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	<title>Meine Meinung Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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	<title>Meine Meinung Archive - Herzenspferd</title>
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		<title>Das Reiter-Bullshit-Bingo &#8211; 25 Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2017 17:27:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit & Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfengebung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin für den Blog viel in den sozialen Netzwerken unterwegs und lese tagtäglich sehr, sehr viele Aussagen von Reitern und Pferdebesitzern in diversen Foren und Gruppen. Und es gibt Aussagen, die mir regelmäßig den Puls in die Höhe treiben, oder Diskussionen, die immer und immer wieder mit den gleichen Argumenten geführt werden und irgendwann [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://herzenspferd.de/reiter-bullshit-bingo/">Das Reiter-Bullshit-Bingo &#8211; 25 Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann!</a> erschien zuerst auf <a href="https://herzenspferd.de">Herzenspferd</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich bin für den Blog viel in den sozialen Netzwerken unterwegs und lese tagtäglich sehr, sehr viele Aussagen von Reitern und Pferdebesitzern in diversen Foren und Gruppen. Und es gibt Aussagen, die mir regelmäßig den Puls in die Höhe treiben, oder Diskussionen, die immer und immer wieder mit den gleichen Argumenten geführt werden und irgendwann einfach nur noch ermüdend sind.</p>



<p>Man findet mich in solchen Diskussionen übrigens so gut wie nie &#8211; aber ich bin sehr häufig stille Mitleserin und denke mir meinen Teil. Damit ich auch in Zukunft nicht mitdiskutieren muss, sondern vielleicht einfach hierher verlinken kann &#8211; und für alle Anderen, denen es auch so geht &#8211; gibt es hier also meine persönliche &#8222;Hitliste&#8220; an Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann und meine Meinung dazu. Und damit es lustiger ist, habe ich sie in Bingo-Form zusammengestellt: bei der nächsten Diskussion können wir dann alle das Reiter-Bullshit-Bingo spielen.</p>



<p>Achtung: das ist ein Meinungsbeitrag und der Ein oder Andere könnte sich auf die Füße getreten fühlen. Es ist nicht meine Absicht jemanden generell zu verteufeln &#8211; auch wenn man mal eine oder mehrere dieser Aussagen trifft, ist man nicht gleich ein schlechter Mensch oder quält seine Pferde!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Der Hilfszügel zeigt dem Pferd den Weg in die Tiefe!</strong></h2>



<p>Ich glaube das ist der Satz, der mich von allen Aussagen am meisten die Wände hochtreibt. Es mag ja sein, dass es unter hundert Pferden eines gibt, bei dem das zutrifft &#8211; wenn am anderen Ende ein Mensch steht, der ganz genau weiß was er tut, seinem Pferd ein guter Pädagoge ist und ihm zeigt, wie es seinen Körper einsetzen kann. Aber die 99 anderen Pferdebesitzer, die ihren Hilfszügeleinsatz mit dieser Aussage begründen, machen es sich einfach nur leicht bzw. in vielen Fällen machen sie sich etwas vor. Ja, das Pferd nimmt den Kopf runter, wenn man ihn runter schnürt. Aber lernt es etwas dabei?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lernt es den Rücken aufzuwölben, oder ist der immer noch weggedrückt und fest?</li>



<li>Lernt es mit der Hinterhand unterzutreten, oder schiebt die eher nach hinten raus?</li>



<li>Lernt es seinen Kopf einzusetzen und zu erkennen, wie es sich und den Menschen gesund trägt, oder läuft es nach Entfernen der Hilfszügel wieder genauso wie vorher?</li>
</ul>



<p>In 99 der Fälle lernt das Pferd rein gar nichts. Noch schlimmer: es kann sogar passieren, dass es falsche Ausgleichsmuskulatur aufbaut (hier habe ich schonmal über die <a href="https://herzenspferd.de/hilfszuegel-wirkung/" target="_blank" rel="noopener">Wirkung der gängigsten Hilfszügel</a> geschrieben). Diese ewige Fixierung auf die Kopfposition des Pferdes führt nicht dazu, dass es gesünder oder besser trainiert wird. Die Kopfposition entwickelt sich aus einer aktiven Hinterhand und einem lockeren Rücken: beides entsteht nicht dadurch, dass der Kopf mit Hilfszügeln nach unten geschnallt wird!</p>



<p>Es gibt so viele Möglichkeiten sein Pferd ohne Hilfszügel, anatomisch korrekt und pferdegerecht zu gymnastizieren und zu reiten. Leute wie <a href="http://amzn.to/2kGvuvq" target="_blank" rel="nofollow noopener">Anja Beran</a>*, <a href="http://amzn.to/2BGAeeV" target="_blank" rel="nofollow noopener">Bent Branderup</a>*, <a href="http://amzn.to/2kHBt32" target="_blank" rel="nofollow noopener">Philippe Karl</a>*, <a href="http://amzn.to/2kHnCd7" target="_blank" rel="nofollow noopener">Claus Penquitt</a>* und Babette Teschen machen es vor (um nur ein paar Namen zu nennen)! Babette hat sogar ein <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/" target="_blank" rel="nofollow noopener">wirklich gutes Buch mit vielen Anleitungen zum Longieren</a> geschrieben. Das setzt allerdings voraus, dass man dazu bereit ist zu lernen und nicht den vermeintlich bequemeren Weg wählt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Der Kopf muss runter!</strong></h2>



<p>Eng verwandt mit Aussage Nr. 1, hört man auch immer noch &#8222;der Kopf muss runter&#8220; (oder etwas weniger nett: &#8222;die Rübe muss runter&#8220;). Wenn man dann nachfragt, warum eigentlich, kommt im besten Falle etwas in die Richtung &#8222;damit sich der Rücken aufwölbt&#8220;, im schlechtesten Falle &#8222;weil das so aussehen muss&#8220;.</p>



<p>Grundsätzlich ja, das Pferd soll den Rücken aufwölben. Das fängt aber nicht beim Kopf an, sondern am ganz anderen Ende: bei der Hinterhand! Nur wenn die vermehrt nach vorne unter den Schwerpunkt des Pferdes tritt und Gewicht aufnimmt, kann sich der Rücken aufwölben, die Schulter und die Vorhand frei werden, das Pferd den Hals wölben, im Genick locker werden und den Kopf fallen lassen. Die Aktionskette geht also von hinten nach vorne und nicht umgekehrt! Oder würdest Du das Dach bauen, bevor die Wände des Hauses stehen?</p>



<p><a href="https://herzenspferd.de/versammlung-pferd/" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es ausführlicher um Versammlung und Kopfhaltung</a>.&nbsp;Und <a href="https://kultreiter.de/hinterhand-pferd/" target="_blank" rel="noopener">hier kannst Du nachlesen, wie Du die Hinterhand Deines Pferdes aktivierst.</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Der verarscht Dich nur!</strong></h2>



<p>Genau. Weil Pferde komplexe Pläne schmieden und bekanntermaßen darauf aus sind, ihren Menschen böswillig hinters Licht zu führen. In der Regel steckt hinter dem Verhalten, bei dem man besonders oft &#8222;der verarscht Dich nur&#8220; hört, eines (oder mehrere) von drei Dingen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Angst: das Pferd hat vielleicht wirklich Angst vor dem Ding, an dem es schon oft vorbei gelaufen ist. Vielleicht sieht es heute anders aus, es macht ein neues Geräusch, das Pferd hat es nur aus der anderen Richtung gesehen, oder was auch immer. Pferde nehmen ihre Umwelt teils bedeutend anders wahr als wir. Nur weil wir nichts wahrnehmen, heißt es nicht, dass für das Pferd auch nichts da ist. Als Fluchttier hat es weitaus schärfere Sinne als wir und ist schneller in Alarmbereitschaft.</li>



<li>Unverständnis: Du verlangst eine bestimmte Lektion und Dein Pferd entzieht sich permanent? Vielleicht hat es Dich einfach nicht verstanden. Versuch es doch mal auf eine andere Art zu erklären oder gehe einen Schritt zurück und mach es Deinem Pferd leichter zu verstehen, was Du willst.</li>



<li>Bequemlichkeit: Pferde sind Energiesparer. Es könnte ja theoretisch jeden Moment ein Raubtier ums Eck kommen, vor dem es wegrennen muss. Also werden die meisten Pferde versuchen, den Weg zu gehen, der sie am wenigsten Energie und Arbeit kostet. Da kann es schonmal passieren, dass das Pferd etwas nicht tut, was Du von ihm verlangst, weil es eine bequemere Alternative sucht. Das passiert aber nicht um Dir eins auszuwischen oder Dich zu verarschen.</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Mein Pferd vertraut mir, da geht das!</strong></h2>



<p>Oder &#8222;unsere Bindung ist so stark&#8220;. Immer eine sehr beliebte Begründung, wenn das Pferd frei irgendwo laufen gelassen wird, man nur mit Halsring im Gelände unterwegs ist oder sich ohne Helm in den Straßenverkehr stürzt.</p>



<p>Vertrauen ist schön und gut &#8211; und vielleicht vertraut Dir Dein Pferd auch so sehr es nur kann &#8211; aber auch Vertrauen hat eine Grenze. Ein wirklich in Panik geratenes Pferd lässt sich nicht durch Vertrauen bremsen. Punkt. Schon ausreichend gesehen. Versuch mal einen Menschen mit Höhenangst auf eine dieser Glasboden-Brücken zu bringen: da können so viele Personen, denen dieser Mensch völlig vertraut, dabei sein wie sie wollen, es wird nicht klappen (und ein Mensch ist im Gegensatz zu einem Pferd sogar intellektuell in der Lage seine Angst als unbegründet zu erkennen). Wirkliche Angst schlägt leider Vertrauen, gerade bei einem Fluchttier, das über Jahrtausende evolutionär darauf konditioniert wurde, bei Gefahr erst mal zu rennen und erst dann nachzudenken.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. Mach mal den Sperrriemen drauf, dann wird er ruhiger im Maul!</strong></h2>



<p>Super Idee, jeder weiß ja, dass die Ursache weggeht, wenn man nur lange genug Symptome bekämpft.</p>



<p>Nein, im Ernst: wenn ein Pferd unruhig und unzufrieden im Maul ist, dann sollte das dazu führen, dass man die Zähne kontrollieren lässt, das Gebiss kontrolliert, seine eigene Reiterei und Hilfengebung hinterfragt(!), mal einen Osteopathen/Physiotherapeuten draufschauen lässt, den Sattel kontrollieren lässt, und so weiter. Zusammengefasst sucht man also nach der Ursache, anstatt Symptome zu bekämpfen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. Mach’s doch erst mal besser / Du kannst es ja selbst nicht besser / Was fällt dir ein eine Grand-Prix-Reiterin zu kritisieren?!</strong></h2>



<p>Aussagen in dieser Richtung kommen wirklich bei jeder einzelnen Diskussion und Kritik eines Reiters in der Öffentlichkeit.</p>



<p>Ich hab dazu nur ein Argument: auch wenn ich kein Sternekoch bin, kann ich sehr wohl beurteilen, ob mir die Suppe schmeckt oder nicht! Ich muss kein Maler sein, um zu sagen ob mir ein Bild gefällt. Ich muss es nicht besser können um Kritik üben zu dürfen. Es reicht, wenn ich ein gutes Auge und etwas Ahnung von der Materie habe.</p>



<p>Dieses &#8222;mach es erst mal besser, erst dann kannst Du kritisieren&#8220;-Denken führt dann dazu, dass sich keiner mehr traut die &#8222;Großen&#8220; zu hinterfragen. Und am Ende bricht sich dann ein Pferd auf einem Kurs das Genick, weil niemand der Anwesenden sich traut den Trainer zu hinterfragen (ja, ist so passiert).</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. Das ist nur eine Momentaufnahme!</strong></h2>



<p>Keine Frage: das ständige Fotografieren und Filmen überall und anschließende Zerreißen in den sozialen Medien ist schon grenzwertig. Und ja, es passiert schnell, dass ein ungünstiges Bild gewählt wird, das tatsächlich nur einen schlechten Moment zeigt.</p>



<p>Wenn aber von einer Reitsequenz aberdutzende Fotos existieren, die das Pferd permanent in schlechter Haltung oder den Reiter mit unfairem Hilfeneinsatz zeigen, dann ist das keine Momentaufnahme mehr und es ist eine Beleidigung der Intelligenz aller Zuschauer, das so hartnäckig zu behaupten.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. Freizeitreiter sind auch nicht besser | Ein dünner Reiter, der dem Pferd in den Rücken fällt, ist auch nicht besser | Einem fetten Freizeitpferd auf der Koppel geht es auch nicht besser als einem gut versorgten Sportpferd in der Box | Äpfel sind auch nicht gesünder als zuckrige Leckerlis!</strong></h2>



<p>Diese Vergleiche als Argument gehen mir einfach nur auf die Nerven. Sie sagen nämlich im Grunde genommen nichts aus: ein Unheil macht das Andere nicht besser, beides ist Mist!</p>



<p>Ich sage ja auch nicht zu dem Kind, das zu Hause geschlagen wird: &#8222;Mensch, stell dich nicht so an, wenigstens bekommst du Aufmerksamkeit. Kindern, die zu Hause vernachlässigt werden, geht&#8217;s auch nicht besser.&#8220;</p>



<p>Und diese ewige Diskussion zu Freizeitreitern vs. Sportreitern, Freizeitpferden vs. Sportpferden, dicken (guten) Reitern vs. dünnen (schlechten) Reitern ist einfach müßig: man kann sie nicht pauschal und über einen Kamm geschert lösen! Es gibt in allen Lagern gute und schlechte Pferdemenschen und Pferde, denen es gut oder schlecht geht. Wie immer muss man den individuellen Fall betrachten und Schubladendenken hilft uns nicht weiter.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. Schlaufis</strong></h2>



<p>Wer sich ausgedacht hat, den Schlaufzügeln einen niedlichen Namen zu geben, den soll doch der Blitz beim&#8230;</p>



<p>Beim Einsatz von <a href="https://herzenspferd.de/hilfszuegel-wirkung/" target="_blank" rel="noopener">Schlaufzügeln</a> können massive Kräfte auf Genick und Maul des Pferdes wirken und ihm beträchtliche Schmerzen und Schaden zufügen. Ein niedliches, verharmlosendes Wort ist in meinen Augen absolut nicht angebracht und ich bekomme das kalte Grausen, wenn ich von jungen Mädels lese, dass sie dem Pony die &#8222;Schlaufis&#8220; draufgemacht haben und es jetzt ja viel einfacher zu reiten ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. Zeig dem mal, wer der Chef ist!</strong></h2>



<p>Die Aussage ist meistens eine verschleierte Anweisung mal &#8222;draufzuhauen&#8220;. Schließlich verarscht einen das Pferd gerade (siehe Nr. 3) und muss mal gezeigt bekommen wo der Hammer hängt. Das kann man natürlich machen, aber seien wir mal ehrlich: welchem Chef folgst Du lieber: dem, der Dich terrorisiert und anschreit oder dem, der konsequent aber fair ist und den Du respektierst?</p>



<p>Respekt kann man sich auf zwei Arten erarbeiten: mit Gewalt &#8211; wobei es dann kein wahrer Respekt ist, sondern Angst &#8211; oder mit Konsequenz, Fairness, Konstanz und Souveränität (<a href="https://herzenspferd.de/pferd-respekt-gewinnen/" target="_blank" rel="noopener">siehe hier</a>). Ich weiß, was für ein Chef ich lieber sein möchte&#8230;</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>11. Dressurreiter/Sportreiter sind alle Tierquäler!</strong></h2>



<p>Genau &#8211; und alle Freizeitreiter ömmeln auf verfetteten Ponys im Wald rum.</p>



<p>Schubladendenken ist Schwachsinn!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>12. Freizeitreiter lassen alle ihre Pferde auf der Vorhand latschen und im Offenstall vergammeln!</strong></h2>



<p>Siehe Nr. 11.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>13. Clickerer sind doch nur Leckerlispender und Tüddeltanten!</strong></h2>



<p>Klar, solche Leute gibt es unter den Clickerern, keine Frage. Der Großteil von ihnen ist aber weit davon entfernt: wer richtig clickert bzw. mit positiver Verstärkung arbeitet, muss sich in eine hochkomplexe Trainingsmethode einarbeiten und ein mindestens genauso gutes Gefühl und Auge für&#8217;s richtige Timing haben wie jemand, der nach Natural Horsemanship oder einer anderen Methode trainiert.</p>



<p>Dieser Satz kommt in der Regel von Menschen, die sich noch nie mit der Methode befasst haben und schlicht und einfach Vorurteile aussprechen &#8211; ein Blick über den Tellerrand schadet nie! Man muss die Methode ja nicht anwenden, aber etwas darüber zu wissen kann nie schaden. <a href="https://360gradpferd.de/wie-funktioniert-clickertraining-pferdefreunde/" target="_blank" rel="noopener">Mehr zum Training mit positiver Verstärkung gibt&#8217;s z.B. hier.</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>14. Natural Horsemanshipler sind alle Tierquäler und machen viel zu viel Druck!</strong></h2>



<p>Das fält auch mal wieder in die Kategorie &#8222;unnötiges Schubladendenken&#8220;. Ich kenne viele Horsemanshipler, die ihre Pferde fair und sanft trainieren (empfehlenswert sind z.B. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3440128423/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3440128423&amp;linkCode=as2&amp;tag=twoheartsones-21&amp;linkId=VURFQT665R7VPSGL" target="_blank" rel="nofollow noopener">Mark Rashid</a>* und <a href="http://amzn.to/2BlQe2C" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ross Jacobs</a>*). Nur weil es ein paar schwarze Schafe gibt darf man nicht Alle verurteilen!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>15. Den habe ich vom Schlachter/aus Polen/sonstwoher gerettet!</strong></h2>



<p>In letzter Zeit ist es sehr beliebt geworden Pferde zu retten. Grundsätzlich ist das ja sehr löblich, oft genug aber leider der Start einer langen Problemkette: das Pferd ist krank, nicht reitbar, unerzogen bis hin zu gefährlich. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft &#8222;Hilfe, mein gerettetes Pferd aus Polen beißt und buckelt und attackiert mich, was soll ich tun?!&#8220; Emails in mein Postfach flattern. So gern ich auch würde, helfen kann ich da nicht. Mit etwas Glück und einem guten Trainer vor Ort ist so ein Pferd vielleicht hinzubekommen &#8211; vielleicht aber auch nicht.</p>



<p>Wer ein Pferd &#8222;rettet&#8220; muss sich darüber im klaren sein, dass es nicht aus purer Dankbarkeit automatisch zum Traumpferd mutiert und möglicherweise eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten mitbringt. Man mag es kaum glauben, aber manche Pferde gehen aus gutem Grund zum Schlachter &#8211; auch wenn das jetzt vielleicht grausam klingt.</p>



<p>Finde ich es also per se schlecht, Pferde vom Schlachter oder aus dem Ausland zu retten? Nein!</p>



<p>Aber man sollte Ahnung von Pferden haben und sich bewusst sein, was man sich ins Haus holt, dass man unter Umständen hohe Tierarztrechnungen hat und dass es sein kann, dass man sein neues Pferd vielleicht nie wird reiten können. Ein Schlachtpferd ist nur selten eine Möglichkeit günstig an ein gutes Reitpferd zu kommen (Geiz steckt nämlich gar nicht mal so selten hinter den vermeintlich großherzigen Rettungsaktionen &#8211; genauso wie übersteigertes Geltungsbedürfnis, es macht sich ja unheimlich gut sich als Pferderetter feiern zu lassen. Das trifft natürlich nicht auf Alle zu(!), kommt aber oft genug vor).</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>16. Du Wendyreiter / Ostwindreiter!</strong></h2>



<p>Wenn in einer Diskussion die Argumente ausgehen, geht&#8217;s auf die &#8222;du bist doch nur ein Wendyreiter&#8220;-Ebene: da wird dann mit einem Rundumschlag die Fachkompetenz, Intelligenz und Glaubwürdigkeit einer Person abgewertet. Das Totschlagargument für alles, gleichbedeutend mit &#8222;du lebst in deiner Phantasiewelt und alles was du sagst ist eh rosaroter Quatsch&#8220;.</p>



<p>Für mich sagt diese Aussage mehr über den aus, der sie ausspricht, als über den, der sie um die Ohren gehauen bekommt. Sie zeigt nämlich, dass stichhaltige Argumente fehlen und man auf der persönlichen Ebene angreifen muss.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>17. Meine Reitbeteiligung kommt dreimal pro Woche, also muss sie 3/7 aller anfallenden Kosten meines Pferdes bezahlen!</strong></h2>



<p>Ich bin schon seit vielen Jahren <a href="https://herzenspferd.de/reitbeteiligung-kodex/" target="_blank" rel="noopener">Reitbeteiligung</a>, diese Art und Höhe der Bezahlung sehe ich aber erst seit ein paar Jahren &#8211; und finde sie recht unverschämt. Ja, eine Reitbeteiligung hat etwas davon, dass sie das Pferd reiten kann. Aber auch der Besitzer hat etwas davon, dass sein Pferd bewegt wird (wir gehen jetzt mal von einer Reitbeteiligung aus, die nicht nur Mist mit dem Pferd macht &#8211; die sortiert man als Pferdebesitzer ja sowieso aus). Und Fakt ist, dass das Pferd weiter im Besitz des Pferdebesitzers bleibt und dieser das volle &#8222;Bestimmungsmacht&#8220; hat. Warum also sollte die Reitbeteiligung so bezahlen, als ob das Pferd ihr gehören würde? Wenn sie 6 mal pro Woche kommt, soll sie dann 6/7 &#8211; also fast alle Kosten &#8211; des Pferdes übernehmen?</p>



<p>Es wird in der Diskussion gerne damit argumentiert, dass man der Reitbeteiligung ja einen Gefallen tut, indem man sie das Pferd reiten lässt und man selbst gar nichts davon hat, wenn man nicht entsprechend bezahlt wird (fast wie eine Art Schmerzensgeld). Wenn die Bezahlung (oder das Stopfen einer Lücke im Geldbeutel) der einzige Grund ist sich eine Reitbeteiligung zu suchen, dann sollte man vielleicht mal überdenken wie realistisch es ist ein Pferd zu besitzen. Ein Pferd kauft man sich meiner Meinung nach nur, wenn man es auch mit allen Konsequenzen selbst bezahlen kann (oder die Bezahlung gesichert ist). Brauche ich eine oder mehrere Reitbeteiligungen, damit ich mein Pferd finanzieren kann, ist das weder den Reitbeteiligungen noch dem Pferd gegenüber fair. So eine Reitbeteiligung kann nämlich auch schnell wieder weg sein und auch dann muss die Finanzierung des Pferdes gesichert sein!</p>



<p>Ich finde es absolut angemessen, als Reitbeteiligung etwas zu bezahlen. Die Finanzierung des Pferdes für den Pferdebesitzer zu sichern, geht aber eindeutig zu weit.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>18. Pferde eindecken ist Tierquälerei / Pferde nicht eindecken ist Tierquälerei!</strong></h2>



<p>Schubladendenken ist Quatsch! Wie immer muss man das individuell entscheiden!</p>



<p>Ich bin grundsätzlich dafür es mit den Eingriffen in die Natur nicht zu übertreiben und nicht unnötig oder zu schnell einzudecken. Aber ein altes, krankes, gerade aus Spanien importiertes oder sonstwas Pferd muss doch nicht zitternd im Regen stehen, wenn es sich mit einer Decke wohler fühlt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>19. Das ist mir zu teuer!</strong></h2>



<p>Gerne im Zusammenhang mit Unterricht oder Beritt. Lieber wird dann mal geguckt, ob man nicht kostenlos im Internet Rat findet &#8211; und wenn der lautet &#8222;such dir nen kompetenten Trainer&#8220; kommt dann eben &#8222;das ist mir zu teuer&#8220;. Auch da könnte ich die Wände hochgehen. Wer sich ein Pferd kauft, muss sich auch über alle Folgekosten (Sattel, Tierarzt, Unterricht/Beritt, Unterhalt, Hufschmied, &#8230;) im klaren sein und diese einkalkulieren! Wenn man dafür nicht genug Geld hat, dann kauft man sich eben kein Pferd (ich hab übrigens genau aus diesem Grund keins!).</p>



<p>Klar, eine finanzielle Situation kann sich schnell ändern und ich finde es völlig legitim, dass einem mancher Unterricht zu teuer ist. Aber es gibt auch genügend bezahlbare Alternativen. Und es sind in der Regel nicht die Leute, die gerade in finanziellen Nöten stecken, die solche Aussagen treffen, sondern eher die, die von Anfang an eine &#8222;Geiz ist geil&#8220;-Mentalität an den Tag legen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>20. Du bist ja nur neidisch!</strong></h2>



<p>Eine der Top-Aussagen, wenn jemand kritisiert wird. Es ist auch völlig egal, ob mit einem Sportreiter oder einem Freizeitreiter diskutiert wird, beide Fraktionen kennen und nutzen das Argument, wenn alle anderen Argumente ausgehen. &#8222;Du bist ja nur neidisch&#8220; killt jede sachliche Diskussion und hat nur zur Absicht, das Gegenüber mundtot zu machen.</p>



<p>Es mag sein, dass manche Menschen aus Neid kritisieren. In den meisten Diskussionen, die ich so mitbekomme, ist das aber nicht der Fall. Ein bisschen Selbstreflexion und Kritikfähigkeit schaden uns allen nicht. Und selbst wenn wir die Kritik nicht nachvollziehen können, würde auch ein einfaches &#8222;sehe ich anders&#8220; (vielleicht mit guter Begründung warum) reichen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>21. Das ist Rollkur!</strong></h2>



<p>Seit Rollkurbilder und -vorwürfe so viel durchs Netz gehen, wird gerne mal bei jedem Bild mit gebogenem Pferdehals &#8222;Rollkur&#8220; geschrien. Versteh mich nicht falsch, ich finde es unheimlich wichtig an diesem Punkt hinzuschauen und auch zu kritisieren. Man sollte dann aber schon wissen wovon man redet und wie Rollkur aussieht, bevor man wild mit dem Begriff um sich wirft und Reiter beschuldigt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>22. Der ist Gewichtsträger!</strong></h2>



<p>Es gibt einige Rassen, die allgemein gerne als &#8222;Gewichtsträger&#8220; bezeichnet werden, z.B. Isländer und diverse Kaltblutrassen. Grundsätzlich mag es sein, dass mehr Pferde dieser Rassen einen passenden Körperbau mitbringen um mehr Gewicht zu tragen, aber pauschal kann man das nicht sagen! Gerade Kaltblutrassen, die für&#8217;s Fahren gezüchtet wurden, haben oft einen schwachen Rücken und die neuen, sportlicheren Zuchtlinien der Isländer bringen auch kein &#8222;Gewichtsträger&#8220;-Gebäude mehr mit.</p>



<p>Wer einen Gewichtsträger sucht, sollte also nicht nur auf die Rasse (oder auf ein massiges, schwer aussehendes Pferd achten), sondern auf den passenden Körperbau: breite Brust, kräftige Knochen und Gelenke, kein zu langer Rücken, gute Muskulatur (nicht zu verwechseln mit Fett!), nicht zu lange, dünne Beine, stabile Fesseln (nicht durchtrittig), gute Hufe.</p>



<p>Und auch wenn das ein ziemlich kritischer Punkt ist und ich weiß, dass sich da wohl viele angegriffen fühlen werden: einen Gewichtsträger zu kaufen ist gut und schön und man kann auch mit ein paar Kilos zu viel noch ein guter Reiter sein. Trotzdem sollte man ab einem gewissen Bereich seinem Pferd zu liebe nicht mehr reiten oder eben abnehmen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>23. Wer Hirn hat schützt es!</strong></h2>



<p>Ich bin selbst eine absolute Verfechterin dieser Aussage und reite nur mit Helm!</p>



<p>Trotzdem nervt mich dieses penetrante Kommentieren jedes Bildes ohne Helm &#8211; ob es was mit dem Thema zu tun hat oder nicht. Die meisten Menschen auf den Bildern sind alt genug um selbst entscheiden zu können, ob sie einen Helm tragen oder nicht. Klar kann es sein, dass sie ein schlechtes Vorbild für junge Reiter abgeben, aber ganz ehrlich, wenn ich Kinder habe, erziehe ich sie dazu (oder versuche es zumindest) nicht jeden Mist nachzumachen, den sie im Internet sehen. Ich kann sowieso nicht ändern, was die Leute dort veröffentlichen (auch nicht mit penetranten Kommentaren), sondern habe nur in der Hand, meinen Kindern etwas gesunden Menschenverstand zu vermitteln.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>24. Reiten mit Gebiss ist Quälerei / Gebisslos kann man ein Pferd nicht ordentlich reiten!</strong></h2>



<p>Auch hier wieder: bitte differenziert betrachten! Es gibt Pferde, die sind mit Gebiss glücklicher und welche, die lieben es ohne. Zu welcher Gruppe das eigene Pferd gehört, muss man dann eben ausprobieren. Und auch ohne Gebiss kann man sein Pferd gesund reiten und gymnastizieren &#8211; <a href="https://www.bitless-art-of-riding.com/" target="_blank" rel="noopener">Jossy Reynvoet</a> macht es z.B. vor.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>25. Guck doch mal die Augen!</strong></h2>



<p>Egal welches Pferd und was für ein Foto, es gibt Leute, die scheinbar an einem einzigen Blick, am Augenausdruck des Pferdes erkennen ob es ihm gut geht oder nicht.</p>



<p>Ja, auch Pferde können einen gequälten Gesichtausdruck haben, ganz klar. Aber aus einem einzigen Foto zu schließen (und den dazugehörigen Besitzer zu verurteilen), dass das Pferd eine arme, gequälte Kreatur ist, ist einfach zu weit hergeholt &#8211; vor allem wenn man das Pferd nicht kennt.</p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Na, was sind die Sprüche oder Aussagen, die Dir tierisch auf die Nerven gehen? Ab in die Kommentare damit!</strong></h4>



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<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" alt="" consent-original-src-_="http://vg08.met.vgwort.de/na/83c5e1b8698246d48f9f546c70a44a59" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527"/></figure>
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		<title>Warum Du aufhören solltest &#8222;die eine Wahrheit&#8220; beim Pferdetraining zu suchen!</title>
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					<comments>https://herzenspferd.de/die-wahrheit-beim-pferdetraining/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2015 15:09:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ach wie schön einfach wäre es, wenn es eine Gebrauchsanweisung für Pferde gäbe. Eine einzig wahre Richtlinie, an der man sich entlangarbeiten kann. &#8222;Bewege Dich so, dann tut Dein Pferd dies, drücke diesen Knopf, dann tut es das.&#8220; Ein &#8222;einzig wahrer Plan&#8220;, eine einfache Lösung &#8211; das wünschen sich Viele. Jeden Tag bekomme ich Mails, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ach wie schön einfach wäre es, wenn es eine Gebrauchsanweisung für Pferde gäbe. Eine einzig wahre Richtlinie, an der man sich entlangarbeiten kann. &#8222;Bewege Dich so, dann tut Dein Pferd dies, drücke diesen Knopf, dann tut es das.&#8220;</p>



<p>Ein &#8222;einzig wahrer Plan&#8220;, eine einfache Lösung &#8211; das wünschen sich Viele.</p>



<p>Jeden Tag bekomme ich Mails, in denen mich Leute nach konkretem Rat bei ihren Pferdeproblemen fragen. Und (fast) immer muss ich sie enttäuschen. Meine Standardantwort: &#8222;Es tut mir sehr leid, aber per &#8222;Ferndiagnose&#8220;, ohne Dich und Dein Pferd zu kennen und die konkrete Situation zu sehen, kann ich keine Tipps geben. Das ist genauso korrekt wie Kaffeesatz lesen. Bitte suche Dir einen <a href="https://herzenspferd.de/einen-guten-reitlehrer-finden/" target="_blank" rel="noopener">kompetenten Reitlehrer</a> vor Ort, der Dich unterstützen kann.&#8220;</p>



<p>Das ist sicher nicht das, was der oder die Schreibende lesen möchte. Aber in solch einer Situation konkrete Tipps zu geben und als richtig zu verkaufen halte ich für unverantwortlich!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es gibt keinen &#8222;wahren, richtigen Weg&#8220; im Umgang mit Pferden</strong></h2>



<p>Wir sind Individuen, unsere Pferde sind Individuen.</p>



<p>Was für den Einen gut ist, ist für den Anderen schlecht. Worauf der Eine gelangweilt reagiert, erschrickt der Andere. Wenn man einem bestimmten Pferd in einer bestimmten Situation dringend Grenzen setzen muss, ist das vielleicht bei einem anderen Pferd in der gleichen Situation genau die falsche Reaktion.</p>



<p><strong>Es gibt allgemeingültige Grundprinzipien &#8211; ja (Anatomie, Biomechanik, Verhalten, &#8230;)! Aber einen einzig wahren Plan, der für alle stimmt? Nein.</strong></p>



<p>Das heißt nicht, dass man keinen Plan haben sollte und chaotisch vor sich hinarbeitet. Ganz im Gegenteil: man braucht unbedingt einen Plan. Aber auch einen Plan B und am besten noch einen Plan C, falls Plan A und B nicht passen.</p>



<p><strong>Das heißt für mich und Dich als Reiter: lernen, lernen und nochmals lernen! Auch mal über den Tellerrand schauen, neugierig sein und neues Wissen aufsaugen. Sich trauen Fragen zu stellen und auch mal zuzugeben, dass man nicht alles weiß und kann. </strong>Und auch genug Selbstreflektion zu besitzen, um zu <strong>erkennen</strong>, dass man nicht alles weiß und kann.</p>



<p>Miri von <a href="http://meinfaible.de" target="_blank" rel="noopener">MeinFaible</a> (toller Blog, unbedingt mal reinlesen!) spricht von einem Werkzeugkoffer, in dem man alles sammelt, was man gelernt hat. Und je nach Problem sucht man sich ein passendes Werkzeug. Genau so sehe ich das auch. Manchmal muss man auch für ein neues Pferd einen ganz anderen Werkzeugkoffer zur Hand nehmen: ich hatte und habe das Glück schon von vielen unterschiedlichen Pferden gelernt zu haben. Mit manchen habe ich geclickert, mit manchen &#8222;gehorsemanshipt&#8220;, mit manchen beides, mit Anderen etwas ganz anderes &#8211; eben immer das, was für uns gepasst hat.</p>



<p>Bei jedem Pferd gab es den <strong>&#8222;im Moment für uns beide richtigen Weg&#8220;.</strong> Um diesen Weg zu finden muss man aber flexibel sein, sich nicht auf &#8222;einen richtigen Weg&#8220; versteifen und diesen mit aller Gewalt durchsetzen wollen. Und man braucht am besten mehrere volle Werkzeugkoffer. Nur einen Werkzeugkoffer &#8211; oder sogar nur ein Werkzeug &#8211; zu haben, begrenzt die Möglichkeiten enorm. Man gerät in Gefahr, in das alte Sprichwort reinzurutschen: &#8222;<a href="http://www.pferdefluesterei.de/paul-watzlawick-wege-zum-pferd-gutes-training/" target="_blank" rel="noopener">Wenn man nur einen Hammer hat sieht jedes Problem wie ein Nagel aus</a>&#8222;.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8222;Der eine richtige Weg&#8220; und das Internet</strong></h2>



<p>Ich ärgere mich regelmäßig wenn ich durchs Netz surfe und die diversen Kommentare lese. Anscheinend ist jeder dort draußen Experte. Im Brustton der Überzeugung und auch gerne mal ungefragt wird mit Ratschlägen nur so um sich geworfen.</p>



<p>Ich möchte nicht einmal sagen, dass die alle falsch sind &#8211; ich glaube kaum jemand würde mit Absicht falsche Ratschläge geben &#8211; es ist jedoch so, dass man immer nur aus seiner eigenen Situation heraus Ratschläge geben kann. Und die sieht oft (vielleicht auch nicht auf den ersten Blick) ganz anders aus, als die des anderen Reiter-Pferd-Paares.</p>



<p>Nur weil etwas Deine Wahrheit und Dein &#8222;richtiger Weg&#8220; mit Deinem Pferd ist, heißt es nicht, dass es auch für jemand Anderen passt. Und nur weil Dir jemand einen Ratschlag gibt (mich und andere Blogger eingeschlossen), heißt das nicht, dass er auch nur ansatzweise auf Dich passt.</p>



<p><strong>Ratschläge &#8222;per Ferndiagnose&#8220; sind immer mit Vorsicht zu genießen und auch nur mit äußerster Vorsicht zu geben.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was tun, wenn es keinen &#8222;wahren Weg&#8220; gibt?</strong></h2>



<p>Auch wenn manche das sicher nicht gerne hören: Du musst Deinen eigenen Weg finden. Mit jedem Pferd von Neuem.</p>



<p>Klar kannst und sollst Du Dich an einen Plan halten. Viele alte und neue Meister haben ihr Wissen niedergeschrieben und wir haben Zugang zu so vielen Informationen wie niemals zuvor. Trotzdem muss es <strong>Dein</strong> Weg sein und Du musst flexibel und offen genug sein um ihn zu finden.</p>



<p>Das heißt nicht, dass Du ihn alleine finden musst. Such Dir Unterstützung bei Reitlehrern, Trainern und Freunden. Lese Fachbücher, schaue Dir Videos an, besuche Kurse. Die Möglichkeiten sind endlos.</p>



<p>Und wenn Du Deinen <strong>&#8222;im Moment für Dich und Dein Pferd richtigen Weg&#8220; </strong>gefunden hast: freue Dich und erzähle Anderen davon &#8211; <strong>aber bitte, versuche niemandem zu erzählen, dass Dein Weg der einzig wahre und richtige ist, nur weil er für Dich gut funktioniert!</strong></p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Wie siehst Du das Thema? Was ist Dein &#8222;im Moment für Dich und Dein Pferd richtiger Weg&#8220;? Ab in die Kommentare damit</strong>!</h4>



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		<title>Druck im Pferdetraining &#8211; Positive und Negative Verstärkung &#8211; meine Gedanken!</title>
		<link>https://herzenspferd.de/positive-negative-verstaerkung-pferd/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2015 07:48:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Clickertraining]]></category>
		<category><![CDATA[Druck]]></category>
		<category><![CDATA[Natural Horsemanship]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Verstärkung]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdetraining]]></category>
		<category><![CDATA[Positive Verstärkung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute schreibe ich mir etwas von der Seele, was dort schon eine Weile vor sich hin gärt. Das wird also ein etwas persönlicherer Post als das meistens der Fall ist. Und wie immer werde ich ehrlich sein, auch wenn das nicht immer leicht fällt. Schließlich lasse ich salopp gesagt vor ziemlich vielen Leuten die Hosen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute schreibe ich mir etwas von der Seele, was dort schon eine Weile vor sich hin gärt.</p>



<p><strong>Das wird also ein etwas persönlicherer Post als das meistens der Fall ist. Und wie immer werde ich ehrlich sein, auch wenn das nicht immer leicht fällt. Schließlich lasse ich salopp gesagt vor ziemlich vielen Leuten die Hosen runter und mache mich angreifbar.</strong></p>



<p>Ich gehöre zu den &#8222;seltsamen&#8220; Menschen, die beim Pferdetraining sowohl Negative Verstärkung &#8211; also zum Beispiel Methoden des Natural Horsemanship Trainings &#8211; und Positive Verstärkung &#8211; also zum Beispiel Clickertraining &#8211; benutzen.</p>



<p><strong>Negative Verstärkung</strong> <strong>bedeutet,</strong> dass man auf das Pferd physischen oder psychischen Druck ausübt und es bei richtiger Reaktion durch das Wegnehmen dieses Drucks belohnt. Übrigens: Wenn ich von Druck spreche meine ich immer sanften Druck, es geht hier nicht darum das Pferd zu verletzen oder zu strafen! <strong>Positive Verstärkung bedeutet,</strong> dass das Pferd für richtiges Verhalten belohnt wird. Das muss nicht unbedingt ein Futterlob sein, sondern kann zum Beispiel auch das Kraulen der Lieblingsstelle sein.</p>



<p>Nun sind die etwas dogmatischeren Anhänger dieser beiden Richtungen aber meist nicht gut aufeinander zu sprechen. Und je nachdem was ich gerade mache oder über was ich gerade schreibe kriege ich entweder von der einen Gruppe oder von der Anderen eins auf den Deckel.</p>



<p><strong>Entweder ich bin eine &#8222;doofe Tüddeltante&#8220; und verhätschele mein Pferd oder ich bin ein &#8222;fieser Seilchenschwinger&#8220;, der sich seinem Pferd aufzwingt und keine eigene Meinung mehr zulässt.</strong></p>



<p><strong>Das tut manchmal ganz schön weh.</strong></p>



<p>Denn wie wohl die meisten Reiter habe ich zuallererst das Wohl meines Pferdes zum Ziel. Ich möchte, dass es ihm gut geht und dass es ein möglichst artgerechtes und schönes Leben führen kann.</p>



<p>Als jemand, der beide Seiten kennt und sowohl das Gute, als auch das Schlechte in beiden Seiten sieht möchte ich Folgendes loswerden:</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Liebe Tüddeltanten,</strong></h2>



<p><strong>ich mag euch echt gerne &#8211; schließlich bin ich auch eine von euch.</strong> Wir Tüddeltanten sind einfühlsam und rücksichtsvoll. Für unsere Pferde würden wir noch unser letztes Hemd hergeben und ihr Wohl stellen wir über unser eigenes.</p>



<p>Ich finde es toll wie ihr mit euren Pferden umgeht und dass ihr ihnen zuhört. Und ich finde es toll, dass ihr einen Weg ohne physischen oder psychischen Druck gehen wollt.</p>



<p><strong>Aber manchmal macht ihr mich auch sehr traurig.</strong></p>



<p>Denn manchmal habe ich das Gefühl, dass alle, die nicht so vorgehen wie ihr, in euren Augen nur Tierquäler sind. Es gibt ein paar, die stehen mit (virtuell) erhobenem Zeigefinger da und verurteilen Andere.</p>



<p>Ich denke es ist naiv zu glauben, dass man alles ausschließlich mit positiver Verstärkung lösen kann. Sobald wir auf dem Pferd sitzen, arbeiten wir mit negativer Verstärkung. Wir üben &#8211; durchaus sanften &#8211; Druck durch die <a href="https://herzenspferd.de/gewichtshilfen/" target="_blank" rel="noopener">Gewichtshilfen</a>, die Schenkel- und Zügelhilfen aus. Tut das Pferd das Gewünschte, lassen wir diese Hilfen ruhen und nehmen somit den Druck weg. Wir berühren das Pferd beim Putzen am Oberschenkel, damit es mit seinem Hinterteil Platz macht &#8211; und wenn es das tut hören wir auf. Die Definition von negativer Verstärkung. Allein unsere Anwesenheit kann bereits Druck sein. Ein Blick. Die Verlagerung des Gewichts. Unsere Erwartungshaltung.</p>



<p>Ich habe in meinen zwei Jahrzehnten mit Pferden auch Pferde getroffen, die auf die Leckerlibelohnung pfeifen. Wie eine nette Leserin vor kurzem schrieb: &#8222;einem Pferd in Angst und Panik fällt die schönste Mohrrübe aus dem Maul&#8220;. In akuten Gefahrensituationen muss ich sicherstellen, dass mein Pferd nicht sich, mich, oder Andere verletzen kann. Und ja, dann setze ich auch Druck ein.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Liebe Seilchenschwinger,</strong></h2>



<p><strong>auch euch finde ich toll &#8211; denn auch zu euch zähle ich mich. </strong>Wir Seilchenschwinger sind einfühlsam und aufmerksam. Für unsere Pferde würden wir noch unser letztes Hemd hergeben und ihr Wohl stellen wir über unser eigenes.</p>



<p>Ich finde es toll wie ihr mit euren Pferden umgeht, dass ihr ihre Sprache sprecht. Und ich finde es toll, dass ihr das Pferd Pferd sein lasst und es nicht zum Schoßhündchen degradiert.</p>



<p><strong>Aber manchmal macht auch ihr mich traurig.</strong></p>



<p>Manche sehen in jedem Aufblitzen von Eigeninitiative des Pferdes eine Widersetzlichkeit. Das Pferd wird gemicromanagt und soll auf jedes Kommando perfekt reagieren. Wenn ich meinem Pferd ein Leckerchen aus der Hand gebe stehen einige mit (virtuell) erhobenem Zeigefinger da. Wenn es kurz von mir wegschaut soll ich am Seil rucken.</p>



<p>Ich finde, nicht jedes Pferd muss so kontrolliert werden. Nicht jede seiner Regungen bedeutet, dass es uns böses will oder unsere Führerschaft anzweifelt. Und ich bin fest davon überzeugt, dass die meisten Pferde nicht permanent eine Lücke suchen um den Menschen dominieren zu können oder dass wir dem Pferd nicht auch mal gefahrlos etwas durchgehen lassen können.</p>



<p>Nicht jedes Pferd kommt gut mit Druck klar. Ich kenne Pferde, die durch ein Training mit positiver Verstärkung sehr viel motivierter, glücklicher und lebensfroher sind. Zurückhaltende Pferde blühen richtiggehend auf, wo sie vorher nur in sich gekehrt Anweisungen befolgt haben.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Suche nach Balance</strong></h2>



<p>Nicht nur in meinem täglichen Leben, sondern auch vor allem als Reiterin suche ich die Balance. Ich bin der Überzeugung, dass jegliches Extrem nicht gut sein kann.</p>



<p><strong>Auch im Pferdetraining braucht man Balance. Es ist eine Gratwanderung zwischen Mitspracherecht und nötigem Gehorsam, Nachgiebigkeit und Konsequenz, Übervorsicht und Leichtsinn. Positiver und Negativer Verstärkung.</strong></p>



<p>Wie immer im Leben wird es Ausnahmen geben: Pferde, die man ausschließlich mit positiver Verstärkung trainieren kann und Pferde, die nur mit negativer Verstärkung völlig zufrieden sind. Mein Weg ist keines dieser Extreme.</p>



<p><strong>Mein Weg ist der Balanceakt. Das hören auf Kopf, Herz und Bauch. Das Hereinhorchen in mein Pferd. Das Denken außerhalb von Schubladen und dogmatischen Glaubenssätzen.</strong></p>



<p>Die Diskussion Positive versus Negative Verstärkung erinnert mich übrigens sehr an die Diskussion über autoritäre und anti-autoritäre Erziehung bei Kindern. Ich glaube jeder von uns kennt mindestens ein anti-autoritär erzogenes Kind. Das können furchtbare, unerträglich verzogene Plagen sein oder aber auch umgängliche, freundliche Kinder. Wenn es für das Kind passt ist es super, wenn nicht ist es eine Katastrophe.</p>



<p>Genauso wie bei der Kindererziehung gibt es im Pferdetraining <strong>keinen</strong> <strong>einen richtigen Weg</strong> der für alle passt. <strong>Deshalb wünsche ich mir etwas mehr Toleranz und Akzeptanz anderen Wegen gegenüber.</strong> Nur weil ein Weg in eine andere Richtung führt als ein anderer heißt das nicht, dass nicht beide zum selben Ziel kommen und dass man nicht beide partnerschaftlich und fair mit seinem Pferd gehen kann.</p>



<p><strong>Denn am Ende bin ich nur einem Rechenschaft schuldig: meinem Pferd!</strong></p>



<p>Um es mit Nuño Oliveiras Worten zu sagen: &#8222;Ich fordere die Reiter, welche mich lesen und Pferde dressieren auf, wenn sie nach einer Arbeitseinheit absitzen, ihr Pferd anzuschauen, in sich zu gehen und ihr Gewissen mit der Frage zu prüfen, ob sie sich wohlverhalten haben gegenüber diesem außergewöhnlichen Lebewesen, diesem bewundernswerten Compagnon &#8211; dem Pferd.&#8220;</p>



<p><strong>Was ist Deine Meinung zum Thema? Nutzt Du Positive oder Negative Verstärkung? Oder nutzt Du, wie ich, beides? Ich freue mich auf eine nette Diskussion in den Kommentaren!</strong><img loading="lazy" decoding="async" alt="" width="1" height="1" consent-original-src-_="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/8b31986bf9974db18288c3d4020a35fe" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527"></p>



<img loading="lazy" decoding="async" width="1" height="1" alt="" consent-original-src-_="http://vg08.met.vgwort.de/na/8b31986bf9974db18288c3d4020a35fe" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527">
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			</item>
		<item>
		<title>Hast Du noch Spaß mit Deinem Pferd? Oder: Warum reitest Du eigentlich?</title>
		<link>https://herzenspferd.de/spass-pferd-reiten/</link>
					<comments>https://herzenspferd.de/spass-pferd-reiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2015 05:03:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
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		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[Umgang]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf den Reitplätzen bietet sich mir oft ein trauriges Bild: Reiter mit verkniffenen Gesichtern die angestrengt ihre Pferde durch die Übungen treiben. Wirklich viel Spaß scheint ihnen das nicht zu machen. Ihren Pferden erst recht nicht. Viele dieser Reiter sind keine Turnierreiter, oder wenn, dann nur spaßeshalber. Da ist es wieder, dieses Wort: Spaß. Wenn [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Auf den Reitplätzen bietet sich mir oft ein trauriges Bild: Reiter mit verkniffenen Gesichtern die angestrengt ihre Pferde durch die Übungen treiben. Wirklich viel Spaß scheint ihnen das nicht zu machen. Ihren Pferden erst recht nicht.</strong></p>



<p>Viele dieser Reiter sind keine Turnierreiter, oder wenn, dann nur spaßeshalber.</p>



<p>Da ist es wieder, dieses Wort: Spaß.</p>



<p><strong>Wenn sie zum Spaß reiten, warum dann mit so viel Anstrengung und Verbissenheit?</strong></p>



<p>Oft führt genau diese Verbissenheit dazu, dass es erst recht nicht funktioniert. Dann sieht man entnervte Reiter, die härter zupacken als nötig und ihre Pferde dafür bestrafen, dass sie etwas nicht verstanden haben.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hast Du noch Spaß am Reiten?</strong></h2>



<p>Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du noch Spaß am Reiten oder quälst Du Dich durch Lektionen, weil es alle tun oder Du es einfach gewöhnt bist?</p>



<p>Oft verfallen wir so in einen Trott, dass wir gar nicht mehr merken, dass wir darin unglücklich sind und es auch anders geht.</p>



<p><strong>Ich finde, jeder Reiter sollte sich ab und an folgende Fragen stellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Fahre ich gern zum Stall, oder ist es (lästige) Arbeit für mich?</li>



<li>Sehe ich einen Sinn darin was ich mit meinem Pferd tue?</li>



<li>Habe ich ein Ziel, welches ich erreichen möchte?</li>



<li>Ärgere ich mich regelmäßig, wenn etwas nicht klappt?</li>



<li>Bin ich gut gelaunt, wenn ich vom Stall nach Hause fahre?</li>



<li>Kommt mein Pferd gerne zu mir?</li>



<li>Macht mein Pferd einen zufriedenen Eindruck vor, während und nach dem Reiten?</li>



<li>Fühle ich mich gestresst und unter Druck, wenn ich am Stall bin?</li>
</ul>



<p>Sei ehrlich zu Dir selbst, wenn Du diese Fragen beantwortest. Am Besten schreibst Du die Antworten sogar auf, dadurch wirst Du gezwungen, Dir Deine Gedanken und Gefühle bewusst zu machen sie und genau zu benennen.</p>



<p>Je nachdem wie Deine Antworten ausfallen, solltest Du Dir überlegen, ob Du den Umgang mit Deinem Pferd und Dein &#8222;Warum reite ich?&#8220; nicht überdenken möchtest.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wir alle machen uns oft zu viel Druck</strong></h2>



<p>Auch ich musste mich vor einiger Zeit fragen, wo die Leichtigkeit und Freude hin ist, die ich noch als Kind im Umgang mit Pferden hatte.</p>



<p>Je älter wir werden, desto mehr müssen wir &#8222;funktionieren&#8220;. Ob das in der Schule, der Uni oder im Job ist, wir sollen immer unser Bestes geben und natürlich auf keinen Fall scheitern. Man erzählt es uns lange genug und irgendwann glauben wir, dass uns keiner mehr will wenn wir scheitern.</p>



<p>Und genau das nehmen wir mit zu unserem Pferd.</p>



<p>Alles muss funktionieren. Dabei sind wir nicht nur hart zu unserem Pferd, sondern auch oft hart und gnadenlos zu uns selbst. Unser Leben wird durchgeplant und optimiert, wir streben ständig danach uns zu verbessern, wollen schöner, fitter, schlauer und erfolgreicher werden.</p>



<p>Dagegen habe ich nichts. Ich finde Ziele sind wichtig im Leben.</p>



<p><strong>Aber sie dürfen uns nicht den Spaß und die Leichtigkeit rauben! Sonst verliert das Erreichen des Ziels seine Magie und wird zum inhaltsleeren Abhaken einer inneren ToDo-Liste.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Werde wieder zum Kind, wenn Du bei Deinem Pferd bist</strong></h2>



<p>Wenn es Dir so geht, dass Du eigentlich keine Freude mehr an der &#8222;Arbeit&#8220; (allein dieses Wort ist schon schrecklich, die meisten Leute gehen überhaupt nicht gerne zur Arbeit, warum also dieses Wort nutzen um die gemeinsame Zeit mit dem Pferd zu beschreiben?) mit Deinem Pferd hast, dann ist es nun an der Zeit einen Strich zu ziehen.</p>



<p><strong>Fang von vorne an. Versuche Dich daran zu erinnern, warum Du als Kind angefangen hast zu Reiten. Erinnere Dich daran, wie Du Dich gefühlt hast, wenn Du mit Pferden zusammen warst. Lerne die Zeit mit Deinem Pferd wieder wertzuschätzen und wirf Deine Erwartungshaltung über Bord. Dein Pferd schuldet Dir nichts.</strong></p>



<p>Bei mir war es so, dass ich als Kind gar nicht zwingend reiten musste, ich war einfach nur glücklich, wenn ich in der Nähe von Pferden sein konnte. Stundenlang habe ich mich am Stall und auf den Koppeln herumgetrieben. Und ich bin niemals davon ausgegangen, dass das Pferd mir etwas schuldig ist. Ich habe die Pferde als meine Freunde gesehen und war dankbar, wenn sie Zeit mit mir verbringen wollten.</p>



<p>Irgendwo auf meinem Weg des Erwachsenwerdens ist dann etwas schief gelaufen. Ich weiß gar nicht genau woran es lag. Vielleicht an den unausweichlichen Sprüchen von &#8222;Setz dich mal durch, der muss jetzt&#8220;. Oder an meinem eigenen Ehrgeiz. Jedenfalls war es mir irgendwann eine Last an den Stall zu fahren. Und ich wusste, dass ich etwas ändern muss.</p>



<p>Das ist nun schon einige Jahre her. Mittlerweile fahre ich ohne Erwartungen zum Stall und freue mich, wenn ich und das Pony etwas gut machen. Wenn etwas nicht klappt kann ich darüber lachen &#8211; ich bin zum Spaß dort und bin &#8211; außer dem Pony &#8211; niemandem etwas schuldig.</p>



<p>Wie ich zu dieser Einstellung gekommen bin?</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ich möchte Dir eine Geschichte erzählen</strong></h2>



<p>Du triffst Dich mit einer guten Freundin um zusammen zu trainieren &#8211; sie will das Sportabzeichen machen und Du hast angeboten mit ihr zu üben, weil Du es schonmal gemacht hast. Die ersten paar Wochen habt ihr unheimlich viel Spaß, ihr verbringt gerne Zeit miteinander und lacht über ihre gescheiterten Versuche.</p>



<p>Mit der Zeit wird sie besser, aber um das Sportabzeichen tatsächlich zu schaffen müsste sie noch etwas mehr trainieren. Und das mit dem Kugelstoßen bekommt sie einfach nicht hin, dabei hast Du es ihr schon so oft erklärt!</p>



<p>Als sie es schon wieder nicht schafft die Kugel mit der richtigen Technik zu werfen platzt Dir der Kragen. Du sagst &#8222;du kriegst aber auch gar nichts hin, bist du blöd?&#8220;, nimmst grob ihren Arm und führst ihn in der Bewegung, die sie machen soll.</p>



<p>Als ihr euch zur nächsten Trainingseinheit trefft ist Deine Freundin still und hat keine große Lust zu trainieren. Das Kugelstoßen würde sie lieber ganz weglassen, aber Du sagst &#8222;Nein, das musst Du jetzt machen, wir gehen nicht bevor das geklappt hat! Versuch ja nicht dich davor zu drücken&#8220;. Dabei schaust Du sie streng an.</p>



<p>Spaß habt ihr beide keinen mehr. Und wenn ihr das lange so weiter macht leidet die Freundschaft.</p>



<p><strong>Würdest Du so mit einer Freundin oder einem Freund umgehen? Eher nicht, oder?</strong></p>



<p><strong>Dann tu es auch nicht mit Deinem Pferd.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>So hast Du wieder mehr Spaß mit Deinem Pferd</strong></h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wir haben so viele Verpflichtungen und immer mehr Stress. Mach Dir nicht auch noch in der Zeit mit Deinem Pferd Stress, sondern <strong>schaffe Dir einen</strong> <strong>Freiraum.</strong> Sieh die Zeit mit Deinem Pferd als eine Auszeit. Eine Zeit, nur für euch beide, in der Dich die Sorgen des Alltags nicht berühren.</li>



<li><strong>Schalte Dein Handy auf lautlos</strong> und schaue am Stall nicht mehr darauf. Die meisten &#8222;Dramen&#8220; können ein paar Stunden warten. Manche lösen sich in dieser Zeit sogar ganz von selbst. Und Dein Pferd verdient Deine ungeteilte Aufmerksamkeit.</li>



<li>Lege einen imaginären Schalter in Deinem Kopf um und betrachte Dein Pferd einmal mit &#8222;frischem&#8220; Blick. Setz Dich auf die Koppel zu ihm und sieh Dir einfach nur an, was es so treibt. Lass Dir Zeit. Nimm Dir etwas zu schreiben mit und mache eine <strong>Liste mit Deinen neuen Zielen.</strong> Das können auch Ziele sein wie &#8222;Ich fühle mich nicht mehr so gestresst und bin geduldiger&#8220; oder &#8222;Ich motiviere mein Pferd mehr und es lernt gerne mit mir zusammen&#8220;. Diese Ziele kannst Du Dir auch als PostIt&#8217;s an den Spind hängen, so hast Du sie immer vor Augen. Wichtig ist, dass Du sie so formuierst, als hättest Du sie bereits erreicht. Keine Worte wie &#8222;irgendwann&#8220;, &#8222;vielleicht&#8220;, &#8222;bald&#8220;, &#8222;ich möchte&#8220; oder ähnliches.</li>



<li><strong>Wirf Deine Erwartungen und den Anspruch an Perfektion über Bord.</strong> Natürlich solltest Du Dir Mühe geben, kein Reiter hat jemals ausgelernt. Perfektionismus macht Dich aber in der Regel nur unglücklich und frustriert. (Ich muss es wissen, ich halte meinen eigenen Perfektionismus mal mehr und mal weniger erfolgreich in Schach 😉 )</li>



<li><strong>Probiere neue Dinge aus:</strong> Equikinetic, Clickern, Freiheitsdressur, Distanzreiten, Working Equitation, Geocaching mit Pferd, &#8230; Die Liste ist endlos.</li>



<li>Und zu guter Letzt: <strong>mach Dein Ding!</strong> Nur Du weißt, was Dich und Dein Pferd glücklich macht. Wenn das jemand anderes nicht versteht ist das nicht Dein Problem.</li>
</ul>





<p><strong>Hast Du noch Spaß mit Deinem Pferd? Oder hast Du eine solche Phase hinter Dir und möchtest uns erzählen, wie Du sie überwunden hast?</strong><img loading="lazy" decoding="async" width="1" height="1" alt="" consent-original-src-_="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/eed8bb8e66924a10af32eceb9118acba" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527"></p>



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		<title>Spießrutenlauf Ausritt &#8211; Tipps für ein rücksichtsvolleres Miteinander im Gelände</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2015 09:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Sonntag im August. Die Sonne scheint, es ist warm und ich habe den ganzen Tag Zeit. Perfekt für einen entspannten, langen Ausritt. Pferd fertig machen und los geht&#8217;s. Kaum im Wald hängt dem Pony schon der erste Radfahrer am Popo. Was erlaube ich mir auch so langsam unterwegs zu sein, der Herr Profi-Radrennfahrer mit [&#8230;]</p>
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<p>Ein Sonntag im August. Die Sonne scheint, es ist warm und ich habe den ganzen Tag Zeit. Perfekt für einen entspannten, langen Ausritt. Pferd fertig machen und los geht&#8217;s.</p>



<p>Kaum im Wald hängt dem Pony schon der erste Radfahrer am Popo. Was erlaube ich mir auch so langsam unterwegs zu sein, der Herr Profi-Radrennfahrer mit dem verkniffenen Gesicht und den engen Hosen hat&#8217;s eilig. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen einem Radfahrer mit Hufabdruck im Gesicht das Händchen zu halten während wir auf den Notarzt warten. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein bisschen gefährlich ist, bekomme ich den Mittelfinger gezeigt. Okay&#8230;</p>



<p>Nun ja, weiter geht&#8217;s. Der Ärger ist im warmen Sonnenschein schnell vergessen und ich genieße es gemütlich durch den Wald zu zockeln. Bis die Stille von hysterischem Kläffen unterbrochen wird. Ich schaue zu Boden. Eine bellende Katze &#8211; oh, nein, es ist ein Hund, für eine Katze ist es zu klein &#8211; hat das Pony als seine Beute auserkoren und schnappt nun munter nach seinen Fesseln. Die Beistzerin schreit keuchend aus 300 Metern Entfernung &#8222;Der maaacht niiix, ist ein gaaanz Liiiieber!&#8220;. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen ihm einen kleinen Hund aus den Hufen zu kratzen. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein bisschen gefährlich ist, kommt nur ein verwundertes &#8222;Wieso? Ich hab doch gesagt der macht nix, sehen Sie doch!&#8220;.</p>



<p>Den Fifi endlich abgeschüttelt geht es weiter. Nun schon etwas weniger entspannt. Und schon kommt die nächste Geduldsprobe um die Kurve &#8211; eine Wandergruppe. Und zwischen den obligatorischen &#8222;Sie haben&#8217;s aber gut, müssen nicht selbst laufen!&#8220;, &#8222;Darf ich auch mal reiten?&#8220; und &#8222;Ach Gott, das arme Pferd, muss jemanden tragen!&#8220; Rufen, kommt natürlich &#8211; wie sollte es anders sein &#8211; von mindestens 5 der fröhlichen, mit Walking Stöcken vorbeistöckelnden Rentner munteres Geschnalze in Richtung Pony und Klopfer auf den Ponypopo. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen auf den Notartzt zu warten, weil ich einen Abflug von meinem durchgehenden Pony gemacht habe. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein Ein-Frau-Pony ist (auf das immer nur einer drauf kann) und dass es Popo-Klopfen doof findet, lachen die Rentner lautstark und wünschen mir noch einen schönen Tag.</p>



<p>Einmal tief durchatmen und die verkrampften Schultern kreisen lassen. Die Sonne scheint immer noch und die Vögel zwitschern. Ich reite in eine Richtung, von der ich weiß, dass normalerweise nicht so viele Leute unterwegs sind. Kaum bin ich in den nächsten Weg eingebogen höre ich schnelles Hufgeklapper. Es kommen mir zwei imposante Warmblüter in flottem Trab mit fliegenden Hufen entgegen. Ich lächele freundlich, denn schließlich wissen Reiter ja, dass man im Gelände auf Andere Rücksicht nehmen sollte. Die beiden Reiter scheinen es aber &#8211; genauso wie der Profi-Rennradfahrer &#8211; sehr eilig zu haben und können auf keinen Fall im Schritt an mir und dem Pony vorbei. Für einen abfälligen Blick nach unten reicht es aber noch. Weiß ja jeder, dass alles unter 1,70 kein ordentliches Reittier ist! Diese Ponys sind auch immer so dreckig&#8230; Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen mit ihm darum zu kämpfen, ob es den Warmblütern hinterherrennen darf oder nicht. Eine freundliche Anmerkung gab es diesmal nicht &#8211; die waren einfach zu schnell weg.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rücksichtnahme? Fehlanzeige&#8230;</strong></h2>



<p>Keine dieser Geschichten ist erfunden, alles habe ich so &#8211; nicht nur einmal &#8211; erlebt. Und ich könnte noch tausend ähnliche Geschichten erzählen.</p>



<p>Das hat mir schon so manchen Ausritt vermiest.</p>



<p>Dabei ist es egal, ob es Radfahrer, Hundemenschen, Fußgänger oder Reiter sind. Unheimlich viele Leute sind einfach rücksichtslos (wie immer natürlich nicht alle!).</p>



<p>Das muss doch nicht sein. Wir alle wollen eine schöne Zeit in der Natur verbringen und uns nicht über andere Menschen ärgern oder sogar in gefährliche Situationen kommen.</p>



<p>Das Verhalten der anderen Leute kannst Du natürlich nicht beeinflussen. Aber Du kannst Dich und Dein Pferd darauf vorbereiten. Außerdem kannst Du mit gutem Beispiel vorausgehen und vielleicht Dein Umfeld damit ein kleines bisschen verändern.</p>



<p>Hier sind meine Tipps für das Verhalten im Gelände:</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Mach Dein Pferd geländesicher</strong></h2>



<p>Am besten lernt Dein Pferd schon in jungen Jahren bei Spaziergängen, als Handpferd und beim gemeinsamen Ausritt mit einem ruhigen und erfahrenen Begleitpferd das Gelände und alles was so darin vorkommt kennen. Hunde, Kinder, Radfahrer, Jogger, Autos, Waldarbeiter mit Motorsägen, &#8230; all das sollte für Dein Pferd nichts Neues sein!</p>



<p>Du kannst die Welt um Dich herum nur bedingt beeinflussen. Deshalb musst Du Dein Pferd mit so vielen unterschiedlichen Dingen und Situationen bekannt machen wie Du kannst. Es gibt da ein schönes Zitat: &#8222;Der Vogel vertraut nicht dem Ast auf dem er sitzt, sondern seinen eigenen Flügeln&#8220;. Auf unsere Situation bezogen heißt das für mich: <strong>Vertraue nicht darauf, dass Dein Umfeld auf Dich und Dein Pferd Rücksicht nimmt, sondern vertraue darauf, dass Du Dein Pferd so gut sozialisiert hast, dass es mit den meisten Sachen klarkommt.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Verhalte Dich selbst rücksichtsvoll</strong></h2>



<p>Das heißt für mich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>An allem &#8211; egal ob Mensch oder Tier, Radfahrer oder Reiter &#8211; wird im Schritt vorbeigegangen!</strong> Es ist nicht nur höflich, sondern auch einfach sicherer. Dein Pferd hat so mehr Zeit sich alles anzuschauen und ihr könnt schneller ausweichen falls es sein muss. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einige Menschen gibt die große Angst vor Pferden haben. Die muss man doch nicht noch mehr verängstigen indem man an ihnen vorbeibrettert!</li>



<li>Wenn Dir jemand entgegenkommt <strong>mach Platz</strong> und reite am Wegesrand. Vor allem wenn ihr mehrere Reiter seid, solltet ihr dann nicht mehr nebeneinander reiten. Den meisten Leuten ist es unangenehm, wenn Pferde sehr dicht an ihnen vorbeilaufen.</li>



<li>Reite nicht auf Fußgängerwegen &#8211; das nehmen Dir die meisten Fußgänger ziemlich übel. Außerdem ist es auch verboten.</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Bleib freundlich oder zumindest höflich</strong></h2>



<p>Ich weiß, manchmal fällt das ziemlich schwer.</p>



<p><strong>Ich habe es mir angewöhnt, die Leute mit Freundlichkeit zu überrumpeln. Damit dringt man oft viel eher zu ihnen durch als mit Ärger und Zurechtweisungen.</strong></p>



<p>Außerdem lobe ich Leute die sich (auch nur ansatzweise) toll verhalten lautstark und begeistert. Die meisten freuen sich darüber und ich möchte wetten, dass sie das nicht so schnell vergessen und sich weiter gut verhalten. Also ganz nach dem Grundsatz der positiven Verstärkung &#8211; wenn ich könnte würde ich wahrscheinlich versuchen sie zu Clickern 😉</p>



<p>Ich höre oft von Nicht-Reitern: &#8222;Ach diese Reiter, gucken immer so hochnäsig auf einen herab!&#8220;. <strong>Ein nettes &#8222;Hallo&#8220; oder &#8222;Guten Tag&#8220; kostet Dich nichts und macht einen guten Eindruck.</strong> Die meisten Leute sind gleich viel toleranter, wenn man einen netten Eindruck macht. Ich bin jahrelang um einen See geritten wo ich eigentlich nichts zu suchen hatte und niemand hat je etwas zu mir gesagt (im Gegensatz zu anderen Reitern!) &#8211; weil ich immer nett war und mit den Leuten geredet habe.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Bei aller Freundlichkeit: Kläre die Leute über mögliche Gefahren auf</strong></h2>



<p>Die wenigsten Menschen haben etwas mit Pferden zu tun. Sie wissen das, was ihre Großeltern ihnen als Kinder beim Spaziergang an der Pferdekoppel entlang erzählt haben. Und sie denken Zuckerwürfel sind ein tolles Leckerli für Pferde.</p>



<p>Wenn sie sich gerade ungünstig verhalten liegt das zum größten Teil an schlichter Unwissenheit. Deshalb: bleibe freundlich und mach keine Vorwürfe, aber erkläre, warum die Situation gerade gefährlich werden könnte.</p>



<p>Zu der Frau mit dem Hund würde ich zum Beispiel sagen: &#8222;Ich habe ein wirklich nettes Pferd, aber man kann sich da nie sicher sein, dass es nicht doch mal nach einem Hund tritt. Ihrer ist so süß, das wäre ja furchtbar wenn ihm etwas passiert. Vielleicht leinen Sie ihn in der Nähe von Pferden besser an?&#8220;</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Für ein gutes Miteinander im Gelände wünsche ich mir&#8230;</strong></h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dass Radfahrer ein kleines bisschen langsamer machen, wenn sie an einem Pferd vorbeifahren, bzw. nicht von hinten dicht an es ranfahren. Das dient auch der eigenen Sicherheit! Ein Pferd ist schnell mal zur Seite gesprungen wenn es sich erschreckt, gegen 500kg Lebendgewicht zieht ein Radfahrer immer den kürzeren.</li>



<li>Dass Hundebesitzer ihren Hund bei Fuß laufen lassen wenn sie am Pferd vorbeigehen. Selbst wenn sich der Hund absolut gar nicht für das Perd interessiert hat man als Reiter doch ein sichereres Gefühl wenn man sieht, dass der Besitzer sich jederzeit seinen Hund schnappen kann falls etwas ist.</li>



<li>Dass Reiter untereinander mehr Rücksicht nehmen und im Schritt aneinander vorbeireiten. Oder zumindest fragen, ob es ok ist wenn sie im Trab oder Galopp vorbeigehen.</li>
</ul>



<p>Ich bin mal gespannt wie es diesen Sommer wird. Ich habe ja Glück und reite ein nettes Pony 😉</p>





<p><strong>Was sind Deine Erfahrungen mit anderen Leuten im Gelände? Wie reagierst Du? Oder hast Du noch gute Tipps?</strong></p>



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		<title>Warum Du mehr sein musst, als nur ein Pferdefreund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2015 08:37:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdefreund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen bin ich beim Zappen durchs Fernsehprogramm kurz bei Hundetrainer Cesar Millan gelandet (ich habe von Hundetraining keine Ahnung, kann also nicht beurteilen ob der Mann ein guter Trainer ist oder nicht). Er hat da eine ganz interessante Sache gesagt: „Es reicht nicht aus, einfach nur Hundefreund zu sein! Wir müssen wissende [&#8230;]</p>
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<p>Vor ein paar Tagen bin ich beim Zappen durchs Fernsehprogramm kurz bei Hundetrainer Cesar Millan gelandet (ich habe von Hundetraining keine Ahnung, kann also nicht beurteilen ob der Mann ein guter Trainer ist oder nicht). Er hat da eine ganz interessante Sache gesagt: „Es reicht nicht aus, einfach nur Hundefreund zu sein! Wir müssen <strong>wissende </strong>Hundefreunde werden.“</p>



<p>Ein guter Satz, finde ich, und nicht nur auf Hunde anwendbar. Auch beim Pferd reicht es nicht, nur Pferdefreund zu sein.</p>



<p>Es gibt den Spruch „der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert“. So sehe ich das auch beim Umgang mit Tieren. Du kannst so viele gute Absichten haben wie Du möchtest, wenn Du nicht weißt was Dein Tier braucht, wirst Du ihm nur wenig Gutes tun.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Du musst ein wissender Pferdefreund werden</strong></h2>



<p><strong>Reiter sein heißt für mich lebenslang dazuzulernen. </strong></p>



<p>Ich bin mit Pferden groß geworden und habe mich mein Leben lang mit ihnen befasst. Ich lese Fachbücher, nehme Unterricht, schaue mir Trainingsvideos an und interessiere mich für die unterschiedlichsten Reitweisen. <strong>Und je mehr ich lerne, desto stärker merke ich, wie viel mehr es noch zu lernen gibt.</strong></p>



<p>„Du nimmst doch schon so lange Reitunterricht, so langsam müsstest du doch mal fertig damit sein und es können!“. Diesen oder ähnliche Sätze hört man von Nicht-Reitern ziemlich oft. Meine Standard-Antwort:</p>



<p><strong> „Als Reiter bist Du niemals fertig.“</strong></p>



<p>Sagen wir mal – ganz hypothetisch – Du wüsstest alles was es über das Reiten und Pferde zu wissen gibt. Selbst dann bräuchtest Du noch jemanden der mal draufguckt ob Du alles richtig machst!</p>



<p>Wir können uns beim Reiten nun mal nicht selbst zuschauen und viele Sachen erkennt man erst mit etwas (geistigem) Abstand. Schlechte Angewohnheiten schleichen sich schnell ein und oft muss einen erst jemand anderes darauf aufmerksam machen, bevor man es merkt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Falsch verstandene Pferdeliebe</strong></h2>



<p>Ein gar nicht seltener Fall: Spaziergänger halten auf ihrem täglichen Rundgang immer kurz an einem Paddock und geben dem dortigen Pferd trockenes Brot. Das Pferd tut ihnen leid, weil es nicht mit den anderen Pferden Gras fressen kann, das „Bitte nicht füttern“-Schild ignorieren sie – schließlich wollen sie ja nur das Beste und so ein bisschen Brot kann ja nicht schaden. Die Besitzer des Pferdes hingegen verzweifeln – seine Hufrehe wird immer schlimmer und sie wissen nicht wieso.</p>



<p>Die Spaziergänger meinen es gut, aber aufgrund ihres <strong>Mangels an Wissen</strong> schaden sie dem Pferd.</p>



<p>Einem Reiter wird dieser spezielle Fehler sicher nicht passieren. Aber stattdessen weiß er vielleicht nicht, dass es dem Pferd sehr schaden kann, wenn es über einen&nbsp; zu langen Zeitraum Bandagen an den Beinen hat. Er meint es nur gut und will sein Pferd schützen, aber durch das mangelnde Wissen schadet er ihm.</p>



<p>Genau deshalb ist es unsere <strong>Pflicht</strong> als Reiter und Pferdefreunde unseren Wissensschatz kontinuierlich zu erweitern.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Pferd nicht vermenschlichen</strong></h2>



<p>Genauso wichtig wie das Wissen über artgerechte Trainingsmethoden, Reitweisen und Pferdehaltung finde ich das <strong>Wissen über die Natur und das Verhalten des Pferdes.</strong></p>



<p>Ich sehe viel zu viele Pferdebesitzer die ihre Pferde völlig vermenschlichen und mit den daraus resultierenden Problemen zu kämpfen haben ohne zu realisieren, dass sie von ihnen selbst verursacht werden. Das ist in meinen Augen nicht artgerecht und fair dem Pferd gegenüber.</p>



<p><strong>Es ist unsere Aufgabe zu lernen wie wir mit dem Pferd so kommunizieren, dass es uns versteht – nicht umgekehrt.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Chance und Gefahr Internet</strong></h2>



<p>Noch nie war es so leicht an alle möglichen Informationen zu kommen.</p>



<p>Ich kann mir Fachbücher direkt als eBook herunterladen, ganze Trainingseinheiten auf Youtube ansehen, neue Ideen auf Blogs suchen und parallel auf Facebook mit völlig Fremden darüber diskutieren.</p>



<p>In meinen Augen eine tolle Sache und eine riesige Chance. Allein dadurch, dass ich mir für diesen Blog viele Gedanken mache, meine Reiterei reflektiere, alle möglichen Themen recherchiere und mit Gleichgesinnten diskutiere habe ich so unglaublich viel gelernt. Das alles wäre ohne Internet in diesem Ausmaß nicht möglich.</p>



<p>Andererseits wird übers Internet – eben weil jeder seine Meinung kundtun kann – unheimlich viel fehlerhaftes Wissen verbreitet. Gerade wenn dann per Ferndiagnose Trainingstipps gegeben werden ohne Pferd, Reiter und individuelle Situation zu kennen wird das Internet in meinen Augen zur Gefahr.</p>



<p><strong>Kein Blog, kein Video, kein Kommentar auf Facebook ersetzt einen kompetenten Trainer vor Ort.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Es ist wichtig, als Reiter ein Pferdefreund zu sein und nur das Beste für das Tier zu wollen. Das ist der Grundstein. Damit Du ihm aber auch tatsäch Gutes tun kannst musst Du auch das nötige Wissen haben.</p>



<p>Dazu gehört nicht nur Wissen über&#8217;s Reiten, sondern auch über artgerechte Haltung, Fütterung, Pflege, Pferdeverhalten und einiges mehr.</p>



<p>Lebenslanges Lernen klingt für die meisten Leute furchtbar anstrengend. Aber wenn Dir Dein Pferd wichtig ist und Du Dein Hobby mit Leidenschaft betreibst wird Dir das Lernen &#8211; genau wie mir &#8211; unheimlich viel Spaß machen.</p>





<p><strong>Wie siehst Du das? Wie beschaffst Du Dir Informationen? Wie gehst Du mit den Informationen im internet um?</strong></p>



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		<title>Reitbeteiligungskodex – so wirst Du zur perfekten Reitbeteiligung</title>
		<link>https://herzenspferd.de/reitbeteiligung-kodex/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2015 09:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
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		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
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		<category><![CDATA[Kodex]]></category>
		<category><![CDATA[Reitbeteiligung]]></category>
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		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe mittlerweile meine vierte Reitbeteiligung auf einem wunderbaren Lipizzaner-Hengst. Mit allen Besitzern meiner ehemaligen Reitbeteiligungen bin ich weiterhin seit Jahren gut befreundet und sie waren immer zufrieden mit mir. Leider läuft es nicht immer so toll. Ich höre gerade über die sozialen Netzwerke unheimlich viele Horrorgeschichten über schlechte Erfahrungen mit Reitbeteiligungen. Grund genug mal [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich habe mittlerweile meine vierte Reitbeteiligung auf einem wunderbaren Lipizzaner-Hengst. Mit allen Besitzern meiner ehemaligen Reitbeteiligungen bin ich weiterhin seit Jahren gut befreundet und sie waren immer zufrieden mit mir.</p>



<p><strong>Leider läuft es nicht immer so toll.</strong> Ich höre gerade über die sozialen Netzwerke unheimlich viele Horrorgeschichten über schlechte Erfahrungen mit Reitbeteiligungen.</p>



<p>Grund genug mal meinen <strong>persönlichen Kodex</strong> aufzuschreiben. Natürlich ist das meine Meinung und es kann sein, dass jemand anderes das anders sieht – wenn das so ist, ab in die Kommentare damit!</p>



<p>Eine kürzere Variante des Kodex als Datei kannst Du Dir <a href="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/02/Kodex-Reitbeteiligung-Herzenspferd-1.png" target="_blank" rel="noopener">hier herunterladen</a>.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Sei verantwortungsbewusst.</strong></h2>



<p>Die Besitzerin vertraut Dir ihr Pferd an!</p>



<p>Das bedeutet, Du trägst zum Beispiel dafür Verantwortung, dass es ihm gutgeht wenn Du mit ihm arbeitest und dass es sich nicht verletzt.</p>



<p><strong>Es ist Deine Aufgabe, mit bestem Wissen und Gewissen im Interesse des Pferdes zu handeln.</strong></p>



<p>Das bedeutet auch, dass Du die Verantwortung übernimmst, wenn Du etwas falsch gemacht hast und nicht versuchst die Schuld auf jemand anderen zu schieben.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Sei zuverlässig und halte Dich an Absprachen.</strong></h2>



<p>Halte Dich an Termine oder sag sie rechtzeitig ab. Wenn Du mit der Besitzerin etwas abgesprochen hast dann musst Du Dich daran halten. Gehe zum Beispiel nicht einfach reiten ohne, dass Du der Besitzerin Bescheid sagst (ich empfehle einen festen Zeitplan wer wann reitet, Änderungen kann man dann immer noch flexibel abmachen).</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Frage nach, wenn etwas unklar ist.</strong></h2>



<p>Gute Kommunikation ist das A und O einer jeden Beziehung. <strong>Wenn Dir etwas nicht klar ist frag nach. </strong>Die Besitzerin wird sich freuen, dass Du Interesse zeigst und nicht einfach ungefragt etwas machst von dem Du Dir nicht sicher bist ob es ok ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Behaupte nicht, es wäre Dein Pferd.</strong></h2>



<p>Ich weiß, spätestens wenn Dich ein kleines Mädchen am Stall oder beim Ausritt mit Bewunderung in den Augen ansieht und Dich fragt ob das Dein Pferd ist, wird es Dir in den Fingern jucken „Ja“ zu sagen.</p>



<p>Tu es nicht. <strong>Wie würdest Du Dich fühlen, wenn irgendjemand behaupten würde Dein Pferd wäre seins? </strong>Nicht so toll, oder?</p>



<p>Außerdem wird es ziemlich peinlich für Dich wenn die Besitzerin des Pferdes davon erfährt&#8230;</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. Es ist etwas passiert? Sag der Besitzerin Bescheid. </strong></h2>



<p>Das Pferd hat eine Verletzung, es ist etwas am Zubehör kaputt gegangen, ein Eisen ist ab oder beim Reiten ist etwas schief gelaufen? Sag der Besitzerin Bescheid, <strong>bei Verletzungen so schnell wie möglich!</strong></p>



<p>Es möchte auch keiner an den Stall kommen und feststellen, dass das Halfter kaputt ist, oder von der Stalltratschtante hören, dass die Reitbeteiligung vom Pferd gefallen ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. Du hast etwas kaputt gemacht? Biete an es zu bezahlen.</strong></h2>



<p>Wenn es <strong>eindeutig Deine Schuld</strong> ist, dass etwas kaputt gegangen ist, dann solltest Du anbieten den Gegenstand zu ersetzen. Wenn etwas aufgrund von Verschleiß kaputt geht, ist es eher Aufgabe der Besitzerin den Gegenstand auszutauschen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. Unterstütze die Besitzerin wenn das Pferd krank ist.</strong></h2>



<p>Für mich eine Selbstverständlichkeit und sehr wichtig. Wenn das Pferd krank ist solltest Du die Besitzerin unterstützen wo Du nur kannst. <strong>Ich bin schon wochenlang zum Pferd gefahren nur um Medikamente zu geben.</strong> Manche Medikamente müssen mehrmals am Tag gegeben werden, wenn Du da eine Gabe übernehmen kannst hilfst Du der Besitzerin meistens schon unheimlich.</p>



<p><strong>Für mich gehört es absolut dazu, dass man auch in schlechten Zeiten für das Pferd da ist! Schließlich hat man es dann nicht weniger lieb.</strong></p>



<p>Ein schwieriges Thema ist in so einem Fall die Bezahlung. Meine ganz persönliche Einstellung ist es weiter zu bezahlen, auch wenn ich nicht reiten kann. Ich habe aber auch immer eine sehr gute Beziehung zu den Besitzerinnen meiner Reitbeteiligungen und möchte sie unterstützen. Ein krankes Pferd kostet viel Geld… Wie ihr das regelt musst Du ganz individuell mit der Besitzerin Deiner Reitbeteiligung ausmachen.</p>



<p>(Wenn das Pferd dauerhaft unreitbar ist müsst ihr euch natürlich etwas überlegen &#8211; ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Dir in so einem Fall jemand ernsthaft böse ist wenn Du Dir eine andere Reitbeteiligung suchst.)</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. Lass nicht einfach Deine Freunde aufs Pferd.</strong></h2>



<p>Ein absolutes No-Go!</p>



<p>Wie schon erwähnt, <strong>es ist nicht Dein Pferd!</strong> Also darfst Du auch nicht entscheiden wer es reitet. Wie würdest Du Dich fühlen wenn Deine Reitbeteiligung einfach irgendwen auf Dein Pferd lässt? Mal ganz davon abgesehen, dass es Probleme mit der Versicherung geben kann wenn etwas passiert.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. Geh pfleglich mit dem Zubehör um.</strong></h2>



<p><strong>Ein guter Sattel kostet oft mehrere tausend Euro.</strong> Es versteht sich von selbst, dass Du schonend mit ihm umgehst und ihn nicht in irgendeine Ecke wirfst oder verknickt in den Spind stopfst. Wenn er matschig ist machst Du ihn sauber bevor Du ihn wegpackst, wenn er nass ist trocknest Du ihn ab.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. Das Pferd ist kein Mittel zum Zweck.</strong></h2>



<p>Nur draufsetzen und reiten, oder nur Turniere reiten wollen ist nicht. Ein Pferd ist ein <strong>Lebewesen</strong> und zum guten und fairen Umgang mit ihm gehört, dass Du es <strong>auch pflegst, es gern hast und es Dir wichtig ist, dass es ihm gut geht.</strong> Wenn das bedeutet, dass Du mal ein paar Tage nicht reitest, <strong>dann ist das eben so. </strong>Es gibt so viele tolle Dinge, die man mit einem Pferd machen kann: Knuddeln, Spazieren gehen, <a href="https://herzenspferd.de/alternativen-zum-reiten-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">Bodenarbeit</a>, einfach nur mit ihm auf der Koppel stehen und Zeit verbringen, …</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>11. Mische Dich nicht in grundlegende Entscheidungen ein / Respektiere Entscheidungen der Besitzerin.</strong></h2>



<p>Die Besitzerin Deiner Reitbeteiligung sagt Du sollst das Pferd gebisslos reiten? Oder es soll keine Leckerli bekommen? Dann hast Du das zu akzeptieren!</p>



<p><strong>Es ist ihr Pferd und sie trifft die Entscheidungen.</strong> Wenn ihr eine gute Beziehung habt könnt ihr darüber reden, aber im Endeffekt musst Du Dich an ihre Wünsche halten.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>12. Sei kein Besserwisser.</strong></h2>



<p>Niemand mag Besserwisser. Und auch die Besitzerin Deiner Reitbeteiligung wird es sicher nicht toll finden, <strong>wenn Du ihr ständig erzählst, was sie alles falsch macht.</strong></p>



<p>Anders sieht es aus, wenn sie Dich wirklich um Rat fragt. Bei mir ist es so, dass ich bis jetzt mit allen Besitzerinnen meiner Reitbeteiligungen immer toll über die Pferde und die Arbeit mit ihnen fachsimpeln konnte. Manchmal ist es ja sehr hilfreich, wenn man sich noch eine zweite Meinung anhören kann.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>13. Packe im Stall mit an.</strong></h2>



<p>Ich finde es selbstverständlich, dass man nicht nur zum Reiten kommt sondern auch im Stall mit anpackt (das hängt natürlich auch vom Stall ab, bei einem Selbstversorger wirst Du eher mithelfen als bei einer Vollpension). Es fehlt zum Beispiel gerade Wasser in der Tränke? Ist doch klar, dass Du die dann schnell auffüllst.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>14. Nimm Unterricht mit dem Pferd.</strong></h2>



<p>Man lernt nie aus. Und selbst wenn Du schon ewig reitest und viel weißt, ist es immer von Vorteil <strong>ein paar Reitstunden mit dem neuen Pferd</strong> zu nehmen. Schließlich ist jedes Pferd anders und es ist immer gut, wenn mal jemand draufschaut und Dir Tipps gibt wie Du noch besser mit dem Pferd umgehst.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>15. Sei konsequent mit dem Pferd.</strong></h2>



<p>Nicht nur wichtig für Reitbeteiligungen, sondern alle Reiter. Keine Besitzerin hat Lust darauf, dass die Reitbeteiligung <strong>das Pferd verzieht und verreitet.</strong> Deshalb: immer konsequent sein und wenn die Besitzerin zum Beispiel keine Leckerli füttert, solltest Du das auch nicht (und erst recht nicht heimlich) tun.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>16. Sei ehrlich.</strong></h2>



<p>Es klappt etwas nicht oder Du hast etwas falsch gemacht? Sei immer ehrlich, irgendwann kommt es doch raus. Wenn man von Anfang an ehrlich ist lassen sich viele Dinge ohne große Probleme und Drama lösen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>17. Zahle pünktlich.</strong></h2>



<p>Wenn Du einen monatlichen Betrag für die Reitbeteiligung bezahlst, dann solltest Du das pünktlich tun. Am besten ist es, Du richtest bei der Bank einen <strong>Dauerauftrag</strong> ein oder bittest Deine Eltern das zu tun.</p>



<p>Für die Besitzerin ist es ärgerlich und unangenehm Dich nach dem Geld fragen zu müssen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>18. Frage was Du mit dem Pferd machen darfst/kannst.</strong></h2>



<p>Viele Pferde haben eine Vorgeschichte und <strong>vielleicht alte Verletzungen oder Krankheiten.</strong> Frage deshalb unbedingt nach ob es etwas gibt, was Du mit dem Pferd nicht machen sollst oder was es nicht kann. Die meisten Besitzer sagen Dir das von sich aus, aber gerade wenn Du etwas Neues ausprobieren möchtest ist nachfragen immer gut.</p>





<h3 class="wp-block-heading"><strong>Da es aber nicht nur Horror-Reitbeteiligungen, sondern auch Horror-Besitzer gibt solltest Du auch folgende Dinge beachten:</strong></h3>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Lass Dich nicht ausnutzen.</strong></h2>



<p>Du sollst viel Stallarbeit leisten, am besten gar nicht &#8211; oder nur wenig &#8211; reiten und dafür einen Haufen Geld im Monat bezahlen? Sorry, aber das ist in meinen Augen etwas übertrieben. Ich verstehe es absolut, dass jemand eine angemessene Bezahlung dafür haben will, dass er sein Pferd zur Verfügung stellt. Aber ausnutzen lassen musst Du Dich nicht.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Lass Dich nicht schlecht behandeln. </strong></h2>



<p>Alles was Du machst ist in den Augen der Besitzerin falsch und sie macht Dir ständig wegen etwas anderem die Hölle heiß? Du fühlst Dich wie der Idiot von Dienst?</p>



<p>Das musst Du Dir nicht gefallen lassen und auch nicht aushalten, schließlich soll Dir Dein Hobby Spaß machen. Such Dir eine andere Reitbeteiligung.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Kläre ab, dass Du versichert bist.</strong></h2>



<p>Bei den meisten Versicherungen ist eine Reitbeteiligung mit eingeschlossen. Aber eben nicht in allen. Kläre unbedingt ab, dass Du versichert bist bevor Du Dich auf’s Pferd setzt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Unterstütze niemanden der sein Pferd schlecht behandelt.</strong></h2>



<p>Du findest, dass die Besitzerin das Pferd schlecht behandelt? Such Dir eine andere Reitbeteiligung. Die Auffassungen was gut und richtig für ein Pferd ist gehen ja durchaus auseinander. Wenn Du aber ständig gegen Deine Überzeugung handelst oder Dich mit der Besitzerin darüber streitest, macht Dich das nur unglücklich.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. Falls es einen Vertrag gibt, lese ihn gut durch.</strong></h2>



<p>Ein Reitbeteiligungs-Vertrag ist eigentlich eine gute Sache. Dann weiß jeder woran er ist und wichtige Dinge sind verbindlich geregelt. Wie bei allen Verträgen solltest Du ihn Dir gut durchlesen und überprüfen ob das, was darin steht, für Dich ok ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Niemand ist perfekt!</strong></h2>



<p>Wenn Du Dich in etwa an diese Verhaltensvorschläge hältst bist Du vielen anderen Reitbeteiligungen schon einen Schritt voraus. Es legt natürlich jeder auf andere Dinge wert, von daher sind vielleicht manche Punkte vernachlässigbar.</p>



<p><strong>Es ist niemand perfekt,</strong> <strong>aber ich finde es sehr wichtig, dass man sich dem Vertrauen und der Verantwortung bewusst ist, welche man als Reitbeteiligung hat.</strong></p>



<p>Wenn man gut miteinander umgeht kann eine Reitbeteiligung eine wunderbare Sache sein und es können – wie in meinem Fall – Freundschaften fürs Leben entstehen. Ich finde es sehr schade, dass viele Pferdebesitzer Probleme mit ihren Reitbeteiligungen haben und hoffe, dass dieser ganz persönliche Kodex mit dazu beiträgt, dass sich die Situation etwas ändert.</p>





<p><strong>Wie sind Deine Erfahrungen mit Reitbeteiligungen? Bist Du Pferdebesitzer und hattest schon mal eine Horror-Reitbeteiligung? Oder bist Du Reitbeteiligung und warst schon bei Horror-Besitzern? Erzähl mir Deine Geschichte in den Kommentaren!</strong></p>



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		<title>Darf ich vorstellen: meine Herzenspferde &#8211; und was sie mir beigebracht haben.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2015 14:18:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
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		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meinem Reiterleben bin ich schon viele verschiedene Pferde geritten. Ich kann gar nicht sagen wie viele. Dabei gab es immer wieder Pferde, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Weil sie mir etwas beigebracht haben. Weil ich auf Anhieb eine Verbindung mit ihnen gespürt habe. Weil ich kolossal mit ihnen gescheitert bin und doch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>In meinem Reiterleben bin ich schon viele verschiedene Pferde geritten. Ich kann gar nicht sagen wie viele.</p>



<p>Dabei gab es immer wieder Pferde, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. <strong>Weil sie mir etwas beigebracht haben. Weil ich auf Anhieb eine Verbindung mit ihnen gespürt habe. Weil ich kolossal mit ihnen gescheitert bin und doch nicht aufgegeben habe. Weil sie mich zu einer besseren Reiterin gemacht haben. Weil wir uns blind verstanden haben. Weil sie mein Herz gebrochen haben als sie gingen.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Diese Pferde nenne ich Herzenspferde.</strong></h3>



<p>Um sein Herzenspferd zu finden und die Verbindung zu spüren muss man kein perfekter Reiter sein. Man braucht nur <strong>Respekt und Einfühlungsvermögen, Fairness und Offenheit.</strong></p>



<p>Bei einigen habe ich direkt gemerkt, dass wir uns mögen. Bei anderen hat es etwas gedauert.</p>



<p>Mit manchen bin ich nur einen kurzen gemeinsamen Weg gegangen, mit anderen einen längeren.</p>



<p>Aber darauf kommt es gar nicht an. Dann ist es auch egal, ob das Pferd „nur“ Deine Reitbeteiligung ist. Es ist auch egal, ob Du das Pferd reitest oder nicht. Wenn es klick macht dann zählt all das nicht mehr.</p>



<p><strong>Ich bin unendlich dankbar, dass ich eine zeitlang an der Seite dieser Pferde gehen durfte und darf.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Meine Herzenspferde</strong></h2>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Johnny</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="261" height="209" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/araber-johnny-1.jpg" alt="" class="wp-image-1363"/></figure>



<p>Johnny war das Pferd von meinem Papa. Sie hatten das, was sich jeder Reiter wünscht: eine tolle, vertrauensvolle Beziehung. Mein Papa musste nur etwas denken und Johnny hat es gemacht (zumindest kam es mir als 8jähriger Zwerg so vor).</p>



<p>Mir hat Johnny so einiges beigebracht. Von ihm habe ich vor allem gelernt, wie wichtig es ist <strong>die kleinen Signale zu sehen und zu verstehen, die unsere Pferde uns geben.</strong></p>



<p>Wie er mir das beigebracht hat? Ganz einfach:</p>



<p>Ich bin Runde um Runde mit ihm über den Platz galoppiert. Weil das macht ja Spaß. Er hat mir eine ganze Weile angezeigt, dass er gerne durchparieren möchte. Wollte ich aber nicht. Weil alles außer galoppieren ist ja langweilig, fand ich.</p>



<p>Der nette Kerl ist dann so lange weitergaloppiert bis es nicht mehr ging. Also gab es eine Vollbremsung aus dem Galopp. Für ihn. Für mich ging es ein kurzes Stückchen weiter ungespitzt in den Sandboden.</p>



<p>Von dort aus hatte ich dann einen prima Blick auf mein Pipi machendes Pferd. Der arme Kerl musste wohl schon seit einiger Zeit dringend mal für kleine Pferdchen. Und weil ich zu egoistisch war mal durchzuparieren obwohl er es mir lange genug „gesagt“ hat musste ich eben die Konsequenzen tragen. Und das schlechte Gewissen.</p>



<p>Lektion gelernt, danke Johnny!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Svala</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="331" height="220" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/indianerpony-klein-1.jpg" alt="" class="wp-image-1421" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/indianerpony-klein-1.jpg 331w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/indianerpony-klein-1-300x199.jpg 300w" sizes="(max-width: 331px) 100vw, 331px" /></figure>



<p><strong>Svala war meine erste Reitbeteiligung. Eine kleine, schnelle, sensible, charakterstarke, eigensinnige, mutige Isländerstute. </strong></p>



<p>Sie hat regelmäßig unseren Ausreitpartner – einen 1,82m großen Trakehner – in Grund und Boden gelaufen.</p>



<p>Es gibt so viele Geschichten von ihr zu erzählen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Und das ist auch ein bisschen schwierig für mich, denn Svala lebt nicht mehr. Während ich das schreibe habe ich einen ziemlichen Kloß im Hals. Das ist so bei Herzenspferden, sie lassen uns nicht wieder los&#8230;</p>



<p>Unser Anfang war etwas holprig. Ich war nach den ersten paar Mal reiten davon überzeugt, dass sie mich nicht leiden kann. Sie hat es mir ganz schön schwer gemacht. Manchmal ging beim Reiten ihr Kopf zur Seite und sie hat mich mit so einem Blick angeschaut: <strong>„du denkst also du könntest hier einfach auftauchen und mir sagen was ich machen soll? Da hast du dich aber geschnitten! Ich kenne dich nicht, ich vertraue dir nicht und ich weiß viel besser als du was gut für mich ist!“</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="293" height="220" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Svala-Kopf-1.jpg" alt="" class="wp-image-1444"/></figure>



<p>Das war manchmal ziemlich hart. Und auch nicht immer ungefährlich. An manchen Tagen haben wir 30 Minuten an einer Kreuzung gestanden bis sie dazu bereit war den Weg zu gehen, den ich wollte. Oder sie hat aus vollem Galopp gebremst und wollte den Weg wieder zurückrennen.</p>



<p>Ich muss gestehen, dass ich ein, zwei Mal ans Aufgeben gedacht habe. Und ich bin wahnsinnig froh, dass ich es nicht getan habe.</p>



<p>Nach ein paar Monaten und viel gemeinsamer Zeit zum <a href="https://herzenspferd.de/10-wege-zum-vertrauen/"><strong>Vertrauensaufbau</strong></a> hatte ich das tollste Pony der Welt. Wenn ich zurückdenke kann ich immer noch kaum glauben wie wahnsinnig mutig sie war. Ich erinnere mich, dass wir einen steilen Matschpfad runter mussten. Ich wollte absteigen. Aber bevor ich auch nur einen Fuß aus dem Bügel hatte rutschte Svala wie selbstverständlich den Pfad runter. Teilweise sogar auf dem Popo, weil es so steil war. Treppen laufen, Hunde, schreiende Kinder, riesige Holzrückemaschinen mit Reifen so hoch wie sie selbst wurden höchstens mal mit leicht gelangweiltem Blick gewürdigt.</p>



<p>Sie hat mich <strong>Vertrauen</strong> gelehrt. Denn sie hatte schon recht, manchmal wusste sie einfach besser was gut für sie ist und was sie alles kann als ich. Und wenn es brenzlig wurde wusste ich, dass ich mich auf sie verlassen kann.</p>



<p>Sie hat mich aber auch <strong>Vorsicht</strong> gelehrt, denn nicht immer war sie noch bremsbar wenn sie sich entschlossen hat zu rennen.</p>



<p>Und sie hat mich gelehrt, dass man nur mit <strong>Geduld und Einfühlungsvermögen</strong> weiterkommt.</p>



<p>Ich bin unendlich dankbar für meine Zeit mit ihr, auch wenn es leider viel zu kurze Jahre waren. Und ich bin unendlich dankbar, dass Beate, ihre Besitzerin und eine enge Freundin, mir ihr Pferd anvertraut hat. Ich danke dir!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Draumur</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="257" height="220" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/draumur1-1.jpg" alt="" class="wp-image-1368"/></figure>



<p>Draumur der Traum. Das Dräumeli. Ich dachte mir, wenn ich schon keinen Prinzen hab dann wenigstens nen Schimmel. Wobei er mich dahingehend enttäuscht hat, dass er meistens eher Schlammbraun oder Pissgelb war.</p>



<p><strong> Aber lieber ein dreckiges Pferd auf der Koppel als ein unglückliches Pferd in der Box.</strong></p>



<p>Draumur war meine Reitbeteiligung nach Svala. Auch ein Isländer aber ganz anders. <strong>Sensibel und zurückhaltend, höflich und verlässlich. </strong>Er ist in Island aufgewachsen und deshalb Fremden gegenüber eher misstrauisch. Und wenn sie ihn dann noch von der Koppel holen wollen erst recht. Es hat bestimmt nen Monat gedauert bis er mich nicht mehr misstrauisch mit hoch gehaltenem Kopf schräg aus dem Augenwinkel heraus angeguckt hat.</p>



<p><strong>Ich denke, Pferde und auch Menschen finden ihren Weg in unser Leben wenn die Zeit richtig ist und wir bereit sind uns weiterzuentwickeln. </strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="326" height="220" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/draumur3-1.jpg" alt="" class="wp-image-1369" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/draumur3-1.jpg 326w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/draumur3-1-300x202.jpg 300w" sizes="(max-width: 326px) 100vw, 326px" /></figure>



<p>Draumur kam gerade richtig um mir beizubringen <strong>sanft</strong> zu sein und <strong>nur minimale Hilfen zu geben.</strong> Auf ein kleines Pfeifen pariert er durch. Er geht problemlos mit Halsring. Auch im Gelände.</p>



<p><strong>Er hat mich gelehrt, wie wenig ich tun muss wenn ich das Richtige tue. </strong>Bevor ich es wusste hatte er ein Plätzchen in meinem Herz.</p>



<p>Leider wohnt er jetzt etwas weiter von mir weg. Mit Job und diversen anderen Verpflichtungen schaffe ich es nicht regelmäßig zu ihm zu fahren, deshalb habe ich die Reitbeteiligung schweren Herzens aufgegeben.</p>



<p>Auch hier bin ich froh, dass mir dieses tolle Pony eine Weile anvertraut wurde. Ich danke dir Kathrin!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dancer</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="312" height="209" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Vollblut-Dancer-1.jpg" alt="" class="wp-image-1446" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Vollblut-Dancer-1.jpg 312w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Vollblut-Dancer-1-300x201.jpg 300w" sizes="(max-width: 312px) 100vw, 312px" /></figure>



<p>Dancer habe ich in Neuseeland kennengelernt. Ich habe dort eine Weile auf einem Hof als Guide von Trailritten gearbeitet. Er ist ein englisches Vollblut und ehemaliges Rennpferd aus Hong-Kong. Als Rennpferd hat er einen ganzen Haufen Macken. Ist ja auch kein Wunder, der arme Kerl.</p>



<p>Unsere Beziehung fing damit an, dass ich ihn von der Koppel holen wollte. Dancer wollte das eindeutig nicht. Und das bestimmt eine halbe Stunde lang. Mit der Methode, die ich in meinem eBook beschreibe habe ich ihn schließlich dazu bewogen doch mit mir zu kommen.</p>



<p>Ab da ging er jeden Tag besser mit mir mit. Und beim Aufsteigen hat er mir – zur großen Freude der Touristen – auch nur noch ganz selten in den Hintern gezwickt.</p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="315" height="211" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Pferde-Neuseeland-Dancer1-1.jpg" alt="" class="wp-image-1450" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Pferde-Neuseeland-Dancer1-1.jpg 315w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Pferde-Neuseeland-Dancer1-1-300x201.jpg 300w" sizes="(max-width: 315px) 100vw, 315px" /></figure>



<p><strong>Dancer hat mich gelehrt, in Lichtgeschwindigkeit vom Pferd zu springen.</strong> Sobald es nämlich eng um ihn herum wird – auch wenn es nur Büsche oder Bäume sind – bekommt er seine „Startboxparanoia“ und rennt in einem Affenzahn rückwärts. Sobald der Mensch unten ist ist’s auch wieder gut.</p>



<p>Außerdem hat er mich gelehrt, dass nicht alle Vollblüter spinnig sind, sondern es einfach nur darauf ankommt, <strong>wie man mit ihnen umgeht und wie gut sie sozialisiert wurden.</strong></p>



<p>Ich hatte eine tolle Zeit mit Dancer (und den anderen neuseeländischen Pferden), auch wenn sie nur kurz war.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Elja</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="226" height="226" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/islaender-elli.jpg" alt="" class="wp-image-1422" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/islaender-elli.jpg 226w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/islaender-elli-150x150.jpg 150w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/islaender-elli-200x200.jpg 200w" sizes="(max-width: 226px) 100vw, 226px" /></figure>



<p>Elja – oder Elli – stand an einem Stall, an dem ich mit Draumur war. Ich kannte sie also, zumindest vom Sehen und wusste, dass sie aufgrund vieler Besitzerwechsel kein besonders leichtes Leben hatte bevor ihre Besitzerin Svenja sie gekauft hat. Als klar war, dass Draumur wegzieht, hat Svenja mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, Elli zu reiten. Ich hatte.</p>



<p>Schon vor dem ersten Probereiten kamen die Sprüche der anderen Einsteller: „Wie, die Rennsemmel willst du reiten?!“, „Ach, du bist ja schwierige Pferde gewöhnt“, „Na dann viel Spaß…“.</p>



<p><strong>Ich war entschlossen mich davon nicht beeinflussen zu lassen, aber ein toller Start ist sowas natürlich nicht.</strong></p>



<p>Und es kam noch besser. Schon beim Führen von der Weide benahm sich Elli völlig daneben, riss sich von mir los und drehte mir drohend ihr Hinterteil zu.</p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="296" height="242" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/01/elli2-1.jpg" alt="" class="wp-image-1483"/></figure>



<p><strong>Und hier kommt Lektion Nummer 1: wie Sophie von Chevalie so schön sagt <a href="http://chevalie.de/mein-wichtigster-leitspruch-und-warum-es-auch-deiner-werden-sollte/">„Ich bin Schuld. Immer“</a>. </strong></p>



<p><strong>Elli war nicht bösartig oder wollte sich widersetzen. Elli hatte <a href="herzenspferd.de/schmerzen-erkennen">Schmerzen</a>.</strong> Nach kurzem Suchen fanden wir einen riesigen geschwollenen Bremsenstich in ihrer Kinnkuhle. Sobald ich am Strick zupfte oder auch nur wenn sie lief schlug der Metallring des Halfters, in den der Strick eingehängt wird, dagegen. Also drauf geachtet, dass das nicht passiert und ich hatte das netteste Pony.</p>



<p>Nach unserem holprigen Start verstanden wir uns unglaublich gut. Elli ist sehr sensibel und wenig dominant. Gleichzeitig ist sie aber gerne mal aufdringlich. Sie braucht jemanden, der ihr <strong>Sicherheit und <a href="https://herzenspferd.de/10-wege-zum-vertrauen/">Vertrauen</a> gibt und sehr konsequent ist.</strong> Wenn das fehlt bekommt sie Panik und rennt. Und rennt. Und rennt. Weil sie dann denkt, dass sie auf sich alleine gestellt ist und selbst auf sich aufpassen muss.</p>



<p>Elli hat mich gelehrt, dass ich meinen <strong>Stress und meine Unruhe zu Hause lassen</strong> muss wenn ich an den Stall fahre. Sie ist so sensibel, dass sich meine Stimmung sofort auf sie überträgt. Wenn jemand um die Ecke kommt den ich nicht leiden kann wird sie unruhig.</p>



<p>Andersherum wirkt sich das so aus, dass sie fast einschläft und umkippt wenn ich anfange Entspannungs- und Atemübungen auf ihr zu machen.</p>



<p>So eine Verbindung habe ich noch nie erlebt. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass ich dieses tolle Pony reiten durfte. Danke Svenja!</p>



<p><strong>Aktuell reite ich einen Lipizzanerhengst &#8211; er ist definitiv auch ein Herzenspferd. Weil wir uns aber erst ein paar Monate kennen, möchte ich ihn noch ein bisschen besser kennenlernen, bevor ich über ihn schreibe. Gelernt habe ich aber schon so Einiges von ihm =)</strong></p>



<p>Nun habe ich ja echt viel erzählt. Viel mehr als ich eigentlich wollte. Und viel weniger als ich müsste um diesen tollen Pferden gerecht zu werden.</p>





<h3 class="wp-block-heading"><strong>Jetzt bist Du an der Reihe! Hast Du Dein Herzenspferd schon gefunden? Erzähl mir eure Geschichte!</strong></h3>
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