„Herzlich Willkommen, fühlt euch wie zu Hause! Ihr seid hier keine Gäste, sondern Teil der Familie“. So begrüßt uns Francesco von Sikani Horse Trek auf seiner idyllischen Farm, auf der wir die nächste Woche verbringen werden.

Eigenwerbung

Und es ist nicht eine leere Floskel, sondern Realität: Francesco und sein Team arbeiten mit viel Herzlichkeit und Freude daran, dass wir eine unvergessliche Zeit bei ihnen haben. Wir werden gleich mit einem reichhaltigen Abendessen begrüßt, das uns einen kleinen Vorgeschmack auf die kulinarischen Highlights der kommenden Tage gibt.

Nachdem uns unser Fahrer rund 2 Stunden von Palermo in die entlegenen Sicani Berge gefahren hat, freuen wir uns auf das Essen und unsere Betten. Am nächsten Morgen geht es nämlich gleich los mit dem Yoga für Reiter.

Und glücklicherweise hat Francesco einen überdachten Yogaraum, denn gleich am ersten Tag schüttet es wie aus Eimern – sehr ungewöhnlich für Sizilien, aber wir sind auch Ende September hier und herbstlicheres Wetter verscheucht die glühende Hitze des Sommers.

Die Natur freut sich und auch die Pferde, die wir nach dem Yoga und Frühstück kennenlernen, machen keinen unglücklichen Eindruck. Die Freiberger auf Francescos Farm haben aber auch ein gutes Leben: Sie sind den ganzen Tag in der Herde und können regelmäßig auf riesigen Koppeln über die Berghänge der Umgebung ziehen.

Wir packen uns in unsere Regenmäntel ein und gehen mit unseren Pferden für die Woche eine Runde spazieren. Zum Reiten hat niemand Lust in diesem Wetter und so können wir zumindest unsere Pferde etwas besser kennenlernen.

Ich habe den einzigen nicht-Freiberger: mein Wallach Achilles ist ein seltsamer Mix aus Englischem Vollblut und Appaloosa – nicht besonders hübsch, aber ein wirklich guter Kerl, den ich im Laufe der Woche sehr zu schätzen lerne. Er ist – wie alle anderen Pferde von Francesco – durch nichts zu erschüttern und sehr geduldig mit mir, die immer wieder mal seltsame Manöver reitet um die Tour zu filmen.

Wir schließen den entspannten ersten Tag damit ab, dass wir lernen hausgemachte Pizza mit dem typischen Kartoffel-Zwiebel-Belag dieser Region zu machen. Super lecker, wie alles Essen, dass wir hier serviert bekommen!

Der Rest der Woche ist glücklicherweise geprägt von perfektem Wetter. Die sonnigen 20 Grad sind ideal für unsere Streifzüge durch die Sicani Berge. Jeden Tag geht es in 3-5 stündigen Ausritten über Berge, Felder, durch Täler und entlang von Seen in diese wunderschöne, touristisch unerschlossene Region. Auf unseren Ritten treffen wir niemanden außer Bauern der Region und ihre Tiere.

Ich kann mich gar nicht entscheiden, welcher der Trails mir am besten gefällt. Unter den Top 3 ist auf jeden Fall der Ritt zur Quelle des Flusses Sosio, der auch an der Farm entlang fließt. Nicht nur gibt es auf dem Weg dahin wunderbar weite Blicke über die Täler, sondern die Mittagspause findet an einem verwunschenen kleinen Teich im Wald statt (den Besuch der Quelle lasse ich allerdings aus, hier geht es in eine Höhle mit recht engem Zugang und meine Platzangst lässt mich kneifen). Auf dem Rückweg nehmen wir einen alten Handelsweg der früher genutzt wurde um mit Eseln Kohle aus dem Wald zu transportieren. Nichts für Leute mit Höhenangst, aber die Aussichten sind wirklich atemberaubend!

Für mich auch wunderschön war die Tour zum Lago Raia, einem tiefblauen See inmitten von gelben Feldern. Ich liebe es durch solche weitläufigen Landschaften zu ziehen, die einzigen Besucher ein paar Kühe, Schafe und Esel.

Abends geht es dann (nach einem reichhaltigen Mittagessen und kurzer Siesta) zum Sightseeing. Die Region hat eine Jahrtausendealte Geschichte, die man in den ursprünglichen Bergdörfern Prizzi und Palazzo Adriano hautnah erleben kann – wenn man mit Einheimischen unterwegs ist. Francesco bringt uns zu den interessantesten Orten und hat immer eine Geschichte zu erzählen. Vom Versteck und Kloster der unabhängigen Heiligen Rosalia, die ihrer Familie entflohen ist um nicht heiraten zu müssen und am Ende Palermo vor der Pest rettete. Zum Teatro Andromeda, einem Künstlerhof mit unglaublicher Aussicht. Zu Toto, der uns seinen selbstgemachten (und richtig guten) Wein verkosten lässt. Nach Palazzo Adriano um zu lernen, wie wir die typischen sizilianischen Cannoli backen können.

Langweilig wird es hier definitiv nicht!

Die Pferde

Francescos Pferde sind nervenstarke und ausgeglichene Freiberger. Gerade beginnt er diese Freiberger mit Sizilianischen Vollblütern zu kreuzen um die perfekten Trekkingpferde zu züchten.

Sie leben das ganze Jahr in der Herde und verbringen ihre Freizeit auf den weitläufigen Koppeln der Umgebung. Da diese Koppeln sehr bergig sind, lernen die Pferde von Anfang an sich trittsicher und furchtlos durch das Terrain der Sicani Berge zu bewegen.

Freiberger sind nicht gerade für viel Temperament bekannt und das trifft auch auf Francescos Pferde zu. Für absolute Speed-Junkies sind sie eher nichts (aber auch die steilen, steinigen Wege der Umgebung nicht) aber sie sind perfekt für jeden, der super sichere Pferde und entspannte Ausritte schätzt. Selten habe ich mich auf Pferden so tausendprozentig sicher gefühlt wie hier. Weder bellende Hunde zwischen den Beinen noch Kühe, Esel oder fremde Pferde bringen sie aus der Ruhe.

Deshalb sind die Pferde auch für Einsteiger geeignet. Für das Programm sollte man allerdings schon sicher in Trab, Schritt und Galopp sein.

Francesco nutzt einen Mix aus Englischen-, Trekking- und Westernsätteln mit Fellbezug – so sind auch längere Ritte bequem möglich.

Die Unterkunft & das Essen

In den Programmen am Hof (Francesco bietet auch mehrtägige Wanderritte mit unterschiedlichen Unterkünften an) wohnen die Gäste im ehemaligen Sommerhaus seiner Familie, das eine umgebaute und liebevoll restaurierte Bahnstation ist. Der große Garten ist ideal um auszuspannen und man ist in wenigen Minuten am Stall und bei den Pferden.

Gegessen wird gemeinsam in der großen, rustikalen Küche.

Und eines kann ich sagen: Abnehmen wird man in der Woche nicht! Eine Köchin aus dem nahegelegenen Prizzi kocht typisches Essen der Region, sehr lecker und immer reichhaltig. Auch die sehr guten Weine sind aus der Region, das Olivenöl und viel Gemüse wird auf der Farm direkt angebaut.

Auch Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten, Vegetarier und Veganer sind willkommen!

Die Ausritte

Beim Programm Yoga & Reiten werden jeden Tag Sternritte von 2-5 Stunden in die Umgebung des Hofs unternommen. Die Region ist sehr bergig, das heißt es wird viel im Schritt bergauf und bergab geritten. Es wird auch getrabt und galoppiert, aber meist nur kurze Abschnitte. Das Hof-Programm ist also ideal für ReiterInnen, denen ganztägige Wanderritte zu anstrengend sind und die sich auf dem Pferd entspannen und die Natur genießen wollen.

Und die Natur ist wirklich spektakulär, mit traumhaften Aussichten, weitläufigen Feldern, Seen, Bächen und Quellen. Einige der Trails erfordern vielleicht etwas Schwindelfreiheit, aber wenn man seinem Pferd vertraut sind sie absolut kein Problem (wir hatten eine Teilnehmerin mit Höhenangst, die sich wunderbar geschlagen hat).

Das Sightseeing & Rahmenprogramm

Die Region hat eine unglaublich reiche Geschichte und Kultur, deshalb gibt es unzählige spannende Orte zu besuchen. Wir waren in den altertümlichen Dörfern Prizzi und Palazzo Adriano, haben ein Museum für griechische Ausgrabungen besucht, durften lernen, wie man die typische Pizza der Region und süße Cannoli backt, hatten eine kleine Weinprobe und besuchten die Künstlerfarm Teatro Andromeda und das Kloster der Heiligen Rosalia bei Santo Stefano Quisquina.

Francesco und sein Team sind wunderbare Gastgeber und stolz diese schöne – und touristisch weitgehend unerschlossene – Region zu zeigen. Wir haben uns sehr willkommen und als Teil der Gemeinschaft gefühlt und nicht nur als einer von vielen Gästen.

Das Yoga

Auf dieser Tour wurde der Yogaunterricht von Cristina, einer Ashtanga-Yogalehrerin übernommen. Jeden Morgen hat sie uns mit passenden Übungen für Reiter gelockert und auf den Tag im Sattel vorbereitet (ich bin mir sicher wir hätten alle ohne das Yoga mehr Muskelkater gehabt).

Sie hat den Unterricht so der Gruppe angepasst, dass jeder basierend auf seinem Stand bestens gefördert wird.

Aber nicht nur Stretching stand auf dem Programm, sondern auch entspannendes Yin-Yoga – und hätten wir mehr Zeit gehabt auch noch Meditation.

Mein Fazit

Ich hatte eine wirklich wunderbare Woche bei Sikani Horse Trek. Das Yoga & Reiten Programm ist eine perfekte Mischung aus Ausritten, Sightseeing und Yoga. Francesco und sein Team haben uns von Anfang an wie Freunde empfangen und man hat gemerkt, wie viel Freude sie daran haben ihre Region zu zeigen.

Das Programm ist ideal, wenn Du:

  • 3-5 Stunden im Sattel völlig ausreichend findest und lieber entspannt unterwegs bist
  • einen authentischen und einzigartigen Einblick in die sizilianische Kultur möchtest
  • Dich mit Yoga entspannen und Deinen Sitz verbessern willst
  • Wert auf ausgeglichene, tausendprozentig sichere Pferde legst
  • richtig gut sizilianisch Essen möchtest
  • vielfältige Berglandschaften vom Pferderücken aus entdecken möchtest

Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Programm bei Francesco als gemeinsame Reise anbiete. Mehr Infos zu von mir begleiteten Programmen findest Du hier (da werde ich auch immer die aktuellen Daten veröffentlichen, sobald sie feststehen).

Und wenn Du mehr auf Wanderritte mit wechselnden Unterkünften und vielen Stunden im Sattel stehst: Francesco arbeitet gerade an einem Programm vom Meer in die Berge (ähnlich wie in meiner Doku gefilmt), das ich nächstes Jahr auch gerne begleiten möchte. Wenn Du Interesse hast bei einem der Programme dabei zu sein, dann schreib mir gerne eine Email an christina@herzenspferd.de

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2 Kommentare

    • Hi Stephanie,

      hier findest du alle Infos zur von mir begleiteten Reise: https://herzenspferd.de/reiterreise-sizilien/
      Die Termine für 2023 stehen noch nicht, werden aber in den nächsten Wochen kommen.

      Alternativ kannst du für Termine unabhängig von mir auch direkt bei Francesco von Sikani Horse Trek anfragen: info@sikanihorsetrek.com (Am besten auf Englisch, er hat zwar eine deutsche Mitarbeiterin, aber ich weiß nicht, ob sie die Emails liest).

      Liebe Grüße,
      Christina

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