Meine Herzenspferde
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In meinem Reiterleben bin ich schon viele verschiedene Pferde geritten. Ich kann gar nicht sagen wie viele.

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Dabei gab es immer wieder Pferde, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Weil sie mir etwas beigebracht haben. Weil ich auf Anhieb eine Verbindung mit ihnen gespürt habe. Weil ich kolossal mit ihnen gescheitert bin und doch nicht aufgegeben habe. Weil sie mich zu einer besseren Reiterin gemacht haben. Weil wir uns blind verstanden haben. Weil sie mein Herz gebrochen haben als sie gingen.

Diese Pferde nenne ich Herzenspferde.

Um sein Herzenspferd zu finden und die Verbindung zu spüren muss man kein perfekter Reiter sein. Man braucht nur Respekt und Einfühlungsvermögen, Fairness und Offenheit.

Bei einigen habe ich direkt gemerkt, dass wir uns mögen. Bei anderen hat es etwas gedauert.

Mit manchen bin ich nur einen kurzen gemeinsamen Weg gegangen, mit anderen einen längeren.

Aber darauf kommt es gar nicht an. Dann ist es auch egal, ob das Pferd „nur“ Deine Reitbeteiligung ist. Es ist auch egal, ob Du das Pferd reitest oder nicht. Wenn es klick macht dann zählt all das nicht mehr.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich eine zeitlang an der Seite dieser Pferde gehen durfte und darf.

Meine Herzenspferde

Johnny

Johnny war das Pferd von meinem Papa. Sie hatten das, was sich jeder Reiter wünscht: eine tolle, vertrauensvolle Beziehung. Mein Papa musste nur etwas denken und Johnny hat es gemacht (zumindest kam es mir als 8jähriger Zwerg so vor).

Mir hat Johnny so einiges beigebracht. Von ihm habe ich vor allem gelernt, wie wichtig es ist die kleinen Signale zu sehen und zu verstehen, die unsere Pferde uns geben.

Wie er mir das beigebracht hat? Ganz einfach:

Ich bin Runde um Runde mit ihm über den Platz galoppiert. Weil das macht ja Spaß. Er hat mir eine ganze Weile angezeigt, dass er gerne durchparieren möchte. Wollte ich aber nicht. Weil alles außer galoppieren ist ja langweilig, fand ich.

Der nette Kerl ist dann so lange weitergaloppiert bis es nicht mehr ging. Also gab es eine Vollbremsung aus dem Galopp. Für ihn. Für mich ging es ein kurzes Stückchen weiter ungespitzt in den Sandboden.

Von dort aus hatte ich dann einen prima Blick auf mein Pipi machendes Pferd. Der arme Kerl musste wohl schon seit einiger Zeit dringend mal für kleine Pferdchen. Und weil ich zu egoistisch war mal durchzuparieren obwohl er es mir lange genug „gesagt“ hat musste ich eben die Konsequenzen tragen. Und das schlechte Gewissen.

Lektion gelernt, danke Johnny!

 

Svala

Svala war meine erste Reitbeteiligung. Eine kleine, schnelle, sensible, charakterstarke, eigensinnige, mutige Isländerstute.

Sie hat regelmäßig unseren Ausreitpartner – einen 1,82m großen Trakehner – in Grund und Boden gelaufen.

Es gibt so viele Geschichten von ihr zu erzählen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Und das ist auch ein bisschen schwierig für mich, denn Svala lebt nicht mehr. Während ich das schreibe habe ich einen ziemlichen Kloß im Hals. Das ist so bei Herzenspferden, sie lassen uns nicht wieder los…

Unser Anfang war etwas holprig. Ich war nach den ersten paar Mal reiten davon überzeugt, dass sie mich nicht leiden kann. Sie hat es mir ganz schön schwer gemacht. Manchmal ging beim Reiten ihr Kopf zur Seite und sie hat mich mit so einem Blick angeschaut: „du denkst also du könntest hier einfach auftauchen und mir sagen was ich machen soll? Da hast du dich aber geschnitten! Ich kenne dich nicht, ich vertraue dir nicht und ich weiß viel besser als du was gut für mich ist!“

Das war manchmal ziemlich hart. Und auch nicht immer ungefährlich. An manchen Tagen haben wir 30 Minuten an einer Kreuzung gestanden bis sie dazu bereit war den Weg zu gehen, den ich wollte. Oder sie hat aus vollem Galopp gebremst und wollte den Weg wieder zurückrennen.

Ich muss gestehen, dass ich ein, zwei Mal ans Aufgeben gedacht habe. Und ich bin wahnsinnig froh, dass ich es nicht getan habe.

Nach ein paar Monaten und viel gemeinsamer Zeit zum Vertrauensaufbau hatte ich das tollste Pony der Welt. Wenn ich zurückdenke kann ich immer noch kaum glauben wie wahnsinnig mutig sie war. Ich erinnere mich, dass wir einen steilen Matschpfad runter mussten. Ich wollte absteigen. Aber bevor ich auch nur einen Fuß aus dem Bügel hatte rutschte Svala wie selbstverständlich den Pfad runter. Teilweise sogar auf dem Popo, weil es so steil war. Treppen laufen, Hunde, schreiende Kinder, riesige Holzrückemaschinen mit Reifen so hoch wie sie selbst wurden höchstens mal mit leicht gelangweiltem Blick gewürdigt.

Sie hat mich Vertrauen gelehrt. Denn sie hatte schon recht, manchmal wusste sie einfach besser was gut für sie ist und was sie alles kann als ich. Und wenn es brenzlig wurde wusste ich, dass ich mich auf sie verlassen kann.

Sie hat mich aber auch Vorsicht gelehrt, denn nicht immer war sie noch bremsbar wenn sie sich entschlossen hat zu rennen.

Und sie hat mich gelehrt, dass man nur mit Geduld und Einfühlungsvermögen weiterkommt.

Ich bin unendlich dankbar für meine Zeit mit ihr, auch wenn es leider viel zu kurze Jahre waren. Und ich bin unendlich dankbar, dass Beate, ihre Besitzerin und eine enge Freundin, mir ihr Pferd anvertraut hat. Ich danke dir!

 

Draumur

Draumur der Traum. Das Dräumeli. Ich dachte mir, wenn ich schon keinen Prinzen hab dann wenigstens nen Schimmel. Wobei er mich dahingehend enttäuscht hat, dass er meistens eher Schlammbraun oder Pissgelb war.

Aber lieber ein dreckiges Pferd auf der Koppel als ein unglückliches Pferd in der Box.

Draumur war meine Reitbeteiligung nach Svala. Auch ein Isländer aber ganz anders. Sensibel und zurückhaltend, höflich und verlässlich. Er ist in Island aufgewachsen und deshalb Fremden gegenüber eher misstrauisch. Und wenn sie ihn dann noch von der Koppel holen wollen erst recht. Es hat bestimmt nen Monat gedauert bis er mich nicht mehr misstrauisch mit hoch gehaltenem Kopf schräg aus dem Augenwinkel heraus angeguckt hat.

Ich denke, Pferde und auch Menschen finden ihren Weg in unser Leben wenn die Zeit richtig ist und wir bereit sind uns weiterzuentwickeln.

Draumur kam gerade richtig um mir beizubringen sanft zu sein und nur minimale Hilfen zu geben. Auf ein kleines Pfeifen pariert er durch. Er geht problemlos mit Halsring. Auch im Gelände.

Er hat mich gelehrt, wie wenig ich tun muss wenn ich das Richtige tue. Bevor ich es wusste hatte er ein Plätzchen in meinem Herz.

Leider wohnt er jetzt etwas weiter von mir weg. Mit Job und diversen anderen Verpflichtungen schaffe ich es nicht regelmäßig zu ihm zu fahren, deshalb habe ich die Reitbeteiligung schweren Herzens aufgegeben.

Auch hier bin ich froh, dass mir dieses tolle Pony eine Weile anvertraut wurde. Ich danke dir Kathrin!

 

Dancer

Dancer habe ich in Neuseeland kennengelernt. Ich habe dort eine Weile auf einem Hof als Guide von Trailritten gearbeitet. Er ist ein englisches Vollblut und ehemaliges Rennpferd aus Hong-Kong. Als Rennpferd hat er einen ganzen Haufen Macken. Ist ja auch kein Wunder, der arme Kerl.

Unsere Beziehung fing damit an, dass ich ihn von der Koppel holen wollte. Dancer wollte das eindeutig nicht. Und das bestimmt eine halbe Stunde lang. Mit der Methode, die ich in meinem eBook beschreibe habe ich ihn schließlich dazu bewogen doch mit mir zu kommen.

Ab da ging er jeden Tag besser mit mir mit. Und beim Aufsteigen hat er mir – zur großen Freude der Touristen – auch nur noch ganz selten in den Hintern gezwickt.

Dancer hat mich gelehrt, in Lichtgeschwindigkeit vom Pferd zu springen. Sobald es nämlich eng um ihn herum wird – auch wenn es nur Büsche oder Bäume sind – bekommt er seine „Startboxparanoia“ und rennt in einem Affenzahn rückwärts. Sobald der Mensch unten ist ist’s auch wieder gut.

Außerdem hat er mich gelehrt, dass nicht alle Vollblüter spinnig sind, sondern es einfach nur darauf ankommt, wie man mit ihnen umgeht und wie gut sie sozialisiert wurden.

Ich hatte eine tolle Zeit mit Dancer (und den anderen neuseeländischen Pferden), auch wenn sie nur kurz war.

 

Elja

Elja – oder Elli – stand an einem Stall, an dem ich mit Draumur war. Ich kannte sie also, zumindest vom Sehen und wusste, dass sie aufgrund vieler Besitzerwechsel kein besonders leichtes Leben hatte bevor ihre Besitzerin Svenja sie gekauft hat. Als klar war, dass Draumur wegzieht, hat Svenja mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, Elli zu reiten. Ich hatte.

Schon vor dem ersten Probereiten kamen die Sprüche der anderen Einsteller: „Wie, die Rennsemmel willst du reiten?!“, „Ach, du bist ja schwierige Pferde gewöhnt“, „Na dann viel Spaß…“.

Ich war entschlossen mich davon nicht beeinflussen zu lassen, aber ein toller Start ist sowas natürlich nicht.

Und es kam noch besser. Schon beim Führen von der Weide benahm sich Elli völlig daneben, riss sich von mir los und drehte mir drohend ihr Hinterteil zu.

Und hier kommt Lektion Nummer 1: wie Sophie von Chevalie so schön sagt „Ich bin Schuld. Immer“.

Elli war nicht bösartig oder wollte sich widersetzen. Elli hatte Schmerzen. Nach kurzem Suchen fanden wir einen riesigen geschwollenen Bremsenstich in ihrer Kinnkuhle. Sobald ich am Strick zupfte oder auch nur wenn sie lief schlug der Metallring des Halfters, in den der Strick eingehängt wird, dagegen. Also drauf geachtet, dass das nicht passiert und ich hatte das netteste Pony.

Nach unserem holprigen Start verstanden wir uns unglaublich gut. Elli ist sehr sensibel und wenig dominant. Gleichzeitig ist sie aber gerne mal aufdringlich. Sie braucht jemanden, der ihr Sicherheit und Vertrauen gibt und sehr konsequent ist. Wenn das fehlt bekommt sie Panik und rennt. Und rennt. Und rennt. Weil sie dann denkt, dass sie auf sich alleine gestellt ist und selbst auf sich aufpassen muss.

Elli hat mich gelehrt, dass ich meinen Stress und meine Unruhe zu Hause lassen muss wenn ich an den Stall fahre. Sie ist so sensibel, dass sich meine Stimmung sofort auf sie überträgt. Wenn jemand um die Ecke kommt den ich nicht leiden kann wird sie unruhig.

Andersherum wirkt sich das so aus, dass sie fast einschläft und umkippt wenn ich anfange Entspannungs- und Atemübungen auf ihr zu machen.

So eine Verbindung habe ich noch nie erlebt. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass ich dieses tolle Pony reiten durfte. Danke Svenja!

 

Aktuell reite ich einen Lipizzanerhengst – er ist definitiv auch ein Herzenspferd. Weil wir uns aber erst ein paar Monate kennen, möchte ich ihn noch ein bisschen besser kennenlernen, bevor ich über ihn schreibe. Gelernt habe ich aber schon so Einiges von ihm =)

 

Nun habe ich ja echt viel erzählt. Viel mehr als ich eigentlich wollte. Und viel weniger als ich müsste um diesen tollen Pferden gerecht zu werden.

Wenn Du bis hierher gelesen hast: Hut ab! Ich hoffe ich habe Dich nicht gelangweilt.

 

Jetzt bist Du an der Reihe! Hast Du Dein Herzenspferd schon gefunden? Erzähl mir eure Geschichte!

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10 KOMMENTARE

  1. Hallo Christina ich bin 12 und mein Herzenspferd ist ein Pferd namens Muli.(Eigentlich heißt er Verdikt aber wir als Stallgemeinchaft haben ihn umgetauft.Er ist so etwas wie mein Pflegepferd.Er gehört einer Frau die um die Welt reist und 2mal im Jahr nach im schaut.Muli ist 27 Jahre alt und ein russischer Traber.Ich behaupte nicht das er mir vertraut aber zumindest interessiert er sich für mich.Als ich ihn vor 3 Jahren kennenlernte war er ehr introvetiert fast schon apathsch.Ich lasse ihn nur Grassen putze und verwöhne ihn besuche ihn auf der Weide oder übe mit ihm grundgelegene Sachen.Ich darf mit ihm nicht spazieren (hat Angst ohne andere Pferde zu sein)und am Hof gibt es leider keinen Reitplatz.Momentan steht er auf einer risiegen Weide mit andern Pferden.Dort üben wir lachen,Vorhandweendung,Möhrenspiele oder massiere ihn nur.
    Ich will ihn nie verlieren den er zeigt jeden Tag seine Dankbarkeit dafür das sich jemand seiner angenommen hat.
    Lg Marion&Muli♥

    • Hallo liebe Marion,

      das klingt ja lieb, schön, dass du dich so gut um Muli kümmerst! Da freut er sich sicher sehr drüber, ein bisschen Beschäftigung schadet ja auch in dem Alter nicht =)
      Ich hoffe ihr habt noch viele schöne Jahre zusammen <3

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Hallo! :)
    Mein Herzenspferd ist mein Isländer Alfur. Als ich vor knapp einem Jahr nach jahrelanger Pause wieder mit dem Reiten angefangen habe, wollte ich eigentlich nur wieder Reitstunden nehmen. Doch dann durfte ich den wunderschönen Wallach reiten, den ich vorher immer schon bewundert habe und natürlich habe ich mich direkt in ihn verliebt! Sozusagen Liebe auf den ersten Blick ;) So ein Gefühl der Verbundenheit, wie ich es mit ihm habe, kenne ich von keinem anderen Pferd das ich bisher geritten habe. Von Anfang an hatte ich das Gefühl: Das hier ist mein Pferd! Jede Reitstunde, in der ich ihn nicht reiten konnte, war nur halb so toll. Ich wurde sogar regelrecht neidisch auf die anderen Reitschüler, die ihn geritten sind. Im letzten Dezember war es dann soweit und ich habe meinen Schatz gekauft! Seitdem bin ich überglücklich mit ihm. Jedes Mal, wenn ich ihn ansehe, erfüllt er mein Herz mit Stolz und Glück, dass ich so ein wunderbares Pferd habe. Er vertraut mir und ich ihm, als würden wir uns schon sehr lange kennen und nicht erst seit knapp einem Jahr. Es macht mir einfach einen riesen Spaß, mit ihm zu arbeiten, egal ob ich ihn reite (er hat einen wunderbaren Tölt ;)) oder ihm einfach nur beim grasen zuschaue. Hauptsache, ich kann bei ihm sein. Dann kann ich die Welt um mich herum vergessen und entspannen. Ich hoffe, wir beide werden noch viele schöne Jahre miteinander verbringen, er ist schließlich nicht mehr ganz der Jüngste mit seinen 18 Jahren. Aber die merkt man ihm überhaupt nicht an! :) Alfur ist mein Herzenspferd!

    GLG, Mara

    • Huhu Mara =)

      Hach was für eine schöne Geschichte, vielen Dank für’s Erzählen!
      Ich wünsche dir und Alfur noch viele wunderbare Jahre =)

      LG

  3. Hallo Christina! :)

    Meine Herzenspferde sind meine Huzulen-Mix Stute Duranda und meine Hafi-Dame Milli Vanilli.

    Damals, als ich Duranda bekommen habe (ich wollte eigentlich immer nur Reitstunden, keine eigenes Pferd), hab ich mein Glück nicht fassen können. Mein Paps hat mir damals das Foto aus dem Internet gezeigt und gesagt “Das holen wir morgen”. Ich habe mir gedacht, ein Braunes Pferd? Ich will kein braunes Pferd, alle haben braune Pferde..
    Dann waren wir dort und Duranda hat mich angeschaut und da war es auch schon um mich geschehen. Auf ihr hab ich gelernt, wie man sicher und ruhig im Sattel sitzt (da is mir nämlich mal der Sattelgurt unter einem Ausritt gerissen) und dass in der Ruhe die Kraft liegt. Sie ist ein toller Reitlehrer gewesen. Heute reite ich sie nicht mehr, weil sie Athrose hat. Sie genießt bei mir ihr Gnadenbrot und manchmal trägt sie vergnügt noch einen Anfänger oder ein Kind für einen Spaziergang herum.

    Milli kam nach Duranda, als diese nicht mehr reitbar war. Eigentlich sollte sie ein Pferd für meine Eltern werden, aber es war dann doch nur mein Pferd. Ich habe noch nie so einen schnellen Haflinger erlebt. Und das, obwohl die Dame schon 23 Jahre ist! Sie hängt noch immer alle Jungspunde aus dem Stall ab. ;)
    Am Anfang konnte ich sie nicht halten, wenn sie mal in Fahrt war. Und ich habe keine Ahnung gehabt, was ich machen soll und schon überlegt, sie wieder zu verkaufen. Doch dann hat eine Freundin mit mir und Milli Dressur und kleine Sprünge geübt, und sie wurde beim Ausreiten auch viel ruhiger.
    Heute ist sie ein völlig anderes Pferd. Ich nehme mit ihr Westernreitstunden und ich kann mich auf sie verlassen, ich weiß, dass sie nur so schnell läuft, wie ich es erlaube und ich sie jederzeit stoppen kann. Jetzt weiß ich, dass sie trotz ihres Alters viel Beschäftigung braucht und ich überlege mit ihr heuer das WRC zu machen. Jetzt würde ich sie nicht mehr hergeben :D

    LG Elisa

    • Hi Elisa,

      das ist ja spannend, von Huzulen habe ich vorher noch nie gehört =)
      Es kling als hättest du zu beiden Pferden ein tolles Verhältnis. Und die Steine auf dem gemeinsamen Weg schweißen einen ja nur noch mehr zusammen ;-)
      Schön, dass du Milli nicht verkauft hast und es jetzt so gut mit ihr läuft!

      LG

  4. Hallo :)
    Ich hatte gewissermaßen schon 2 Herzenspferde.
    Nr. 1 war eine kleine Welshmix-Stute, die in meiner ersten Reitschule im Schulbetrieb gelaufen ist. Am Anfang mochten wir beide uns nicht sonderlich, da sie (durch den Schulbetrieb) eine kleine Abneigung gegen Kinder hatte. Nach einiger Zeit habe ich dann angefangen sie zu reiten und habe ihr versucht zu zeigen, dass nicht alle Menschen ‘doof’ sind. Irgendwann klappte das ziemlich gut. Sie kam wenn ich sie gerufen hab, sie hat auf meine Körpersprache reagiert und ich auf ihre und ich habe es geschafft mit der kleinen sturen Ponystute (ca. 125cm) einen ausgebauten E-Sprung zu springen. Da wir ein recht gutes Verhältniss hatten, war das Reiten mit dem Halsring auch kein Problem mehr. Leider wurde dann der komplette Betrieb aufgelöst und ich wollte mein Lieblingspony unbedingt kaufen. Leider wurde das nichts, aber sie ist jetzt verkauft und ich hoffe, dass ihre neuen Besitzer sie genauso lieben wie ich.
    Die Nr. 2 war meine 5. Reitbeteiligung. Ein wunderschöner Haffi-Wallach, der ein kleines Dressurtalent hat. Ich habe mich super mit ihm verstanden. Er war wie mein eigenes Pferd. Es wäre ja viel zu langweilig, wenn alles glatt laufen würde. Als wir dann (nachdem die Besitzer ihn gekauft hatten) die Eisen abmachen ließen, erzählte uns der Schmied, dass wir gerade ein Rehepferd gekauft haben. Na super. Die stimmung war echt im Keller, aber ich habe irgendwie versucht das Beste draus zu machen. Leider bekam er dann nach einem guten Monat doch einen akuten Reheschub. Ich war total fertig, weil unsere Tierärztin meinte, dass wir ihn, falls es sich nicht bessert, erlösen sollten. Das war zum Glück nicht der Fall. Er stand dann alleine und hatte komplettes Grasverbot. Ich war jeden Tag da, habe ihm sein Schmerzmittel gegeben und ihn irgendwie versucht zu beschäftigen. Nach 4 Wochen spazieren gehen, Bodenarbeit und Schrecktraining bekam ich die Erlaubnis wieder Schritt zu reiten. Endlich ging es bergauf. Es war zwar nie einfach mit seinen Hufen, da die Besitzer nicht wollten dass er wieder beschlagen wird (private Gründe!). Leider bekam er dann nach einem Stallwechsel einen weiteren Schub (diesmal Belastungsrehe) und daraufhin wurde er verkauft. Ich war total traurig, aber seine neue Besitzerin ist super nett. Er hat jetzt einen speziellen Rehebeschlag und kommt super damit klar. Und ich gehe ihn regelmäßig besuchen.

    • Hallo Jojo,

      danke für deine Geschichte!
      Ich weiß nur zu gut wie es ist, wenn man seine Herzenspferde ziehen lassen muss. Das ist immer ganz schön schwer…
      Es klingt als hättest du mit beiden eine tolle Zeit gehabt und ich hoffe, dass du “deinen” Hafi weiter besuchen gehen kannst!
      Das nächste Herzenspferd wartet bestimmt schon auf dich – vielleicht wird es diesmal ja dann dein eigenes =)

      GLG Christina

  5. Hallo!
    Wir waren im vergangenen Jahr auf Il Cornacchino (Toskana) reiten (schau mal bei Chevalie, von ihr habe ich den Tipp und sie hat auch drüber geschrieben). Dort hatte ich das Glück, Pelu reiten zu dürfen. Ich würde jetzt nicht so weit gehen, von einem Herzenspferd zu sprechen :) Aber Pelu ist unheimlich sensibel und vor allem schnell. Vieeeeel zu schnell für meinen Geschmack. Ich mag’s lieber langsam. Er hat mir beigebracht, loszulassen und Kontrolle abzugeben. Zügel lang, das Pferd laufen lassen, auch wenn es mir zu schnell ist – und darauf vertrauen, dass er trotzdem nicht durchgeht. Sondern nur sein Tempo. Ich schulde ihm noch einen solchen Galopp :)
    VG! Nadja

    • Hi Nadja,

      da werde ich direkt mal vorbeischauen, danke für den Tipp!

      Das mit dem loslassen und Kontrolle abgeben kenne ich nur zu gut! Das ist auch was woran ich arbeite. Ganz schlimm war das auch mit Dancer in Neuseeland – so ein Galopper kriegt ganz schön Geschwindigkeit :’D

      LG Christina

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