Warum geht mein Pferd durch
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Im letzten Artikel habe ich Dir gezeigt, was Du tun kannst, wenn Dein Pferd durchgeht. Besser ist es natürlich, wenn Du es schon verhinderst bevor es passiert. Dazu muss erst mal klar sein, warum ein Pferd durchgeht:

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Es erschrickt.

Pferde sind Fluchttiere, die Standardreaktion auf – echte oder eingebildete – Gefahren ist zu flüchten.

Deshalb solltest Du Dein Pferd an viele unterschiedliche Dinge gewöhnen: Straßenverkehr, Radfahrer, andere Tiere, flatternde Tüten oder Planen, raschelnde Äste, hüpfende Bälle, schreiende Kinder – die Liste ist endlos.

Die Standardsachen (raschelnde Tüten, Planen, Bälle, etc.) kannst Du ihm in der heimischen Halle zeigen. Alles andere könnt ihr auf gemeinsamen Spaziergängen erkunden, dabei hat Dich Dein Pferd wortwörtlich an seiner Seite und fühlt sich sicherer.

Auch gemeinsame Ausritte mit einem erfahrenen ruhigen Pferd können helfen Deinem Pferd die Angst zu nehmen.

Ansonsten könnt ihr auch einen Anti-Scheu-Kurs besuchen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Dein Pferd Vertrauen zu Dir hat. Nur dann wird es sich beruhigen, wenn Du ihm signalisierst, dass Du alles unter Kontrolle hast (siehe Vertrauen aufbauen).

 

Es hat Schmerzen.

Geht Dein Pferd aus unerfindlichen Gründen durch, könnte es daran liegen, dass es Schmerzen hat (siehe Schmerzen erkennen). Ist das der Fall, solltest Du schon beim Losreiten merken, dass etwas nicht stimmt. Dein Pferd ist z.B. unruhig, schlägt mit dem Kopf, läuft verkrampft oder buckelt leicht. Dann solltest Du den Ritt sofort abbrechen und klären was mit Deinem Pferd nicht stimmt. Häufige Ursachen für Schmerzen sind: unpassender Sattel, Zahnschmerzen, Probleme mit den Hufen, unpassendes Gebiss, harte Reiterhand.

 

Es läuft Wettrennen mit anderen Pferden.

Es macht wahnsinnig Spaß beim Ausritt mit guten Stallfreunden ein kleines Wettrennen zu veranstalten. Aus dem Spaß kann aber rasend schnell ernst werden wenn eines oder mehrere der Pferde durchgehen. Deshalb sollten – bei allem Spaß – immer alle Reiter ihre Pferde unter Kontrolle behalten und es mit dem Gas geben nicht übertreiben.

Bei solchen Aktionen erkennt Dein Pferd nämlich schnell, dass Du es nicht mehr bremsen kannst, wenn es das nicht will. Das solltest Du mit allen Mitteln vermeiden, sonst hast Du plötzlich einen notorischen Durchgänger.

 

Es will schnell nach Hause.

Es gibt Pferde, die werden auf dem Nachhauseweg immer schneller.

Wenn Dein Pferd auch so ist solltest Du es Dir zur Gewohnheit machen am Hof vorbeizureiten, auf dem Weg noch einmal umzudrehen oder noch eine Zusatzrunde zu reiten. Nur wenn Dein Pferd entspannt und in langsamem Tempo nach Hause geht, darf es ohne Zusatzrunde auf den Hof.

Mach Dich übrigens auf eine Diskussion gefasst, wenn Du am Hof vorbeireiten willst – Dein Pferd wird das ziemlich doof finden. Du solltest Dir genug Zeit mitnehmen um stressfrei und entspannt mit Deinem Pferd daran arbeiten zu können.

 

Du gerätst in Panik.

Lesetipp: Line von Kultreiter erzählt in Ängstliches Pferd: Wie Du Angstsituationen vermeiden kannst wie wichtig es ist, dass Du selbst die Ruhe bewahrst.

Manchmal lösen wir das Durchgehen selbst aus.

Dein Pferd macht einen kleinen Freudenbuckler oder erschrickt nur kurz vor einem bellenden Hund. Du verkrampfst Dich, bekommst Panik und reißt an den Zügeln.

Damit signalisierst Du Deinem Pferd, dass ihr gerade in einer gefährlichen Situation seid und fügst ihm unter Umständen mit dem Reißen an den Zügeln noch Schmerzen zu.

Deshalb wie bereits im ersten Artikel erwähnt: bewahre Ruhe, denke nach, versuche die Situation einzuschätzen und entsprechend zu Handeln.

 

Dein Pferd ist ein Durchgänger.

Du hast abgecheckt, dass Dein Pferd keine Schmerzen hat und es geht durch um sich zu entziehen oder Dich loszuwerden? Dann ist im Leben Deines Pferdes etwas ganz schön schief gelaufen und Du suchst Dir am besten Hilfe bei einem Experten.

Mit Durchgängern ist nicht zu spaßen, sie können für Dich, sich selbst und andere Menschen lebensgefährlich sein.

 

Das beste Mittel um Durchgehen zu verhindern, ist in allen Fällen eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu Deinem Pferd zu haben (siehe Vertrauen aufbauen). Wenn Dein Pferd Dir vertraut, wird es sich auch in brenzligen Situationen von Dir kontrollieren lassen. Es weiß, dass es sich keine Sorgen machen muss, wenn Du ihm signalisierst, dass die Situation unter Kontrolle ist.

 

*Auch hier möchte ich wieder darauf hinweisen, dass ich kein professioneller Trainer bin und jeder meine Empfehlungen auf eigene Gefahr durchführt. Ich empfehle immer einen erfahrenen Trainer vor Ort hinzuzuziehen! *

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6 KOMMENTARE

  1. hallo liebe Christina,
    ich reite im Moment auf Schulpferden, wobei eins meiner Lieblinge ein 20 jähriges deutsches Reitpony ist. Sie ist toll und ist einfach ein traum mit tollen Gängen. Das einzige aber riesige Problem ist dass sie sehr oft durchgeht. Meistens kriege ich sie abgewendet und damit durchpariert aber sie hatte mich auch schon einmal unten. Manchmal ist es wenn sie sich erschreckt, zum Beispiel wenn eine Tür zufällt aber meistens erkenne ich keinen akuten Grund. Das Problem ist dass sie selten läuft weil es sich wenige trauen sie zu reiten. Dadurch wird sie allerdings nur noch unausgelasteter und ich habe das Gefühl dass sie sich in meiner Reitstunde einfach mal auspowern will. Es ist übrigens auch ein Ding der Unmöglichkeit sie ins Schwitzen zu bringen da sie eine sehr gute Kondition hat, selbst wenn man sie einfach ohne Reiter durch die Halle scheucht. Ich denke das kommt auch daher dass sie früher Jagden mitgeritten ist. Was meinst du? Was wird der Hauptgrund sein? Und wie bekomme ich sie besser unter Kontrolle?

    • Hallo liebe Eva,

      ohne dich und die Stute zu kennen kann ich dir leider nicht sagen, was der Grund für’s Durchgehen ist. Mangelnde Auslastung kann definitiv ein Grund sein, es kann aber auch sein, dass ihr irgendwo etwas weh tut (z.B. aufgrund von unpassendem Equipment) oder sie sonst ein Problem hat. Da müsste man mal ausführlich auf Ursachensuche gehen, was du als Reitschüler bei einem Schulpferd ja leider nur schlecht leisten kannst.
      Auch um sie besser zu kontrollieren müsste man die zugrundeliegende Ursache abstellen. Ansonsten bleibt dir eigentlich nur zu versuchen ihre “Frühwarnzeichen” möglichst schnell zu erkennen und gegenzusteuern – indem du sie z.B. auf eine enge Volte lenkst, noch bevor sie richtig durchstarten konnte.

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Hi
    Meine 21 jährige wb Stute (reitbeteiligung) hat leider durch die Besitzer gelernt einfach nur zu rennen im Gelände …. Das ist für mich immer sehr nervig und anstrengend, da wir keine entspannten galloprunden machen können… Auf dem reitplatz ist sie sehr entspannt, läuft super und ist durch und durch ein Engel aber im Gelände hört der Spaß auf..
    Ich habe schon BodenArbeit gemacht. Habe schrittausritte und Spaziergänge gemacht und wir kommen einfach nicht weiter… Was können wir tun?

    LG maja

    • Hallo liebe Maja,

      so ein Verhalten abzutrainieren, wenn es sich über die Jahre eingespielt hat, ist leider ziemlich schwierig. Ich würde versuchen konsequent durchzuparieren, sobald sie sich anspannt oder schneller wird – und auch nur dann schneller reiten, wenn sie entspannten Schritt geht. Das kann am Anfang schon so aussehen, dass du dann nur ein paar Meter trabst oder galoppierst und gleich wieder durchparieren musst. Wenn sie entspannt und in gutem Tempo läuft, viel loben und gerne auch mal durchparieren und loben/Leckerli geben.
      Um in dem Bereich etwas zu ändern braucht es sehr viel Zeit uns Kosequenz. Und es müssen auch wirklich alle, die das Pferd reiten, durchziehen, sonst kommt man nicht weiter!

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Liebe Christina
    mein Pferd ging gestern im schnee durch.
    ich glaube, keiner oben genannter gründe traf zu (ausser evtl. dass ich es auslöste, bzw. zuliess)
    sie war schon seit einer woche nicht mehr galoppiert, der schnee und die weite lud dazu ein und sie hatte einfach freude energie loszuwerden…
    ich hatte es wirklich verschlafen, sie rechtzeitig zu bremsen.
    ich nehme mir vor, konzentrierter zu reiten, das Pferd nie “leer” werden zu lassen.
    halbe Paraden, wie du geschrieben hast, statt beidseitiges ziehen am zügel.
    ansonsten hab ich es genauso gemacht, wie du gesagt hast. rennen gelassen, bis ich eine grosse volte machen konnte. dann angehalten und abgestiegen vorerst. reitkameradin ermunterte mich später wieder aufzutsteigen und sogar nochmals zu traben, weil wir das ja eigentlich gewollt hatten….
    mein pferd wird 5 im mai. sie ist jung und kraftvoll und ich galoppiere noch nicht mit ihr. warum auch immer. und ich denke, dass sie genau deswegen überschüssige energie hatte…
    und einfach mal lust, zu galoppieren.
    was denkst du dazu?
    übrigens fürchte ich mich sehr vorm runtergebuckelt werden. weil mir das im juli von nem zu verkauf gebotenen pferd passiert ist.
    und deswegen packe ich sie viel zu sanft an, um auseinandersetzungen zu vermeiden. sie wehrt sich nämlich, wenn man sie sehr feste anpackt. aber ein bisschen klarer führen müsste ich und viel schneller durchparieren. ist mir nämlich schon einige male gelungen bisher.
    naja, jetzt bin ich mal ne lange strecke galoppiert :P
    gruss und freu mich über antwort
    Dream

    • Hallo liebe Dream,

      im Schnee durchgehen ist natürlich gar nicht schön, da wäre mir auch etwas mulig… Gut, dass nichts passiert ist und du sie wieder durchparieren konntest! Alles richtig gemacht =) (rechtzeitig durchparieren wäre natürlich besser gewesen, aber den Zeitpunkt trifft man eben nicht immer)

      Für mich klingt das tatsächlich nach jungem Pferd mit Energieüberschuss ;-)
      Ob du fester zupacken musst, kann ich so aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Hast du denn einen Trainer vor Ort, der die Situation einschätzen und dich und dein Pferd individuell unterstützen kann? Das ist immer am Besten!

      Liebe Grüße,
      Christina

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