5 Mythen rund um Pferde und Reiten – und ob sie wirklich wahr sind!

Dieser Artikel enthält werbende Inhalte. Mehr dazu liest Du hier!

Es gibt so einige Aussagen und „Mythen“ rund um’s Reiten und Pferde. Die 5 häufigsten – und ob sie denn wirklich wahr sind – habe ich hier zusammengefasst. Wenn Du also wissen willst, ob Pferde wirklich eine dickere Haut haben und weniger Schmerzen spüren als Menschen, ob es gefährlich ist, das Pferd mit Gebiss fressen zu lassen, ob ein schäumendes Maul immer auch bedeutet, dass das Pferd wirklich entspannt ist, ob Pferde direkt nach dem Reiten trinken dürfen und ob kaltes Abspritzen nach dem Training zum Kreuzverschlag führt, bist Du hier richtig! (Du willst das Ganze lieber lesen? Dann lies einfach hier unter dem Video weiter, da habe ich alle Infos zusammengefasst):

1. Haben Pferde eine dickere Haut als Menschen und spüren weniger Schmerzen?

Nein! Eine Gruppe australischer Wissenschaftler hat endgültig festgestellt, dass Pferde genauso viele Nervenenden in ihrer Haut haben wie Menschen auch – und genauso viel Schmerz empfinden (wenn sie z.B. mit einer Gerte geschlagen werden). Die obere Hautschicht, die für das Schmerzempfinden entscheidend ist, ist außerdem nicht dicker als beim Menschen.

Die Ausrede „Ach, Pferde haben eine dicke Haut, denen tut ein ordentlicher Klaps mit der Gerte nicht weh“ gilt also definitiv nicht!

2. Bekommen Pferde vom kalt Abspritzen nach dem Training Kreuzverschlag?

Ich kenne aus meinen frühen Reitertagen noch die Aussage, dass man das Pferd nach dem anstrengenden Training nicht kalt abduschen soll, weil die Gefahr eines Kreuzverschlags besteht.

Auch diese Aussage wurde mittlerweile von US Forschern wiederlegt. Sie haben Tests mit Rennpferden durchgeführt und konnten feststellen, dass das kalte Abduschen nach dem Training sogar bei der Regeneration hilft. Es ist dabei aber wichtig, dass man mit dem Abduschen an den Beinen beginnt und sich langsam hocharbeitet, damit das Pferd sich an die Temperatur gewöhnen kann (also auf keinen Fall mit dem kalten Wasserstrahl direkt auf den Rücken zielen).

3. Dürfen Pferde nach dem Training direkt trinken?

Mir hat man immer erzählt, dass das Pferd nach dem Training nicht direkt trinken darf, weil sonst die Gefahr einer Kolik besteht. Ich habe darüber schon mit diversen Tierärzten gesprochen und alle sind sich einig: das ist so nicht richtig.

Pferde dürfen nach dem Training so viel trinken wie sie wollen, man sollte nur darauf achten, dass das Wasser nicht eiskalt ist und dass das Pferd nicht zu schnell trinkt. Um das schnelle Trinken zu verhindern, kann man etwas Heu auf die Wasseroberfläche legen oder das Pferd mit Gebiss im Maul trinken lassen.

Auf längeren Reittouren sollte man dem Pferd auch zwischendurch mal Wasser anbieten (gerne auch an Bächen oder Seen – nicht aus Pfützen!), damit es gar nicht so einen brennenden Durst bekommt.

4. Ist es gefährlich das Pferd mit Gebiss fressen zu lassen?

Immer wieder höre ich die Aussage, dass man das Pferd auf keinen Fall mit Gebiss fressen lassen soll, weil sich das Gras dann verklumpt und es eine Schlundverstopfung geben kann oder das Pferd sich verschluckt und eine Lungenentzüdung bekommen könnte.

Auch diese Aussage ist so nicht richtig und man kann sein Pferd durchaus mal mit Gebiss fressen lassen. Ich persönlich bin trotzdem dagegen, denn ich möchte, dass mein Pferd lernt: Wenn das Gebiss drin ist, ist keine Fressenszeit, sondern es wird trainiert oder wir sind auf dem Weg irgendwohin. Wenn ich mein Pferd fressen lassen will, bekommt es ein Halfter angezogen. So lernt es erst gar nicht das Gebiss mit Fressen zu verknüpfen und ich mache es mir mit der Futtererziehung etwas einfacher.

Zusätzlich veursacht das Gras fressen mit Gebiss eine ziemliche Sauerei (grüner Sabber und Grasreste überall) und macht dann mehr Arbeit beim Reinigen des Gebisses. Reinigst Du das Gebiss nicht gründlich genug, kann angetrockneter Dreck schnell unangenehme Kanten bilden, die im empfindlichen Pferdemaul Schmerzen verursachen.

5. Bedeutet viel Schaum am Pferdemaul beim Reiten, dass das Pferd entspannt und losgelassen ist?

Es hieß früher immer: Je mehr das Pferdemaul schäumt, desto besser und desto besser ist das Pferd geritten und entspannt.

Das stimmt so leider nicht! Produziert das Pferd beim Reiten viel Schaum, ist das sympathische Nervensystem aktiv, das – vereinfacht gesagt – für Stress und Leistung zuständig ist. Das heißt ein stark schäumendes Pferd ist nicht entspannt, sondern gestresst und/oder muss gerade große Leistung bringen.

Gut ist Schaum nur dann, wenn eine ganz feine Schaumbildung auf der Unterlippe zu sehen ist, bei einem entspannt geschlossenen Maul.


Welche Pferdemythen kennst Du? Oder gibt es Aussagen, von denen Du schon immer mal wissen wolltest, ob sie wirklich stimmen? Schreib sie mir in die Kommentare!


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Christina

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Vor über 30 Jahren saß ich zum ersten Mal auf einem Pferd.
Seitdem habe ich viel erlebt und gelernt, hatte Erfolge und
Misserfolge, bin gestürzt und wieder aufgestiegen.
All diese Erfahrungen und mein Wissen aus vielen Jahren mit unterschiedlichsten Pferden teile ich hier mit Dir – natürlich immer
fair & pferdefreundlich.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel!
    LG Rahel

    Antworten
  2. Vielen Dank für die wundervollen Anregungen und Inspirationen … ——Pferde habe ich von Kindheit auf geliebt …der rohe Umgang (in Reitställen, im Pferdesport, aber auch von vielen Pferdebesitzer) mit den sensiblen Tieren war mir stets zuwider. Es ist so gut, dass langsam ein Umdenken stattfindet und zumindest ein kleiner Teil – echte Pferdefreunde – dies erkennt und auch im Umgang berücksichtigt: Das Pferd war immer ein guter Partner des Menschen – jetzt ist es an uns, diese Liebe zurückgeben. LG Sabine

    Antworten

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