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	<title>Schrecktraining Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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	<title>Schrecktraining Archive - Herzenspferd</title>
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		<title>Gelassenheitstraining &#8211; Wege zum entspannten Pferd!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2016 14:18:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Schrecktraining]]></category>
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		<category><![CDATA[Schrecktraining]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere Pferde müssen im Alltag mit vielen verschiedenen Dingen klarkommen: flatternde Planen auf einem Hänger, bunte Stangen am Boden, klappernde Fahrräder im Wald, hüpfende Bälle und schreiende Kinder sind nur ein paar davon. Dass sie dabei ruhig und gelassen bleiben, wünscht sich jeder Reiter &#8211; für ein Fluchttier, das auf Bewegung und ungewohnte Objekte aber [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Unsere Pferde müssen im Alltag mit vielen verschiedenen Dingen klarkommen: flatternde Planen auf einem Hänger, bunte Stangen am Boden, klappernde Fahrräder im Wald, hüpfende Bälle und schreiende Kinder sind nur ein paar davon. Dass sie dabei ruhig und gelassen bleiben, wünscht sich jeder Reiter &#8211; für ein Fluchttier, das auf Bewegung und ungewohnte Objekte aber erst mal mit Flucht reagieren möchte, ist das keine Selbstverständlichkeit.</p>



<p>Den Umgang mit gruseligen Objekten und das Vertrauen in die Einschätzung des Menschen kann man aber mit Gelassenheitstraining (oder Anti-Schrecktraining) trainieren. Es macht wenig Sinn, eine Anleitung für verschiedene Dinge (Flatterband, Rascheltüte, Regenschirm, etc.) zu schreiben &#8211; denn das Vorgehen ist immer gleich. Welche Dinge Du Deinem Pferd zeigen möchtest, ist ganz Deiner Fantasie und Deinen Bedürfnissen überlassen.</p>



<p>(Du willst das Ganze lieber lesen? Dann lies einfach hier unter dem Video weiter, da habe ich alle Infos zusammengefasst)</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>So erkundet Dein Pferd Gefahren </strong></h2>



<p>Du wirst den Ablauf sicher schon einmal gesehen haben: ein Pferd sieht ein unbekanntes Objekt und weiß nicht, ob es gefährlich ist oder nicht. Es richtet sich auf, spitzt die Ohren und fokussiert das Objekt. Der ganze Körper ist angespannt und fluchtbereit. Vielleicht prustet es sogar. Wenn es alleine ist, muss es sich auf seine eigene Einschätzung verlassen. Sind andere Pferde dabei, wird es sich an ihnen orientieren &#8211; besonders aber an dem Pferd, dessen Entscheidungen es vertraut.</p>



<p>Dein Pferd hat drei Möglichkeiten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>es entscheidet, dass das Objekt gefährlich ist und flüchtet,</li>



<li>es entscheidet, dass das Objekt nicht gefährlich und uninteressant ist und entspannt sich oder</li>



<li>es entscheidet, dass das Objekt nicht unbedingt gefährlich und sogar interessant ist und beschließt, es näher zu untersuchen.</li>
</ul>



<p>Entscheidet sich Dein Pferd dazu, das Objekt zu untersuchen, wird es sich langsam (und eventuell mit Zwischenstopps) annähern. In der Nähe des Objekts streckt es seinen Hals vor und riecht. Es kreist vielleicht um das Objekt und betrachtet es aus allen Winkeln oder es tritt sogar dagegen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>So gewöhnst Du Dein Pferd an gruselige Dinge</strong></h2>



<p>Wie immer gibt es nicht den einen perfekten Weg für alle. Deshalb werde ich drei verschiedene Ansätze vorstellen, wie man sein Pferd an neue Objekte annähern kann. Dabei ist keiner grundsätzlich besser als der Andere &#8211; es kommt auf Dein Pferd an, welcher besser passt und funktioniert!</p>



<p>Ein paar Dinge gibt es, die Du in keinem Fall machen solltest, wenn Dein Pferd sich vor etwas gruselt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Loben: ich weiß, ein vermeintlich beruhigender Streichler ist manchmal schwer zu unterdrücken. Im Endeffekt belohnst Du damit aber die (aufgeregte) Art wie Dein Pferd mit Angst umgeht. Du lobst, also lernt Dein Pferd, dass genau das Verhalten, das es in dem Moment zeigt, erwünscht ist.</li>



<li>Das Objekt völlig ignorieren: damit fällst Du bei Deinem Pferd als Vertrauensperson durch &#8211; denn in seinen Augen siehst Du ja nichtmal die Gefahr.</li>



<li>Strafen und Zwingen: Dein Pferd mit Gewalt zum Objekt oder am Objekt vorbei zu prügeln verstärkt seine Angst. Beim nächsten Mal wird es nur noch nervöser sein.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gelassenheitstraining: Der &#8222;Basis-Ansatz&#8220;</strong></h3>



<p>Verhalte Dich so, dass Dein Pferd Dich verstehen kann. Wenn Dein Pferd eine vertrauensvolle Beziehung zu Dir hat, wird es sich an Dir orientieren. Bleibe also ruhig und entspannt und erkunde das Objekt gemeinsam mit Deinem Pferd &#8211; und zwar so, wie Pferde es tun:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schaue das Objekt gemeinsam mit Deinem Pferd aus der Ferne an.</li>



<li>Gehe &#8211; vor Deinem Pferd &#8211; langsam auf das Objekt zu. Mache dazwischen Pausen, in denen Du stehen bleibst, wenn Du merkst, dass Dein Pferd ängstlicher wird. Arbeite Dich so langsam und schrittweise zum Objekt vor.</li>



<li>Umkreise das Objekt mit Deinem Pferd und schaue es Dir an.</li>



<li>Berühre das Objekt und warte, ob Dein Pferd es auch beriechen oder berühren mag.</li>



<li>Bleib immer ruhig, auch wenn Dein Pferd sich aufregt. Wenn es am Strick herumtänzeln will, dann lass das zu. Nur herumziehen sollte es Dich nicht.</li>



<li>Lobe Dein Pferd, wenn es das Objekt berührt. Wichtig: das Lob muss zum richtigen Zeitpunkt kommen! Man ist schnell zu spät und lobt, wenn das Pferd schon wieder an Rückzug denkt &#8211; also Vorsicht.</li>
</ul>



<p>Insgesamt versuchst Du also Deinem Pferd zu vermitteln, dass es sich auf Dein Urteil verlassen kann, und dass keine Gefahr besteht, solange Du ruhig bleibst.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gelassenheitstraining: Der (Natural) Horsemanship-Ansatz</strong></h3>



<p>Das Prinzip ist immer das Gleiche, egal mit welchem Hilfsmittel Du das Training durchführst und auf welcher Schwierigkeitsstufe Du bist.</p>



<p>Du hast Dein Pferd am Halfter und hälst in einer Hand den Strick (mit genügend Abstand, wie im <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/">Artikel zum richtigen Führen</a> erklärt). Wenn Dein Pferd ausweicht oder rückwärts geht, darf es das tun und Du gehst mit. Es geht nicht darum das Pferd zum Stillstehen zu zwingen, es darf seine Füße bewegen wie es möchte. Es geht darum, mit seiner Psyche zu arbeiten und ihm zu zeigen, dass von dem Objekt keine Gefahr ausgeht.</p>



<p>Du solltest beim Gelassenheitstraining in der Regel in etwa auf Schulterhöhe Deines Pferdes stehen, ca. 50 bis 100cm von ihm entfernt. Dein Körper ist leicht zu ihm gedreht, mit Blickrichtung zur Kruppe. So hast Du Dein Pferd im Auge ohne ihm Deinen ganzen Oberkörper zuzudrehen. In dieser Position sollte Dein Pferd Dich im Ernstfall nicht ohne Vorwarnung treten können. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Pferd mal nach dem Strick tritt wenn er dem Hinterteil zu nahe kommt – da willst Du nicht zu nahe dran stehen.</p>



<p>So lange Dein Pferd vor dem was Du tust wegläuft (Seil schwingen, Tüte rascheln, etc.) läufst Du ruhig mit und machst weiter. <strong>Sobald es stehen bleibt hörst Du auf – und zwar noch in der gleichen Sekunde! Dann gibst Du Deinem Pferd eine kleine Pause in der es nachdenken kann.</strong></p>



<p>Dein Pferd soll erkennen, dass das Objekt weggeht, wenn es stehen bleibt. Das Pferd hat also “Macht” über das gruselige Objekt und kann es mit seinem Verhalten beeinflussen.</p>



<p>Pferde lernen nicht durch Druck – sie lernen (unter anderem!) durch das Wegnehmen von Druck. Dein Pferd wird sich also fragen, warum das Objekt verschwunden ist und was es getan hat um das zu verursachen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Du nicht aufhörst während Dein Pferd noch wegläuft. Da würde es sich nämlich denken “Aha! Ich muss nur möglichst schnell oder lange genug wegrennen und das Gruselding verschwindet”. Wenn Du alles richtig machst wird es stattdessen irgendwann denken “Aha! Ich muss nur stehen bleiben und das Gruseding verschwindet!”.</p>



<p><strong>Entscheidend ist also, dass Du zum richtigen Zeitpunkt das Objekt wegnimmst (wenn Dein Pferd steht), damit Dein Pferd das Richtige lernt.</strong></p>



<p>Wenn Dein Pferd brav stehen bleibt, kannst Du zur nächsten “Stufe” übergehen: Du bringst das Objekt weiter näher und wartest diesmal darauf, dass Dein Pferd entspannt. <strong>Wenn es zum Beispiel mit den Augen blinzelt oder sogar den Kopf senkt ist das ein Zeichen der Entpannung.</strong> Dann nimmst Du das Objekt wieder sofort weg. Dein Pferd lernt: “Aha! Wenn ich entspanne werde ich in Ruhe gelassen!”.</p>



<p>Wenn Du auf beiden Seiten des Pferdes das Objekt annähern kannst, ohne dass es mit einer Wimper zuckt, beendest Du das Training und Dein Pferd hat bis zum nächsten Mal Denkpause.</p>



<p>Hier kannst Du Dir das Vorgehen mit einer Plastiktüte ansehen:<br><iframe loading="lazy" allowfullscreen="allowfullscreen" width="560" height="315" frameborder="0" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/6CDwc4s1LAQ" consent-required="259520" consent-by="services" consent-id="259521" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/6CDwc4s1LAQ?autoplay=1" consent-thumbnail="{&quot;embedId&quot;:&quot;009970111c5abdc366d5ffe6d93bc6d6&quot;,&quot;fileMd5&quot;:&quot;16d6cbda3bed027545a1f74771aa7f70&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/herzenspferd.de\/wp-content\/uploads\/embed-thumbnails\/009970111c5abdc366d5ffe6d93bc6d6-16d6cbda3bed027545a1f74771aa7f70.jpeg&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Teaching a Horse to Not Be Afraid of Plastic Bags&quot;,&quot;width&quot;:640,&quot;height&quot;:480,&quot;forceRatio&quot;:56.25}"></iframe></p>



<p><strong>Überfordere Dein Pferd nicht! Mache lieber kurze Einheiten mit vielen Denkpausen, Du musst nicht tausend Objekte in einer Sitzung durchnehmen. </strong>Es reicht, wenn Dein Pferd <strong>eins</strong> gut macht, darauf kannst Du dann in der nächsten Einheit aufbauen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gelassenheitstraining: Der Clicker-Ansatz</strong></h3>



<p>Mithilfe der positiven Verstärkung kannst Du das Objekt für Dein Pferd positiv belegen. Hier gehst Du im Prinzip ganz ähnlich vor wie beim Horsemanship-Ansatz. Zum Beispiel:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zeige Deinem Pferd das Objekt. Wenn es in seine Richtung schaut gibt es Click und Belohnung.</li>



<li>Im nächsten Schritt kommt Click und Belohnung wenn Dein Pferd sich dem Objekt annähert (auch wenn es nur minimal ist) &#8211; z.B. mit der Nase.</li>



<li>Danach gibt es Click und Belohnung, wenn Dein Pferd das Objekt berührt.</li>



<li>Dann Click und Belohnung, wenn Du das Objekt anfassen und Deinem Pferd annähern darfst.</li>



<li>Als nächstes Click und Belohnung, wen Du Dein Pferd mit dem Objekt berühren darfst.</li>



<li>Danach Click und Belohnung, wenn Dein Pferd entspannt, während Du es mit dem Objekt berührst.</li>



<li>usw.</li>
</ul>



<p>Beim Clickertraining muss man jede Aufgabe in viele kleine Einzelschritte zerlegen. Wenn etwas nicht klappt, geht man einen Schritt zurück oder überlegt sich, wie man die Aufgabe noch weiter aufteilen kann. Clickertraining ist also sehr individuell und unheimlich flexibel, deshalb ist es schwer, einen allgemeingültigen Weg zu beschreiben.</p>



<p>Auf Ponyliebe.com gibt es ein schönes <a href="http://ponyliebe.com/2015/05/11/fallbeispiel-wasserschlauch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fallbeispiel zum Thema &#8222;mit dem Schlauch abspritzen&#8220;</a>, in dem das kleinschrittige Vorgehen gut beschrieben wird.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammengefasst</strong></h2>



<p>Es gibt nicht den einen richtigen Weg für Gelassenheitstraining, sondern Du musst ausprobieren, was für Dein Pferd gut funktioniert. Grundsätzlich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zwinge Dein Pferd nicht mit Gewalt, sondern vermittle ihm Sicherheit und Ruhe.</li>



<li>Erkunde gruselige Objekte gemeinsam mit Deinem Pferd und ignoriere sie nicht einfach nur.</li>



<li>Gehe immer mit Gelduld und in vielen kleinen Schritten vor.</li>



<li>Arbeite an der Beziehung zu Deinem Pferd! Wenn Du eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm hast, wird es sich stärker an Dir orientieren und schauen, was Du tust. Du kannst Deinem Pferd nicht jedes einzelne, potentiell gruselige Objekt im Voraus zeigen. Je mehr Dein Pferd Deiner Einschätzung vertraut, desto gelassener wird es auf Neues reagieren, wenn auch Du ruhig bleibst.</li>
</ul>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ist Dein Pferd eher ein Angsthase oder super mutig? Wie gehst Du vor, wenn Du ihm etwas Neues zeigst?</strong><img loading="lazy" decoding="async" width="1" height="1" alt="" consent-original-src-_="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/d13467a876b74b6881bc10dc3ca45860" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527"></h4>



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		<item>
		<title>Von Fremden zu Freunden: 3 Beispiele für den Weg zu gegenseitigem Vertrauen</title>
		<link>https://herzenspferd.de/vertrauen-pferd/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2015 13:04:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
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		<category><![CDATA[richtig Führen]]></category>
		<category><![CDATA[Roundpen]]></category>
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		<category><![CDATA[zurückhaltendes Pferd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die liebe Petra von der Pferdeflüsterei hat mich in ihrem neusten Artikel und Start einer neuen Serie über Liberty Work (Freiarbeit) dazu aufgefordert, doch mal über meinen Weg zum gegenseitigen Vertrauen mit Pferden zu schreiben. Das tue ich natürlich sehr gerne. Und weil jedes Pferd anders ist und ich bei jedem auch immer ein bisschen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die liebe Petra von der Pferdeflüsterei hat mich in ihrem <a href="http://www.pferdefluesterei.de/libertywork-neuseeland-teil-1/" target="_blank" rel="noopener">neusten Artikel und Start einer neuen Serie über Liberty Work</a> (Freiarbeit) dazu aufgefordert, doch mal über meinen Weg zum gegenseitigen Vertrauen mit Pferden zu schreiben.</p>



<p>Das tue ich natürlich sehr gerne.</p>



<p><strong>Und weil jedes Pferd anders ist und ich bei jedem auch immer ein bisschen anders vorgehe, dachte ich mir, ich erzähle Dir mal, wie es bei meinen letzten drei Reitbeteiligungen gelaufen ist. Denn unterschiedlicher konnten diese drei Ponys kaum sein.</strong></p>



<p>Ich denke es versteht sich von selbst, dass es so viele Typen Pferde wie Sand am Meer gibt. Jede Unterteilung kann immer nur in eine grobe Richtung weisen und Du solltest Dein Pferd keinesfalls in eine Schublade stecken.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Selbstbewusste Svala</strong></h2>



<p>Meine allererste Reitbeteiligung und das Pony einer guten Freundin.</p>



<p>Svala hatte alles im Griff. Ob Pferde, Menschen oder Hunde, die selbstbewusste Fuchsstute wusste wie man sich durchsetzt. Demenstsprechend unbegeistert war sie auch, als da plötzlich ein neuer Mensch kam der ihr sagen wollte wo&#8217;s lang geht.</p>



<p><strong>Vertrauen? Pustekuchen!</strong></p>



<p>In den ersten drei Monaten hatten wir beim Ausritt an jeder einzelnen Weggabelung eine Diskussion, wo wir langgehen. Ich wollte rechts &#8211; Svala wollte links.</p>



<p>Ich wollte vom Hof weg &#8211; Svala ging nicht mehr vorwärts. Ich trieb &#8211; Sie rannte rückwärts. Gerte? Steigen!</p>



<p><strong>Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich irgendwann deprimiert dachte &#8222;das Pony hasst mich&#8220; und kurz davor war aufzugeben.</strong></p>



<p>Aber aufgeben liegt mir nicht im Blut und siehe da, nach etwas mehr als drei Monaten waren unsere Meinungsverschiedenheiten verschwunden. Svala hatte mich akzeptiert und fing an meinen Entscheidungen zu vertrauen. Ab da hatte ich das Glück das tollste Pony der Welt reiten zu dürfen. Sie war mutig, verlässlich, neugierig und temperamentvoll. Ich konnte mich voll auf sie verlassen.</p>



<p><strong>Und so hatte nicht nur sie Vertrauen in mich gewonnen, sondern auch ich vertraute ihr.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Vertrauen aufbauen bei einem dominanten Pferd</strong></h3>



<p>Ich mag dominante Pferde unheimlich gerne, sie sind immer eine Herausforderung und meist sehr interessante Charaktere. Wenn man es schafft ihr Vertrauen zu gewinnen hat man einen großartigen Partner an seiner Seite.</p>



<p>Diese Pferde sind es gewöhnt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und in der Herde das Sagen zu haben. <strong>Wenn ein neuer Mensch in ihr Leben tritt muss der sich erst mal beweisen.</strong></p>



<p>Ich finde Konsequenz im Umgang mit jedem Pferd wichtig &#8211; bei dominanten Pferden ist sie aber essentiell. Sie merken sich alles und lassen nichts durchgehen. Wenn sie sich durchsetzen können werden sie es tun.</p>



<p><strong>Bei dominanten Pferden musst Du auf Folgendes achten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sei immer <strong>konsequent</strong>: verlange nur Sachen, die Du auch bereit bist durchzusetzen und die Du auch durchsetzen kannst. Lass Dich nie auf &#8222;Kämpfe&#8220; ein, von denen Du schon von Anfang an weißt, dass Du nicht gewinnen kannst.</li>



<li>Sei <strong>konsistent</strong>: wenn Dein Pferd heute etwas nicht darf, dann darfst Du es ihm auch morgen nicht erlauben.</li>



<li><strong>Lass Dich nicht herumschubsen</strong> oder vom Pferd treiben (<a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/" target="_blank" rel="noopener">siehe meinen Artikel zum richtigen Führen</a>). Oft passiert das ganz unbewusst: Dein Pferd macht einen Schritt zur Seite und Du machst ihm Platz. Oder Dein Pferd geht schneller und Du wirst automatisch auch schneller.</li>



<li><strong>Sei immer fair und ärgere Dich nicht</strong> über Dein Pferd. Es macht das nicht, weil es Dir Böses will, sondern weil es testet, ob Du vertrauenswürdig bist.</li>



<li>Lass Dir und Deinem Pferd <strong>genug Zeit</strong>. Je mehr Zeitdruck Du Dir machst desto länger wird es dauern.</li>
</ul>



<p>Ganz konkret habe ich mit Svala ein bisschen Bodenarbeit (im Roundpen) gemacht und immer darauf geachtet, dass sie sich mehr bewegen muss als ich (mehr dazu gibt es in meinem nächsten Artikel). Außerdem bin ich viel mit ihr ins Gelände.</p>



<p>Wenn sie an einer Kreuzung nicht da lang wollte, wo ich hin wollte sind wir einfach stehengeblieben. Das fand sie selbstverständlich doof, also lief sie los. Natürlich in die Richtung, die <strong>sie</strong> sich ausgesucht hatte. Ich habe dann nichts weiter getan als sie umzudrehen. Und schon blieb sie wieder stehen.</p>



<p><strong>Ich habe nicht getrieben, ich habe nicht geschnalzt und ich habe erst recht nicht die Gerte benutzt. Ich habe ihr die Entscheidung überlassen: wir bleiben stehen, du läufst in die falsche Richtung und ich drehe dich um oder du läufst in die richtige Richtung und ich lobe dich und lasse dich in Ruhe.</strong></p>



<p>Mir war es egal wie sie sich entscheidet. <strong>Ich war genau so ruhig wenn sie in die falsche Richtung lief wie wenn sie stehen blieb.</strong> Nur wenn sie richtig entschieden hatte habe ich ihr meine Freude gezeigt und sie ausgiebig gelobt.</p>



<p>Am Anfang hat das durchaus mal eine halbe Stunde gedauert. Unsere Ausritte bestanden aus 10 Minuten reiten bis zur Kreuzung, dort dann 30 Minuten rumstehen oder im Kreis drehen. Und wieder 10 Minuten zurückreiten zum Hof. Für so etwas muss man sich natürlich genug Zeit nehmen, wenn ich Zeitdruck hatte habe ich mich gar nicht erst auf&#8217;s Pony gesetzt. <strong>Wenn Du so etwas anfängst musst Du es auch in Ruhe durchziehen &#8211; wie gesagt: immer konsequent sein!</strong></p>



<p>Ganz ähnlich bin ich auch vorgegangen, wenn sie nicht mehr vorwärts laufen wollte. Einfach so lange stehen bleiben &#8211; oder wieder umdrehen, wenn sie sich gedreht hatte &#8211; bis sie die Entscheidung traf doch lieber vorwärts zu gehen.</p>



<p>Dieses Vorgehen hat bei uns Wunder gewirkt!</p>



<p>Nur die verwunderten Blicke und &#8222;lustigen&#8220; Kommentare von Spaziergängern und anderen Reitern musst Du aushalten 😉</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zurückhaltender Draumur</strong></h2>



<p>Draumur kommt ursprünglich aus Island.</p>



<p>Wie das so viele der importierten Isis an sich haben war er anfänglich mir gegenüber sehr reserviert. Er ließ sich brav von der Koppel holen, hat mich aber permanent misstrauisch beäugt und reagierte schreckhaft auf schnelle Bewegungen.</p>



<p>Im Gegensatz zu Svala hat er überhaupt keine wilden Sachen gemacht um mich zu testen &#8211; oder sie waren so minimal, dass ich es nicht gemerkt, bzw. nicht als schlimm empfunden habe. Trotzdem habe ich gespürt, dass er sich nicht fallen ließ und immer ein bisschen angespannt war wenn er mit mir losgezogen ist.</p>



<p>Gerade bei etwas zurückhaltenden, aber ansonsten sehr braven Pferden bemühen sich viele Leute nicht um das Vertrauen und es fällt irgendwie unter den Tisch. Ich finde das sehr schade, denn auch diese Pferde sollen sich bei ihren Menschen wohl und sicher fühlen und können richtig aus sich heraus gehen wenn das so ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Vertrauen aufbauen bei einem zurückhaltenden Pferd</strong></h3>



<p>Ich habe mit Draumur viel Zeit auf der Koppel verbracht. Einfach mal zusammen rumstehen. Oder ich hab mich zu ihm hingesetzt und ein Buch gelesen. Oder ich habe ihn gekrault. Hauptsache gemeinsame Zeit ohne Erwartungen und ohne Agenda. Alles easy.</p>



<p>Das hat ihn einerseits neugierig gemacht, andererseits wurde meine Anwesenheit zur Normalität und er hat sich immer mehr an mich gewöhnt.</p>



<p>Mit ihm hätte ich zum Beispiel niemals so im Roundpen trainiert wie mit Svala &#8211; ich bin mir sicher er hätte dort nur Stress gehabt und ich hätte unser aufkeimendes Vertrauen zerstört.</p>



<p>Es hat gar nicht lange gedauert, da hat er sich auf der Koppel neben mir zum Dösen hingelegt.</p>



<p><strong>Bei zurückhaltenden Pferden musst Du auf Folgendes achten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Denke nicht, dass Dein Pferd Dir vertraut, nur weil es zurückhaltend ist und keine Probleme macht. In einer Ausnahmesituation kann man dann unter Umständen sehr unangenehm überrascht werden.</li>



<li><strong>Sei einfühlsam, freundlich und ruhig.</strong></li>



<li>Lass &#8222;Dominanztraining&#8220; weg oder führe es nur sehr vorsichtig aus &#8211; die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du Dein Pferd damit eher einschüchterst und es sich von Dir zurückzieht.</li>



<li>Verbringe mit Deinem Pferd viel gemeinsame Zeit ohne etwas von ihm zu verlangen. Putze es ausgiebig, kraule es, setz Dich zu ihm auf die Koppel, gehe Spazieren, &#8230;</li>
</ul>



<p>Viele zurückhaltende Pferd blühen richtig auf wenn man mit ihnen clickert und zum Beispiel Zirkuslektionen übt. Bei Draumur hat das leider nicht geklappt, er hatte immer totalen Stress, wenn Leckerchen ins Spiel kamen. Aber ich weiß von vielen anderen Pferden die dann richtig aus sich herauskommen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unsichere Elja</strong></h2>



<p>Elli ist meine aktuelle Reitbeteiligung und das erste sehr unsichere Pferd welches ich reite. Sie ist also ein bisschen Neuland für mich.</p>



<p>Wenn sie dem Menschen an ihrer Seite nicht vertrauen, neigen unsichere Pferde dazu zu Scheuen, Durchzugehen oder zu <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-schrecktraining/" target="_blank" rel="noopener">Kleben</a>. <strong>Sie brauchen jemanden, auf den sie sich verlassen können. Wenn sie das Gefühl haben, sie müssen selbst auf sich aufpassen haben sie in der Regel Stress und Angst.</strong></p>



<p>Aufgrund einer Knieverletzung war ich eine Weile nicht bei Elli. Das merke ich jetzt. Sie weiß natürlich noch wer ich bin, aber sie ist sich nicht mehr so sicher ob ich auch gut genug auf sie aufpassen kann.</p>



<p>Um das Vertrauen wieder aufzubauen fange ich erst mal wieder ganz klein an. Ich besuche sie auf der Koppel, setze mich hin und warte, dass sie zu mir kommt. Wenn sie das tut wird sie gekrault und bekommt ein Leckerchen. Natürlich nur, wenn sie nicht bettelt oder mich bedrängt.</p>



<p>Im Moment verbringe ich fast jeden Tag meine Mittagspause auf der Koppel, einfach nur im Gras sitzen und was essen. Dem Pony hallo sagen, eventuell kurz mit ihr spazieren gehen oder ein bisschen Bodenarbeit machen und wieder gehen.</p>



<p>Bei Elli ist besonders das <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/" target="_blank" rel="noopener">richtige Führen</a> wichtig. Wenn ich hier nicht aufpasse rempelt sie mich gerne mal an. Bei der Bodenarbeit achte ich darauf, dass sie grundsätzlich mehr läuft als ich, ich sie aber so oft wie möglich zu mir hole um sie <strong>bei mir ruhen</strong> zu lassen. Wenn sie dann wieder unkonzentriert wird und mir anzeigt, dass sie das Bedürfnis hat ihre Füße zu bewegen, dann darf sie wieder laufen.</p>



<p><strong>Bei unsicheren Pferden musst Du auf Folgendes achten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Ziel ist es, Deinem Pferd zu zeigen, dass Du auf es aufpassen kannst und es bei Dir sicher ist. Dazu musst Du wie immer <strong>Konsequent und konsistent</strong> sein.</li>



<li>Wenn Du im Roundpen trainierst achte darauf, dass Du Deinem Pferd einen <strong>Platz der Ruhe bei Dir</strong> anbietest. Wenn es dort nicht stehen mag dann ist das ok. Lass es wieder laufen. Aber übertreibe es mit dem Bewegen nicht, in der Regel gehen diese Pferde genug vorwärts und Du willst, dass sie etwas ruhiger sind. Du solltest Deinem Pferd also so häufig wie möglich anbieten bei Dir zu ruhen.</li>



<li>Lass Dich nicht anrempeln oder bedrängen. Wenn Du Dich von Deinem Pferd herumschubsen lässt bedeutet das für es, dass es ranghöher ist als Du. Es muss also selbst auf sich aufpassen, wenn es mit Dir alleine ist und kann nicht auf Dich vertrauen.</li>



<li>Mach <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-schrecktraining/" target="_blank" rel="noopener">Schrecktraining</a> mit Deinem Pferd, damit es sich wegen der vielen gruseligen Dinge in der Welt keine Sorgen mehr machen muss.</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ganz Allgemein: Denke nicht zu viel drüber nach!</strong></h2>



<p>Wenn mein Vorgehen bei allen drei Pferden eins gemeinsam hatte dann das: ich habe nicht zwanghaft versucht das Vertrauen zu gewinnen. Tatsächlich habe ich gar nicht viel darüber nachgedacht.</p>



<p>Wir Mädels neigen ja dazu alles totzudenken und überzuanalysieren. Wenn Du immer freundlich, fair und konsequent mit Deinem Pferd umgehst kommt das Vertrauen irgendwann ganz von selbst. Erzwingen kann man es sowieso nicht und wenn man es zu sehr will, baut man bei sich selbst und seinem Pferd nur Druck auf.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Wie Du siehst gehe ich je nach Pferdepersönlichkeit sehr unterschiedlich vor um Vertrauen aufzubauen. <strong>Jedes Pferd ist anders und man muss immer einen individuellen Ansatz finden.</strong> Es gibt hier kein Zauberrezept nach dem es immer klappt.</p>



<p>Wenn Du Dich mit dem Pferdeverhalten beschäftigst, Dir Zeit lässt und &#8211; um es mit den Worten einer netten Leserin zu sagen &#8211; auf <strong>Kopf, Herz und Bauch</strong> hörst, dann wirst Du einen passenden Weg für Dich und Dein Pferd finden.</p>



<p>In dem Sinne: viel Spaß, Freundschaft und Vertrauen mit Deinem Pferd!</p>





<p><strong>Wie hast Du das Vertrauen Deines Pferdes gewonnen? Erzähl mit Deine Geschichte, ich freue mich drauf!</strong></p>



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		<title>Klebendes Pferd &#8211; Teil 2: Schrecktraining</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 May 2015 08:58:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Ängstliches Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Desensibilisierung]]></category>
		<category><![CDATA[klebendes Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Natural Horsemanship]]></category>
		<category><![CDATA[Scheuendes Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Schreckhaftes Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Schrecktraining]]></category>
		<category><![CDATA[Trennungsangst]]></category>
		<category><![CDATA[Unsicheres Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im letzten Artikel bin ich näher auf die Ursachen und Auswirkungen von &#8222;Trennungsangst&#8220; bei klebenden Pferden eingegangen. Außerdem habe ich Schritt 1 des Trainingsprogramms, das richtige Führen, vorgestellt und ein Beispiel für Probleme in der Praxis gegeben. Der zweite Schritt in meiner Arbeit mit klebenden Pferden ist das Schrecktraining (eigentlich müsste es Anti-Schrecktrainig heißen, aber [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/">letzten Artikel</a> bin ich näher auf die Ursachen und Auswirkungen von &#8222;Trennungsangst&#8220; bei klebenden Pferden eingegangen. Außerdem habe ich Schritt 1 des Trainingsprogramms, das richtige Führen, vorgestellt und ein Beispiel für Probleme in der Praxis gegeben.</p>



<p>Der zweite Schritt in meiner Arbeit mit klebenden Pferden ist das Schrecktraining (eigentlich müsste es Anti-Schrecktrainig heißen, aber das tippt sich so blöd).</p>



<p><strong>*Auch hier möchte ich wieder darauf hinweisen, dass ich kein professioneller Trainer bin und jeder meine Empfehlungen auf eigene Gefahr durchführt. Wenn Du noch nicht viel Erfahrung mit Pferden, ihrem Verhalten, Bodenarbeit und Schrecktraining hast solltest Du Dir überlegen einen professionellen Trainer zur Unterstützung zu suchen!*</strong></p>



<p>Die Vorgehensweise habe ich von <a href="http://www.warwickschiller.com/videos/" target="_blank" rel="noopener">Warwick Schiller</a> gelernt. Wenn Du Englisch verstehst kann ich Dir seine Videos nur empfehlen! Ich finde nicht alles gut was er macht, aber das geht mir bei jedem Trainer so und er hat ein paar tolle Ansätze.</p>



<p><strong>Wie immer gilt: Du musst Dein Vorgehen ganz individuell Deinem Pferd anpassen! Wenn das, was ich hier vorschlage nicht hilft oder das Problem sogar schlimmer macht, hör auf und versuche etwas anderes! Es gibt nicht nur einen Weg zum Ziel und was für den einen passt ist für den anderen nicht gut.</strong></p>



<p>Wenn Du Vorschläge für ein anderes Vorgehen hast freue ich mich über Deinen Kommentar! Ich weiß bei weitem nicht alles und lerne sehr gerne dazu.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Trainingsplan für klebende Pferde</strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>1. Richtig Führen</strong></h3>



<p><a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/">Wie das geht kannst Du hier nachlesen.</a></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>2. Schrecktraining</strong></h3>



<p>Ein ausgiebiges Schrecktraining ist bei klebenden Pferden besonders wichtig. In der Regel sind diese Pferde unsicher und tragen einen Haufen Angst und Anspannung mit sich herum. Deshalb müssen sie lernen mit &#8222;gruseligen&#8220; Dingen umzugehen und sich durch solche Situationen durchzudenken und nicht kopflos zu reagieren.</p>



<p><strong>Wenn Dein Pferd extrem abgelenkt ist und nur wenig auf Dich achtet oder sogar versucht Dich über den Haufen zu rennen solltest Du die Arbeit im Roundpen dem Schrecktraining vorziehen.</strong> Der Artikel zu diesem Thema kommt als nächstes.</p>



<p>Das Schrecktraining baue ich schrittweise auf: vom Einfachen zum Anspruchsvollen. Es ist unheimlich wichtig, dass man erst zum nächsten Schritt geht, wenn der davor perfekt sitzt. Wenn immer ein kleiner Rest Angst übrig bleibt summiert sich das so lange, bis das Pferd explodiert und scheut, bockt oder <a href="https://herzenspferd.de/pferd-geht-durch-was-tun/">durchgeht</a>.</p>



<p><strong>Das brauchst Du zum Schrecktraining:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einen umzäunten Platz (Roundpen, Reiplatz, Reithalle, umzäuntes Wiesenstück, etc.)</li>



<li>Einen langen Strick</li>



<li>Eine Gerte mit langem Schlag (das ist das Bändchen), z.B. Horsemanship Stick mit Bändchen, Longiergerte, Fahrpeitsche, etc.</li>



<li>Eine Gerte mit Flagge oder festgebundener Plastiktüte</li>
</ul>



<p>Dieses Schrecktraining mache ich in den ersten Wochen jedesmal wenn ich mit dem Pferd trainiere. Und jedesmal beginne ich mit dem ersten, einfachsten Schritt: das Pferd mit dem Strick in der Hand abstreichen. Erst wenn ich sehe, dass das perfekt funktioniert gehe ich zum nächsten Schritt. Irgendwann wirst Du alle Schritte in 5 Minuten durch haben ohne, dass Dein Pferd mit der Wimper zuckt. Dann musst Du nicht mehr vor jedem Training das Schrecktraining machen. Ab und an solltest Du es aber wieder tun um nachzuprüfen ob alles noch gut ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Grundprinzip</strong></h2>



<p>Das Prinzip ist immer das Gleiche, egal mit welchem Hilfsmittel Du das Training durchführst und auf welcher Schwierigkeitsstufe Du bist.</p>



<p>Du hast Dein Pferd am Halfter und hälst in einer Hand den Strick (mit genügend Abstand zum Kinn des Pferdes, wie im <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/">Artikel zum richtigen Führen</a> erklärt). Wenn Dein Pferd ausweicht darf es das tun und Du gehst mit. Auch wenn es rückwärts läuft gehst Du mit, versuche nicht Dein Pferd daran zu hindern, es könnte dann steigen.</p>



<p>So lange Dein Pferd vor dem was Du tust wegläuft (Seil schwingen, Tüte rascheln) läufst Du ruhig mit und machst weiter. <strong>Sobald es stehen bleibt hörst Du auf &#8211; und zwar noch in der gleichen Sekunde! Dann gibst Du Deinem Pferd eine kleine Pause in der es nachdenken kann.<br></strong>Dass es nachdenkt erkennst Du zum Beispiel daran, dass es sich die Lippen leckt oder kaut.</p>



<p>Wir wollen, dass das Pferd lernt, dass sein Handeln Einfluss auf das gruselige Ding (Seil, Gerte, Tüte) hat vor dem es gerade weggelaufen ist. Es soll erkennen, dass das Ding weggeht, wenn es stehen bleibt. <strong>Das Pferd hat also &#8222;Macht&#8220; über das gruselige Ding</strong> (ich nenne das jetzt einfach Gruselding &#8211; Du weißt was ich meine) und kann es mit seinem Verhalten beeinflussen.</p>



<p><strong>Pferde lernen nicht durch Druck</strong> &#8211; sie lernen (unter anderem!) durch das <strong>Wegnehmen</strong> von Druck. Dein Pferd wird sich also fragen, warum das Gruselding verschwunden ist und was es getan hat um das zu verursachen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass man nicht aufhört während das Pferd noch wegläuft. Da würde es sich nämlich denken &#8222;Aha! Ich muss nur möglichst schnell oder lange genug wegrennen und das Gruselding verschwindet&#8220;. Wenn Du alles richtig machst wird es stattdessen irgendwann denken &#8222;Aha! Ich muss nur stehen bleiben und das Gruseding verschwindet!&#8220;.</p>



<p><strong>Entscheidend ist also, dass Du zum richtigen Zeitpunkt das Gruselding wegnimmst (wenn Dein Pferd steht), damit Dein Pferd das Richtige lernt.</strong></p>



<p>Wenn Dein Pferd brav stehen bleibt, kannst Du mit ihm auf die nächste &#8222;Stufe&#8220; gehen: Du schwingst weiter das Gruselding und wartest diesmal darauf, dass Dein Pferd entspannt. <strong>Wenn es zum Beispiel mit den Augen blinzelt oder sogar den Kopf senkt ist das ein Zeichen der Entpannung.</strong> Dann nimmst Du das Gruselding wieder sofort weg. Dein Pferd lernt: &#8222;Aha! Wenn ich entspanne werde ich in Ruhe gelassen!&#8220;.</p>



<p>Wenn Du auf beiden Seiten des Pferdes das Gruselding schwingen kannst, ohne dass es mit einer Wimper zuckt, kannst Du zum nächst gruseligeren Gruselding wechseln und von vorne anfangen. Oder Du beendest das Training und Dein Pferd hat bis zum nächsten Mal Denkpause.</p>



<p><strong>Überfordere Dein Pferd nicht! Mache lieber kurze Einheiten mit vielen Denkpausen, Du musst nicht tausend Gruseldinger in einer Sitzung durchnehmen. </strong>Es reicht, wenn Dein Pferd <strong>eins</strong> gut macht, darauf kannst Du dann in der nächsten Einheit aufbauen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Noch ein paar Worte zu Deiner Position</strong></h4>



<p>Du solltest beim Schrecktraining in der Regel in etwa auf <strong>Schulterhöhe</strong> Deines Pferdes stehen, ca. 50 bis 100cm von ihm entfernt. Dein Körper ist leicht zu ihm gedreht, mit Blickrichtung zur Kruppe. So hast Du Dein Pferd im Auge ohne ihm Deinen ganzen Oberkörper zuzudrehen. In dieser Position sollte Dein Pferd Dich im Ernstfall nicht ohne Vorwarnung treten können. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Pferd mal nach dem Strick tritt wenn er dem Hinterteil zu nahe kommt &#8211; da willst Du nicht zu nahe dran stehen.</p>



<p><strong>Deine Sicherheit geht immer vor, sei Dir jederzeit bewusst was Dein Pferd macht und wo Du stehst!</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Eine Alternative</strong></h4>



<p>Du kannst all das auch mit Clickertraining und Belohnung machen. Ich habe aber die Erfahung gemacht, dass die meisten klebenden Pferde so gestresst sind, dass sie nicht mehr auf Leckerchen reagieren. Dass sie so gestresst sind ist nicht Schuld der Pferde &#8211; meistens sind es die Versäumnisse und Fehler von uns Menschen die es so weit gebracht haben.</p>



<p>Wenn Du mit einem Pferd, das nicht klebt und gestresst ist, Bodenarbeit machst, ist es aber durchaus einen Versuch wert und klappt in vielen Fällen sehr gut!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>So setzt Du Strick, Gerte und Co richtig ein</strong></h2>



<p>Nachdem Du nun das Grundprinzip verstanden hast geht es nur noch darum, wie Du die Gruseldinger richtig einsetzt.</p>



<p><strong>Das Wichtigste vorweg: Du schlägst Dein Pferd mit keinem dieser Hilfsmittel! Alles was am oder auf dem Pferd landet soll dort sanft und leicht ankommen!</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 1: Abreiben mit dem Strick</strong></h4>



<p>Als ersten Schritt nimmst Du das Ende des Stricks in die Hand und reibst Dein Pferd damit an Hals, Schulter und Rücken auf beiden Seiten ab. Je nachdem wie Dein Pferd reagiert kannst Du es auch an der Kruppe abreiben. Wenn es aber sehr nervös ist bleib lieber außer Reichweite der Hinterhand.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 2: Den Strick sanft über den Rücken schwingen und dort landen lassen</strong></h4>



<p>Halte den Strick locker in Deiner Hand. Mach keine Faust, da verliert man zu viel Gefühl in der Hand und kann den Strick nicht so locker und sanft wie nötig schwingen.</p>



<p>Schwinge den Strick nicht von unten nach oben, sondern eher parallel zum Boden über den Pferderücken. Wenn Du ihn von unten nach oben schwingst kommt er mit zu viel Schwung über den Rücken und schlägt an den Bauch. Das wollen wir möglichst vermeiden. Der Strick darf an den Bauch kommen, aber eben locker und zart.</p>



<p>Danach ziehst Du den Strick in einer fließenden Bewegung wieder vom Rücken herunter. Achte darauf, dass er kein lautes Geräusch macht, wenn er auf dem Boden aufkommt.</p>



<p>Es ist wichtig, dass Du das &#8222;über den Rücken Schwingen&#8220; und wieder runterziehen in einer fließenden Bewegung ohne große Zwischenpausen machst. Jede Pause ist eine Bestätigung für das Pferd und die soll ja erst kommen, wenn es stehen bleibt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 3: Den Strick sanft über den Rücken schwingen und beim Runterziehen ein Geräusch machen lassen</strong></h4>



<p>Du gehst genauso vor wie in Schritt 2. Nun soll der Strick aber beim Aufschlagen auf den Boden ein Geräusch machen. Das ist eine zusätzliche Schwierigkeit für Dein Pferd, da viele Pferde sich vor Bewegung und Geräuschen fürchten.</p>



<p>Für diesen Schritt kannst Du auch die Gerte mit langem Bändchen benutzen. Das Bädchen schwingst Du genauso sanft wie den Strick vorher.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 4: Den Strick um das Pferd herum kreisen lassen</strong></h4>



<p>Stell Dich so vor Dein Pferd, dass Du ihm nur eine Körperseite zugedreht hast. Mit der von ihm wegzeigenden Hand nimmst Du den Strick und lässt ihn parallel zu Dir von oben nach unten kreisen. Wenn das ohne Probleme klappt kannst Du anfangen, zur Seite Deines Pferdes zu gehen und den Strick weiter kreisen zu lassen. Halte dabei mindestens einen Meter Abstand zum Pferd.</p>



<p>Ab einem gewissen Punkt wird Dein Pferd ausweichen. Dann bleibst Du genau an diesem Punkt und gehst nicht weiter nach hinten oder näher an es ran. Gehe mit dem Pferd mit, aber bleibe im Verhältnis zu seinem Körper in der gleichen Position. Wie oben im Grundprinzip erklärt, hörst Du erst auf, wenn es steht. Fange dann wieder vor dem Kopf des Pferdes an und arbeite Dich erneut an den Punkt heran.</p>



<p>Wenn Du mit dem Strick auf Höhe der Hinterhand angekommen bist höre auf, Du musst nicht hinten um das Pferd herumgehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 5: Die Rascheltüte zeigen</strong></h4>



<p>Die Rascheltüte ist für die meisten Pferde unheimlich gruselig. Deshalb fangen wir hier ganz vorsichtig an.</p>



<p>Stell Dich vor Dein Pferd und halte die Tüte schräg neben Dir auf Nasenhöhe des Pferdes hoch. Halte sie nicht vor Deinem Körper, sollte Dein Pferd danach ausschlagen darf es Dich nicht treffen. <strong>Strecke sie ihm nicht hin und berühre es auch nicht damit!</strong></p>



<p>Wenn es ausweicht lässt Du sie weiter oben bis es stehen bleibt, dann halte sie sofort hinter Deinen Rücken. Wenn es nicht ausweicht wartest Du darauf, dass es mit seiner Nase in Richtung Tüte geht. Auch dann hälst Du sie sofort hinter Deinen Rücken.</p>



<p>Der letzte Schritt ist dann, dass Dein Pferd die Tüte mit seiner Nase berührt. Das kannst Du übrigens auch super mit Clickertraining machen!</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 6: Die Rascheltüte schwingen I<br></strong></h4>



<p>Stell Dich vor Dein Pferd, mit dem Rücken zu ihm. Fang an nach vorne zu laufen, Dein Pferd folgt Dir. Nun schwingst Du die Rascheltüte vor Dir in einem Bogen von unten nach oben und einer Seite zur anderen. Das sieht quasi so aus, als würdest Du eine runde Tür in die Luft vor Dir malen.</p>



<p>Pferde haben weniger Angst vor Dingen, die sich von ihnen weg bewegen. Deshalb schwingst Du die Tüte während Du dich von ihm weg bewegst.</p>



<p>Wenn das gut klappt und Dein Pferd entspannt hinter Dir herläuft während Du die Tüte schwingst kannst Du Dich zu ihm umdrehen und die Tüte somit näher an ihm schwingen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schritt 6: Die Rascheltüte schwingen II</strong></h4>



<p>Nun kannst Du alles was Du in den Schritten 1 bis 4 mit Strick und Gerte gemacht hast auch mit der Rascheltüte machen.</p>



<p><strong>Das waren die Grundlagen. Natürlich gibt es viel mehr was man tun kann (Planen, Bälle, Flatterbänder, Fahnen, &#8230;), da sind dann Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt!</strong></p>



<p><strong>In diesem Video kannst Du von Minute 3 bis 4:30 sehen wie das mit dem Seilschwingen in etwa aussehen sollte:</strong><br><iframe loading="lazy" allowfullscreen="allowfullscreen" width="560" height="315" frameborder="0" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/qincEZod6mQ" consent-required="259520" consent-by="services" consent-id="259521" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/qincEZod6mQ?autoplay=1" consent-thumbnail="{&quot;embedId&quot;:&quot;672e9761c4dfab849287e938935c0397&quot;,&quot;fileMd5&quot;:&quot;e91e66bb09443ad79bb1036aa85b2b3e&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/herzenspferd.de\/wp-content\/uploads\/embed-thumbnails\/672e9761c4dfab849287e938935c0397-e91e66bb09443ad79bb1036aa85b2b3e.jpeg&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Groundwork basics with a 3 year old warmblood stallion&quot;,&quot;width&quot;:640,&quot;height&quot;:480,&quot;forceRatio&quot;:56.25}"></iframe></p>



<p><strong>Und hier siehst Du das Vorgehen mit der Plastiktüte:<strong><br><iframe loading="lazy" allowfullscreen="allowfullscreen" width="560" height="315" frameborder="0" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/6CDwc4s1LAQ" consent-required="259520" consent-by="services" consent-id="259521" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/6CDwc4s1LAQ?autoplay=1" consent-thumbnail="{&quot;embedId&quot;:&quot;009970111c5abdc366d5ffe6d93bc6d6&quot;,&quot;fileMd5&quot;:&quot;16d6cbda3bed027545a1f74771aa7f70&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/herzenspferd.de\/wp-content\/uploads\/embed-thumbnails\/009970111c5abdc366d5ffe6d93bc6d6-16d6cbda3bed027545a1f74771aa7f70.jpeg&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Teaching a Horse to Not Be Afraid of Plastic Bags&quot;,&quot;width&quot;:640,&quot;height&quot;:480,&quot;forceRatio&quot;:56.25}"></iframe></strong></strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>3. Arbeit im Roundpen &#8211; Hooking On</strong></h3>



<p>Im <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-roundpen/" target="_blank" rel="noopener">dritten Artikel der Serie</a> geht es um die Arbeit im Roundpen. Das Pferd lernt im hier und jetzt zu sein und sich auf Dich zu konzentrieren. Klebenden Pferden fehlt meist der Fokus, sie sind sehr schnell abgelenkt und schaffen es nicht sich zu konzentrieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>4. Arbeit im Sattel</strong></h3>



<p><a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-reiten/" target="_blank" rel="noopener">Im vierten Artikel der Serie geht es um die Arbeit im Sattel.</a> Hier erkläre ich was ich tue, wenn mein Pferd in der Halle oder auf dem Platz immer zu den anderen Pferden hinzieht oder zu nahe an ihnen kleben bleibt. Dieses Vorgehen lässt sich auch auf einen Ausritt übertragen, bei dem man einen anderen Weg reiten möchte als der Mitreiter und die Pferde sich trennen müssen.</p>





<p><strong>Hast Du schonmal Schrecktraining mit Deinem Pferd gemacht? Wie bist Du dabei vorgegangen? Und hat es etwas geholfen?</strong></p>



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		<title>Klebendes Pferd: Trainingsplan für Pferde mit &#8222;Trennungsangst&#8220; &#8211; Teil 1: Richtig Führen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2015 11:04:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In letzter Zeit habe ich viele Emails mit Fragen zu &#8222;klebenden&#8220; Pferden bekommen. Pferde, die man nur schwer von der Koppel holen kann, weil sie nicht mitgehen wollen oder einen über den Haufen rennen. Pferde, die durch Zäune brechen, um nicht alleine zurückgelassen zu werden. Pferde, die kaum reitbar sind, weil sie nur zum Koppelkollegen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-fuehren/">Klebendes Pferd: Trainingsplan für Pferde mit &#8222;Trennungsangst&#8220; &#8211; Teil 1: Richtig Führen</a> erschien zuerst auf <a href="https://herzenspferd.de">Herzenspferd</a>.</p>
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<p>In letzter Zeit habe ich viele Emails mit Fragen zu &#8222;klebenden&#8220; Pferden bekommen. Pferde, die man nur schwer von der Koppel holen kann, weil sie nicht mitgehen wollen oder einen über den Haufen rennen. Pferde, die durch Zäune brechen, um nicht alleine zurückgelassen zu werden. Pferde, die kaum reitbar sind, weil sie nur zum Koppelkollegen zurückwollen.</p>



<p><strong>Eure Fragen sind mir wichtig, deshalb werde ich das Thema in einer Artikelserie etwas näher beleuchten.</strong> In diesem ersten Artikel erkläre ich, woher die Trennungsangst kommt und wo man dieses Verhalten in einer Pferdeherde sieht. Außerdem gehe ich auf den ersten Schritt in meinem Trainingsplan ein, <strong>das richtige Führen.</strong> In den folgenden Artikeln geht es dann um <strong>Schrecktraining, Arbeit im Roundpen </strong>und<strong> Arbeit im Sattel. </strong>Zu jedem Punkt werde ich ein Beispiel zu Problemen aus der Praxis geben.</p>



<p>Wie immer möchte ich betonen, dass das meine Art ist mit dem Problem umzugehen. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch anders geht, oder dass ich alles perfekt mache!</p>



<p>Und weil beim Umgang mit Pferden so gut wie nichts neu erfunden wird, sondern alle die alten und neuen Meister studieren, möchte ich auch gerne sagen, von wem ich die Vorgehensweise gelernt habe: <a href="http://www.warwickschiller.com/videos/" target="_blank" rel="noopener">Warwick Schiller</a>. Wenn Du Englisch verstehst kann ich Dir seine Videos nur empfehlen! Ich finde nicht alles gut was er macht, aber das geht mir bei so gut wie jedem Trainer so.</p>



<p><strong>*Das Nachmachen dieser Tipps geschieht auf eigene Gefahr! Ich rate jedem, der sich nicht schon ausführlicher mit den Themen Bodenarbeit und Schrecktraining befasst hat einen Profi zur Unterstützung zu Rate zu ziehen. Diese Dinge falsch zu machen kann sehr schnell gefährlich werden. Und wie immer gilt: Wenn Du mit Deinem Vorgehen das Problem schlimmer machst oder die Situation auch nur ansatzweise gefährlich wird <em>hör auf!</em>*</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Woher kommt Trennungsangst beim Pferd?</strong></h2>



<p><strong>Die meisten Pferde mit Trennungsangst verhalten sich wie Fohlen.</strong> Wenn Du bei ihnen bist, bzw. sie mit einem anderen Pferd zusammenstehen, ignorieren sie Dich und sind abgelenkt. Sobald sie aber alleine gelassen werden verfallen sie in Panik.</p>



<p>Genau so interagiert ein Fohlen mit seiner Mutter: ist sie bei ihm, lehnt es sich gegen sie und schaut sich eingebildete oder echte Gefahren an. Seine Mutter ignoriert es dabei völlig. Ist die Mutter dann aber plötzlich ein Stück entfernt bekommt es Panik und rennt wieder zurück zu ihr um sich erneut an sie zu &#8222;kleben&#8220;.</p>



<p>Nun bist Du aber ein Mensch und kein Pferd. Wenn sich Dein 500kg Pferd gegen Dich lehnt oder nicht auf Dich achtet kann das sehr schnell sehr unangenehm werden. Wenn Du schonmal ein klebendes Pferd von seinen Kollegen weggeführt hast weißt Du sicher was ich meine.</p>



<p>Übrigens: Kein anderes Pferd würde es zulassen, dass Dein Pferd sich auf diese Art an es lehnt!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Behandelt Dich Dein Pferd wie seine Mutter?</strong></h3>



<p>Wenn Du Dein Pferd führst&#8230;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>&#8230; schaut es in der Gegend herum und achtet wenig auf Dich</li>



<li>&#8230; läuft es manchmal schneller als Du und lässt sich schlecht bremsen</li>



<li>&#8230; läuft es in eine andere Richtung als Du und versucht Dich mitzuziehen</li>



<li>&#8230; rempelt es Dich ab und zu an</li>



<li>&#8230; erschrickt es öfter mal</li>



<li>&#8230; rückt es Dir auf die Pelle (wenn Du stehen bleibst läuft es Dir in die Hacken oder einfach weiter)</li>
</ul>



<p>Wenn Du die meisten dieser Fragen mit &#8222;Ja&#8220; beantworten kannst behandelt Dich Dein Pferd wie ein Fohlen seine Mutter und nicht wie einen gleichgestellter Partner.</p>



<p><strong>Möglicherweise ist die Trennungsangst auch nicht euer einziges Problem. Häufige weitere Probleme bei Pferden mit Trennungsangst sind:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dein Pferd kann nicht angebunden werden, bzw. steht angebunden nie still</li>



<li>Dein Pferd schiebt Dich beim Putzen mit dem Hinterteil aus dem Weg wenn es sich etwas ansehen will</li>



<li>Dein Pferd erschrickt oft</li>



<li>Dein Pferd geht durch oder buckelt</li>



<li>Dein Pferd lässt sich nicht gut führen</li>



<li>Dein Pferd lässt sich nicht gut verladen</li>



<li>&#8230;</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was tue ich also gegen die Trennungsangst?</strong></h2>



<p>Die einfache Antwort: nichts!</p>



<p>Oder, um es besser auszudrücken: ich versuche nicht explizit die Trennungsangst wegzubekommen.</p>



<p><strong>Diese Angst ist nämlich nur ein Symptom. Die Summe von vielen kleinen Dingen die schief laufen.</strong></p>



<p>Wenn ich zunehme, hat das nicht nur eine Ursache. Ich esse zu viel, bewege mich zu wenig, habe zu viel Stress und schlafe zu wenig. Alle diese Dinge bewirken in der Summe, dass ich zunehme.</p>



<p>Genauso ist es mit der Trennungsangst. Dein Pferd hat mit vielen kleinen Dingen Probleme oder Sorgen. Diese verusachen in ihrer Summe die Angst. Um die Trennungsangst wegzubekommen, musst Du Dich also um die vielen kleinen Dinge kümmern, die Deinem Pferd Sorgen machen.</p>



<p><span style="color: #000000;"><strong>Trennungsangst besteht nur aus ein bisschen &#8222;Trennung&#8220; und viel &#8222;Angst&#8220;.</strong></span></p>



<p>Um diese Ängste abzubauen beginne ich mit Bodenarbeit. Wenn die Bodenarbeit wirklich sitzt sollte die Trennungsangst kein großes Thema mehr sein.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wozu Bodenarbeit?</strong></h2>



<p>Mit jedem Pferd, welches ich über einen längeren Zeitraum reite, starte ich mit der Bodenarbeit. Das bedeutet für mich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Pferd lernt zu lernen und sich durch Probleme durchzudenken. Ich lasse es Fehler machen und selbst die Lösung eines Problems finden.</li>



<li>Das Pferd lernt, seinen Fokus auf mich und das hier und jetzt zu richten. Besonders klebende Pferde haben große Probleme damit, sich zu konzentrieren. Sie schauen von A nach B nach C und reagieren auf jede noch so kleine Ablenkung. Deshalb rempeln diese Pferde auch oft den Menschen an, der sie führt: Sie sind so beschäftigt damit, in der Gegend herumzugucken, dass sie den Menschen komplett vergessen.</li>



<li>Das Pferd lernt mit &#8222;gruseligen&#8220; Dingen umzugehen und ruhig zu reagieren, anstatt in Panik zu verfallen.</li>



<li>Das Pferd lernt, dass ich konsequent und in meinem Handeln konstant und verlässlich bin.</li>
</ul>



<p>Vom Boden aus zu starten ist erst mal ungefährlicher als sich auf ein besorgtes Pferd zu setzen. Und: was am Boden nicht klappt wird im Sattel erst recht nicht funktionieren!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mein Trainingsplan für klebende Pferde sieht so aus:</strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>1. Richtig Führen</strong></h3>



<p>Über die korrekte Führposition gibt es viele Meinungen und Diskussionen. Mir ist die Position des Pferdes egal &#8211; solange es nicht zu Nahe bei mir oder vor mir läuft. Meistens laufen meine Pferde von selbst schräg hinter mir.</p>



<p>Den Strick halte ich etwa 1,5 Meter vom Pferdekopf entfernt und lasse ihn durchhängen. Ich sehe viele Leute, die den Strick direkt unterm Kinn des Pferdes greifen und hoffen es somit mehr unter Kontrolle zu haben. <strong>Das solltest Du nicht tun. </strong>Dadurch stehst Du nämlich automatisch sehr nahe am Pferd und genau das wollen wir vermeiden. Nahe am Pferd zu führen bedeutet, dass Du schnell wieder in diese Fohlen-Mama-Situation kommst: Dein Pferd sieht irgendwo ein Gespenst und lehnt sich gegen Dich oder springt sogar gegen Dich wenn es scheut.</p>



<p>Du hälst nun also den Strick ausreichend vom Pferdekopf entfernt. <strong>Der nächste Schritt ist, Deinem Pferd verständlich zu machen, dass es sich mehr auf Dich konzentrieren und Dich nicht umrennen soll.</strong> Sobald Du den Eindruck hast, dass Dein Pferd Dir zu nahe kommt, schwingst Du das Ende des Stricks (etwa einen Meter) energisch um Dich herum. Am besten drehst Du Dich dabei nicht einmal um. Dabei geht es nicht explizit darum Dein Pferd zu treffen. Wenn es getroffen wird war es zu nahe, wenn nicht ist das noch besser, denn dann hat es genug Abstand gehalten.</p>



<p><strong>Ich höre in Gedanken schon die ersten rufen &#8222;die haut das arme Pferd&#8220;.</strong> Darum geht es wie gesagt nicht! Du schwingst den Strick nur in dem kleinen Umkreis um Dich herum. Dein Pferd kann diesen Umkreis jederzeit verlassen. Wenn es raus ist, wird es nicht mehr getroffen und <strong>Du verfolgst es auch nicht mit dem Strick! </strong>Du bleibst dabei ruhig und wirst nicht wütend. Es ist gut und in Ordnung wenn Dein Pferd Fehler macht, nur so kann es lernen.</p>



<p>Es geht hier nicht darum Dein Pferd zu bestrafen &#8211; es tut was es tut nicht aus bösem Willen &#8211; sondern um <strong>klare Kommunikation</strong>. Du &#8222;sagst&#8220; Deinem Pferd, dass es Dir zu Nahe gekommen ist und mehr auf Dich achten muss.</p>



<p>Übrigens gehen die Pferde auf der Koppel auch nicht anders miteinander um: kommt das eine dem anderen zu Nahe &#8211; also in seinen engeren Umkreis &#8211; und es will das nicht, wird es treten.</p>



<p><strong>Vorsicht vor falsch verstandener Pferdeliebe! Du tust Deinem Pferd keinen Gefallen wenn es Dich ständig über den Haufen rennen darf. Es wird damit für sein ängstliches Verhalten noch belohnt und seine Unsicherheit wird weiter steigen. Das ist kein angenehmer Zustand für Dein Pferd und für Dich und Andere potenziell gefährlich.</strong></p>



<p>Als nächstes solltest Du sicherstellen, dass Dein Pferd seine Aufmerksamkeit bei Dir hat. Das erkennst Du zum Beispiel daran, dass sich ein Ohr immer wieder in Deine Richtung dreht.</p>



<p>Schaut Dein Pferd wild in der Gegend herum und irgnoriert Dich, drehe Dich herum und laufe zügig und bestimmt in die entgegengesetzte Richtung. Dein Pferd muss folgen und somit seine Aufmerksamkeit auf Dich richten. Es kann sein, dass Du das am Anfang ziemlich oft machen musst. Dein Pferd wird aber früher oder später mehr auf Dich achten, da es nun erwartet jederzeit die Richtung wechseln zu müssen.</p>



<p>Steht Dein Pferd und hat seine Aufmerksamkeit bei Dir, vergiss nicht es ein bisschen als Belohnung zu kraulen.</p>



<p>Wenn Dein Pferd einfach stehen bleibt und nicht weiter gehen will, kannst Du zuerst versuchen einfach in eine andere Richtung zu gehen, bei manchen Pferden reicht das schon.</p>



<p>Hilft das nicht, stelle Dich schräg neben den Kopf Deines Pferdes, auf keinen Fall vor es. Greife den Strick ca. einen halben Meter vom Pferdekopf entfernt und halte ihn straff gespannt. Dein Pferd soll den Druck spüren, aber ziehe nicht übermäßig fest – Du musst den Zug wahrscheinlich eine ganze Weile aufrechterhalten und willst nicht, dass Dir mittendrin der Arm abfällt. Mit der anderen Hand lässt Du nun das Ende des Stricks kreisen und zwar so, dass es Dein Pferd bei jeder Drehung an der Schulter touchiert (nicht wahnsinnig fest, aber spürbar, wie ein Antippen). Das machst Du jetzt so lange weiter, bis Dein Pferd nachgibt, oder sogar einen Schritt nach vorne geht. Dann gibst auch Du <strong>sofort </strong>nach und hörst auf den Strick zu kreisen. Meistens bleiben die Pferde dann wieder stehen. Also das ganze Spielchen von vorne. Das machst Du so lange, bis Dein Pferd mit Dir mitgeht (hab Geduld, das kann unter Umständen dauern!). Und dann natürlich das Loben nicht vergessen!</p>



<p><strong>Unterschätze nicht die kleinen Dinge wie das Führen! Sobald Du mit Deinem Pferd zusammen bist lernt es etwas. Ob das etwas Gutes, oder etwas Schlechtes ist liegt ganz bei Dir.</strong></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Problem aus der Praxis:</strong></h5>



<p>&#8222;Sobald ich mein Pferd von der Koppel führe rennt es nur noch um mich herum und zieht zurück zur Koppel&#8220;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Lösung:</strong></h5>



<p>Führe Dein Pferd an einem ausreichend langen Strick und nimm eine Gerte mit. Wenn es beim Wegführen von der Koppel wie oben beschrieben reagiert, geh mit ihm zurück zur Koppel. Vor dem Eingang lässt Du es nun am Strick um Dich herum laufen, ähnlich als wolltest Du es longieren. Bei Bedarf kannst Du mit der Gerte treiben. Es ist dabei nicht wichtig, dass ihr an der selben Stelle bleibt, lass Dein Pferd hindriften wo es mag, aber es muss weiter arbeiten.</p>



<p>Du wirst früher oder später merken, dass Dein Pferd weg vom Koppeleingang driftet. Dann hörst Du <strong>sofort</strong> auf es zu treiben und gehst mit ihm weg von der Koppel, in die Richtung, in die es von sich aus läuft.</p>



<p>Wenn es ein paar Meter entfernt wieder anfängt zur Koppel zu ziehen macht ihr das Spielchen von vorne. Dann auch gerne an dieser Stelle &#8211; Du musst nicht den Weg zum Koppeltor zurück gehen.</p>



<p>Der Sinn dieser Sache ist es, Deinem Pferd den Platz am Koppeltor ungemütlich zu machen. Wenn es an diesem Platz ist muss es arbeiten. Wenn es von diesem Platz weggeht wird es in Ruhe gelassen und hat Pause. Die meisten Pferde lernen das sehr schnell.</p>



<p>Wichtig ist, dass Du nicht versuchst zu verhindern, dass Dein Pferd zur Koppel zurückzieht. Dein Pferd muss erst den &#8222;Fehler&#8220; machen, bevor Du etwas dagegen tun kannst. Ansonsten lernt es nichts. Genauso wichtig ist es auch, dass Du Dein Pferd komplett in Ruhe lässt, wenn es in die richtige Richtung geht. Kein Zupfen am Strick, kein Schnalzen, kein Treiben mit der Gerte.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ein paar Worte zu Druck</strong></h4>



<p>Ja, mit diesem Vorgehen setzt Du Dein Pferd unter Druck. Auch ich möchte meinen Pferden so wenig Druck wie möglich machen, bin aber der Meinung, dass es in manchen Situationen nicht ohne geht. Ein nervöses, ängstliches Pferd wird sich nur in den seltensten Fällen durch Leckerlis und Belohnung beruhigen lassen. (Wenn jemand andere Erfahrungen und Tipps hat: immer her damit!)</p>



<p><strong>Die Probleme von klebenden Pferden sind in der Regel menschengemacht. Das Pferd kann nichts dafür. Deshalb ist es wichtig, dass Du immer fair, ruhig und freundlich bleibst. Nichts was Du tust darf Bestrafung sein und niemals solltest Du aus einem Gefühl der Wut heraus reagieren.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>2. Schrecktraining</strong></h3>



<p><a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-schrecktraining/" target="_blank" rel="noopener">Im zweiten Artikel der Serie geht es um das Schrecktraining.</a> Das ist einer der wichtigsten Punkte bei einem klebenden Pferd, den das Hauptproblem solcher Pferde ist Angst und Unsicherheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>3. Arbeit im Roundpen &#8211; Hooking On</strong></h3>



<p><a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-roundpen/" target="_blank" rel="noopener">Im dritten Artikel der Serie geht es um die Arbeit im Roundpen.</a> Das Pferd lernt im hier und jetzt zu sein und sich auf Dich zu konzentrieren. Klebenden Pferden fehlt meist der Fokus, sie sind sehr schnell abgelenkt und schaffen es nicht sich zu konzentrieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>4. Arbeit im Sattel</strong></h3>



<p><a href="https://herzenspferd.de/klebendes-pferd-reiten/" target="_blank" rel="noopener">Im vierten Artikel der Serie geht es um die Arbeit im Sattel.</a> Hier erkläre ich was ich tue, wenn mein Pferd in der Halle oder auf dem Platz immer zu den anderen Pferden hinzieht oder zu nahe an ihnen kleben bleibt. Dieses Vorgehen lässt sich auch auf einen Ausritt übertragen, bei dem man einen anderen Weg reiten möchte als der Mitreiter und die Pferde sich trennen müssen.</p>





<p><strong>Der Artikel ist nun doch länger geworden als geplant. Wenn irgendetwas unklar ist und Du Fragen oder Anmerkungen hast schreib mir einfach in den Kommentaren! Ich lese und beantworte selbstverständlich alle!</strong><img loading="lazy" decoding="async" alt="" width="1" height="1" consent-original-src-_="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/73c72a554eec4f5dbcd42f00d57e100c" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527"></p>



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		<item>
		<title>So gewöhnst Du Dein Pferd an Fliegenspray! Oder: höre endlich auf Dein Pferd für&#8217;s Zappeln zu belohnen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2015 10:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Clickertraining]]></category>
		<category><![CDATA[Desensibilisieren]]></category>
		<category><![CDATA[Fliegenspray]]></category>
		<category><![CDATA[Natural Horsemanship]]></category>
		<category><![CDATA[Schrecktraining]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich gestern morgen das Fenster geöffnet habe konnte ich es riechen. Der Frühling ist da. Das bedeutet warme Sonne, lange Ausritte und übermütige Pferde. Aber leider auch nervige Mücken und Bremsen. Damit der Sonntagsausritt nicht zur Tortur für Pferd und Reiter wird, muss bei vielen das Fliegenspray ran. Klingt einfach, ist in der Realität [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als ich gestern morgen das Fenster geöffnet habe konnte ich es riechen. Der Frühling ist da.</p>



<p>Das bedeutet warme Sonne, lange Ausritte und übermütige Pferde.</p>



<p><strong>Aber leider auch nervige Mücken und Bremsen.</strong></p>



<p>Damit der Sonntagsausritt nicht zur Tortur für Pferd und Reiter wird, muss bei vielen das Fliegenspray ran. Klingt einfach, ist in der Realität aber für viele Reiter-Pferd-Paare mit großem Stress und Herumgezappel verbunden.</p>



<p><strong>Und genau das liegt meistens daran, dass die Reiter ihre Pferde unbewusst für&#8217;s Zappeln belohnen.</strong></p>



<p>Damit Dir das nicht passiert und Dein Pferd in Zukunft gelassen stehen bleibt, gibt es heute meine Anleitung zum Einsprühen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>So gewöhnst Du Dein Pferd an&#8217;s Einsprühen</strong></h2>



<p><strong>1. Nimm Dir eine leere Sprühflasche und fülle sie mit Wasser. Fliegenspray ist meistens ziemlich teuer, zum Üben ist Wasser besser geeignet.</strong></p>



<p>Übe nicht mit einem festgebundenen Pferd, sondern geh mit ihm auf den Reitplatz oder in die Halle. Falls es sowas bei Dir nicht gibt, such Dir einem offenen Platz wo nichts ist, an dem Dein Pferd anstoßen oder sich verletzen könnte, wenn es ausweicht.</p>



<p><strong>2. Wenn Du auf dem Platz bist, mach einmal kurz Pause. </strong></p>



<p>Atme durch, entspanne Dich, gehe im Kopf durch was Du machen willst. Du hast keinen Zeitdruck und auch keinen Erfolgsdruck. Wenn es heute nicht klappt, klappt es morgen!</p>



<p><strong>3. Halte in einer Hand den Strick, in der anderen die Sprühflasche. Zeig sie Deinem Pferd.</strong></p>



<p>Wenn es jetzt schon Panik hat und davor zurückweicht ist das nicht schlimm. Lass es zurückweichen.</p>



<p><strong>Wichtig ist, dass Du die Flasche Deinem Pferd weiter vor die Nase hältst (berühre es nicht damit) und zwar so lange, wie es davor zurückweicht. </strong>Du musst es einfach aushalten und zulassen, dass Dein Pferd ausweicht. Bleibe ruhig und laufe ihm hinterher, versuche es nicht durch Ziehen am Strick anzuhalten.</p>



<p><strong>Sobald es Anzeichen macht stehenzubleiben nimmst Du die Flasche sofort weg und drehst Dich zur Seite. Es ist wichtig, dass Du hier so schnell wie möglich reagierst.</strong></p>



<p>Damit zeigst Du Deinem Pferd, dass es sich nicht durch zurückweichen entziehen kann, sondern nur seine Ruhe hat, wenn es ruhig stehenbleibt.</p>



<p>Wenn Du beim ersten Anzeichen von Zurückweichen sofort die Flasche wegnimmst, bringst Du Deinem Pferd nur bei, dass es so schnell wie möglich von der Flasche wegrennen soll – denn dann ist die böse Flasche ja sofort weg.</p>



<p><strong>4. Steht Dein Pferd und Du hast ihm etwas Zeit zur Entspannung gegeben, kannst Du ihm die Flasche wieder hinhalten.</strong></p>



<p>Möglicherweise weicht Dein Pferd wieder aus und Du musst das Gleiche tun wie in Punkt 2 beschrieben. Vielleicht streckt Dein Pferd jetzt aber auch seine Nase in Richtung Sprühflasche – dann lass es kurz riechen, nimm sie aber schnell wieder weg. Dein Pferd wird wahrscheinlich neugierig werden und auf Dich – und die Sprühflasche – zukommen. <strong>Dann kannst Du es loben und es streicheln.</strong></p>



<p><strong>5. Genauso ist es mit dem Einsprühen: weicht Dein Pferd zur Seite aus wenn Du es einsprühst, musst Du so lange weitersprühen bis es stehenbleibt (auch wenn es nur eine Sekunde ist).</strong> Dann hörst Du <b>sofort</b> damit auf und gehst einen Schritt zurück. Das machst Du so lange, bis Dein Pferd ruhig stehenbleibt. Meistens geht das überraschend schnell.</p>



<p><strong>6. Wenn es mit dem Wasser gut klappt übe mit richtigem Fliegenspray.</strong></p>



<p>Es kann sein, dass Dein Pferd hier erst mal wieder ausweicht &#8211; der Geruch des Sprays ist für viele Pferd unangenehm. Aber wenn Du weiter übst sollte sich Dein Pferd schnell daran gewöhnen.</p>



<p>Falls wirklich gar nichts geht: geh ein Stückchen von Deinem Pferd weg und sprüh das Fliegenspray auf einen Lappen oder eine weiche Bürste. Damit kannst Du dann Dein Pferd einreiben, ohne dass es so viel Stress wie beim Sprühen hat.</p>



<p><b>Versuche nichts zu erzwingen. Du kennst Dein Pferd am besten. Wenn Du das Gefühl hast eine Übung bringt nichts oder macht das Problem schlimmer hör auf damit!</b></p>



<p>Natural Horsemanship Trainer Warwick Schiller macht es genau so und erklärt die Vorgehensweise in diesem Video (auf Englisch):</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Alternative: Clickertraining</strong></h2>



<p><strong>Wie immer führt nicht nur ein Weg zum Ziel.</strong></p>



<p>Wenn die Vorgehensweise, die ich oben beschrieben habe, nicht funktioniert oder Dir nicht gefällt, kannst Du versuchen Deinem Pferd mithilfe von Clickertraining das Einsprühen schmackhaft zu machen.</p>



<p>Wenn Du noch nie Geclickert hast gibt es bei Ponyliebe.com ein paar tolle <a href="http://ponyliebe.com/2014/12/13/grundlagen/" target="_blank" rel="noopener">Grundlagenartikel zum Thema.</a></p>



<p>Um das Einsprühen mit Clickern zu erarbeiten bietet es sich an, zuerst das Pferd mit der Nase die Sprühflasche berühren zu lassen.</p>



<p>1. Zuerst clickst Du, wenn die Nase in Richtung Sprühflasche geht.</p>



<p>2. Dann wird nur noch geclickt, wenn die Nase die Sprühflasche berührt.</p>



<p>3. Wenn das sitzt, kannst Du vom Pferd weg sprühen und clicken, wenn es ruhig stehen bleibt.</p>



<p>4. Erst wenn es beim Sprühen weg vom Körper zuverlässig entspannt bleibt kannst Du anfangen auf den Körper zu sprühen. Bleibt es ruhig stehen wird geclickt.</p>



<p>Wenn ein Schritt nicht funktioniert gehst Du wieder einen Schritt zurück. Lass Deinem Pferd genug Zeit zu verstehen was Du von ihm willst.</p>



<p>Hier gibt es ein Video, in dem so ähnlich vorgegangen wird:</p>



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<p>Du machst mit dem Clickertraining also eigentlich etwas Ähnliches wie die erste Methode, die ich beschrieben habe. Der Unterschied liegt in der Belohnung. Bei der ersten Methode belohnst Du Dein Pferd indem Du den Druck (die Sprühflasche) wegnimmst. Bei der Clickermethode belohnst Du Dein Pferd mit dem Click, bzw. dem dazugehörigen Leckerli.</p>



<p>Jedes Pferd hat eine andere Persönlichkeit. Bei manchen funktioniert die erste Methode besser, bei anderen die Clickermethode. Und bei wieder anderen etwas ganz anderes. Deine Aufgabe ist es herauszufinden, wie <strong>Dein Pferd</strong> am Besten lernt und entsprechend zu handeln.</p>





<p><strong>Lässt sich Dein Pferd brav mit Fliegenspray einsprühen? Wie hast Du es ihm beigebracht?</strong></p>



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		<title>Spießrutenlauf Ausritt &#8211; Tipps für ein rücksichtsvolleres Miteinander im Gelände</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2015 09:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Sonntag im August. Die Sonne scheint, es ist warm und ich habe den ganzen Tag Zeit. Perfekt für einen entspannten, langen Ausritt. Pferd fertig machen und los geht&#8217;s. Kaum im Wald hängt dem Pony schon der erste Radfahrer am Popo. Was erlaube ich mir auch so langsam unterwegs zu sein, der Herr Profi-Radrennfahrer mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Sonntag im August. Die Sonne scheint, es ist warm und ich habe den ganzen Tag Zeit. Perfekt für einen entspannten, langen Ausritt. Pferd fertig machen und los geht&#8217;s.</p>



<p>Kaum im Wald hängt dem Pony schon der erste Radfahrer am Popo. Was erlaube ich mir auch so langsam unterwegs zu sein, der Herr Profi-Radrennfahrer mit dem verkniffenen Gesicht und den engen Hosen hat&#8217;s eilig. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen einem Radfahrer mit Hufabdruck im Gesicht das Händchen zu halten während wir auf den Notarzt warten. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein bisschen gefährlich ist, bekomme ich den Mittelfinger gezeigt. Okay&#8230;</p>



<p>Nun ja, weiter geht&#8217;s. Der Ärger ist im warmen Sonnenschein schnell vergessen und ich genieße es gemütlich durch den Wald zu zockeln. Bis die Stille von hysterischem Kläffen unterbrochen wird. Ich schaue zu Boden. Eine bellende Katze &#8211; oh, nein, es ist ein Hund, für eine Katze ist es zu klein &#8211; hat das Pony als seine Beute auserkoren und schnappt nun munter nach seinen Fesseln. Die Beistzerin schreit keuchend aus 300 Metern Entfernung &#8222;Der maaacht niiix, ist ein gaaanz Liiiieber!&#8220;. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen ihm einen kleinen Hund aus den Hufen zu kratzen. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein bisschen gefährlich ist, kommt nur ein verwundertes &#8222;Wieso? Ich hab doch gesagt der macht nix, sehen Sie doch!&#8220;.</p>



<p>Den Fifi endlich abgeschüttelt geht es weiter. Nun schon etwas weniger entspannt. Und schon kommt die nächste Geduldsprobe um die Kurve &#8211; eine Wandergruppe. Und zwischen den obligatorischen &#8222;Sie haben&#8217;s aber gut, müssen nicht selbst laufen!&#8220;, &#8222;Darf ich auch mal reiten?&#8220; und &#8222;Ach Gott, das arme Pferd, muss jemanden tragen!&#8220; Rufen, kommt natürlich &#8211; wie sollte es anders sein &#8211; von mindestens 5 der fröhlichen, mit Walking Stöcken vorbeistöckelnden Rentner munteres Geschnalze in Richtung Pony und Klopfer auf den Ponypopo. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen auf den Notartzt zu warten, weil ich einen Abflug von meinem durchgehenden Pony gemacht habe. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein Ein-Frau-Pony ist (auf das immer nur einer drauf kann) und dass es Popo-Klopfen doof findet, lachen die Rentner lautstark und wünschen mir noch einen schönen Tag.</p>



<p>Einmal tief durchatmen und die verkrampften Schultern kreisen lassen. Die Sonne scheint immer noch und die Vögel zwitschern. Ich reite in eine Richtung, von der ich weiß, dass normalerweise nicht so viele Leute unterwegs sind. Kaum bin ich in den nächsten Weg eingebogen höre ich schnelles Hufgeklapper. Es kommen mir zwei imposante Warmblüter in flottem Trab mit fliegenden Hufen entgegen. Ich lächele freundlich, denn schließlich wissen Reiter ja, dass man im Gelände auf Andere Rücksicht nehmen sollte. Die beiden Reiter scheinen es aber &#8211; genauso wie der Profi-Rennradfahrer &#8211; sehr eilig zu haben und können auf keinen Fall im Schritt an mir und dem Pony vorbei. Für einen abfälligen Blick nach unten reicht es aber noch. Weiß ja jeder, dass alles unter 1,70 kein ordentliches Reittier ist! Diese Ponys sind auch immer so dreckig&#8230; Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen mit ihm darum zu kämpfen, ob es den Warmblütern hinterherrennen darf oder nicht. Eine freundliche Anmerkung gab es diesmal nicht &#8211; die waren einfach zu schnell weg.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rücksichtnahme? Fehlanzeige&#8230;</strong></h2>



<p>Keine dieser Geschichten ist erfunden, alles habe ich so &#8211; nicht nur einmal &#8211; erlebt. Und ich könnte noch tausend ähnliche Geschichten erzählen.</p>



<p>Das hat mir schon so manchen Ausritt vermiest.</p>



<p>Dabei ist es egal, ob es Radfahrer, Hundemenschen, Fußgänger oder Reiter sind. Unheimlich viele Leute sind einfach rücksichtslos (wie immer natürlich nicht alle!).</p>



<p>Das muss doch nicht sein. Wir alle wollen eine schöne Zeit in der Natur verbringen und uns nicht über andere Menschen ärgern oder sogar in gefährliche Situationen kommen.</p>



<p>Das Verhalten der anderen Leute kannst Du natürlich nicht beeinflussen. Aber Du kannst Dich und Dein Pferd darauf vorbereiten. Außerdem kannst Du mit gutem Beispiel vorausgehen und vielleicht Dein Umfeld damit ein kleines bisschen verändern.</p>



<p>Hier sind meine Tipps für das Verhalten im Gelände:</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Mach Dein Pferd geländesicher</strong></h2>



<p>Am besten lernt Dein Pferd schon in jungen Jahren bei Spaziergängen, als Handpferd und beim gemeinsamen Ausritt mit einem ruhigen und erfahrenen Begleitpferd das Gelände und alles was so darin vorkommt kennen. Hunde, Kinder, Radfahrer, Jogger, Autos, Waldarbeiter mit Motorsägen, &#8230; all das sollte für Dein Pferd nichts Neues sein!</p>



<p>Du kannst die Welt um Dich herum nur bedingt beeinflussen. Deshalb musst Du Dein Pferd mit so vielen unterschiedlichen Dingen und Situationen bekannt machen wie Du kannst. Es gibt da ein schönes Zitat: &#8222;Der Vogel vertraut nicht dem Ast auf dem er sitzt, sondern seinen eigenen Flügeln&#8220;. Auf unsere Situation bezogen heißt das für mich: <strong>Vertraue nicht darauf, dass Dein Umfeld auf Dich und Dein Pferd Rücksicht nimmt, sondern vertraue darauf, dass Du Dein Pferd so gut sozialisiert hast, dass es mit den meisten Sachen klarkommt.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Verhalte Dich selbst rücksichtsvoll</strong></h2>



<p>Das heißt für mich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>An allem &#8211; egal ob Mensch oder Tier, Radfahrer oder Reiter &#8211; wird im Schritt vorbeigegangen!</strong> Es ist nicht nur höflich, sondern auch einfach sicherer. Dein Pferd hat so mehr Zeit sich alles anzuschauen und ihr könnt schneller ausweichen falls es sein muss. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einige Menschen gibt die große Angst vor Pferden haben. Die muss man doch nicht noch mehr verängstigen indem man an ihnen vorbeibrettert!</li>



<li>Wenn Dir jemand entgegenkommt <strong>mach Platz</strong> und reite am Wegesrand. Vor allem wenn ihr mehrere Reiter seid, solltet ihr dann nicht mehr nebeneinander reiten. Den meisten Leuten ist es unangenehm, wenn Pferde sehr dicht an ihnen vorbeilaufen.</li>



<li>Reite nicht auf Fußgängerwegen &#8211; das nehmen Dir die meisten Fußgänger ziemlich übel. Außerdem ist es auch verboten.</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Bleib freundlich oder zumindest höflich</strong></h2>



<p>Ich weiß, manchmal fällt das ziemlich schwer.</p>



<p><strong>Ich habe es mir angewöhnt, die Leute mit Freundlichkeit zu überrumpeln. Damit dringt man oft viel eher zu ihnen durch als mit Ärger und Zurechtweisungen.</strong></p>



<p>Außerdem lobe ich Leute die sich (auch nur ansatzweise) toll verhalten lautstark und begeistert. Die meisten freuen sich darüber und ich möchte wetten, dass sie das nicht so schnell vergessen und sich weiter gut verhalten. Also ganz nach dem Grundsatz der positiven Verstärkung &#8211; wenn ich könnte würde ich wahrscheinlich versuchen sie zu Clickern 😉</p>



<p>Ich höre oft von Nicht-Reitern: &#8222;Ach diese Reiter, gucken immer so hochnäsig auf einen herab!&#8220;. <strong>Ein nettes &#8222;Hallo&#8220; oder &#8222;Guten Tag&#8220; kostet Dich nichts und macht einen guten Eindruck.</strong> Die meisten Leute sind gleich viel toleranter, wenn man einen netten Eindruck macht. Ich bin jahrelang um einen See geritten wo ich eigentlich nichts zu suchen hatte und niemand hat je etwas zu mir gesagt (im Gegensatz zu anderen Reitern!) &#8211; weil ich immer nett war und mit den Leuten geredet habe.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Bei aller Freundlichkeit: Kläre die Leute über mögliche Gefahren auf</strong></h2>



<p>Die wenigsten Menschen haben etwas mit Pferden zu tun. Sie wissen das, was ihre Großeltern ihnen als Kinder beim Spaziergang an der Pferdekoppel entlang erzählt haben. Und sie denken Zuckerwürfel sind ein tolles Leckerli für Pferde.</p>



<p>Wenn sie sich gerade ungünstig verhalten liegt das zum größten Teil an schlichter Unwissenheit. Deshalb: bleibe freundlich und mach keine Vorwürfe, aber erkläre, warum die Situation gerade gefährlich werden könnte.</p>



<p>Zu der Frau mit dem Hund würde ich zum Beispiel sagen: &#8222;Ich habe ein wirklich nettes Pferd, aber man kann sich da nie sicher sein, dass es nicht doch mal nach einem Hund tritt. Ihrer ist so süß, das wäre ja furchtbar wenn ihm etwas passiert. Vielleicht leinen Sie ihn in der Nähe von Pferden besser an?&#8220;</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Für ein gutes Miteinander im Gelände wünsche ich mir&#8230;</strong></h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dass Radfahrer ein kleines bisschen langsamer machen, wenn sie an einem Pferd vorbeifahren, bzw. nicht von hinten dicht an es ranfahren. Das dient auch der eigenen Sicherheit! Ein Pferd ist schnell mal zur Seite gesprungen wenn es sich erschreckt, gegen 500kg Lebendgewicht zieht ein Radfahrer immer den kürzeren.</li>



<li>Dass Hundebesitzer ihren Hund bei Fuß laufen lassen wenn sie am Pferd vorbeigehen. Selbst wenn sich der Hund absolut gar nicht für das Perd interessiert hat man als Reiter doch ein sichereres Gefühl wenn man sieht, dass der Besitzer sich jederzeit seinen Hund schnappen kann falls etwas ist.</li>



<li>Dass Reiter untereinander mehr Rücksicht nehmen und im Schritt aneinander vorbeireiten. Oder zumindest fragen, ob es ok ist wenn sie im Trab oder Galopp vorbeigehen.</li>
</ul>



<p>Ich bin mal gespannt wie es diesen Sommer wird. Ich habe ja Glück und reite ein nettes Pony 😉</p>





<p><strong>Was sind Deine Erfahrungen mit anderen Leuten im Gelände? Wie reagierst Du? Oder hast Du noch gute Tipps?</strong></p>



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