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„Willkommen an der Ostsee“

Mit diesen Worten im Ohr reiten wir den Dünenkamm hinauf und eine salzige Brise weht uns um die Nasen. Vor uns erstreckt sich nicht nur die Ostsee, sondern auch ein wunderbar menschenleerer Strand, der sich endlos in die Ferne zu erstrecken scheint. Ein eindeutiger Vorteil des bewölkten Wetters: Es sind nur sehr wenige Fußgänger unterwegs und wir können mit den Pferden ungestört durch die Wellen planschen.

Es ist der 1. Oktober und somit die Eröffnung der Strandreitsaison an der Ostsee in Mecklenburg Vorpommern. Bis Ende April kann man hier die Strände zu Pferd besuchen und sich den Meereswind um die Nase wehen lassen. Wer – wie wir – nicht mit eigenem Pferd anreist, kann z.B. eine Strandtour bei den Bernsteinreitern in der Nähe von Rostock buchen. Hier findet sich das passende Pferd für jede/n Reiter/in und es wird in einer Reitstunde zur Einführung sicher gegangen, dass beide auch als Team funktionieren.

Die rund 100 Pferde leben ganzjährig in gemischten Herden im Offenstall und das merkt man ihnen auch an: Meine Trakehnerstute „Imposante“ lässt sich auf dem Ausritt weder durch bellende Hunde noch meine summende Drohne beeindrucken und macht einfach nur Spaß. Wer mit eigenem Pferd anreisen möchte, findet auf der weitläufigen Anlage übrigens auch Unterkunft!

Mehr Informationen zum Reiturlaub in Mecklenburg-Vorpommern findest du hier!

Im flotten Trab geht es erst einmal durch die Rostocker Heide und auf sandigen Wegen durch den weitläufigen Mischwald nahe der Küste. Hier können die Trakehner so richtig zeigen was in ihnen steckt: Die schnurgeraden Sandwege laden zu ausgedehnten Galoppaden ein und wir kriegen das Grinsen nicht mehr aus den Gesichtern. In den Schilfgebieten summt es nur so vor Leben, wir sehen Rotmilane und ich schlucke die ein oder andere Fliege – da kommt man als Reiter/in eben manchmal nicht drumherum.

Am Strand angekommen reiten wir natürlich erst mal zum Meer. Mit etwas Geduld (schließlich ist es auch für sie Saisonanfang) lassen sich unsere Pferde schnell dazu überzeugen sich in die Wellen zu stürzen. Dann wird voller Begeisterung geplanscht und uns spritzt die Gischt um die Ohren, während die Möwen am Himmel ihre Bahnen ziehen. Die Sonne versteckt sich zwar hinter dichten Wolken, aber das stört uns und die Pferde wenig. Im Gegenteil: Das raue Meer und die imposanten Wolkenberge über dem menschenleeren Strand verströmen eine ganz besondere Stimmung. Es lohnt sich also nicht nur bei Sonnenschein hier zu reiten!

Nachdem die Pferde genug geplanscht und wir ausreichend Fotos gemacht haben, geht es weiter. Im schnellen Galopp fliegen wir wie die Möwen über den weißen Sand. Ich habe nur den Wind, das Donnern der Hufe und das fleißige Schnauben meiner Stute im Ohr. Man merkt den Pferden richtig an, dass sie genauso viel Spaß am Tempo haben wie wir Reiterinnen auch. Wir sind eine kleine Gruppe erfahrener Reiterinnen auf zuverlässigen Pferden, da kann man auch mal fliegen lassen. Selbstverständlich wird das Tempo der geführten Touren an das Können und die Wünsche der Mitreiter/innen angepasst – hier muss niemand Angst vor unbremsbaren Pferden oder unkontrolliertem Galopp haben!

Nach einigen Kilometern Strand biegen wir wieder in den Küstenwald ein. Im Schritt geht es hintereinander entlang schmaler Wege zurück in Richtung Stall. Es liegt jedoch noch einiges an Weg vor uns und von Müdigkeit ist bei unseren Pferden noch nichts zu spüren, also traben wir auf dem ausgedehnten Reitwegenetz unter dem grünen Blätterdach dahin. Eine weite Wiese zwischen den Bäumen lädt noch einmal zu einem letzten Galopp ein – ich bin ein bisschen neidisch auf den traumhaften Untergrund der Reitwege hier, so etwas hätte ich zu Hause auch gerne.

Wir lassen den Ausritt in gemütlichem Schritt entlang der Offenstallkoppeln ausklingen. Ein großer Teil der Tourenpferde genießt schon den Feierabend, neben den Trakehnern der hauseigenen Zucht. Zurück am Stall der Bernsteinreiter werden wir mit hausgemachter Erbsensuppe, Sanddornsaft und heißem Kakao begrüßt – das ist mal ein Service!

Zuerst werden aber natürlich die Pferde versorgt und ich verabschiede mich von Imposante. Nach unserem Imbiss und ausreichend aufgewärmt drehen wir noch eine Runde über die ca 30 Hektar große Anlage. Hier kann man nicht nur Ausritte buchen, sondern es gibt auch Reitunterricht, Ferienhäuser, Unterkünfte für Besucher/innen mit eigenem Pferd, Kinderreitferien und vieles mehr.

Du willst auch an der Ostsee reiten? Vielleicht sogar mit eigenem Pferd? Dann findest Du hier mehr Informationen:

Strandreiten an der Ostsee – Infoseite des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern
 
Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern / LANDURLAUB. Ich bedanke mich herzlich für die Einladung und die tolle Zeit – es wird sicher nicht mein letzter Besuch gewesen sein!
 
 
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