Abgestumpftes Pferd

Ich glaube jeder Reiter kennt sie: Pferde, die sich auf den Zügel legen oder nur schwer anzutreiben sind.

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“Der ist eben hart im Maul” oder “Der ist eben faul”, sind dann Sätze die man hört.

Meistens – aber nicht immer – sind es Schulpferde die mit der Zeit immer unsensibler auf die Reiterhilfen reagieren. Sie haben systematisch und unbewusst von vielen inkonsequenten Reitern beigebracht bekommen, dass sie auf die Hilfen nicht reagieren müssen.

 

Warum wird ein Pferd stumpf?

Stell Dir vor, Du gehst mit einem Freund spazieren. Ihr habt verabredet, dass ihr nicht miteinander redet, sondern dass Dein Freund Dich antippt, wenn ihr schneller gehen wollt.

Wenn Dein Freund Dich also antippt, wirst Du schneller. Am Anfang hört Dein Freund dann auch sofort auf zu tippen – Du hast ja schließlich reagiert. Alles ist gut.

Beim nächsten Mal Antippen wirst Du brav wieder schneller. Dein Freund tippt aber weiter. Also wirst Du noch schneller. Er tippt immer noch weiter und hört einfach nicht mehr auf. Irgendwann kannst Du nicht mehr und wirst langsamer.

Und weiter geht die Tipperei. Du bist immer genervter und denkst Dir “ich bin doch nicht blöd, wenn er auch nicht mit dem Tippen aufhört wenn ich schneller werde kann ich mir die Anstrengung ja sparen”. Entweder wird Dein Freund irgendwann müde und hört auf zu tippen – was für Dich nochmal bestätigt, dass Du ihn einfach nur lange genug ignorieren musst – oder er wird Dich härter antippen.

Das härtere Tippen bringt Dich vielleicht nochmal dazu schneller zu werden – schließlich ist das unangenehm. Aber Dein Freund hört immer noch nicht damit auf.

Am Ende lernst Du: egal was Du tust, das nervige Tippen geht nicht weg. Dann kannst Du auch genauso gut nicht darauf reagieren, das spart Dir Anstrengung.

Ganz genau so werden Pferde stumpf. Sei es nun der permanent klopfende Schenkel oder die ständig ziehende Hand am Zügel. Wenn Du die richtige Reaktion Deines Pferdes nicht durch nachgeben oder aussetzen der Hilfen belohnst, wird es lernen Deine Hilfen zu ignorieren!

 

Gesundheitliche Probleme?

Nicht nur dauerhafte Hilfengebung kann ein Pferd abstumpfen. In manchen Fällen können auch körperliche Probleme wie Blockaden oder Verspannungen ein Grund sein, wieso das Pferd nicht mehr vorwärts geht oder auf Hilfen nicht reagiert. Du solltest also als erstes immer überprüfen lassen, ob Dein Pferd gesund ist (Blockaden, Verspannungen, Zahnprobleme, Hufprobleme, etc.) und die Ausrüstung (Sattel, Zaumzeug) passt. Erst wenn das in Ordnung ist, kannst Du ans Training denken.

 

Was also tun um das Pferd wieder zu sensibilisieren?

Am Besten ist es natürlich, Du lässt es erst gar nicht soweit kommen.

Das bedeutet: wenn Dein Pferd macht was Du willst – auch wenn es nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist – mit den Hilfen aufhören. Und zwar sofort! Das zeigt Deinem Pferd, dass es richtig reagiert hat. Oder würdest Du einen Freund – wie im Beispiel – ständig weiter antippen auch wenn er richtig reagiert? Vermutlicht nicht!

Wenn es aber schon zu spät und Dein Pferd unsensibel ist, solltest Du Zeit und Geduld mitbringen.

Beispiel Pferd reagiert nicht auf Schenkelhilfen:

Lesetipp: Auf Hippovital.at gibt es einen sehr lesenswerten Artikel über die Wirkung der Schenkelhilfen und warum es wenig Sinn macht Sporen zum Treiben einzusetzen.

Als erstes solltest Du Dich einmal ehrlich selbst begutachten: hast Du Dir angewöhnt permanent mit den Schenkeln zu klopfen? Oder klammerst Du mit den Beinen? Wenn man ein unsensibles Pferd hat schleichen sich solche Verhaltensmuster sehr schnell ein!

Es ist gar nicht so einfach sich so etwas wieder abzugewöhnen. Versuche Dich ständig selbst daran zu erinnern. Und/oder nimm Dir jemanden zum Reiten mit, der Dich immer wieder daran erinnert.

Erst wenn Du Dir Deiner eigenen Probleme bewusst bist solltest Du mit Deinem Pferd arbeiten.

Fange immer mit einer feinen Hilfe an. Die meisten Reiter starten schon mit viel zu starken Hilfen. Ein Pferd spürt eine Fliege auf seinem Fell, es wird auch sehr feinen Schenkeldruck spüren.

Es versteht sich von selbst, dass Du nicht gleichzeitig am Zügel ziehst und treibst! Zügel- und Schenkelhilfen sollten immer getrennt voneinander gegeben werden.

Reagiert Dein Pferd nicht, gebe die feine Schenkelhilfe erneut und unterstütze sie, indem Du das Pferd mit der Gerte antippst. Du kannst auch versuchen, die Gerte ans Pferd zu legen und mit der Hand vibrieren zu lassen. Das ist für die meisten Pferde ein ungewohntes Gefühl und sie reagieren eher darauf als auf das Antippen.

Wenn Dein Pferd reagiert – auch wenn es nur minimal ist – musst Du es sofort durch aussetzen der Hilfen belohnen. Je schneller Du reagierst desto besser!

Es ist unheimlich wichtig, dass Du sehr aufmerksam bist und erkennst wenn Dein Pferd reagiert. Überspitzt gesagt: Du musst schon belohnen, wenn Dein Pferd nur vorwärts denkt.

Gleichzeitig darfst Du aber nicht aufhören, bevor Dein Pferd nicht eine Reaktion gezeigt hat. Ansonsten bringst Du ihm wieder bei, dass es Dich nur lange genug ignorieren muss um seine Ruhe zu haben. Denke an das Beispiel mit dem Spaziergang und dem tippenden Freund!

Auf diese Art musst Du nun weiterüben. Wenn Du geduldig, diszipliniert und konsequent bist wird Dein Pferd mit der Zeit wieder sensibler werden.

Ich will Dir nichts vormachen, es wird dauern und anstrengend sein, denn Du musst Dich auch konzentrieren und konsequent sein wenn Du vielleicht gerade nur gemütlich durch den Wald reiten willst. Aber ein sensibles, fein reagierendes Pferd ist jede Mühe wert!

Und bei manchen Pferden geht es dann auch ganz schnell – wenn man klar und konsequent mit ihnen umgeht.

 

Beispiel Pferd ist “hart” im Maul:

Lesetipp: Hier und Hier gibt es Teil 1 und 2 eines wunderbaren und ausführlichen Artikels zum Thema “wie bekomme ich eine weiche Hand” – absolut lesenswert!

Das Prinzip ist hier das gleiche wie bei den Schenkelhilfen.

Fange mit feinen Hilfen an und belohne jede noch so kleine Reaktion in die richtige Richtung durch deutliches Nachgeben.

Nehmen wir mal das Beispiel Dein Pferd legt sich beim Durchparieren auf den Zügel. Ich gehe davon aus, dass Du nicht nur am Zügel ziehst, sondern auch ein Stimmkommando gibst und das Becken abkippst.

Gebe das Stimmkommando unbedingt bevor Du die Zügel annimmst. Wenn Du das oft genug tust wird Dein Pferd lernen, dass es nach dem Kommando immer langsamer werden soll und Du kannst die Zügel irgendwann vielleicht ganz weglassen.

Du hast also das Stimmkommando gegeben, Dein Becken abgekippt und die Zügel sanft aufgenommen. Wenn Dein Pferd nicht reagiert darfst Du die Zügel stärker aufnehmen. Sobald eine Reaktion kommt musst Du aber unbedingt schnell und deutlich nachgeben und das Pferd damit belohnen!

Auch hier ist wieder wichtig, dass Du erst nachgibst, wenn auch wirklich eine Reaktion kommt. Gibst Du vorher nach lernt Dein Pferd wieder, dass es nur lange genug gegenziehen muss. Du würdest es also durch zu frühes Nachgeben nur noch unsensibler machen.

Um das Durchparieren zu üben kannst Du viele Übergänge zwischen den Gangarten oder zwischen Schritt und Halt ins Training einbauen. Je nachdem wie schnell Dein Pferd lernt wirst Du vielleicht schon nach den ersten Tagen große Unterschiede bemerken.

 

Fazit

Ein abgestumpftes Pferd wurde immer vom Menschen so gemacht.

Ob Du es nun selbst warst oder ob Du Dein Pferd schon so gekauft hast: es kann nichts dafür! Deshalb hat Wut auf das Pferd hier – wie immer – nichts verloren.

Stattdessen solltest Du mit Geduld, Konsequenz und Einfühlungsvermögen daran arbeiten, Dein Pferd wieder zu sensibilisieren. Denn dann werdet ihr beide deutlich mehr Spaß miteinander haben.

Auch für Reiter, deren Pferde sensibel sind, ist es wichtig, dass sie immer darauf achten das Pferd für richtiges Verhalten zu belohnen und nicht abzustumpfen. Stattdessen sollte man danach streben, die Hilfen noch feiner zu geben.

Denke immer an das Beispiel: Würdest Du einen Freund, mit dem Du nicht reden kannst, weiter antippen obwohl er das Richtige macht? Nein? Dann solltest Du das mit Deinem Pferd auch nicht tun.

 

 

Wie sieht es bei Deinem Pferd aus? Sensibel oder eher stumpf? Oder hast Du vielleicht Dein Pferd von einem stumpfen zu einem sensiblen gemacht? Erzähl’s mir!

*Auch hier möchte ich wieder darauf hinweisen, dass ich kein professioneller Trainer bin und jeder meine Empfehlungen auf eigene Gefahr durchführt. Ich empfehle immer einen erfahrenen Trainer vor Ort hinzuzuziehen! *

 

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22 KOMMENTARE

  1. Hallöchen;)

    Ich muss da nun doch auch etwas zu sagen. Denn meiner(inzwischen 16) reagiert nicht mehr am Schenkel sobald er den Hals fallen lässt und den Rücken aufmachen soll…. weil er nicht kann….daher… bevor ihr euch fragt, ob euer Liebling Schenkel und/oder zügellahm ist, solltet ihr euch fragen, ob muskuläre und/oder orthopädische Probleme vorliegen, der Sattel passt und ihm sonst nichts schmerzen macht!

    Denn ich versuche seit 3 Jahren einen ostheo an mein Pferd zu kriegen… was nicht ging, weil er sich im Abstand von 2-4 Wochen die Eisen gezogen hatte… Resultat war dass der Huf massiv über die Zeit an Substanz verlor und meiner dann richtig aua Füße hatte! Selbst auf dem weichen hallenboden war das laufen eine Tortur für ihn…
    Zitat vom ostheo letztes Jahr nach der ersten Begutachtung: also…. ich kann dir den schon behandeln, aber das ist nichts, was länger als ein paar Tage hält… dem tun die Füße weh, die verspannung(die im übrigen Blockaden begünstigen, verschlimmern und auslösen kann!) geht von den Wehen Füßen (vorne…) über die Schulter in Hals und rücken und schlußendlich will er hinten nicht mehr Lasten… denn je mehr er hinten trägt, umso mehr kommt er vorne mit dem Füßen vom Boden weg und hat beim Auftritt mehr Druck auf der Sohle.

    Nun endlich nach 2 Jahren sind wir soweit, dass bald der ostheo kommen kann. Die haltung hab ich umgestellt, er schläft nachts drinnen, das Futter umgestellt, drei verschiedene Beschläge probiert und und und und…
    mein Liebling möchte gerne, aber er kann nicht, weil die blockade(n) verhindern, dass er die Kruppe senken und weiter unter den Schwerpunkt treten kann. Somit versucht er vorne zu stützen, ist im Genick fest usw., lässt sich partout nicht mehr treiben und die Liste ist noch länger…

    Was ich damit sagen will, ist, dass nicht jedes Pferd, was schlecht am Schenkel zieht, ein reitergemachtes Problem hat. Einfach eine Blockade im Rücken, Muskelkater vom letzten Training oder schlicht ein schlecht gemachter Beschlag, unpassender Sattel, unpassendes Gebiss… all das können Gründe sein, warum ein Pferd sich unwillig zeigt… ich erlebe es recht häufig, dass Pferde nach einem ostheopathen Besuch plötzlich wieder am Schenkel ziehen, den Rücken aufmachen und traben wie junge götter! Deshalb würde ich immer dazu raten, erst alles andere abzuklären und erst wenn da nichts ist, mit Der sensibilisierenden Arbeit zu beginnen.
    Versucht euch mein Beispiel mal auf den nicht redenden Freund, der euch ständig antippt zu projizieren! Euch tut der Fuß weh oder ihr habt Rückenschmerzen…. und er fordert dass ihr vorwärts geht und zwar flotter. Aber eure schmerzen verhindern, dass ihr darauf reagieren könnt.
    Christina, ich finde deine Artikel sehr gut, ich wollte nur nochmal auf mögliche Problematiken eingehen, die aufgrund von körperlichen Beschwerden eine schenkelignoranz auslösen können;) das war mir wichtig, weil meiner leider so lange alles versteckt, bis er es zeigen muss… und ich übertreibe nicht wenn ich sage, das Pferd könnte Schauspieler sein. naja, ich wollte etwas hilfreiches beitragen und andere pferdebesitzer dazu anhalten, nicht über mögliche Schmerzen hinwegzu arbeiten.

    Aber herzlichsten dank an Christina;) du hast die wesentlichen Dinge erfasst und eine Lösungsmöglichkeit angeboten;)

    Ganz liebe Grüße
    Nici

    • Hallo liebe Nici,

      da hast du natürlich völlig recht! Für mich ist das Abchecken des Gesundheitszustands so selbstverständlich, dass ich es nicht mehr dazugeschrieben habe – das hole ich gleich nach, denn es ist ein unheimlich wichtiger Punkt. Danke, dass du drauf hingewiesen hast =)

      Deine Geschichte klingt nach einem langen, anstrengenden Leidensweg. Ich hoffe und drücke fest die Daumen, dass ihr die Probleme deines Pferdes vollständig in den Griff bekommt!

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Bin gerade auf den Artikel gestoßen und muss sagen, dass es absolut stimmt. Man muss sich immer wieder daran erinnern, die Hilfen dann auszusetzen wenn es vorwärts geht. Den Schenkel wieder sensibel machen. Meine RB habe ich am Anfang als ich das erste Mal draufsaß ohne sporen geritten. Es war ein Kampf. Die Besitzerin meinte, die kannst du nur mit Sporen reiten. Das Pferd ist zwar ein ehemaliges Schulpferd, aber schon vier Jahre da raus. Mit sporen ging es. Mühsam, aber besser. Inzwischen sind wir so weit, dass ich ohne Sattel ohne Probleme keine sporen und keine gerte brauche. Einfach nur weil ich ohne Sattel genug Einwirkung Durch den Sitz habe. Mit Sattel sind wir bei weitem noch nicht so weit, was meiner Meinung nach aber daran liegt, dass er nicht richtig passt. Dazu kamen die heißen Temperaturen der letzten Wochen, wodurch man doch lieber Baden war, als sich auf dem Pferd abzuquälen, welches bei den Temperaturen eh erstmal dichtmacht. Viele fangen auch zu früh mit Biegungen etc an. Ich merke, dass meine dann immer richtig eklig wird. Sie muss sich erst einmal auf gerader Strecke einlaufen. Mal ein Handwechsel, aber mehr noch nicht, bis sie locker ist und nach unten hin nachgibt. Dann kann man anfangen mit ihr zu arbeiten :) zur Belohnung geht’s dann immer noch eine Runde über den Deich zum abkühlen :) LG

    • Hallo Insa,

      ja, da hast du Recht, gerade am Anfang muss man sich immer wieder daran erinnern die Hilfen auszusetzen. Bis es anfängt besser zu werden braucht man wirklich viel Selbstdisziplin um sich nicht zum Dauertreiben verleiten zu lassen…
      Und dann muss man natürlich noch individuell auf das Pferd eingehen und herausfinden was gut klappt und was nicht. Schön, dass du solche Fortschritte mit deiner RB gemacht hast =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Hallo,
    Ich verstehe jeden deiner Sätze perfekt und kann alles sehr gut nachvollziehen, nur bei mir ist es so dass mein Pony im Gelände beim Galoppieren immer lospreschen möchte und wenn ich sie langsamer haben möchte die Hilfen gebe, einen schweren Sitz mache Lehnt sie sich total auf die Zügel.. Und mit total meine ich sehr doll (!) :( umso mehr ich die Zügel aufnehme desto mehr drückt sie dagegen an sie wird kein Stück langsamer und wenn ich sie nach langer Zeit endlich etwas langsamer bekomme und die Zügel wieder ein bischen länger lasse wird sie sofort wieder schnell.. Das kann schonmal bis zu 47 km/h werden und damit sehr gefährlich werden, wenn ich sie nicht durchpariert Kriege im Gelände :( ich weiß nicht was ich tun soll, vlt hast du ja eine Idee..
    LG Chiara :)

    • Hallo Chiara,

      schau mal hier habe ich schonmal darüber geschrieben, was man tun kann, wenn das Pferd durchgeht: http://herzenspferd.de/pferd-geht-durch-was-tun/
      Ziehe nicht gleichzeitig und permanent an den Zügeln, sondern lass zwischendurch immer mal wieder locker, ansonsten entwickelt sich das genau zu dem “Tauziehen”, das du beschreibst.
      Ansonsten ist es wichtig, dass du die Ursache dafür findest, warum dein Pferd durchgeht. Hat sie Schmerzen, passt der Sattel, sind die Zähne in Ordnung, etc.. Per “Ferndiagnose” im Internet kann ich dir da leider nicht helfen, ich empfehle dir, dir eine/n Trainer/in vor Ort zur Unterstützung zu holen =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  4. Egal was ich bisher von dir gelesen habe, alles großartig! Schön das du dir so viel Mühe machst und so tolle Artike anbietest. Einfach mal Danke , ich versteh wirklich alles, in der Theorie. In der Praxis bin ich noch auf einem langen Weg, aber egal. Schön ist es trotzdem.

    • Hallo Olivia,

      was für ein nettes Lob, vielen Dank! Darüber freue ich mich immer <3
      Ach, in der Praxis machen wir doch alle Fehler und sind nicht perfekt - aber es ist doch schonmal ein Vorteil wenn man theoretisch weiß wie es sein sollte ;-)

    • “…ich versteh wirklich alles, in der Theorie. In der Praxis bin ich noch auf einem langen Weg, aber egal. …”

      Hallo Olivia,
      das sind wir alle. Und oft ist auch einfach der Weg das Ziel.
      Das Beobachten, wie der Prozess immer besser wird.

      Beim Reiten ist man niemals fertig, so meine Erfahrung.
      Wir bleiben immer “auf dem Weg”, denn es gibt immer noch was Wichtiges zu lernen.
      Lass Dich nicht entmutigen.

      Liebe Grüße
      Silke

  5. Hallo zusammen…
    Nun habe ich heute morgen diesen Artikel hier gelesen…

    Was sind meine Erfahrungen dazu?
    Ich habe sehr lange gebraucht um die Erkenntnisse oben auf mein Hafitier anzuwenden.
    Denn man hatte mir von Anfang an beigebracht, dass es sich bei ihm um einen Büffel handelt.
    VIEL später habe ich über Bodenarbeit erkannt, dass er gar nicht stur ist, sondern mich genau und fein liest.
    So konnte ich diese Erkenntnis auch auf seinem Rücken anwenden und die Hilfengebung immer weiter minimieren. Was er mir mit kooperativer Mitarbeit dankte.
    Da Nachwuchstier hat ein eher hektisches Naturell, der “zündet” sofort. Ihn mit derart groben Hilfen zu reiten… Hm, ja: es handelt sich um ein Schulpferd, aber ein Junges.
    Der hatte auch schon abgeschaltet. Denn jeder “zieht” anders, nicht wahr.

    Ich denke, wir drei sind aber auf einem guten Weg in die saubere Kommunikation.
    Bei allen Abläufen, die mir nicht sicher geläufig sind, frage ich den alten Herrn, ob ich mal bei ihm üben darf. Er reagiert fein und sauber, wenn ich es richtig mach. Wenn nicht, lässt er mich verhungern.
    Und so kann ich das Gefühl zu unserem Lehrling mitnehmen.

    Der alte Mann ist für mich unschätzbar!
    Und natürlich: ohne jemand, der drüberschaut (also einen Trainer/Reitlehrer) geht sowieso GAR nichts.

    Ein schönen Tag wünsch ich Euch- und:

    Immer oben bleiben!

    • Hallo Silke,

      da hast du absolut recht, ein erfahrenes Pferd von dem man lernen kann ist Gold wert! Die Pferde sind sowieso die besten Lehrer…
      Schön, dass du so eine tolle Truppe hast, ich wünsche dir noch ganz viel Spaß und eine tolle Zeit mit ihnen =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  6. Hey :)
    Ich hab auch durch diverse Umstände und viele Stürze vom Pferd die Reitschulen gewechselt wie Unterwäsche. Auf der Suche nach einem Pferd das mir erstmal wieder Sicherheit im Sattel gibt und mich daran erinnert, was ich im Sattel kann statt weswegen ich immer gestürzt bin. Und plötzlich… da lief er. Einen Meter sechsundachtzig gestandenen Württemberger mit einem nicht mal zehnjährigen Mädchen im Rücken. Eine Seele von Pferd und trotzdem ist er “nur ein Schulpferd” – 18 Jahre alt und ein Schmusebär. Durch ihn lerne ich gerade in allen Gangarten und Gemütszuständen loszulassen. Den Hilfsriemen genauso wie meine Ängste. Er macht mich mutig und dafür danke ich ihm jedes Mal. Er ist als Schulpferd trotzdem nicht stumpf. Bei ihm kommt es nicht nur auf die Hilfen an – die Einstellung muss dazu passen. Wenn ein Reiter im Sattel unsicher ist, wird er um keinen Preis angaloppieren. Und DAS ist für mich ein Verlasspferd! Danke für deine Geduld, Serpico! :)

    • Huhu Melanie,

      das klingt ja nach einem wirklich tollen Pferd! (Puh, 1,86m, da bekäme ich glaube ich Höhenangst ;-) )
      Schön, dass ihr euch gefunden habt =)
      Ich finde viele Schulpferde auch großartig und habe Hochachtung vor ihrer Leistung! Ich wollte sie mit dem Artikel gar nicht schlecht machen, es war einfach nur ein Beispiel.

      LG

  7. Was auch vergessen wurde ..Junge Pferde müsssen erst lernen Druck nachugeben und sind daher auch anfangs “hart”. Oft wird dann die Schuld beim schlimmen Vorbesitzer oder Bereiter gesucht. Junge Pferde müssen erst nachgiebig und weich gearbeitet werden. Wenn unsichere Reiter oft im falschen Moment nachgeben wird das Pferd noch härter …weil es merkt..Aha ich muss nicht nachgeben sondern der Reiter gibt nach..
    Oft ein Teufelskreis…An dem kein schlimmes Vorleben Schuld ist sonder derjenige der oben sitzt und ständig im falschen Moment nachgibt oder fest klammert !
    Junge Pferde sind NICHT weich und nachgibeig- dies muss erarbeitet werden !
    Das hat nichts mit schlechten Erlebnissen zu tun ..-
    Pferde müssen auch am Boden lernen Druck nachzugeben !
    Viele Pferde haben dies nie gelernt …
    Der Grundf ist oft: Ängstliche Reiter , die dem Pferd “nicht weh ” tun wollen.
    Auch werden viele Pferde nur geradeaus geritten und dann wird sich gewundert warum das Pferd so fest ist. Pferde müssen biegsam gemacht werden bzw gearbeitet werden. So dass man Kontrolle über den gesamten Körper erhält..
    Denn Pferde sind nicht nur fest im Maul sondern am ganzen Körper.
    Nachigiebigkeit aller Körperteile musss erarbeitet werden !

    Leider wird dies immer öfter ausgeblendet …Pferde werden als komplett willig beschrieben ..und immer mehr Leute haben Probleme mit ihrem “unwilligem” Pferd…
    Pferde werden nicht als Reittiere geboren !
    Wir bilden sie dazu aus..Und nutzen sie dafür..Bzw. wollen und versuchen viele es.

    • Hallo Queen,

      absolut richtig!
      Wie soll ein junges Pferd auch wissen was wir von ihm wollen? Wir müssen es ihm zeigen!
      Auf Jungpferde wollte ich mit dem Artikel aber eigentlich gar nicht eingehen, die sind ja eine Sache für sich – und ich gehe davon aus, bzw. ich hoffe stark, dass jemand, der ein Jungpferd ausbildet sowieso schon weiß, worüber ich schreibe. Ansonsten hat er/sie nichts am Jungpferd verloren…

      Dass zu frühes Nachgeben kontraproduktiv ist habe ich im Artikel ja schon angesprochen.

      LG

  8. Manchmal braucht aber auch der Reiter jemanden, der ihn antippt. Ein dauernd stumpfes Pferd macht auch einen Reiter irgendwann stumpf. Gerade weil man nicht wütend werden will. Man muss an sich selber arbeiten, bevor man an “pferd” arbeitet… zusätzlich entsprechende Gymnastik hilft.

    Dauerndes Treiben macht ordentlichen Sitz unmöglich, ohne korrekten Sitz kommt man mit dem Treiben nicht durch…es braucht einen Reitlehrer, der den Reiter erstmal wieder reitfähig macht. Ich habe 2 Jahre versucht, mein Pferd zu motivieren…er ging einfach nicht vorwärts, er ist einfach stehen geblieben und stand. Egal was ich oben versucht habe.
    Schliesslich wurde dann von unten etwas nachgeholfen…das wirkte immer bis außerhalb der Reichweite der Longierpeitsche…dann stand er wieder.
    Ich habe vor vier Wochen den Stall gewechselt, es gibt einen anderen Reitlehrer, der mir im Grunde genau das sagt, was mir alle immer gesagt haben. Aber bei dem habe ich es irgendwie verstanden und ich erkenne mein Pferd nicht wieder seit 4 Wochen.
    Wieso bei dem plötzlich klappt, was 2 Jahre nicht geklappt hat…keine Ahnung, ich habe jetzt das Problem, daß ich nicht mehr ordentlich aussitzen kann, weil mir das Tempo…angeblich normaler Arbeitstrab…zu schnell ist, ich bin es nicht mehr gewöhnt und muss lernen, ihn jetzt nicht dauernd auszubremsen. Wenn man da keine Unterstützung bekommt, wird das arme Pferd irgendwann verzweifeln…es geht vorwärts und dem Reiter ist es plötzlich zu schnell. Also…nur mit der richtigen Unterstützung von unten durch einen guten Trainer kriegt man das geregelt. Und es braucht Geduld.
    Und die Einsicht, daß das Pferd nur das tut, was der Reiter ihm sagt. Wenn dieser sich nun wirr ausdrückt, beschliesst ein halbwegs intelligentes Pferd, erstmal gar nichts zu tun.
    Und trotzdem gibt es Pferde, die ein recht hohes Trägheitsmoment haben und andere, die leichter zünden. Das Pferd meiner Tochter geht einfach vorwärts, auch bei mir, meins ging auch mit meiner Tochter nicht.

    • Hallo Sabina,

      ich kann dir in allen Punkten absolut zustimmen – gut gesagt!
      Toll, dass du nun einen guten Reitlehrer gefunden hast und du und dein Pferd euch wieder “versteht”. Das mit dem Aussitzen wirst du auch noch hinbekommen!

      Ich bin sowieso der Meinung, dass man als Reiter immer Unterricht braucht, egal wie viel man schon kann. Man wird eben sehr schnell “Betriebsblind” und es schleichen sich Fehler ein, die man selbst nicht bemerkt. Ein zweites Paar Augen wirken da oft Wunder…

      LG

  9. Hallo Christina, stimmt völlig. Wenn man es reiterlich aber nicht hinkriegt sollte man es parallel auch am Boden klären, meistens sind stumpfe Pferde auch am Boden “stumpf” und fragen viel. Im übrigen, ich habe so ein Schulpferd gekauft, 18 Jahre alt und mit allen Wassern gewaschen sozusagen. Ein Traumpferd, um mal das Image der Schulpferde zu retten. Anfangs sind sie vielleicht so, aber die besten Lehrer und die dankbarsten Pferde, wenn sie nur noch 1 oder 2 Reiter haben und merken, daß man sich Mühe gibt, mit Ihnen zu lernen. Ich würde immer wieder ein Schulpferd kaufen. Ich habe noch ein junges Pferd gekauft und auch für sie war er der beste Lehrer bei allem was es draußen zu entdecken gab. Also kauft ruhigen Gewissens Schulpferde, sie verdienen das “ist ja ein Schulpferd”-Image nicht.

    • Hallo Simone,

      erst mal vom Boden aus zu klären ist ein toller Tipp, vielen Dank! Werde das noch in den Artikel mit aufnehmen.
      Ich finde Schulpferde auch toll. An einem ehemaligen Stall bin ich öfter mal die Anfängerpferde korrekturgeritten, es war der Wahnsinn was die alles drauf hatten wenn man sie mal aus ihrem Trott gelockt hat. Und sie sind dann richtig aufgeblüht und hatten unheimlich viel Spaß an der Sache =)
      Schön, dass du zwei so tolle Pferde hast!

      LG

  10. Hallo Christina,

    habe gerade Deinen neuen Artikel gelesen und finde die Vergleiche super. Klar stumpft man irgendwann auf diverse Reize ab, wenn der Erfolg ausbleibt – genau wie beim Menschen ! Nur dann demjenigen wieder sensibel zu machen, ist eine schwere Aufgabe. Doch ich denke auch, dass mit viel Einfühlungsvermögen und vor allem Geduld auch so etwas zu meistern ist.

    • Hallo Volker,

      vielen Dank, ich finde mit einem guten Vergleicht erklärt sich’s besser ;-)
      Ja, es ist nciht einfach ein Pferd wieder sensibel zu machen. Aber es lohnt sich. Und bei manchen geht es dann doch schneller als man denkt.

      LG

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