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Pferde sind generell freundliche Tiere und wollen ihren Menschen nicht weh tun. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass man es bei einem Pferd mit einem großen und schweren Fluchttier zu tun hat, das einen verletzten kann – auch wenn es das nicht möchte. Hufe auf den Zehen, durch den Strick verbrannte Hände oder das Abstreifen an der Boxentür hat wohl jede/r Pferdebesitzer/in mal erlebt. Das muss aber nicht sein!

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Wie Du mit Deinem Pferd möglichst sicher umgehst und Unfälle vermeidest, erzähle ich im Video (Du willst das Ganze lieber lesen? Dann lies einfach unter dem Video weiter, da habe ich alle Infos zusammengefasst):

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1. Das Pferd erziehen

Erziehung ist ein absoluter Grundpfeiler der sicheren Interaktion zwischen Pferd und Mensch. Unarten wie Beißen, Treten, Losreißen und Rempeln sollten sich gar nicht erst festsetzen, denn hat das Pferd sie mal erlernt, sind sie oft nur schwer wieder loszuwerden.

Dabei muss Erziehung nicht mal streng und autoritär sein, es reicht normalerweise ein konsequentes Setzen von klaren Regeln im Umgang und gegenseitiger Respekt.

2. Führtraining

Führtraining ist auch ein Teil der Erziehung, trotzem ist es für mich nochmal eine eigene Erwähnung wert. Viele unangenehme und potenziell gefährliche Situationen lassen sich vermeiden, wenn das Pferd sich gut führen lässt und auf seinen Menschen achtet.

Ich möchte beim Führen, dass das Pferd auf Fingerzeig oder Körpersprache losläuft, stehen bleibt, rückwärts geht und ich es problemlos auf beiden Seiten, hinter und vor mir führen kann. Das ist besonders hilfreich, wenn man durch enge Gänge oder Türen geht (schonmal mit einem Pferd zu tun gehabt, das sich gleichzeitig durch die Boxentür quetscht? Sehr unangenehm!).

Genauso möchte ich, dass es mir beim Wanderritt auf engen Pfaden nicht in die Hacken tritt oder ich es ständig hinter mir herziehen muss.

3. Handschuhe tragen

Habe ich einen Führstrick, ein Rope oder eine Longe in der Hand, trage ich Handschuhe. Es kann auch beim bravsten Pferd passieren, dass es sich erschrickt und einen Satz zur Seite macht – und wenn einem dann der Strick durch die nackten Finger rutscht, hat man schneller die Hand verbrannt als man loslassen kann.

4. Strick/Longe richtig halten

Den Strick oder die Longe sollte man nie um die Hand, den Arm oder die Hüfte wickeln, sondern immer so halten, dass man ihn problemlos loslassen kann. Springt das Pferd weg und wickelt sich der Strick um die Hand, können üble Quetschungen die Folge sein.

5. Pferd nicht nur am Halfter führen

Wer kennt es nicht, das Halfter ist da, der Strick aber nicht zu finden. Und dann denkt man sich, man könnte das Pferd doch schnell einfach nur mit der Hand im Halfter auf die Koppel führen. Das kann viele Male gut gehen, aber auch hier besteht die Gefahr, dass man mit den Fingern im Halfter hängen bleibt, wenn das Pferd einen Satz zur Seite macht oder sich losreißen will. Wer seine Finger behalten will, sollte dann doch besser nach einem Strick suchen.

6. Beweg Dich beim Führen zwischen Deinem Pferd und der Gefahr

Beim Führen achte ich immer darauf, dass ich nicht im Fluchtweg meines Pferdes laufe. Das heißt wenn ich an einer Kuhkoppel vorbeigehe und mein Pferd hat Angst vor Kühen, laufe ich zwischen den Kühen und meinem Pferd. Das gibt ihm einerseits Sicherheit und andererseits springt es nicht auf mich drauf, wenn es sich vor den Kühen erschrickt (Selbstverständlich sollte man zusätzlich daran arbeiten dem Pferd die Angst vor den Kühen zu nehmen).

Auch an der Straße laufe ich so, dass ich zwischen meinem Pferd und den Autos bin.

7. Drehe Dein Pferd am Weidetor um

Eine sehr alte Regel, aber durchaus hilfreich: Wenn Du Dein Pferd auf die Koppel bringst, dann drehe es zu Dir und dem Tor um, bevor Du es loslässt. Dann hast Du ausreichend Zeit etwas Platz zu machen, wenn Dein Pferd dazu neigt wild buckelnd auf die Koppel zu rennen. Üblicherweise sollte Dein Pferd Dich auch da nicht treten, weil es weiß wo Du stehst und wie seine Reichweite ist, aber man weiß ja nie.

8. Binde Dein Pferd nur an sicheren Stellen an

Sicher bedeutet hier vor allem Anbindestellen, die das Pferd nicht abreißen kann. Boxentüren, wackelige Zäune und dünne Äste sind meistens keine gute Idee. Wer schonmal ein panisches Pferd gesehen hat, das einen halben Zaun hinter sich herzieht, wird seine Anbindeplätze in Zukunft sehr sorgfältig aussuchen.

Sicher bedeutet auch, dass Dein Pferd sich nicht in der Umgebung der Anbindestelle verletzen kann (herumliegendes Equipment, rutschiger Boden, herausstehende Nägel oder Balken, etc.). Da kann man auch schonmal übervorsichtig sein, ich habe ein Pferd gekannt, dass sich mit einem Huf in einer Feuerleiter an der Hauswand verhakt hat…

9. Pferde nicht zu nah aneinander anbinden

Pferde, die sich nicht verstehen, sollte man natürlich nicht zu nahe aneinander anbinden. Aber auch Pferde, die sich verstehen, sollten etwas Sicherheitsabstand bekommen, damit sie sich nicht in ihren Stricken verheddern können, wenn sie sich z.B. beschnuppern oder kraulen.

Müssen die Pferde doch mal dicht angebunden werden (z.B. auf einem Wanderritt), sollte man sie zumindest im Auge behalten.

10. Sicherheitsknoten nutzen

Zum Anbinden solltest Du immer einen Sicherheitsknoten nutzen, den Du auch unter Zug einfach mit einer Hand öffnen kannst. So kannst Du Dein Pferd im Notfall schnell befreien ohne am Knoten rumfummeln zu müssen.

11. Passendes Equipment

Passendes und gepflegtes Equipment ist eine gute Vorbeugung von Unfällen. Deshalb regelmäßig kontrollieren ob das Halfter gut sitzt und noch ganz ist, der Sattelgurt, die Bügelriemen, die Zügelsnaps (da ist mir mal einer im Galopp im Wald aus der Verankerung gerutscht), die Regendecke, etc…

12. Stall auf Gefahren überprüfen

Pferde sind wahre Meister darin Stellen zu finden, an denen sie sich verletzen können. Deshalb solltest Du regelmäßig den Stall nach möglichen Verletzungsquellen untersuchen: Herausstehende Nägel oder Holzsplitter, herumliegende Mistgabeln und Besen, Kabel und Strohband, rutschige Böden und Löcher – die Möglichkeiten sind (leider) fast unbegrenzt.

13. Trage feste Schuhe

Es ist verlockend im Sommer “mal schnell” mit den FlipFlops an den Stall zu gehen. Aber ich hatte schon genug Pferde auf dem Fuß stehen, um auch bei höchsten Temperaturen feste Schuhe anzuhaben, wenn ich zum Pferd gehe. Deine Füße werden es Dir danken.

14. Setze Dich nicht neben Dein Pferd

Du solltest immer in einer Position sein, aus der Du möglichst schnell von Deinem Pferd wegkommst. Selbst das bravste Pferd, das seinem Menschen niemals etwas böses will, kann auf Dich drauf springen, wenn es im Schreckmoment vergisst, dass Du neben ihm sitzt.

15. Halte Deinen Kopf nicht unter’s Pferd

Achte darauf, dass Du beim Putzen, Satteln und Co nicht mit Deinem Kopf in Reichweite der Pferdehufe kommst. Gerade im Sommer treten die Pferde gerne mal nach den Fliegen unter ihrem Bauch – da sollte dann nicht Dein Kopf dazwischen sein!

16. Achte auf die Signale Deines Pferdes

Viele Unfälle oder gefährliche Situationen können vermieden oder rechtzeitig unterbrochen werden, wenn Du auf die Signale Deines Pferdes achtest und lernst sie zu verstehen. Pferde können sehr subtil sein, aber meistens zeigen sie schon vorher, wenn ihnen etwas nicht geheuer ist.

17. Achte immer auf Deine Umgebung und bleib aufmerksam

Gerade wenn man schon länger mit Pferden zu tun hat, neigt man schnell dazu, unaufmerksam zu werden. So habe ich mal einen Tritt auf der Koppel abbekommen, der gar nicht für mich gedacht war, weil ich zwischen zwei streitende Pferde gelaufen bin. Eine schmerzhafte Lektion für mich, aber sehr einprägsam. Im Umgang mit Pferden sollten wir uns immer unserer Umgebung und der Pferde in ihr bewusst sein.

Du hast noch mehr Tipps für die Sicherheit beim Umgang mit dem Pferd? Schreib sie in die Kommentare!

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