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Damit Dein Pferd Dich lange und gesund tragen kann, braucht es eine stabile Muskulatur. Hier habe ich schon einmal erklärt, woran man erkennt, dass die Muskulatur eines Pferdes und sein Trainingszustand gut ist.

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Weil so viele Fragen zu den einzelnen Muskelgruppen und passendem Training kamen, geht es heute darum, mit welchen Übungen Du die Muskeln der Vorhand (Schulter, Hals, Vorderbeine), der Mittelhand (Rücken und Bauch) und der Hinterhand (Po, Hinterbeine) trainieren kannst (Du willst das Ganze lieber lesen? Dann lies einfach hier unter dem Video weiter, da habe ich alle Infos zusammengefasst):

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Grundsätzliches

Während wir Menschen ganz gezielt einzelne Muskelgruppen trainieren können – z.B. im Fitnessstudio – ist das bei Pferden eher schwierig. Deshalb sprechen die meisten Übungen, die ich hier vorstelle, nicht nur eine Muskelgruppe an, sondern gleich mehrere. Das ist aber beim Pferdetraining auch von Vorteil, wir wollen schließlich ein Pferd mit harmonischer Muskulatur!

Wichtig für den Muskelaufbau ist, dass Du während des Trainings immer wieder Pausen einbaust, in denen sich Dein Pferd entspannen kann. Tust Du das nicht und überforderst damit die Muskulatur Deines Pferdes dauerhaft, dann tritt genau das Gegenteil von dem ein, was Du eigentlich möchtest: die Muskeln bilden sich zurück, weil sie bei ständiger Verkrampfung nicht mehr ausreichend durchblutet werden (mal abgesehen davon, dass Dein Pferd vermutlich schnell keine Lust mehr auf’s Training hat). Du solltest Dein Pferd und seine Muskulatur also fordern, aber nicht überfordern!

Ich werde hier hauptsächlich Übungen unterm Sattel vorstellen, aber Du kannst Dein Pferd natürlich auch wunderbar vom Boden aus trainieren! Gerade wenn der Muskelzustand Deines Pferdes schlecht ist, macht es mehr Sinn erst mal vom Boden aus aufzubauen und erst dann für kurze Einheiten in den Sattel zu steigen. Hier habe ich schonmal darüber geschrieben, wie Du Dein Pferd nach einer längeren Pause fit machen kannst.

Und der letzte Punkt: Hab Geduld! Wie bei Dir auch dauert es etwas, bis Dein Pferd Muskulatur aufbaut – erwarte also nicht, dass Du innerhalb von zwei Wochen ein Muskelpaket im Stall stehen hast. Muskelaufbau braucht vor allem Zeit und kontinuierliches Training.

Die Hinterhand des Pferdes trainieren

Die Hinterhand wird nicht umsonst “der Motor des Pferdes” genannt. Eine starke Hinterhand ist das erste, wichtige Glied in der Kette um den Reiter gesund zu tragen. Von hier aus entwickelt das Pferd Schubkraft, die ihm Schnelligkeit und Raumgriff gibt und Tragkraft, die ihm hilft den Rücken aufzuwölben und sich zu versammeln.

Hier habe ich schon einmal darüber gesprochen, wie Du beim Reiten die Hinterhand Deines Pferdes aktivieren kannst (Video). Das ist natürlich auch hilfreich für das Training der Hinterhand, denn eine aktive Hinterhand bedeutet, dass die Muskulatur eingesetzt wird!

Ansonsten helfen folgende Übungen beim Muskelaufbau der Hinterhand:

  • Übergänge: Vor allem Übergänge in den Galopp – also vom Trab, Schritt oder sogar aus dem Stand – sind eine gute Möglichkeit die Hinterhand zu trainieren, denn die Energie für den ersten Galoppsprung muss aus der Hinterhand kommen. Aber auch Übergänge in eine langsamere Gangart trainieren die Hinterhand, wenn sie denn richtig geritten werden und das Pferd nicht auf die Vorhand fällt. Mehr zum Thema richtiges Reiten von Übergängen gibt’s hier.
  • Tempowechsel: Auch Tempowechsel innerhalb einer Gangart trainieren die Hinterhand, vor allem wenn Du innerhalb einer Gangart im Tempo zulegst. Auch hier ist natürlich darauf zu achten, dass die Energie aus der Hinterhand kommst und Dein Pferd nicht einfach auf der Vorhand rennt.
  • Galopparbeit: Der Galopp eignet sich wunderbar um die Hinterhand zu trainieren, denn die Energie für die Galoppsprünge muss ja aus der Hinterhand kommen. Dadurch, dass der Galopp eine asymmetrische Gangart ist (es gibt Rechts- und Linksgalopp), kannst Du außerdem an der Schiefe Deines Pferdes arbeiten und das schwächere Hinterbein trainieren indem Du vermehrt auf dieser Seite galoppierst.
  • Rückwärtsrichten: Gut gerittenes Rückwärtsrichten animiert Dein Pferd dazu die Hanken zu beugen und seine Hinterhand aktiv einzusetzen. Wenn Du das Training noch etwas intensivieren willst, dann kannst Du aus dem Rückwärtsrichten heraus fließend anreiten.
  • Seitengänge: Seitengänge wie z.B. das Schulterherein veranlassen das Pferd unter anderem dazu, mit einem seiner Hinterbeine weiter unter den Schwerpunkt zu treten und mehr Gewicht aufzunehmen.
  • Stangenarbeit: Das Reiten über Stangen bringt Dein Pferd dazu seine Beine aktiver einzusetzen und kraftvoller abzufußen.
  • Bergtraining: Wenn Du das Glück hast hügeliges oder bergiges Ausreitgelände zu haben, dann solltest Du auf jeden Fall regelmäßiges Bergtraining einbauen und Dein Pferd in allen Gangarten bergauf zu reiten. Vor allem längere Abschnitte im Schritt trainieren die Hinterhand gut. Du kannst auch ein paar Tritte bergauf Rückwärtsrichten!

Die Mittelhand des Pferdes trainieren

Unter der Mittelhand fasst man Rücken und Bauch des Pferdes zusammen. Dass das Pferd einen guten, kräftigen Rücken braucht ist vielen ReiterInnen klar. Es braucht aber auch den Gegenspieler: eine starke Bauchmuskulatur.

Mit diesen Übungen kannst Du Rücken und Bauch des Pferdes trainieren:

  • Stangenarbeit: Nicht nur gut für die Hinterhand, sondern auch für Bauch und Rücken! Das Laufen über die Stangen bringt das Pferd dazu seinen Rücken stärker aufzuwölben.
  • Rückwärtsrichten: Auch hier wird der Rücken des Pferdes aufgewölbt und die Bauchmuskeln aktiviert. Vor allem das Antraben aus dem Rückwärtsrichten heraus ist ein effektives Training der Mittelhand.
  • Übergänge: Gut gerittene Übergänge trainieren nicht nur die Hinterhand, sondern auch Rücken und Bauch.
  • Rahmen erweitern und verkürzen: Versammelst Du Dein Pferd, verkürzt Du seinen Rahmen: Seine Hinterhand nimmt mehr Gewicht auf, der Rücken wölbt sich auf, Bauchmuskeln sind aktiviert, die Schulter wird frei, der Hals wölbt sich. Erweiterst Du den Rahmen, kann das Pferd sich mehr vorwärts-abwärts dehnen, der Hals streckt sich. Wenn Du immer wieder zwischen versammelten Phasen und Entspannungsphasen oder Phasen mit mehr vorwärts, in denen sich das Pferd strecken kann, wechselst, dann trainiert auch das Rücken und Bauch des Pferdes.
  • Galopparbeit: Im Galopp muss das Pferd zusätzlich zur Hinterhand auch seine Bauchmuskulatur einsetzen, um eine schöne, gesprungene Galoppade zu erreichen.
  • Biegungen: Das Reiten von Biegungen trainiert und dehnt vor allem die seitliche Rumpfmuskulatur.
  • Bergtraining: Bergauf- und Bergabreiten trainiert auch Bauch und Rücken des Pferdes.

Die Vorhand des Pferdes trainieren

Die Vorhand des Pferdes umfasst die Vorderbeine, Schultern und den Hals. Vor allem die Oberseite des Halses und der Halsansatz am Widerrist sollten gut bemuskelt sein, sie sind Teil der Oberlinie des Pferdes und wichtig für seine Tragkraft. Aber auch eine gut Bemuskelte Schulter und Vorderbeine sind wichtig, sie schützen das Pferd vor Verletzungen und geben ihm Raumgriff in allen Gangarten.

Mit diesen Übungen kannst Du die Vorhand des Pferdes trainieren:

  • Galopparbeit: Es gibt kaum ein besseres Training für die Vorhand als zügiger Galopp im Gelände – vor allem wenn es unebenes Gelände ist, in dem das Pferd sich ausbalancieren muss.
  • Stangenarbeit: Vor allem höher gelegte Stangen sind gut für das Training der Vorhand, da das Pferd hier aktiv seine Beine nach vorne oben bewegen muss.
  • Seitengänge: Im Schulterherein wird nicht nur die äußere Schulter entlastet und beweglicher gemacht, sondern die innere Schulter übernimmt mehr Gewicht und wird gekräftigt.

Fazit

Übungen wie Übergänge, Seitengänge, Galopparbeit und Stangenarbeit sind richtige Allrounder im Pferdetraining: Mit ihnen kann man den ganzen Körper des Pferdes trainieren, wenn sie richtig geritten werden. Und das ist auch die Krux an der Sache: Damit die Übungen effektiv sind, müssen sie korrekt umgesetzt werden.

Übergänge, die ständig nur auf der Vorhand geritten werden, überstellte Seitengänge oder ein energieloser Galopp bringen im besten Fall einfach nichts für den Muskelaufbau oder können im schlechtesten Fall auf Dauer soger eher schädlich sein.

Deshalb würde ich jedem Reiter raten, sich regelmäßig von einem Profi am Boden überprüfen zu lassen, wenn man nicht sowieso regelmäßig Unterricht nimmt. Es können sich bei jedem Ausbildungslevel schnell Fehler einschleichen, die man selbst nicht oder zu spät bemerkt. Ein zweites Paar Augen am Boden kann da gute Hilfe leisten!

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