Mein Pferd buckelt | Was kann ich tun wenn … ?

Dieser Artikel enthält werbende Inhalte. Mehr dazu liest Du hier!

Ein buckelndes Pferd ist für jede/n Reiter/in unangenehm und kann sogar potenziell gefährlich werden! Was die Ursachen für das Buckeln sein können, was Du dagegen tun kannst und wie Du auf einem buckelnden Pferd oben bleibst, erfährst du im Video! (Du willst das Ganze lieber lesen? Dann lies einfach hier unter dem Video weiter, da habe ich alle Infos zusammengefasst):

Ursachen warum das Pferd buckelt

Wenn Dein Pferd buckelt kann das viele verschiedene Ursachen haben:

  • Schmerzen: Unpassendes Equipment, Blockaden, Probleme mit den Zähnen – die Liste ist lang. Besonders wenn Dein Pferd plötzlich anfängt zu buckeln und es das vorher nicht getan hat, solltest Du gesundheitlich alles abchecken lassen!
  • Überforderung: Dein Pferd versteht Deine Hilfen nicht und Du machst immer weiter Druck? Oder man hat Dir mal gesagt zur Versammlung müsstest Du vorne festhalten und hinten energisch treiben? Manche Pferde wissen sich in ihrer Überforderung nicht anders zu helfen als zu buckeln. Gerade wenn das Pferd das Gefühl hat es kann in keine Richtung mehr ausweichen, weil Zügel und Schenkel es überall begrenzen, kann es schnell mit Buckeln (oder Steigen) reagieren.
  • Bewegungsmangel: Dein Pferd steht – überspitzt gesagt – rund um die Uhr in der Box und kommt nur zur Reitstunde raus? Dann kann das Buckeln auch einfach eine Reaktion auf den dauerhaften Bewegungsmangel sein.
  • Widersätzlichkeit / erlerntes Verhalten: Manche Pferde haben gelernt, dass sie den Reiter durch Buckeln loswerden können, wenn sie keine Lust mehr auf ihn haben. Vielleicht haben sie mal schlechte Erfahrungen gemacht, haben aus Überforderung oder Schmerz gebuckelt und haben dann gelernt, dass sie sich damit entziehen können. Auch wenn die eigentliche Ursache abgestellt ist, buckeln diese Pferde weiter.
  • Freude beim Angaloppieren: Im Frühjahr geht’s endlich wieder auf die Galoppwiese und das Pferd macht ein paar Freudenbuckler? Definitiv keine böse Absicht! Und meistens auch nicht so schlimm, dass man die nicht sitzen kann, wenn man einigermaßen Sattelfest ist.
  • etc.

Es ist wichtig, dass Du die Ursache für das Buckeln Deines Pferdes herausfindest und an ihr arbeitest – nur so wirst Du langfristig verhindern können, dass Dein Pferd buckelt.

Was tun, wenn das Pferd buckelt

Das wichtigste beim buckenden Pferd ist natürlich an der Ursache zu arbeiten – das Zweitwichtigste ist, möglichst einzugreifen noch bevor das Pferd losbuckelt. Dazu musst Du lernen die Anzeichen zu erkennen, z.B. Dein Pferd nimmt seinen Kopf runter und wölbt den Rücken auf, spannt sich an, schlägt mit dem Kopf, etc.

Wenn diese Anzeichen auftauchen, kannst Du folgendes tun:

  • Dein Pferd buckelt eher auf der Stelle: Gib eine Zügelhilfe nach oben und nimm damit den Kopf Deines Pferdes hoch, es soll nicht nach unten „abtauchen“. Treibe Dein Pferd energisch und konsequent vorwärts (und gibt dabei auch wieder Zügel nach). Dazu kannst Du Dir auch eine/n Helfer/in am Boden dazuholen, der/die Dir beim Vorwärtstreiben hilft, wenn Du Dich mehr auf das Sitzenbleiben konzentrieren musst.
  • Dein Pferd buckelt und rennt dabei: Gib eine Zügelhilfe nach oben und nimm damit den Kopf Deines Pferdes hoch, es soll nicht nach unten „abtauchen“. Lenke Dein Pferd auf eine Volte (möglichst schon bevor es buckelt), das macht es ihm schwerer zu buckeln. Du kannst auch versuchen es anzuhalten.
  • In jedem Fall solltest Du energisch und konsequent reagieren und einen kühlen Kopf bewahren. Wenn Du das nicht kannst, weil die Angst mitspielt (was völlig verständlich ist), wäre es vielleicht eine gute Idee jemanden zu suchen der keine Angst hat, sattelfest ist und das Pferd durch seine „Buckelattacken“ hindurchreitet. Es ist unheimlich wichtig, dass das Pferd nicht lernt, dass es mit dem Buckeln durchkommt. Hat es einmal verstanden, dass es damit seinen Reiter loswerden kann, braucht es konsequente Arbeit um ihm das wieder abzugewöhnen.
  • Deshalb ist es auch wichtig, dass Du Dein Pferd nach dem Buckeln arbeiten lässt. Es soll nicht lernen, dass es danach eine Pause bekommt. Diese Arbeit kannst Du auch vom Boden aus machen, wenn Du Dir nach dem Buckeln zu unsicher bist. Sollte Dein Pferd Dich heruntergebuckelt haben, solltest Du natürlich erst mal sicherstellen, dass es Dir gut geht und Du keine Verletzungen hast (siehe Erste Hilfe für Reiter), bevor Du weiter mit ihm arbeitest. Auch hier könntest Du Dein Pferd an jemand Anderen abgeben, der noch kurz was mit ihm macht.

So bleibst Du auf einem buckelnden Pferd oben

Wenn Du das Buckeln nicht schon im Ansatz verhindern konntest und Dein Pferd nun doch loslegt, solltest Du beim Sitz darauf achten:

  • Knie dran ans Pferd.
  • Gehe in den Sicherheitssitz, das heißt Deine Fußspitzen sollten vor deinen Knien sein – also Unterschenkel leicht nach vorne.
  • Achte darauf, dass Deine Unterschenkel bei den Bucklern nicht nach hinten kommen. Fällt Dein Oberkörper nach vorne und Deine Unterschenkel gehen nach hinten bist Du beim nächsten Buckler sofort unten.
  • Gleiche die Bewegung Deines Pferdes mit Deinem Oberkörper aus.
  • Gehe evtl. in einen leichten Entlastungssitz (trotzdem dran denken die Unterschenkel etwas nach vorne zu nehmen) um die Sprünge besser ausbalancieren zu können.
  • Halte Dich bei Bedarf am Sattel, dem Maria-Hilfs-Riemchen, dem Vorderzeug oder der Mähne Deines Pferdes fest.

Fazit

Ein buckelndes Pferd kann super unangenehm sein. Aber mit der Kombination aus Ursachenforschung und -bekämpfung und konsequentem Oben-bleiben wenn das Pferd buckelt, kann man da eigentlich ganz gut dran arbeiten.

In den Härtefällen, in denen das Pferd gelernt hat das Buckeln gezielt einzusetzen um seinen Reiter loszuwerden, solltest Du in Betracht ziehen einen Profi oder eine/n mutige/n Stallkollegen/in zur Hilfe zu holen der/die sattelfest ist und das Pferd durch diese Phasen hindurchreiten kann. Hier ist es wirklich essentiell, dass das Pferd lernt, dass ihm das Buckeln nichts bringt!

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Christina

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Vor über 30 Jahren saß ich zum ersten Mal auf einem Pferd.
Seitdem habe ich viel erlebt und gelernt, hatte Erfolge und
Misserfolge, bin gestürzt und wieder aufgestiegen.
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fair & pferdefreundlich.

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2 Kommentare

  1. Hallo Christina, du hast zwar auch darauf hingewiesen, aber für mich fast nicht deutlich genug: Buckeln (außer die „Freudebuckler“ bei einem ausgelassenen Galopp, aber selbst da muss man genau hinschauen) ist oder war ursächlich, wie alle anderen „Unarten“ auch, IMMER ein Ausdruck irgendeines Unwohlseins des Pferdes. Gerade bei Pferden, die gelernt haben, sich auf diese Weise seines Reiters zu entledigen, ist es nicht nur wichtig, das Buckeln „durchzureiten“, sondern meiner Meinung nach auch essentiell, dem Pferd auf vielerlei Arten das Reiten und oft überhaupt die Zusammenarbeit mit Menschen wieder angenehm und freudvoll zu machen, sodass es schließlich von sich aus keinen Anlass mehr hat, den Reiter loszuwerden. Ich finde, darauf kann man gar nicht oft genug hinweisen: Reite so, dass das Pferd dich gerne trägt! Schau ihm in die Augen und sei ehrlich zu dir selbst mit dem, was du siehst!

    Antworten
    • Ich finde auch, dass viele die persönliche und emotionale Bindung zum Pferd unterschätzen. Es macht einfach so viel aus und gerade das Buckeln deutet oftmals daraufhin, dass etwas nicht stimmt, seh das bei meinen Schüler*innen oft. Gerade die etwas Unsicheren tun sich da etwas schwer.

      Liebe Grüße
      Sandra

      Antworten

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