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Jeder, der schon einmal auf einem Gangpferd gesessen hat, wird es bestätigen können: Richtig und taktklar zu tölten, ist gar nicht so einfach. Woran das liegt und wie Du die verschiedenen Taktfehler verhindern oder an ihnen arbeiten kannst, erklärt heute IPZV Trainerin Thea Rösler (hier geht’s zu ihrer Website) im Gastartikel.

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Thea ist Trainerin C, bildet Islandpferde aus und gibt Reitunterricht – natürlich auch im Tölt. Deshalb weiß sie besonders, wo die Probleme liegen und wie man ihnen am besten begegnet.

Warum ist richtig tölten so schwierig?

Fußfolge im Tölt
Fußfolge im Tölt / (c) Herzenspferd.de / Christina Heß

Der Tölt ist ein Viertakt in 8 Phasen. Von der Fußfolge (das ist die Reihenfolge, in der das Pferd seine Hufe auf den Boden aufsetzt) ist der Tölt gleich wie der Schritt, jedoch mit schnellerem Rhythmus und anstelle einer Zweibein- und Dreibeinstützte hat der Tölt nur eine Einbein- und Zweibeinstütze (in der Zweibeinstütze hat das Pferd zwei seiner vier Beine am Boden, in der Dreibeinstützte drei und in der Einbeinstütze nur ein Bein). Nach 8 unterschiedlichen Stützphasen wiederholt sich im Schritt bzw. im Tölt der Bewegungsablauf des Pferdes (siehe Grafik).

Es ist wunderschön, gleichmäßigen und fließenden Tölt zu reiten. Das aber so hinzubekommen, dass das Pferd langfristig gesund bleibt und keinen körperlichen Schaden davonträgt, ist eins der schwierigsten Dinge beim Gangpferdereiten.

Die Besonderheit liegt dabei auch darin, dass es kaum eine Gangart gibt, die so störungsanfällig ist wie der Tölt. Hat das Pferd zu wenig eigene Körperspannung oder setzt es die Hinterhand nicht gut genug ein, verändert sich der Tölt in Richtung Trab. Es entsteht Trabtölt oder das Pferd trabt aus.

Zu viel Spannung führt dagegen zu Passtölt, auch Schweinepass genannt. Im Gegensatz zum Rennpass ist der Schweinepass unerwünscht und auf keinen Fall erstrebenswert. Durch Verspannung oder Überspannung bewegen sich die Beinpaare des Pferdes dabei lateral (gleichseitig, fast wie bei einem Kamel).

Als wären das nicht schon genug Schwierigkeiten, kann sich der Tölt auch in Richtung Galopp verändern. Dabei verschiebt sich der Bewegungsablauf der Tölts hin zur Bewegung im Galopp. Gründe hierfür können die Schiefe des Pferdes sein, ein schräg sitzender Reiter, fehlende Kraft des Pferdes oder ein zu hohes Tempo im Tölt.

(c) Thea Rösler

Gründe für Taktfehler und Lösungsansätze

Schwache oder inaktive Hinterhand, fehlendes Gleichgewicht

Das Pferd hat nicht genug Kraft mit der Hinterhand und setzt sie nicht aktiv und tragend ein. Dadurch werden Rücken und Schultern nicht frei, das Pferd kommt auf die Vorhand und der Rücken des Pferdes kann sich nicht locker genug bewegen.

Lösung: Korrigiere Dein Becken und Deinen Sitz, damit Du die Bewegungen Deines Pferdes nicht störst. Reite Übergänge um die Hinterhand stärker zu aktivieren und treibe zum richtigen Zeitpunkt. Versuche das Pferd NIE mit der Nase hinter der Senkrechten zu reiten.

Das Pferd ist noch nicht gut genug ausgebildet und läuft mit der Hinterhand der Vorhand hinterher

Lösung: Damit Dein Pferd taktklar tölten kann, braucht es ausreichend Kraft und Koordination. Nimm Dir deshalb ausreichend Zeit für die Grundausbildung des Pferdes, das zahlt sich auf jeden Fall aus!

Uneindeutige Hilfengebung und das Pferd versteht noch nicht, dass es in einer Gangart bleiben soll

Lösung: Du musst Deinem Pferd klare Hilfen für den Tölt geben (die sich von Trab und Galopp und evtl. Rennpass unterscheiden) und darauf achten, dass Du keine widersprüchlichen Hilfen gibst. Im Tölt reicht es oft nicht, die Hilfen zum Antölten einmal zu geben (wie z.B. im Trab), sondern Du musst immer dran bleiben und Dein Pferd dort mit Hilfen unterstützen, wo es sie braucht.

Fehler beim Reiter: Klemmender Sitz, eigene Schiefe

Sitzt der Reiter (eventuell aus Angst, Unwohlsein oder eigenen Verspannungen) unentspannt im Sattel, überträgt sich das auf den Rücken des Pferdes und es entsteht Passtölt.

Auch die eigene Schiefe des Reiters oder ungleichmäßige Einwirkungen haben Auswirkungen auf den Bewegungsablauf des Pferde.

Lösung: Arbeite daran locker, entspannt und im Gleichgewicht zu sitzen und nicht zu klemmen. Hierfür eignen sich regelmäßige Sitzstunden an der Longe und ergänzend Yoga oder Pilates für Reiter, um an der eigenen Schiefe zu arbeiten.

Fehlende Rittigkeit des Pferdes

Versuche ich als Reiter dem Pferd zu helfen und es versteht die Einwirkung (überwiegend über den Sitz) noch nicht gut genug, kann das schnell zu Taktfehlern führen.

Lösung: Arbeite an den Grundlagen (Akzeptanz und Verständnis der Hilfen) und Verbessere die Kommunikation zwischen Dir und Deinem Pferd.

Zu starke Handeinwirkung

Eine zu starke Zügeleinwirkung von Seiten des Reiters hindert das Pferd daran, locker und entspannt, taktklar und in schöner Form zu tölten.

Lösung: Arbeite an einer feinen Zügelführung und den richtigen Zügelhilfen. Oft tölte ich zu meiner eigenen Überprüfung mit einhändiger, jedoch gleichmäßig in Kontakt stehender Zügelverbindung.

Verspannter Rücken

Vorausgesetzt die Einwirkung des Reiters stimmt und der Sitz ist korrekt, locker und entspannt, können Verspannungen im Rücken des Pferdes auch vom Pferd selbst kommen.

Lösung: Löse diese Verspannungen mit gymnastizierenden Übungen und bringe den Rücken des Pferdes zum Schwingen. Hier helfen besonders Schulterherein und gymnastizierende Arbeit im Trab und Galopp.

Schwieriges Gebäude

Ein überbautes Pferd oder schlecht gewinkelte Hinterbeine können den Weg zum taktklaren Tölt erschweren.

Lösung: Am Gebäude Deines Pferdes kannst Du natürlich nicht viel ändern. Deshalb gilt es, genau hinzuschauen und das Training und die eigenen Erwartungen entsprechend anzupassen.

Fehlendes Vorwärts (auch im Trab und Galopp)

Dein Pferd sollte locker und entspannt, jedoch mit guter Energie vorwärts gehen. Das ist jedoch nicht mit Tempo zu verwechseln. Dein Pferd soll Freude und Spaß am Vorwärts haben.

Lösung: Arbeite immer wieder auch am frischen, energischen Vorwärts im Trab und Galopp. Dein Pferd sollte dabei nicht unbedingt viel schneller werden, sondern vor allem raumgreifendere Tritte bekommen. Dazu ist es wichtig, dass Du Deinen Sitz und die treibenden Hilfen richtig einsetzt. Auch Stangenarbeit im Trab kann dabei helfen die Tritte Deines Pferdes zu erweitern ohne dabei das Tempo zu erhöhen.

Fazit

(c) Thea Rösler

Durch die zusätzlichen Gänge zeigen Gangpferde sehr schön an, wenn Reiter zu klemmig sitzen, die Einwirkungen nicht stimmt oder Verspannungen vorhanden sind. Ein dreigängiges Pferd behält deutlich länger beispielsweise den Trab und könnte als „fehlertoleranter“ beim Takt der Gangart bezeichnet werden. Gangpferde sind also wunderbare Lehrmeister was den Sitz und die Hilfengebung angeht.

Nimm Dir Zeit für die Arbeit an Deinem Sitz und die fundierte Ausbildung Deines (Gang)Pferdes, sie ist gut investiert! Denn trotz all dieser Herausforderungen gibt kaum etwas Schöneres, als auf einem gut ausbalancierten und fröhlich vorwärtslaufenden Pferd im taktklaren Tölt und mit entspannter Haltung und guter Energie zu sitzen.

~ Thea Rösler (www.thearoesler.com)






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