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Die Losgelassenheit ist nicht umsonst ein Punkt der Ausbildungsskala des Pferdes. Nur wenn Dein Pferd körperlich und mental losgelassen ist, kannst Du es effektiv und gesunderhaltend trainieren. Ein losgelassenes Pferd ist entspannter, aufmerksamer und reagiert besser auf Deine Hilfen – und es lässt Dich z.B. auch im Trab besser sitzen.

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Mit welchen Übungen Du Dein Pferd im Schritt, Trab und Galopp lösen kannst, erzähle ich im Video (Du willst das Ganze lieber lesen? Dann lies einfach hier unter dem Video weiter, da habe ich alle Infos zusammengefasst):

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Was ist Losgelassenheit?

Für mich bedeutet Losgelassenheit, dass das Pferd in einem Zustand der körperlichen und geistigen (aktiven) Entspannung ist – bei gleichzeitiger ruhiger Aufmerksamkeit und Aufnahmebereitschaft. Das klingt sehr abstrakt, deshalb erkläre ich das immer gerne mit einem Beispiel:

Ich gehe regelmäßig joggen. Die ersten Minuten sind anstrengend, die Gedanken rasen noch von einem stressigen Tag, die Schultern sind verspannt und die Muskeln noch nicht richtig warm.

Nach einer Weile fällt die Anspannung ab, die Gedanken werden ruhig, klar und konzentriert, der Körper fühlt sich locker und leicht an. Es ist fast, als könne ich mich unendlich so weiterbewegen. Selbst wenn der Weg anstrengend oder das Tempo höher wird fühlt sich die Bewegung gut und flüssig an. Genau das möchte ich für mein Pferd erreichen.

Aber nicht nur der Körper sollte locker und entspannt sein, sondern auch der Geist. Körper und Geist sind untrennbar miteinander verbunden und wenn Dein Pferd Stress hat und angespannt ist, kann es auch keine körperliche Losgelassenheit erreichen. Es ist also wichtig, dass Du eine gute Lernatmosphäre für Dein Pferd schaffst und es das Training nicht mit etwas Unangenehmen, Stress oder Schmerz verbindet.

So erreichst Du Losgelassenheit bei Deinem Pferd

Zuerst solltest Du Dein Pferd im Schritt warmreiten. Danach geht es dann an die lösenden Übungen. Diese Übungen solltest Du in jeder Reiteinheit einsetzen, denn Du möchtest ja auch, dass Dein Pferd in jeder Einheit losgelassen läuft. Wenn Du das regelmäßig und konsequent machst, wird sich Dein Pferd immer schneller lösen und locker werden.

Welche lösenden Übungen Du am besten einsetzt, hängen immer vom Pferd ab: Manche Pferde lösen sich am besten im Trab, andere im Galopp und wieder andere brauchen Gymnastizierung im Schritt. Es ist Deine Aufgabe als Reiter verschiedene Dinge auszuprobieren und herauszufinden, was für Dein Pferd am besten funktioniert. Sobald Du das weißt, kannst Du dann diese Übungen immer wieder einsetzen.

Lösende Übungen im Schritt

Im Schritt kannst Du folgendes tun um an der Losgelassenheit Deines Pferdes zu arbeiten:

  • Große gebogene Linien reiten (Zirkel, Schlangenlinien)
  • Viele Handwechsel (über gebogene Linien)
  • Sanfte Tempounterschiede im Schritt (achte darauf, dass Du es nicht übertreibst: Der Schritt darf nicht passig werden, weil Du zu sehr treibst oder zu viel Zügel einsetzt beim Tempo zurücknehmen)
  • Immer wieder mal Zügel aus der Hand kauen lassen und wieder aufnehmen (wenn Dein Pferd das nicht tut, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass es nicht entspannt ist)
  • Schenkelweichen
  • Achten reiten ohne die Stellung zu wechseln – Du reitest also immer einen Teil der 8 in Außenstellung

Lösende Übungen im Trab

Im Trab kannst Du:

  • In gleichmäßigem Tempo viele gebogene Linien reiten (Zirkel, Volten, Schlangenlinien)
  • Zirkel verkleinern und vergrößern
  • Tempounterschiede reiten (auch hier wieder nicht übertreiben)
  • Den Rahmen des Pferdes erweitern und verkürzen (also z.B. wechseln zwischen langsamerem, versammelterem Trab und schnellerem Trab im Vorwärts-abwärts)
  • Zügel aus der Hand kauen lassen und wieder aufnehmen

Lösende Übungen im Galopp

Um das Pferd im Galopp zu lösen bieten sich diese Übungen an:

  • In gleichmäßigem, ruhigem Tempo ganze Bahn und Zirkel galoppieren
  • Regelmäßig die Hand – und somit auch den Galopp – wechseln (das müssen keine fliegenden Wechsel sein, Wechsel über Trab oder Schritt gehen auch)
  • Zügel überstreichen
  • Rahmen erweitern und verkürzen
  • Übergänge

Fazit

Du solltest in jeder Einheit an der Losgelassenheit Deines Pferdes arbeiten – je konsequenter Du das tust, desto schneller wird sich Dein Pferd lösen. Und ein losgelassenes Pferd lässt Dich nicht nur besser sitzen (z.B. im Trab), sondern wird auch effektiver und schneller auf Deine Hilfen reagieren, mehr Spaß am Training haben und wird besser Muskulatur aufbauen.

Wenn Du nicht weißt, wie Du Dein Pferd am besten lösen kannst, probiere einfach die verschiedenen Übungen im Schritt, Trab und Galopp aus und merk Dir, wann Dein Pferd am zufriedensten wirkt, abschnaubt und lockerer läuft. Diese Übungen solltest Du dann öfter einsetzen – und mit der Zeit wirst Du ganz genau wissen, was bei Deinem Pferd am besten hilft!

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