longieren muss oft als Alternativprogramm hinhalten, dabei gäbe es noch so viel anderes, was interessant ist und Spass macht.

    • Sehr gerne =)
      Es passiert ja schnell, dass man so in seinem Trott versinkt und immer das Selbe macht – geht mir auch nicht anders ;-)

  4. Hallo Christina
    Toller Artikel, mit super Tipps. Auch die passende Lektüre dazu find ich klasse. Einiges von den oben genannten Sachen praktiziere ich schon seit einer Weile mit einigen meine Pfleglinge. Kommt natürlich auf das Pferd an, man kann nicht alles mit jedem machen.
    Weiter so, viel Spaß dabei und noch eine schöne Woche
    Lg Tiffi

    • Hallo Tiffi,

      danke für die netten Worte, freut mich, dass dir der Artikel gefällt!
      Klar, alles machen kann man nicht – muss man ja auch nicht =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  5. Yes, yes, yes, extrem tolle Zusammenfassung mit allen Möglichkeiten, die Rund um die Arbeit mit dem Pferd Sinn machen. Dazu noch jeweils einen ausgewählten Buchtitel. Ein sehr wertvoller Artikel. Vielen Dank dafür!!!

  6. Hi!

    Das sind tolle Tipps!

    Also das Joggen habe ich schon mal ausprobiert: ein totaler Reinfall. Das Pony war einfach viel zu schnell für mich. Nichts mit gemütlich und locker eine Runde joggen – stattdessen fühlte ich mich wie Usain Bolt im Olympia-Finale. Würde ich jetzt nur geübten Sportlern empfehlen ;-)

    Aber das Horse Agility finde ich total reizvoll. Ich glaube ich lese mich mal zu dem Thema ein. Das wäre echt mal etwas richtig Spannendes!

    Vielen Dank für die Tipps!

    • Hi Julia,

      lol, ja, das ging mir mit dem Joggen auch schon so, da muss man Geschwindigkeitstechnisch wirklich zusammenpassen, bzw. das Pferd so weit erzogen haben, dass es sich dem eigenen Tempo anpasst :-D
      Horse Agility finde ich auch sehr spannend, wenn ich mal Zeit habe will ich mich da auch mal etwas näher mit befassen.

      Liebe Grüße,
      Christina

  7. Hallo Christina,
    beim Punkt 10, Extreme Trail, fehlt unter “Was brauchst du:” evtl. noch der Punkt Beinschutz fürs Pferd. Ich bin zwar kein Freund von Gamaschen und Co., aber in einem Extreme Trail ist das möglicherweise nötig. Und vielleicht sogar vom Betreiber vorgeschrieben, ich bin mir nicht ganz sicher.
    Ich versuche immer, möglichst viel Abwechselung in unseren Alltag zu bringen und neben reiten longieren wir, machen Freiarbeit (beides auch gerne mit Hindernissen, Trabstangen, Gassen und/oder Pylonen), Handarbeit oder gehen spazieren. Ein Extreme Trail haben wir leider nicht in der Nähe, da würde ich zu gerne mal hin.
    LG Anke

    • Hallo Anke,

      vielen Dank für die Anmerkung! Da hast du natürlich vollkommen Recht, ich werde das gleich noch ergänzen =)

      Das klingt ja nach einem schönen Programm =) Ich habe leider auch keinen Extreme Trail in der Nähe – wobei man im Wald oft auch ganz nette ähnliche Hindernisse findet.

      Liebe Grüße,
      Christina

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