Hilfen Tölt

“Huch, Isländer können auch in Haltung tölten?! Das habe ich ja noch nie gesehen, ich dachte immer die müssen den Kopf ganz hoch haben.”

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Genau diese Aussage war die erste Reaktion einer Großpferdereiterin als sie mich zum ersten Mal meine damalige Reitbeteiligung Draumur tölten sah.

Eigentlich ziemlich traurig. Aber auch verständlich. Schließlich sieht man sowohl im Freizeitbereich als auch auf Turnieren immer noch viele Isländer, die mit hochgezogenem Kopf, hervortretendem Unterhals und weggedrücktem Rücken getöltet werden.

Ich habe in meiner Jungend von Reitlehrern Sprüche gehört nach dem Motto: “Stell dir beim Tölten dein Pferd wie eine Luftpumpe vor – du musst vorne zuhalten und hinten pumpen” oder “Der Kopf muss hoch, gib ihm mal einen Kinnhaken und pitsch ihn mit der Gerte”.

Da kommt mir heute das kalte Grausen.

Und so muss es natürlich nicht sein. Draumur konnte ich mit ausreichender Vorbereitung mit sehr sehr wenig Zügelhilfen tölten. Oder auch nur mit Halsring.

Wie “meine” Tölthilfen aussehen und welche Informationen ich mir gewünscht hätte, als ich mit dem Töltreiten anfing, möchte ich Dir heute erzählen.

(Ich bin natürlich kein Trainer und kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten, deshalb sind Fehler nicht ausgeschlossen.)

 

Was ist Tölt überhaupt?

Fußfolge im Tölt
Fußfolge im Tölt

Der Tölt ist ein Viertakt wie der Schritt. Weil er keine Sprungphase hat ist er für den Reiter besonders bequem.

Nicht nur Isländer können tölten, sondern auch einige andere Pferderassen wie Paso Fino, Paso Peruano und töltende Traber.

Man vermutet, dass ursprünglich die meisten Pferderassen die Veranlagung zum Tölt hatten, diese aber durch die Nutzung des Pferdes zu militärischen Zwecken herausgezüchtet wurde. Es ist schwierig mit vielen verschiedenen Pferden im gleichen Tempo zu tölten, das war gerade für militärische Formationen ziemlich ungünstig.

Der Tölt ist ein Balanceakt, sowohl für das Pferd, als auch für den Reiter. Du musst in jedem Moment voll dabei sein, verpasst Du ein kleines Anzeichen dafür, dass das Pferd aus dem Gleichgewicht kommt, kann es auch schon vorbei sein. Dann bist Du im Trab oder im Schweinepass (es sei denn Du hast einen Naturtölter – dann Herzlichen Glückwunsch ;-) ).

Jedes Pferd braucht je nach Gangveranlagung und “Gleichgewichtsproblem” andere Hilfen. Deshalb ist es wichtig, dass ein Reiter auf möglichst vielen unterschiedlichen Pferden das Tölten lernt.

Damit in jeder Situation auf den Punkt die richtigen Hilfen kommen musst Du ein Gefühl dafür entwickeln. Das dauert. Ich reite seit 15 Jahren Isländer, wie viele unterschiedliche das waren kann ich beim besten Willen nicht sagen. Es waren viele. Sehr viele. Und trotzdem möchte ich nicht behaupten, dass meine Hilfen immer richtig und auf den Punkt kommen.

 

Gut vorbereitet ist halb getöltet – die Vorbereitung zum Tölten

Hand hoch, Zügel kurz und lostölten ist das, was Du nicht machen solltest wenn Du möchtest, dass das Pferd dauerhaft gesund bleibt.

Wie jedes andere Pferd auch braucht ein Isländer gymnastizierende und versammelnde Arbeit. Ich würde sogar sagen, dass das bei Isländern besonders wichtig ist, da die meisten ein Gebäude haben, welches es ihnen schwer macht mit der Hinterhand weit unter ihren Schwerpunkt zu treten. Das ist aber Voraussetzung dafür, dass das Pferd sich im Tölt selbst trägt und nicht auf dem Zügel liegt und den Rücken wegdrückt.

Lesetipp: Pferdephysiotherapeutin Lisa Güldener schreibt über das Gebäude von Isländern und die daraus resultierenden Anforderungen an korrektes Tölten.

Zur Gymnastizierung und Versammlung bietet sich hier vor allem die Arbeit im Schritt an, da dieser – wie am Anfang schon erwähnt – genau wie der Tölt ein Viertakt ist. Übungen die Du vor dem (und je nach Ausbildungsstand auch während dem) Tölten reiten kannst sind zum Beispiel:

  • Schulterherein
  • Volten
  • Achten
  • Schlangenlinien
  • Viereck verkleinern und vergrößern
  • Schenkelweichen
  • Viele Handwechsel

Kurz vor dem Lostölten kannst Du Dein Pferd – je nach Bedarf – rückwärtsrichten, verkürzten Schritt reiten (mit wenig Zügelkontakt!) oder direkt aus einer Volte oder dem Schulterherein antölten.

Hier konkrete Tipps zu geben ist schwer, da jedes Pferd eine auf es abgestimmte Vorbereitung braucht. Dabei kann Dir ein guter Trainer helfen.

Fast alle Übungen kannst Du übrigens auch prima im Gelände machen.

Ein Anzeichen dafür, dass Du Dein Pferd genügend versammelt hast ist der “Fahrstuhleffekt” – es fühlt sich so an, als würde Dein Pferd vorne etwas höher werden.

Zum Antölten nimmst Du die Hand nur minimal höher, damit die Linie Pferdemaul – Hand – Ellbogen gerade bleibt. Das Pferd hat im Tölt eine höhere Aufrichtung als im Schritt oder Trab. Das bedeutet aber nicht, dass es den Kopf hoch in der Luft und den Unterhals herausgedrückt haben soll.

 

Das Pferd im Tölt halten – mit wenig Zügelkontakt

Wenn Du Dein Pferd gut auf den Tölt vorbereitet hast sollte es zumindest ein paar Schritte möglich sein mit wenig Zügelkontakt zu tölten. Wie lange das geht ist vom Ausbildungsstand und der Fitness Deines Pferdes abhängig. Um sich im Tölt selbst zu tragen muss es die Hanken (Hüft-, Knie- und Sprunggelenke) beugen und unter seinen Schwerpunkt treten. Das ist anstrengend und braucht Muskulatur. Diese aufzubauen benötigt Zeit und Geduld.

Wenn Dein Pferd also nach ein paar Töltschritten “auseinanderfällt” und sich auf die Zügel legt, austrabt oder passig wird, pariere durch zum Schritt, gönne ihm eine kurze Pause und beginne dann von neuem mit der Versammlungsarbeit im Schritt. Erst wenn es wieder versammelt ist solltest Du wieder antölten. Ein paar Schritte reichen, dann bekommt es wieder eine Pause. Unbedingt bevor es nicht mehr kann und auseinanderfällt! Ansonsten lernt es nämlich, dass es nur austraben muss um eine Pause zu bekommen.

Denke auch daran Dein Pferd zu loben wenn es etwas richtig macht oder auch nur einen Ansatz in die richtige Richtung zeigt.

Mit der Zeit wirst Du merken, dass Dein Pferd es schafft immer längere Phasen versammelt zu tölten.

Wichtig ist, dass Du es nicht übertreibst und genug Pausen einbaust. Dein Pferd soll Spaß am tölten haben. Wenn es den Tölt mit unangenehmem Zügelzug und körperlicher Überforderung verbindet wirst Du nie einen freudigen, lockeren Tölter haben.

Genau dann wenn der Tölt gut ist solltest Du aufhören und eine Pause machen. Das ist eine tolle Belohnung für Dein Pferd und es verbindet – wenn Du das öfter so machst – den guten Tölt mit Belohnung und Pause. Verfalle nicht der Versuchung so lange weiterzutölten bis der Tölt wieder schlechter wird. Wenn mein Pferd wirklich klasse töltet pariere ich durch, steige ab, mache den Gurt locker, führe es noch etwas trocken, füttere es und lasse es auf die Koppel – auch dann, wenn wir zum Beispiel erst 15 Minuten gearbeitet haben. Die beste Belohnung die Du Deinem Pferd geben kannst ;-)

Aber nicht nur für das Pferd wird der Tölt anstrengend sein – auch Du als Reiter musst permanent konzentriert und voll “dabei” sein.

Die meiner Meinung nach wichtigsten Hilfen beim Tölt sind Körperspannung und der Sitz. Du solltest zum Beispiel als Grundvoraussetzung Dein Pferd über Deinen Sitz durchparieren können. Meine Pferde machen das, wenn ich das Becken nach hinten abkippe und die Oberschenkel leicht anspanne. Das kann ich auch während dem Tölten minimal machen um das Tempo einzufangen ohne gleich die Zügel benutzen zu müssen.

Wenn ich mit Halsring oder durchhängenden Zügeln tölte und meine Körperspannung verliere trabt das Pony sofort aus. Die Kunst und Schwierigkeit dabei ist, sich bei aller Körperspannung nicht zu verkrampfen und weiter mit der Bewegung des Pferdes mitzugehen.

Lesetipp: Ausbilderin Sabine schreibt in ihrer Serie über das Training des Jungpferds Freyr über den korrekten Reitersitz. Ich hoffe sie schreibt auch mal über die Tölthilfen, das fände ich total spannend, ich mag ihre Vorgehensweise bisher nämlich sehr gerne!

Du merkst, es ist gar nicht so einfach Tölthilfen zu erklären. Es gibt einfach zu viele individuelle Aspekte die man beachten und auf die man reagieren muss.

Das Tölten mit durchhängendem Zügel ist nicht umsonst eine der schwierigsten Übungen im Islandpferdesport und erfordert sowohl ein gut ausgebildetes Pferd als auch einen gut ausgebildeten Reiter. Trotzdem darf das keine Entschuldigung dafür sein sein Pferd in schlechter Haltung und über Zügelzug zu tölten. Stattdessen sollte man kontinuierlich und mit viel Geduld an sich und seinem Pferd arbeiten um diesem Ziel etwas näher zu kommen.

 

Was sind also die Dinge, von denen ich mir gewünscht hätte, dass man sie mir vor 15 Jahren gesagt hätte?

Ganz einfach:

1. Bereite Dein Pferd ausreichend vor, damit es versammelt ist und sich selbst tragen kann und Du vom Zügel wegkommst.

2. Ziehe nicht gleichzeitig am Zügel und treibe.

3. Ziehe den Kopf des Pferdes nicht hoch.

4. Die wichtigsten Hilfen sind Deine Körperspannung und Dein Sitz.

5. Gönne Deinem Pferd genug Pausen und höre auf, wenn es gut war.

 

Fazit

Für die meisten guten Dinge im Leben muss man arbeiten. Auch für den Tölt (selbst wenn Du einen Naturtölter hast). Mit Zügel kurz und Kopf hoch ist es nicht getan – zumindest nicht, wenn Du Dein Pferd gesund erhalten und fair mit ihm umgehen möchtest.

Um gut zu tölten braucht der Reiter Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Das Pferd muss gut gymnastiziert und versammelt werden und braucht ausreichend Muskulatur um unter seinen Schwerpunkt treten und sich tragen zu können. Das entsteht nicht von heute auf morgen.

Hab Geduld, arbeite kontinuierlich mit Deinem Pferd und such Dir einen guten Trainer zur Unterstützung.

 

Was sind Deine Erfahrungen beim Tölt reiten? Hat Dein Reitlehrer Dir auch so seltsame Dinge erzählt wie meiner mir?

*Auch hier möchte ich wieder darauf hinweisen, dass ich kein professioneller Trainer bin und jeder meine Empfehlungen auf eigene Gefahr durchführt. Ich empfehle immer einen erfahrenen Trainer vor Ort hinzuzuziehen! *

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27 KOMMENTARE

  1. Hallo Christina,
    ein toller Artikel, der Lust auf Tölttraining macht :)
    Ich bin selber schon einige Isis getöltet, und kann nur bestätigen, das jedes anders ist und andere Unterstützung braucht!
    Bei meiner momentanen Reitbeteiligung, einem Viergänger, stoße ich auf ein Problem, das ich bisher nicht lösen konnte: Wir schaffen keine Übergänge vom Tölt zum Schritt, sondern der Kleine trabt weg, egal, ob nach einem längeren Stück Tölt, wenn er müde wird, oder wenn ich versuche, ihn nach einem kurzen Antölten wieder durchzuparieren. Ich reite generell meistens im Gelände und versuche dabei viele Übergänge und Biegungen einzubauen. Der Tölt an sich ist eher Richtung Schweinepass verschoben. Ich spüre aber, dass ihm der Wechsel bergauf- und bergab zu reiten guttut, dann wird er schnell lockerer. Auch gute Vorbereitung hilft.

    Er fällt aber beim leichtesten Versuch eines Wechsels in den Schritt sofort auseinander, wie du es beschreibst, weil er die Versammlung dann nicht mehr halten kann, und ist auch dann nicht sofort in den Schritt zu bringen, sondern trabt erst ein paar Schritte.

    Hast du einen Tipp, wie ich am besten daran am besten arbeiten kann?

    Viele Grüße
    Pia

    • Hallo liebe Pia,

      ohne dich reiten zu sehen kann ich dir per Ferndiagnose leider nicht wirklich weiterhelfen ;-)
      Wenn du glaubst, dass es an mangelnder Kraft liegt, könntest du das mit passenden gymnastizierenden und stärkenden Übungen (wie z.B. den diversen Seitengängen, vielen Gangartenwechseln, viel im Schritt bergauf reiten) verbessern – das schadet ja auch ganz allgemein nie. Ansonsten könnte es auch an deinen Hilfen oder deinem Sitz liegen, das kann ich so wie gesagt leider nicht beurteilen. Hast du mal jemanden mit Ahnung draudschauen lassen? =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Hallo, also mir wurde es so erklärt das ich schwer einsitzen muss. Körperspannung und rahmende gut treibende Schenkel damit der Kopf dadurch schon hochkommt. Hände etwas Höher ca eine Hand. Erst mit hochkommenden Kopf die Zügel nachfassen und solange treiben und weiche halbe paraden geben bis das Pferd antöltet, ggf mit Gerte unterstützen. Sofort nachgeben wenn das Pferd reagiert.

    Das klappt sehr gut und das mit der Hüfte nach hinten kann ich bestätigen wurde mir zwar nicht erklärt aber die Haltung nimmt man durch das schwere Einsitzen automatisch ein.
    Dadurch sitzt man fast störungsfrei und sehr bequem.

    Ich kann mich oder das Pferd dabei nicht selbst sehen aber diesen Fahrstuhl effekt spürt man tatsächlich. Je nach Pferd und Ausbildungsstand ist das wirklich komplett unterschiedlich.

    Aber ich reite erst ein Jahr auf Islandpferden und hab noch nicht alle Tricks raus ;-)

    Ich mag Deine Seite man lernt soviel bei Dir. Jeder Tipp ist gold wert!

    Viele Grüße
    Simone

    • Hallo liebe Simone,

      genau, der richtige Sitz und die Körperspannung sind unheimlich wichtig. Genauso das abwechselnde Zusammenspiel von Zügel- und Schenkelhilfen. Bis man den Tölt gut reiten kann muss man einfach Erfahrung sammeln, wie man das Pferd am besten mit den Hilfen “ausbalanciert”. Das ist dann auch bei jedem Pferd ein bisschen anders und auch oft eine Gefühlssache. Ich sehe eben leider (und gerade im Anfängerbereich) viele Reiter, die das mit der leicht erhöhten Hand nicht/falsch verstehen und mit kurzen Zügeln und hoher Hand in den Tölt starten und dann auch gerne das Nachgeben vergessen. Das Pferd töltet dann zwar, aber nur spannig und verkrampft.
      Die Tricks kommen mit der Zeit, das klingt doch schon alles sehr gut bei dir ;-)

      Vielen Dank für das Lob, das freut mich =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Schön geschrieben. Durchgedrückte Rücken und Unterhals sind halt schon immer noch die Standard-Bilder, in der Sport- wie auch Freizeitszene. Man muss dazu sagen, dass es ungemein sehr viel schwieriger resp. anspruchsvoller ist, ein Gangpferd korrekt auszubilden und bis in den Tölt und Rennpass hinein sauber zu fördern, als einen physisch grösseren Dreigänger – auch wenn man in diesen Bereichen genauso viel “Wahnsinn” sieht. Dazu kommt das Grössenverhältnis zwischen Pferd und Reiter – auch hier spielt die Physik, in dem Fall die Hebelwirkung – eine in der Regel unterschätzte Rolle. Der Anspruch an den Reiter steigt zudem sprunghaft an, wenn das Gangpferd schlecht ausgebildet wurde. Der Anspruch kann sich weiter potenzieren, wenn einem die für die Islandpferdezucht typischen Exterieureigenschaften in die (Ausbildungs-) Quere kommen. Ich will damit nichts und niemanden in Schutz nehmen, im Gegenteil. Aber das (korrekte) Reiten der wuseligen kleinen Fellknäuel ist schon sehr anspruchsvoll…da überrascht es mich nicht, dass dem die grosse Masse nicht gewachsen ist.

    • Hallo liebe Vicky,

      absolut korrekt was du da schreibst, das sehe ich ganz genauso!
      Und dazu kommt dann noch, dass – wie überall – auf den Turnieren spektakuläre Gänge besser bewertet werden als gutes Reiten und gesunde Bewegung. Das wird dann als Vorbild betrachtet und es wird natürlich in diese Richtung gezüchtet. Alles eine eher ungute Spirale… Aber auch in der Isi-Szene wird so langsam umgedacht, ich höre immer mehr von Leuten, die ihre Pferde nach klassischen Grundsätzen ausbilden =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  4. Gut geschrieben Christina !
    Hast du vielleicht noch Tipps speziell für Passtölter ?
    Mein Fünfgänger und ich haben seinen Schweinepass inzwischen zum Passtölt korrigiert, aber den Passtölt kriegen wir nicht wirklich in Richtung Tölt verschoben.
    Letztens beim Ausreiten hat Pony sich erschrocken und ist (Renn)Pass gelaufen, danach war sein Tölt richtig gut, aber ich möchte ihn eigentlich nicht Pass reiten solange der Tölt nicht richtig sitzt…

    LG Anna

    • Hallo liebe Anna,

      ich bin kein großer Passtölt-Experte, die Trabtölter haben mir immer mehr gelegen ;-)
      Es ist ein bisschen schwierig, da übers Internet Tipps zu geben, ich würde dir einen Trainer vor Ort empfehlen, der ganz individuell auf dein Pferd eingehen und dir einen abgestimmten Trainingsplan machen kann.
      Und auch immer mal – falls noch nicht geschehen – nen Osteopathen/Physiotherapeuten draufschauen lassen, Blockaden oder sonstige Schmerzen können auch Ursache sein, wenns Pony nur noch passig läuft.

      Liebe Grüße,
      Christina

    • Hi Anna, bei manchen Fünfgängern hilft das Rennpass-Reiten dem Tölt ungemein. Es ist daher nicht generell schlecht, den Rennpass zu fördern, wenn der Tölt noch nicht 100% sitzt. Oft ist das dann der Fall, wenn zu wenig “go” vorhanden ist, der Isi läuft tendenziell auf der Vorhand und mit wenig Power. Rennpass kann zusätzlich – auch wenn es etwas doof klingt – das Selbstvertrauen vom Pony fördern, was dem Tölt zuträglich ist. Mut zu fünf Gängen :-)

  5. Wir tölten am liebsten ohne Gebiss und ohne Sattel. Da reicht dann eine minimale Muskelspannung im Po und schwupps töltet mein Opa mit mir durch die Gegend. Mit Gebiss klappt es inzwischen zwar auch, dann braucht er aber viel Unterstützung und ganz lockere Zügel.

    • Das klingt wirklich toll =)
      Ist schon witzig, wie unterschiedlich die Pferde da sind. Deshalb macht mir das Tölten auch so viel Spaß, man muss sich immer neu anpassen und ins Pferd einfühlen…

  6. Ganz schöner und sehr nützlicher Artikel, ich werde immer wieder mal reinschauen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich im Frühjahr Freyr von der Sabine gekauft und zu uns nach Südfrankreich entführt habe. Er ist mit seinen gerade mal 6 Jahren ein schon sehr harmonisch gehender Tölter, ganz klar seine Lieblingsgangart :-) daneben galoppiert er auch sehr gerne. Wir haben nun noch einen 5-jährigen sehr grossen Isi-Wallach aus einer Zucht hier in der Nähe. Da ist noch ganz viel Arbeit in Sicht, aber er macht wirklich toll mit. Daneben haben wir noch zwei Rocky Mountain Horses, 11 und 15 Jahre alt, sowie eine TWH Rentnerin. Wir sind hier echte Exoten, in Frankreich sind Gangpferde nahezu unbekannt…
    Grüsse von den Pyrenäen, Alice

    • Hallo liebe Alice,

      ach wie lustig, ich war vor kurzem Petra besuchen und habe mich da auch mit Sabine über Freyr unterhalten und sie hat erzählt, dass er in gute Hände in die Pyrenäen ging :-D
      Da hast du sicher nen guten Fang gemacht, er klingt nach einem wirklich netten, guten Pferd :-)

      Na dann zeigt ihr den Franzosen mal wie toll die Gangpferde sind!

      Liebe Grüße in die Pyrenäen,
      Christina

  7. Sehr toller Artikel! Ich habe eine reitbeteiligung auf einer jungen isländer Stute die ich grade eintölte. Das was du als Aufzug beschrieben hast merke ich auch, ich nenne es nur aufplustern^^ werde mal versuchen deine tipps umzusetzen, vielleicht klappt es dann noch besser. Sie schafft im Moment nur ein paar Schritte im tölt, sie läuft aber generell eher im Trab und bietet den tölt erst seit kurzer Zeit an. Versuche es aber auch nur wenn sie es anbietet und wenn nicht muss sie auch nicht. Wollte sie eigentlich garnich tölten aber auf einmal hat sie es angeboten. Macht sie aber auch nur im Gelände wenn wir alleine sind, sobald andere pferde dabei sind geht sie nur im Trab, sie töltet aber auch sehr langsam und ich denke deswegen nicht in der Gruppe weil sie die Leitstute ist und immer vorne ist^^ will sie auch zu nix zwingen, wenn sie möchte ist gut, wenn nich dann auch :)

  8. Hi!

    Habe heute in der Reitstunde darauf geachtet wie mein Schulpferd töltet und welche Hilfen ich ihm gebe. Er ist noch relativ jung und wird schnell passig. Durch viele Biegungen ist er jedoch dann wieder schön zu sitzen :-) aber was du wirklich toll erklärt hast ist der “Fahrstuhleffekt”! Das habe ich heute ganz deutlich gespürt :-) er ist noch relativ jung und ich glaube das der tölt durch viel Training bei ihm besser wird. Bei ihm könnte ich auch gar nicht die zügel kürzer nehmen und dann einfach hochziehen, er bleibt sofort stehen. Er trainiert mich in Sachen Tölt wirklich gut! Versuche deine Tipps beim nächsten mal noch mehr zu verinnerlichen ! Danke !

    • Hi Anne,

      das klingt doch super! Wenn es sich nach Fahrstuhl anfühlt machst du auf jeden Fall etwas richtig ;-)
      Bei Jungpferden fehlt es oft noch an der nötigen Kraft für längere Zeit lockeren Tölt unter dem Reiter, deshalb sollte man es nicht übertreiben und immer nur kurze Abschnitte tölten.

      Liebe Grüße,
      Christina

  9. Hallo Christina,
    habe damals auf einem Isi-Hof reiten gelernt und mein damaliger Reitlehrer sagte immer “Tölt kommt aus dem Arsch!”. Platt formuliert, aber er hat damals schon dieses Kopfhochziehen und hinten vorwärts kloppen verteufelt und uns beigebracht, ein Pferd über den Sitz in einen lockeren Tölt in der ihm angenehmen Selbsthaltung zu reiten. Damals wurden wir ausgelacht, aber ich reite heute noch mein 25 Jahre altes Isilein qietschfidel in flottem Tölt durchs Gelände, während viele “kopf-Hoch-Tölter” (leider) schon lange unreitbar oder tot sind. Umso erschreckender finde ich viele Fotos von Isi-Tunieren. Da könnte man meinen, die Reiter hätten nichts dazugelernt…
    Ganz liebe Grüße
    Kris

    P.S. Deine Seite ist wirklich toll!

    • Hallo Kris,

      klasse, dass du so einen tollen Reitlehrer hast! Es freut mich immer sehr zu hören, dass es von denen auch noch einige gibt ;-P
      Und der Erfolg gibt dir ja absolut recht, ich hoffe du kannst noch lange so munter mit deinem Pony durchs Gelände tölten!

      Viele Turnierfotos finde ich auch schlimm… Mit dieser Reiterei schaden diese Reiter der ganzen Szene! :-(

      Liebe Grüße und vielen Dank für dein Lob!

  10. Hallo Christina,
    toller Kommentar zum tölten. Mir wurde gesagt:
    Reinsetzen wie auf eine Harley, nach hinten lehnen, Beine vorstecken, Zügel hoch, kürzer nehmen als sonst und hinten mit der Gerte treiben. Na toll!
    Die kleine rannte los wie von der Tarantel gestochen.
    Es fühlte sich grauenhaft an für unsere Rücken und unsere Seelen.
    Das lass ich mal lieber sein, denn sie ist ein Pferd was gern auf die Vorhand fällt. Wo ich mich richtig konzentrieren muss, damit ihre Hinterhand aktiviert wird .
    Dieses Pony ist so weich zu sitzen, dass ich gerne auf den Tölt verzichten kann.
    Sie im übrigen ;-) auch.
    liebe Grüße Gitta
    Obwohl, tölten würde ich gerne mal versuchen.
    Ich fahre am 29.4. nach Föhr zur Reha wegen meiner Atemwege. Da gibt es einen Isihof. :-)
    Hmmmm, Freude :-) Da gehe ich üben

    • Huhu Gitta,

      Ja, so lernen es leider viele… Bzw. ich hoffe, dass das so langsam mal der Vergangenheit angehört.

      Ich wünsche dir, dass du dich in der Reha gut erholst! Und wenn du noch ein bisschen reiten kannst umso besser =)

      Liebe Grüße

  11. Danke für den tollen Artikel!
    Genau solche Sprüche habe ich auch in der Reitstunde gelernt als ich noch in der “normalen Reitschule” unterwegs war. Nun habe ich eigene Pferde und mit meiner 4-Gang Stute habe ich das Problem, dass sie immer sofort austrabt, sobald ich versuche auf dem Tölt in den Schritt durchzuparieren. :-( Mir wurde dann immer gesagt, ich solle doch langsamer tölten, nur ist das leichter gesagt als getan, ohne das ich ständig auf der “Bremse stehe” (also die Zügel ständig immer wieder annehmen muss) da sie ein ziemlich hohes Tempo im Tölt bevorzugt. Hast du einen Tipp für mich wie ich es schaffen kann die Spannung bis zum Schritt “zu halten” ohne massiven Zügelkontakt?

    Liebe Grüße aus Hamburg :-)

    • Hallo Elena,

      Gerne ;-)

      Das Problem kenne ich, ich bin auch schon viele reine Viergänger geritten. Ohne dich reiten zu sehen ist es natürlich schwierig passende Tipps zu geben. Ganz allgemein kann ich sagen, dass es beim Durchparieren sehr wichtig ist die Körperspannung zu halten und das Becken abzukippen (siehe der Artikel über die Kreuzhilfen) und gegen die Bewegung zu sitzen. Und die Stimmhilfe nicht vergessen! Das vergesse ich nämlich oft, dabei kann es so viel helfen.
      Reite viele Übergänge und bringe deiner Stute schon im Schritt bei, dass Becken abkippen + Stimmhilfe durchparieren bedeutet. Wenn sie ohne auszutraben durchpariert begeistert loben und vielleicht ein Leckerchen geben. Wenn du das eine Weile übst wird sie bald verstehen was du von ihr willst. Und das Training immer positiv abschließen, das heißt wenn sie besonders gut durchpariert ist einfach Loben und aufhören – auch wenn du eigentlich noch ein paar Minuten weitermachen wolltest. Dann lernt sie besser und verliert auch nicht die Lust.

      Liebe Grüße nach Hamburg aus dem sonnigen Saarland ;-)

  12. Hallo,
    Ein sehr schöner Artikel!
    Ich würde mich über Bilder oder sogar Videos von reell über den Rücken getötelten Pferden freuen.
    Hast du welche?
    Das würde sicher vielen erleichtern sich einen gut gerittenen Tötung vorzustellen.
    LG!

    • Hallo Marie,

      tolle Idee!
      Bei den Fotos die ich habe muss ich erst mal die Leute fragen die drauf sind ob es für sie ok ist veröffentlicht zu werden ;-)

      LG

  13. Hallo vielen Dank für deinen tollen Artikel! Da hab ich dann wohl noch viel vor aber zuerst muss ich eine geeignete Reitlehrerin finden. Lieben Dank und viele Grüße Denise

    • Huhu Denise =)

      Der Weg ist das Ziel ;-)
      Auch wenn man noch nicht dort angekommen ist wo man hin will kann man eine Menge Spaß haben!
      Aus welcher Ecke von Deutschland kommst du denn? Vielleicht kann ich jemanden empfehlen. Bei uns im Saarland ist öfter mal Hlín Mainka Jóhannesdóttir von http://www.lynghorse.com. Ich finde sie ganz super! Nächstes Wochenende bin ich bei ihr auf einem Kurs (leider nur an der Bande), da werde ich auch hier auf dem Blog mal berichten.

      LG

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