Eine Reiterin mit Pferd steht auf einer Klippe. Im Hintergrund erstreckt sich das weite Meer.
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Ich weiß gar nicht, wie viele Stunden ich für meinen Reiturlaub in Island im Internet recherchiert habe. Auf welchen Hof soll ich gehen und wie komme ich dort hin, wo übernachte ich in Reykjavik, wo gibt es günstige Camper und – fast am Wichtigsten: was muss ich mitnehmen?

Schuhe by Herzenspferd! (Werbung)

Damit Du beim nächsten Urlaub nicht auch so lange suchen musst habe ich Dir meine besten Tipps in diesem Artikel zusammengestellt!

 

Einen passenden Hof aussuchen

Ich war bei Lynghorse, weil ich die Hofbesitzerin Hlín von mehreren Kursen in Deutschland kannte und wusste, dass sie toll mit den Pferden umgeht und wunderbaren Reitunterricht gibt. Auch nach meinem Urlaub dort kann ich den Hof vollsten Herzens empfehlen (Hier und hier kannst Du meine Reiseberichte lesen). Lynghorse ist klein und familiär, es werden keine mehrtägigen Touren angeboten, sondern man macht Tagesritte in die Umgebung oder hat Reitstunden auf dem Hof. Das Programm kann sehr individuell zusammengestellt werden. Wenn Du also etwas abseits vom Massentourismus suchst und noch guten Unterricht dazu haben möchtest bist Du hier genau richtig.

Du solltest den Hof danach aussuchen, was Du möchtest: die großen Anbieter sind wohl meist sehr gut durchorganisiert, haben dafür aber oft große Gruppen und sind nicht sehr familiär. Die kleineren Höfe haben vielleicht keine perfekte Organisation, dafür sind die Gruppen nicht so groß und man hat eher die Chance, das “echte” Island zu erleben. Überlege Dir, was Dir wichtig ist und wähle dann den Hof aus – das beugt Enttäuschungen vor!

Grüne, grasbewachsene Hügel im Süden von Island. Im Hintergrund sieht man das Meer.
Hügel im Süden, in der Nähe von Vík

Ansonsten kannst Du auch nach Regionen aussuchen: der Süden ist ein bisschen wärmer und grüner, dafür regnet es häufiger. Es gibt viele große Gletscher und Wasserfälle und den berühmten Gletschersee Jökulsárlón.

Im Vordergrund des Bildes sieht man einen Felsen, der ein bisschen wie ein lächelndes Gesicht aussieht. Im Hintergrund erstreckt sich ein weiter See mit großen, treibenden Gletscherstücken.
Der berühmte Gletschersee Jökullsárlón im Süden

 

 

 

Der Norden – und vor allem der Skagafjord – ist das Zentrum der Pferdezucht und eine der trockensten Regionen. Die Landschaft ist schroff und imposant, mit hohen Bergen, weiten Ebenen und Gletscherflüssen.

Man sieht einen breiten, reißenden Fluss in einer grünen Ebene. Im Hintergrund erheben sich imposante Berge.
Fluss im Skagafjord im Norden

Bei Mývatn im Nordosten gibt es eine spannende Vulkanregion und ein geniales Thermalbad, ähnlich wie die berühmte blaue Lagune, nur ursprünglicher. Vom Osten habe ich leider nicht viel gesehen, als ich dort war hat es geschüttet wie aus Eimern und war neblig. Im Westen war ich auf der Halbinsel Snæfellsnes, dort kann man unter anderem toll Whale Watching machen.

Eine schroffe, zerklüftete Küstenlinie erstreckt sich durchs Bild. Die Felsen sind schwarz und rau, kleinere Felsbrocken ragen aus dem Meer.
Küste auf der Halbinsel Snaefellsness
Im Vordergrund ist ein Loch mit kochendem Schlamm. Im Hintergrund erstreckt sich eine Vulkankette. Die Erde ist rot und gelb, es riecht stark nach Schwefel.
Vulkanregion mit kochendem Schlamm bei Mývatn im Nordosten

 

 

 

 

 

 

In den verschiedenen Islandforen und auf Tripadvisor kann man Erlebnisberichte zu vielen Höfen nachlesen, da würde ich auf jeden Fall mal reinschauen.

 

Das solltest Du einpacken

    • Genug T-Shirts und Pullover für den Zwiebellook. In Island kann es in der Sonne schön warm sein, aber auch mit Wind sehr schnell wieder kalt. Deshalb solltest Du unterschiedliche Kleindung übereinanderziehen und bei Bedarf einzelne Teile wieder ausziehen.
    • Nimm eine Funktionsjacke mit. Am Besten warm, wasserdicht und winddicht. Ich habe mir für die Reise eine Weste aus Polartec* gekauft und bin restlos begeistert! In Akureyri gibt es übrigens ein Outlet von 66°North, dort bekommst Du die Sachen etwas günstiger als in Deutschland und auch günstiger als im Laden in Reykjavik!
    • Ein paar Reitschuhe zwischen moosbewachsenem Lavageröll in Nahaufnahme
      Meine geliebten Hobo High Savanne Eco haben mich durch ganz Island getragen

      Schuhe, mit denen Du sowohl reiten, als auch wandern kannst. Bei einem Reiturlaub läuft man auch mal durch die isländische Wildnis, da will man nicht ständig Schuhe wechseln müssen. Ich hatte die High Savanne Eco von Hobo Shoes dabei und war super zufrieden – man muss sie nur vorher ein bisschen einlaufen! Dann haben sie aber von Bergwanderungen über Lavageröll bis zum Strand und natürlich Reiten alles mitgemacht. Und sie sind so schick, dass man sich nicht Nahaufnahme von den Reitschuhen zu Pferdschämen muss, wenn man damit mal ins Restaurant oder einkaufen geht.

    • Schal, Mütze und Handschuhe – der Wind in Island kann sehr kalt sein.
    • Eine oder mehrere Reithosen. Mir hat eine Softshellhose gereicht.
    • Bikini oder Badeanzug für die tollen isländischen Schwimmbäder und heißen Quellen.
Inmitten von schwarzem Lavageröll ist eine große, dampfende heiße Quelle.
Thermalbad in Mývatn
Im Vordergrund ist ein Pool auf einer Klippe, im Hintergrund das weite Meer.
Schwimmbad in Hofsós
  • Sonnenbrille und Sonnencreme
  • Einen Helm brauchst Du in der Regel nicht. Zur Sicherheit solltest Du aber beim Reiseveranstalter nachfragen.
  • Falls Du mitfilmen willst: eine Helmkamera. Ich hatte die von QUMOX* dabei und bin ganz zufrieden, ein “Beweisvideo” findest Du hier:

 

Wichtig: die Einfuhrbestimmungen beachten

Du darfst aufgrund des Seuchenschutzes keine benutzten Ledersachen mit nach Island nehmen. Außerdem musst Du alle Deine benutzten Reitsachen (am besten mehrfach) waschen und desinfizieren – bei DM gibt es Desinfektionsmittel für in die Waschmaschine, also alles kein Problem. Deine gewaschenen Sachen dürfen danach keinen Kontakt mehr zu Pferden haben, damit Du keine Krankheitserreger einschleppst.

Auch wenn es ein bisschen Aufwand ist solltest Du Dich unbedingt an die Bestimmungen halten! Die Ponys auf der Insel können an Krankheiten sterben, gegen die unsere Pferde längst immun sind.

Hier findest Du weitere Infos zu den Bestimmungen.

 

Die Anreise

Der Flughafen Keflavik ist etwa 45 Minuten von Reykjavik entfernt, es fährt aber alle 30 Minuten ein Bus in die Stadt. Die Tickets kannst Du direkt am Flughafen kaufen – am besten nimmst Du ein Ticket, mit dem du direkt an Deine Unterkunft in der Stadt gefahren wirst. Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber nach mehreren Stunden Flug habe ich keine Lust mit meinem Gepäck durch die Stadt zu laufen und meine Unterkunft zu suchen.

Falls Du schon am Flughafen einen Mietwagen abholst halte Dich auf dem Weg nach Reykjavik (und auch sonst) unbedingt an das Tempolimit, es stehen dort viele Blitzer! Auch im restlichen Land sollte man nicht zu schnell fahren, es wird auch aus fahrenden Fahrzeugen geblitzt und das wird sehr teuer.

 

Übernachten in Reykjavik

Wir kamen nachts in Island an, deshalb war klar, dass wir eine Nacht in Reykjavik übernachten müssen. Die Preise für Unterkünfte in Island sind hoch. Weil wir nur eine Nacht bleiben wollten haben wir uns im verhältnismäßig günstigen Gästehaus der Heilsarmee einquartiert. Hohe Erwartungen darf man da nicht haben, es ist alles etwas alt und abgenutzt, aber trotzdem sauber und für eine Nacht völlig in Ordnung.

Die Hotels, Hostels und Guesthouses der Innenstadt liegen alle dicht beieinander, Du musst also nicht nach Standort aussuchen.

Auf der Heimreise ging mein Flug morgens um 6. Um rechtzeitig zum Einchecken am Flughafen zu sein hätte ich also um kurz nach 3 mein Hotel verlassen müssen. Um nur eine halbe Nacht im Hotel zu verbringen war mir ein Zimmer ehrlich gesagt zu teuer. Also bin ich schon abends mit dem Bus nach Keflavik an den Flughafen gefahren um die Nacht dort zu verbringen. Das ist allerdings nur was für “Harte”, denn das Übernachten am Flughafen ist dort verboten. Etwa einmal pro Stunde läuft der Sicherheitsdienst durch die Hallen und weckt alle, die dort schlafen, relativ unsanft und unfreundlich auf. Mehr passiert aber nicht. Zusätzlich ist es aber ziemlich unbequem dort auf dem Boden zu schlafen, so wirklich empfehlen kann ich es nicht. Ich habe den größten Teil der Nacht auf meinem Rucksack gesessen und gearbeitet – Strom für den Laptop und Wlan gab es nämlich.

Eine weitere Alternative ist ein Bed & Breakfast in der Nähe des Flughafens. Meistens bieten die einen Weckdienst und ein Shuttle zum Flughafen an.

 

Brauche ich einen Mietwagen?

Das kommt ganz darauf an was Du machst. Wenn Du eine Woche Wanderreiten gebucht hast und sowieso nur zu Pferd unterwegs bist brauchst Du sicher keinen Mietwagen. Zu den meisten Höfen kannst Du mit dem Bus fahren oder aber sie bieten einen Shuttle-Service an. Wenn Du, wie ich, auf einem Hof bist und Tagesausritte und Reitunterricht machst, solltest Du Dir überlegen einen Mietwagen zu holen. Es ist schon ganz nett, wenn man mal in den nächsten Ort fahren und dort ins Schwimmbad, zum Einkaufen oder Sightseeing gehen kann.

Wenn Du einen Mietwagen buchst und ihn nicht direkt am Flughafen abholst solltest Du den Vermieter fragen, ob er Dich am Hotel oder einem Treffpunkt in der Stadt abholen kann. Die meisten Autovermietungen liegen etwas außerhalb und sind nicht so einfach zu finden. Deshalb bieten viele einen Abhol-Service an, aber man muss danach fragen.

Du solltest Dir zum Mietwagen unbedingt eine Steinschlag-Versicherung dazukaufen. Nicht alle Straßen in Island sind asphaltiert und auf Schotterstraßen hat man sehr schnell einen Steinschlag. Außerdem hatte ich eine zusätzliche Versicherung um die Selbstbeteiligung im Schadenfall zu reduzieren. Das ist kein Muss, aber ich fühle mich damit immer besser.

Ganz wichtig wenn Du Auto fährst: bitte halte nicht einfach am Straßenrand an um Fotos zu machen, das ist höllisch gefährlich! Es gibt in regelmäßigen Abständen Haltebuchten und spezielle Orte zum Anhalten und Rast machen – dort kannst Du genauso Fotos schießen und bringst nicht Dich und andere Leute in Gefahr.

 

In Island mit dem Camper

Ich bin nach meinem Reiturlaub noch eine Woche geblieben um mir das restliche Land anzuschauen – und kann das wirklich jedem nur empfehlen!

Ein kleiner, weißer Campervan vor einer Ebene mit schwarzem Lavageröll
Mein Camper von Go Campers

Weil es aber relativ teuer ist mit einem Mietwagen rumzufahren und in Bed & Breakfasts oder Hotels zu übernachten hatte ich einen kleinen Campervan von Go Campers gemietet. Für sehr große oder kräftige Menschen wäre er eventuell zu klein gewesen, aber für mich und eine Freundin hat es für die sieben Tage super gepasst (es gibt aber auch größere Camper im Angebot). Der Camper war neu, sauber und hat uns zuverlässig über die isländischen Schotterstraßen getragen (er hatte sogar Sitzheizung und Bluetooth!). Der Sevice war super und unkompliziert, ein kostenloses Upgrade gab es auch noch. Die isländischen Campingplätze sind zwar nicht sehr luxuriös, dafür aber günstig (etwa 10€ pro Nacht) und meist an sehr schönen Orten gelegen.

Ein kleiner Camper auf einer weiten Wiese. Im Hintergrund erhebt sich ein schroffer Berg.
Campingplatz in Vík

Ein zusätzlicher Pluspunkt beim Reisen mit Camper: man kann selbst kochen und muss nicht immer teuer Essen gehen (mal davon abgesehen, dass es in den einsameren Gegenden dann nur noch Tankstellenessen und keine Restaurants mehr gibt). Lebensmittel kaufst Du am besten gleich in Reykjavik oder später in Akureyri im Bonus, das ist ein großer, günstiger Supermarkt. In den einsameren Gegenden kann es nämlich ziemlich schwer werden einen Supermarkt zu finden.

 

Ich hoffe ich konnte Dir ein bisschen bei der Reisevorbereitung helfen! Wenn Du noch Fragen hast stell sie einfach in die Kommentare oder schreibe mir eine Mail – ich antworte so schnell ich kann.

Warst Du schonmal selbst in Island und hast noch ein paar Tipps für uns? Ab in die Kommentare damit =)

 

 

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6 KOMMENTARE

  1. Danke für die liebe und schnelle Antwort 💕
    Die Hobo Stiefel sind wirklich sehr schön, ich glaube die würde ich auch im Alltag einlaufen ( was eine echt gute Idee ist :) )
    Ganz genau habe ich mich noch nicht entschieden, aber es wird wahrscheinlich ähnlich wie bei dir eine Woche Reiten, eine Woche das Land berreisen. Noch Monate hin, aber ich bin schon aufgeregt!
    Liebe Grüße ☺️

    • Sehr gerne! =)
      Hach, wie schön! Island ist wirklich toll und immer eine Reise wert! Ich bin im Juni wahrscheinlich auch wieder bei Lynghorse :-D

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Hallo Christina :) seit ich diesen Blogeintrag vor vielen Jahren gelesen habe möchte ich unbedingt nach Island. Jetzt geht es endlich in die Planung und ich habe da eine Frage zu deinen Stiefeln: wenn ich das richtig gelesen habe hast du sie vorher eingelaufen. Zählt das dann bei der Einreise schon als „gebrauchtes Leder“?
    Liebe Grüße Luisa

    • Hallo liebe Luisa,

      das ist ja super schön! Wo geht es denn hin?
      Genau, die habe ich eingelaufen – aber eben abseits von Pferden. Es geht ja hauptsächlich darum, dass man keine fremden Keime einschleppt, gegen die die Pferde auf der Insel keine Abwehrkörper haben. Meine Reitschuhe von Hobo gehen ja auch als normale Schuhe durch, ich hab sie also einfach auf die Arbeit und mal zum Shoppen angezogen und so eingelaufen. Es wurde auch damals am Flughafen nicht kontrolliert – wie es heute aussieht weiß ich allerdings nicht…

      Liebe Grüße und ganz viel Spaß in Island!
      Christina

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