Steigendes Pferd mit Text
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Entgegen aller Vermutungen von Nicht-Reitern, verbringt man als Pferdebesitzer die wenigste Zeit auf dem Pferd. Rund ums Pferd und den Stall gibt es viel zu tun und viel zu regeln. Damit Du trotzdem möglichst viel entspannte Zeit mit Deinem Pferd genießen kannst, habe ich hier ein paar Tipps für ein einfacheres Pferdebesitzer-Leben zusammengefasst.

1. Hänge eine Liste mit wichtigen Informationen an Deinen Spind

Schreibe eine Liste mit:

  • Telefonnummern für den Notfall: Deine Nummern und die von zwei Personen, die in Deinem Namen entscheiden dürfen, wenn Du nicht erreichbar bist. Evtl. die Nummer Deiner Reitbeteiligung, wenn Du eine hast.
  • Die Namen und die Nummern von Deinem Tierarzt und zwei Alternativen im Notfall (manche Leute schreiben auch den Namen eines Tierarztes auf, der auf keinen Fall gerufen werden soll, aber davon halte ich wenig, im richtigen Notfall nimmt man wen man kriegen kann).
  • Name und Nummer Deines Hufschmieds.
  • Diverse Allergien/Krankheiten/Unverträglichkeiten Deines Pferdes.

Einfach in einem Schreibprogramm schreiben, audrucken und laminieren (lassen) und an den Spind pinnen – dann weiß jeder am Stall was zu tun ist, wenn es einen Notfall geben sollte und Du nicht da bist.

 

2. Kaufe Dir eine große Plastikwanne für den Kofferraum

Ich hatte mein ganzes Leben lang typische Reiterautos: voll mit Sand, Stroh und Blättern – in einem ist sogar mal Hafer im Kofferraum gewachsen!

Seit ich einen Firmenwagen fahre, muss ich mich deutlich mehr am Riemen reißen, da kann ich nicht einfach die dreckigen Schuhe in den Kofferraum werfen. Meine Lösung ist eine große Plastikkiste aus dem Baumarkt. Sie passt perfekt in den Kofferraum und dort kommen dann alle dreckigen oder nassen Reitsachen rein. Auch Futter, das gerne mal beim Fahren aufgeht und durch die Gegend rollt, wird darin verstaut. So bleibt das Auto wirklich picobello sauber und die Kiste kann man regelmäßig zum Reinigen rausnehmen.

 

3. Nutze Apps

Mittlerweile gibt es viele hilfreiche Apps für Reiter. Ich finde besonders die App von Pferdesport-Online.com super praktisch.

Das Profil eines Pferdes in der Pferdesport-Online App mit allen wichtigen Infos inklusive Impfungen und Wurmkuren.Dort kannst Du nicht nur ein ausführliches Profil Deines Pferdes mit allen wichtigen Daten anlegen und Dokumente wie den Equidenpass hochladen, sondern auch alle Impfungen und Wurmkuren mit Termin und verwendetem Medikament speichern. So hast Du immer alle Infos auf einen Blick parat und musst nicht lange im Spind danach suchen oder extra Unterlagen mit Dir herumtragen. Die App schickt auch automatisch eine Warnung, wenn der nächste Termin ansteht.

Das App-Fenster, in dem man alle Infos zur Impfung eintragen und die Warnung für den nächsten Termin festlegen kann.Das App-Fenster, in dem man Dokumente rund ums Pferd hochladen kann

Außerdem kann die App auch noch viel mehr:

  • Tierarzt-, Trainer- und Stallsuche in Deiner Umgebung (Du kannst entweder Deinen Standort auslesen lassen oder – und das finde ich besonders gut – wenn Du das nicht möchtest einfach einen Ort eingeben).
  • Einen Marktplatz zum Kauf und Verkauf von Produkten rund ums Pferd.
  • Bereich mit Rabattaktionen der Geschäfte in der Umgebung.

Das App-Fenster, in dem man Tierärzte in der Umgebung suchen kannDas App-Fenster mit dem MarktplatzBesonders die Tierarztsuche nach Standort finde ich sehr hilfreich, wenn der Stammtierarzt im Notfall mal nicht erreichbar sein sollte oder man mit Pferd in Urlaub ist. Mehr zur App und meine Meinung dazu gibt es auch hier.

 

 

 

 

4. Führe ein Trainingstagebuch

Trainingstagebuch Pferd
Foto (c) www.pferdeliebe.de

Ich finde ja, man sollte sich und seinem Pferd im Training nicht zu viel Druck machen – ganz ohne Plan drauflos trainieren sollte man aber auch nicht. Mal abgesehen davon, dass es immer gut ist einen Plan und Ziele zu haben (wer kein Ziel hat weiß auch nicht, worauf er hinarbeitet und was er erreicht hat), kann man in so einem Trainingstagebuch auch die Tagesform des Pferdes aufschreiben: war es gut drauf oder vielleicht schlapper als sonst, hat etwas besonders gut geklappt, ist es gestolpert oder hat es gelahmt? Manche Krankheiten oder Veränderungen treten schleichend ein – schreibt man solche “Kleinigkeiten” regelmäßig auf, kann das dabei helfen, sie früher zu erkennen oder im nachhinein den genauen Zeitpunkt festzumachen, ab dem sich etwas verändert hat.

Es gibt diverse Trainingstagebücher zu kaufen (z.B. das hier finde ich gut), oder man nutzt auch hier eine Trainingstagebuch-App für’s Smartphone.

 

5. Hab immer Babytücher parat

Babytücher sind meine absolute Allzweckwaffe am Stall! Du kannst damit:

  • Dein Lederzeug reinigen, wenn es dreckig geworden ist und Du gerade keine Zeit für richtiges Reinigen und Fetten hast.
  • Dich selbst reinigen, wenn Du nach dem Stall direkt zu einem Termin fährst, für den Du sauber sein solltest. Oder wenn Du Dir im Winter nicht die Hände unterm kalten Wasser abfrieren willst.
  • Dein Pferd reinigen (je nach Tuch z.B. Augen und Nüstern – bitte vorher auf die Inhaltsstoffe schauen!).

 

6. Organisiere Deinen Spind mit Sachen von IKEA

IKEA ist eine wahre Fundgrube für Reiter! Meine Bloggerkollegin Ann-Christin von Ponyliebe.com hat mehrere Artikel darüber geschrieben, wie Du mit Materialien des Möbelhauses

Mit ein bisschen Kreativität kommt man so sehr günstig an praktische Ausrüstung!

 

7. Sei gut versichert

Versicherungen sind etwas, was man gerne mal vergisst. Dabei ist es gerade als Reiter und Pferdebesitzer wichtig, dass man ausreichend versichert ist um im Schadensfall nicht auf hohen Kosten sitzenzubleiben oder im Falle eines Unfalls unterversorgt zu sein. Die Standardversicherungen, die man haben sollte, sind:

  • Tierhalterhaftpflicht
  • Unfallversicherung
  • Bei Reitbeteiligung: unbedingt überprüfen, ob sie in der Tierhalterhaftpflicht mit abgedeckt ist und ob sie eine eigene Unfallversicherung hat! (Sprich das mit deiner Versicherung ab, es gibt z.B. Unfallversicherungen, die sich auf’s Pferd und alle Reiter dieses Pferdes beziehen, da muss die Reitbeteiligung dann keine eigene Versicherung abschließen. Ich selbst habe eine Unfallversicherung auf meine Person, da bin ich dann abgesichert egal welches Pferd ich reite)
  • Evtl. weitere Versicherungen für Dich, wie z.B. Arbeitsunfähigkeitsversicherung (wird von der Unfallversicherung nicht getragen)
  • Evtl. OP-Versicherung für’s Pferd

Bei allen Versicherungen solltest Du Dir ausreichend Zeit zum Vergleichen der verschiedenen Anbieter und Konditionen nehmen, da kann es große Unterschiede geben!

 

Was sind Deine Tipps für ein einfacheres Leben am Stall? Ab in die Kommentare damit!

 

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18 KOMMENTARE

  1. Die Tipps sind wirklich super! Besonders der mit der Wanne für den Kofferaum. Ich versuche immer es zu vermeiden, dreckige Sachen mitnehmen zu müssen. So wäre es kein Problem mehr! Aber auch die App finde ich super klasse. Cool, dass du darauf aufmerksam machst!

  2. Den Tipp mit der Plastikwanne im Kofferraum werde ich schnellstmöglich in die Tat umsetzen. Mein Auto sieht aus und riecht wie ein zweiter Stall! Auch die Babytücher werde ich mir anschaffen! Vielen Dank für diese einfachen und praktischen Tipps!

    Zum Thema OP-Versicherung habe ich selbst leidvolle Erfahrungen gemacht. Ich hatte KEINE OP-Versicherung und meine Stute musste zweimal operiert werden. Ich hatte das Pferdchen noch nicht so lange und Viele haben mir von einer Versicherung abgeraten, da diese nicht alle Kosten übernehmen würde (nur einen gewissen Satz usw.). Heute kann ich nur sagen: Hätte eine vorhandene OP-Versicherung auch nur einen Bruchteil der Kosten übernommen, wäre mir sehr geholfen gewesen. Man hofft, dass man eine solche Versicherung nie braucht, aber wenn dann doch der Ernstfall eintritt, dann zahlt sie sich aufgrund der enorm hohen OP-Kosten auf jeden Fall aus! Außerdem finde ich es furchtbar, wenn das fehlende Geld eventuell über Leben oder Tod entscheidet! Nichtsdestotrotz sollte man natürlich eifrig die Konditionen der einzelnen Anbieter vergleichen bevor man einen Vertrag abschließt.

    Mein persönlicher Tipp für ein einfacheres Leben am Stall: Neben einer grundlegenden Organisation sollte man trotzdem hoch flexibel sein! Oft muss man seine Pläne den äußeren Bedingungen (z.B. belegte Putz- oder Reitplätze) anpassen. Oft erledige ich dann Arbeiten, die ich sonst nach dem Training erledigen würde, bereits davor!

    Liebe Grüße
    Alex

  3. Ein sehr schöner und Hilfreicher Beitrag… Werde den Tipp mit der App und auch den Tipp mit der Liste weiterempfehlen und selbst probieren!!!! Dankeschön!!!!

  4. Danke für diesen Beitrag! Immer mehr Pferde werden eingestellt aber es fehlen Kontaktinformationen für den Notfall. Daran werde ich meine Stalkollegen auf jeden Fall erinnern. Das hat bei uns noch nicht so die Runde gemacht. Bisher hat sich jeder darauf verlassen, oder nicht weiter nachgedacht, dass wir uns alle paar Tage sehen und nichts passieren wird. Danke für diese wichtige Information!

  5. Für die schnelle Reinigung und Pflege zwischendurch von Sattel, Trense und Stiefel verwende ich Lederpflegetücher von Poliboy. Sehr praktisch gerade im Winter wenn alles nicht so gut trocknen mag.

  6. Zeckenzange und einfaches verbandsmaterial Alter kfz Kasten vom Auto reicht ist scheere Kongressen Verband alles drin zum abdecken bis der Tierarzt

    • Klar, einen medizinischen Notfall-Kasten sollte man immer am Stall haben =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  7. Super Tipps! Fürs Auto benutze ich diese durchsichtigen Boxen von Ikea. Da kommt dann ein Deckel rauf, damit es nicht so sehr nach Pferd riecht und alles ist gut verstaut und einigermaßen sauber :)

    Liebste Grüße
    Mai von Sparkleandsand.com

  8. Eine private Unfallversicherung zahlt aber nur wenn man einen bleibenden Schaden behält (Invalidität). Sie ist eine ganz nette Ergänzung, man sollte aber zusehen, dass man sonst gut abgesichert ist (Berufsunfähigkeit, Krankenzusatzvers.). Die Krankheitskosten des Unfalls trägt ja die eigene Krankenvers. und nimmt ggfs. bei einer Haftpflichtvers. Regress…. Man darf die Leistung der privaten Unfallvers. nicht mit denen der gesetzlichen Unfallvers. (Berufsgenossrnschaft) verwechseln. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Liebe Grüße
    Andrea

    • Meine zahlt auch unfallbedingte (kosmetische) OPs, Rettungseinsätze, Krankenhaustagegeld und noch ein paar andere Sachen, aber klar wenn man für alle Eventualitäten abgesichert sein will, braucht man zusätzliche Versicherungen.
      Danke nochmal für die Hinweise, finde ich sehr hilfreich!

      Liebe Grüße,
      Christina

  9. Liebe Christina
    Der Artikel ist toll geworden. Ich wusste vieles gar nicht da ich weder ein Pferd noch eine Reitbeteiligung habe. Aber jetzt wäre ich gut gerüstet. Es sind auch machbare Sachen die viele Notfälle und Missverständnisse verhindern können. Ein riesiges Lob.

    Liebe Grüsse Rebecca

    • Hallo liebe Rebecca,

      danke für die netten Worte, das freut mich! Und vielleicht kannst du das neue Wissen ja irgendwann auch mal anwenden =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  10. Ein Irrglaube:
    Die Mitreiter, die in der Pferdehaftpflicht “abgesichert” sind, brauchen trotzdem eine Unfallversicherung!
    In der Php abgesichert sein bedeutet, dass Schäden Dritter übernommen werden.
    Beispiel:
    Die Mitreiterin führt ein Pferd die Straße entlang, das Pferd erschrickt und beschädigt dabei ein Auto. Der Schaden am Auto wäre abgedeckt.
    Nicht aber, wenn die Mitreiterin vom Pferd fällt und sich verletzt.

    Fragt dies doch bitte bei eurer Versicherung an.

    Desweiteren, wie der Name schon sagt, PferdehaftPFLICHTversicherung. Diese ist nicht nur optional abzuschließen, sondern ein MUSS. :)

    • Hallo Antje,

      vielen Dank für den Hinweis, ich habe es gerade korrigiert!
      Ich hab selbst schon seit Jahren eine Unfallversicherung, mit der ich alle Pferde reiten kann und abgedeckt bin. Ich hatte aber auch schon RB’s wo die Unfallversicherung über das Pferd läuft und dann alle seine Reiter abgedeckt sind, das hatte ich da durcheinandergeworfen.

      Liebe Grüße,
      Christina

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