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	<title>Probleme Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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		<title>Galopp beim Gangpferd Teil 2 – Häufige Probleme und Lösungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 14:51:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
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		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Galopp beim Gangpferd kann eine knifflige Sache sein. Im letzten Artikel schrieb IPZV Trainerin C Thea Rösler, die in ihrem Unterricht und Trainingsansatz besonders Wert auf Freude im Training, die Biomechanik von Pferd und Reiter und den ausbalancierten Sitz legt, über das Galopptraining von Gangpferden und gab Tipps, wie man diesen gezielt trainieren und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://herzenspferd.de/galopp-gangpferd-probleme/">Galopp beim Gangpferd Teil 2 – Häufige Probleme und Lösungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://herzenspferd.de">Herzenspferd</a>.</p>
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<p>Der Galopp beim Gangpferd kann eine knifflige Sache sein. <a href="https://herzenspferd.de/galopp-gangpferd/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Im letzten Artikel</a> schrieb IPZV Trainerin C <a href="https://thearoesler.com/ueber-mich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thea Rösler</a>, die in ihrem Unterricht und Trainingsansatz besonders Wert auf Freude im Training, die Biomechanik von Pferd und Reiter und den ausbalancierten Sitz legt, über das Galopptraining von Gangpferden und gab Tipps, wie man diesen gezielt trainieren und verbessern kann. In diesem Artikel geht sie nun speziell auf häufige Probleme und ihre Lösungsansätze ein. </p>





<h2 class="wp-block-heading">Probleme im Galopp</h2>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-257339" width="469" height="312" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-1024x683.jpg 1024w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-300x200.jpg 300w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-768x512.jpg 768w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-1536x1024.jpg 1536w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-1080x720.jpg 1080w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-1250x833.jpg 1250w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee-400x267.jpg 400w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Schnee.jpg 1920w" sizes="(max-width: 469px) 100vw, 469px" /></figure>



<p>Im Winter vor ziemlich genau 3 Jahren hatte ich einige 3-gängige Pferde im Beritt. Ich habe viel gelernt und am meisten hat mich in dieser Zeit überrascht, wie wenig „zerstörbar“ die Gangart selbst bei diesen Pferden ist. Zuvor hatte ich noch nie über einen längeren Zeitraum ein Nicht-Gangpferd trainiert. Im Trab konnte man selbst bei sehr jungen 3-gänigen Pferden recht viel Rhythmus und Gleichmaß erwarten. Der Berittzeitraum reichte von einigen Tagen bis zu 4 Monaten und auch im Galopp fand ich ganz erstaunlich, wie es sich reiten, ausbilden und trainieren lässt, wenn keine andere Gangart „reinkreuzt“.</p>



<p>Natürlich blieb die Basisarbeit an sich die Gleiche. Das Erklären der Hilfen, die möglichst präzise Einwirkung und der Versuch das Pferd ohne Hilfszügel, aber mit guter Rückentätigkeit zu gymnastizieren, ist in meinen Augen essenziell für eine langanhaltende Gesunderhaltung des Pferdes.</p>



<p>Im Folgenden habe ich einige wiederkehrende Probleme von Gangpferden im Galopp gesammelt, strukturiert und euch Lösungsideen und -ansätze aufgezeigt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Pferd springt nicht, oder im Außengalopp an</strong></h2>



<p>Bei jungen oder wenig präzise gerittenen Pferden erlebe ich immer wieder, dass sie zu wenig Verständnis vom treibenden und verwahrenden Schenkel haben und deshalb nicht oder falsch im Galopp anspringen. Ein besseres Verständnis, logische Ausbildung und wiederkehrende Routinen helfen diesen Pferden.</p>



<p></p>



<p><strong>Wie gebe ich meine Hilfe zum Angaloppieren? </strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Egal, ob aus dem Halten, dem Schritt, dem Trab oder dem Tölt angaloppiert wird, verwende ich das äußere Bein als verwahrende Hilfe, etwas hinter dem Sattelgurt. </li>



<li>Der innere Schenkel liegt auf Höhe des Sattelgurts. </li>



<li>Der äußere Schenkel gibt, in dem Moment in dem das äußere Pferdebein abfußt und nach vorne schwingt, den Impuls zum Angaloppieren und dann übernimmt der innere Schenkel.</li>



<li>Für den Linksgalopp bedeutet das, dass der rechte Schenkel leicht hinter den Sattelgurt gelegt wird, ich links vorne mit dem Gesäß belaste und der linke Schenkel auf Höhe des Sattelgurtes liegt. </li>



<li>Mein rechtes Bein treibt in dem Moment, in dem das Pferd mit seinem rechten Hinterbein abfußt und dieses Bein nach vorne nimmt.</li>



<li>Daraus entsteht die Einbeinstütze im Galopp und sobald dies geschehen ist, übernimmt der innere Schenkel erst einmal die treibende Funktion.</li>



<li>Bei 5-Gängig veranlagten Pferden oder Pferden mit viel Schubkraft, kann es sehr hilfreich sein, wenn der äußere Schenkel immer wieder den Moment des Angaloppierens imitiert und sich der innere Schenkel auf Höhe des Sattelgurts neutral verhält.</li>
</ul>



<p>Gerade junge Pferde haben oft noch kein oder zu wenig Verständnis von einem einseitig treibenden Schenkel. Um ihnen genau das besser zu erklären, halte ich gerne auf dem ersten Hufschlag an. Ich verwende meinen äußeren Schenkel als alleinige Hilfe treibend auf Höhe des Sattelgurts und stelle die Hilfe ein, sobald das Pferd reagiert und mit dem entsprechenden Hinterbein abfußt.</p>



<p>Wichtig ist, jede Hilfe klar, verständlich, aber mit wenig Aufwand zu geben. Wenn keine Reaktion vom Pferd kommt, verstärke ich und gebe die Hilfe erneut.<strong> Sobald die gewünschte Reaktion vom Pferd kommt, stelle ich meine Hilfe ein und lobe.</strong> Falls keine Reaktion kommt, wiederhole und verstärke ich es je nach Pferd ungefähr dreimal, bis ich die Gerte als Unterstützung des treibenden Schenkels verwende.</p>



<p>Läuft mein Pferd bei dieser Übung nach vorne, bestrafe ich es auf keinen Fall und pariere einfach in aller Seelenruhe durch, bevor ich die Übung erneut beginne.</p>



<p><strong>Gehen wir davon aus, dass das Pferd den linken und den rechten Schenkel getrennt voneinander wahrnehmen kann und weiß, wie es darauf reagieren soll,</strong> beginne ich gerne die Galopparbeit mit solchen Pferden auf einem <strong>Zirkel oder einer Volte.</strong> Wichtig ist mir, dass die Kreislinie über den Sitz ohne Handeinwirkung mit Innenstellung geritten wird.</p>



<p>Wenn ich mit dem Pferd auf der Kreislinie bin und zur geschlossenen Seite hin die Bande erreiche, gibt es den Moment, wo das Pferd mit der Kruppe weiter innen ist als mit der Vorhand (beispielsweise an den Zirkelpunkten). Genau das ist der Moment, in dem sich das Pferd körperlich in einer Position befindet, wo nur das Anspringen im Handgalopp möglich ist.</p>



<p>So galoppiere ich mit solchen Pferden genau dann an, wenn ich auf der Kreislinie die Bande zur geschlossenen Seite hin erreiche.</p>



<p>Den gleichen Effekt hat die Übung, <strong>durch die ganze Bahn (diagonal) die Hand durch das Viereck wechseln</strong> und beim Erreichen der Bande vor der Ecke anzugaloppieren.</p>



<p>Besser ausgebildete Pferde reite ich sehr gerne in <strong>Traverstellung (Kruppe herein)</strong> um mehr Last auf das, für den Galopp wichtige, äußere Hinterbein zu bekommen und galoppiere daraus an.</p>



<p>Als Übung für sowohl das Verbessern des Angaloppierens wie des Galopps selbst, reite ich sehr gerne auf dem Zirkel und galoppiere zur geschlossenen Seite hin am Zirkelpunkt an. Ich galoppiere eine halbe Runde, bevor ich durchpariere, das Pferd erneut auf das Angaloppieren vorbereite und erneut angaloppiere.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der eigentliche 3-Takt ist vom Rhythmus her ein 4-Takt</strong></h2>



<p>Obwohl gelehrt wird, dass der Galopp ein 3-Takt in 6 Phasen ist, galoppieren sehr viele (Gang)Pferde im 4-Takt. Gerade im schnelleren Tempo Galopp ist der Takt oft „gebrochen“. Auch in der Galopppirouette handelt es sich um einen 4-Takt.</p>



<p>Der nach vorne gebrochene 4-Takt im Galopp (die diagonale Zweibeinstütze verlängert sich) ist für die ReiterIn angenehm zu sitzen und wird z.B. auf Gæðingakeppnis von den Richtern auch nicht als Taktfehler gewertet. Ist der Takt dagegen in die andere Richtung gebrochen, ist es sowohl als reitende Person, als auch als ZuschauerIn sofort zu erkennen und unerwünscht. Der Takt hat sich im lateralen Beinpaar verschoben und es entsteht ein unangenehm zu sitzender Passgalopp.<br><br>In meinen Augen ist es gerade im langsamen Tempo erstrebenswert, auch beim Islandpferd einen klaren und gesprungenen 3-Takt zu erreichen. Oft hilft es, mit der <strong>Stimme</strong> im Moment des Absprungs zu unterstützen und so den Pferden mehr Takt und Rhythmusgefühl vorzugeben, als sie selbst für den Galopp haben.</p>



<p>Im Training verbessere ich durch <strong>Übergänge</strong> und das erneute <strong>Angaloppieren</strong> die Lastaufnahme und so den Abdruck für den Galopp in der Hinterhand.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Pferd bekommt den Brustkorb nicht hoch</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-257340" width="472" height="314" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-1024x683.jpg 1024w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-300x200.jpg 300w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-768x512.jpg 768w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-1536x1024.jpg 1536w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-1080x720.jpg 1080w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-1250x833.jpg 1250w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern-400x267.jpg 400w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Gangpferd-Verbessern.jpg 1920w" sizes="(max-width: 472px) 100vw, 472px" /></figure>



<p>Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Problem, dass das Pferd in der Hinterhand zu wenig Kraft hat und den Brustkorb im Galopp zu wenig hoch bekommt und gefühlt in den Boden galoppiert. Es fühlt sich an wie tiefergelegt und bergab. Das ist leider alles andere als angenehm zu sitzen und Ursache ist hierbei immer in der Tragfähigkeit der Hinterhand zu suchen.</p>



<p>Es gilt abzuklären, ob gesundheitliche Probleme vorhanden sind. Wenn dies ausgeschlossen werden kann, muss die Muskulatur und Tragefähigkeit der Hinterhand verbessert werden, um den Rumpftrageapparat des Pferdes verbessern zu können.<br>Elementar ist hierbei für mich die Reaktion auf die treibenden Hilfen.</p>



<p>Durch <strong>Stangenarbeit, bergauf- und bergabreiten im Gelände, unebene Untergründe, Rückwärtsrichten und daraus angaloppieren und Seitengänge</strong> verbessere ich die Ansprache, Reaktionsfähigkeit und schlussendlich Lastaufnahme der Hinterhand. Nur mit einer trainierten und tragfähigen Hinterhand ist es möglich, dass das Pferd den Brustkorb auch im Galopp anheben kann.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Pferd wechselt nach einigen Metern in den Pass</strong></h2>



<p>Bei Pferden mit viel Pass kann es zum Problem kommen, dass das Pferd nach dem Angaloppieren den Rücken fest macht und in den Pass wechselt. Mit dem Schenkel hat man dann oft kein Durchkommen bzw. bekommt man die Spannung nicht aus dem Pferd und es läuft weiter im Pass.</p>



<p>Oft wird der Schenkel auch nicht angenommen und das Pferd reagiert nicht mit dem entsprechenden Hinterbein auf die Einwirkung. <strong>Ich pariere dann durch, bereite das Pferd erneut im Schritt oder Trab auf das Angaloppieren vor</strong> und galoppiere, sehr gerne auch mit einer <strong>Stange</strong>, die den Zeitpunkt besser markiert, erneut an.</p>



<p>Das Durchparieren soll mit Sitz, kaum Hand und insgesamt sehr wenig Aufwand geschehen und muss auch ernsthaft geübt werden. Oft vernachlässigen wir als ReiterInnen das Durchparieren, weil wir ja eigentlich froh sind, dass das Pferd vorwärts läuft.</p>



<p>Genau das hat mir dieser (damals mit Mitte 20) sehr 5-Gängig veranlagte Islandpferdewallach gezeigt. Erst, wenn die Pferde sowohl die verwahrenden als auch die treibenden Hilfen auf den Punkt annehmen, bekommt man sie auch ohne Pass sowohl angaloppiert, als auch durchpariert.</p>



<p><strong>Ich achte beim Training solcher Pferde sehr viel auf die Lockerheit des Rückenmuskels und führe mir immer wieder vor Augen, dass dieser kein Tragemuskel ist. Es handelt sich bei der Rückenmuskulatur um Bewegungsmuskulatur. Der lange Rückenmuskel des Pferdes reicht vom Übergang Schädel-Halswirbelsäule bis zum Kreuz-Darmbein-Gelenk und ist in Abschnitte mit unterschiedlichen Namen unterteilt. Unter dem Reitersitz befindet sich der breite Rückenmuskel (</strong>M. longissimus dorsi).</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-257341" width="524" height="349" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-1024x683.jpg 1024w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-300x200.jpg 300w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-768x512.jpg 768w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-1536x1024.jpg 1536w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-1080x720.jpg 1080w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-1250x833.jpg 1250w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd-400x267.jpg 400w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2023/02/Galopp-Grangpferd.jpg 1920w" sizes="(max-width: 524px) 100vw, 524px" /></figure>



<p>Zu den Rückenstreckern des Pferdes gehören der M. Spinalis, der etwas tiefer liegende M. Longissimus dorsi und der M. Multifidus. Bauch und Rückenmuskulatur können immer nur miteinander und nie gegeneinander arbeiten, da es Protagonisten und Antagonisten sind. Immer dann, wenn sich die Rückenmuskeln anspannen, müssen die Bauchmuskeln loslassen und andersherum. Nur wenn das geschieht und es sich anfühlt, als würde die Rückenmuskulatur unter einem atmen und durchschwingen, können auch 5-Gänger ohne „Passeinlage“ galoppieren.</p>



<p>Übungen hierfür sind das <strong>Angaloppieren aus dem Schritt</strong> und <strong>Zurücknehmen in den Schritt. </strong>Mit Stimme und viel mit Routinen arbeiten. Immer an der gleichen Stelle angaloppieren und nur dann angaloppieren, wenn sich der Rücken des Pferdes locker anfühlt.</p>



<p>Um die Rückentätigkeit im Galopp selbst zu verbessern übe ich, dass das Pferd sich an die Hand dehnt und trainiere meine elastische Zügelverbindung. Wenn das Pferd angesprungen ist, kann auch helfen kurzzeitig vermehrt auf den Oberschenkeln zu sitzen und das Gesäß für kurze Zeit nicht voll zu belasten. Außerdem achte ich sehr auf ein gutes Timing bei der Hilfengebung um nicht durch eine ungenaue Hilfengebung unnötig Spannung ins Pferd zu bringen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Pferd denkt nicht genug vorwärts</strong></h2>



<p>Es gibt immer wieder Pferde, denen die Vorwärtsidee im Galopp fehlt. Solche Pferde trainiere ich gerne mit Hilfe von <strong>Ritualen</strong> und galoppiere im Gelände immer an genau der gleichen Stelle an.</p>



<p>Mit dem <strong>Reitersitz </strong>vermittle ich dem Pferd eine Vorwärtsidee und stelle mir vor, dass mein Oberkörper wie die drei Lichter einer Ampel funktionieren. Mein Kopf ist das rote Licht, mein Brustkorb das gelbe Licht und mein Becken das grüne Licht. Alle drei Lichter richte ich gezielt nach vorne und mit einer bergauf Tendenz aus.</p>



<p>So reite ich mit gut aufgerichtetem Brustkorb, Blick voraus und stelle meine Hilfen ein und nehme mich selbst zurück, sobald das Pferd selbst eine Vorwärtsidee entwickelt.</p>



<p>Oft hilft solchen Pferden auch das <strong>Galoppieren in der Gruppe </strong>oder das <strong>Galoppieren als Handpferd</strong>, wenn ein zuverlässiges und einfach zu reitendes Reitpferd vorhanden ist und das Handpferd so kooperativ und sozialisiert ist, dass es das Reitpferd nicht tritt.<br>Wichtig ist, sich selbst zurück zu nehmen und die Hilfen für einen kurzen Moment auszusetzen, sobald das Pferd auf das Treiben reagiert hat.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Pferd rennt nur</strong></h2>



<p>Ein anderes Extrem sind Pferde, die nur rennen. Das Rennen selbst nehme ich jedoch als Symptom und nicht als Ursache wahr. Rennt das Pferd vor dem Schenkel weg, muss die Schenkelreaktion und -akzeptanz verbessert werden. Handelt es sich um ein Gleichgewichtsproblem als Ursache für das „Wegrennen“, gilt es dies zu verbessern. Hat das Pferd Angst und ist im Fluchtmodus, muss daran gearbeitet und Vertrauen aufgebaut werden.</p>



<p>Um die Rittigkeit zu verbessern, verwende ich sehr gerne <strong>Stangen</strong> und übe mit ihnen die Hilfen auf den Punkt zu geben. Hat das Pferd einen guten Grundtakt im Galopp, kann auch helfen gleichmäßig <strong>auf einer Kreislinie zu galoppieren</strong> und diese zu verkleinern, sollte das Pferd zu schnell werden.</p>



<p>Wenn die Grundlagen geklärt sind, <strong>galoppiere ich gerne im Gelände leicht bergauf.</strong> Ich bin jedoch der Meinung, dass nicht um jeden Preis galoppiert werden muss. Habe ich selbst ein mulmiges Gefühl und fehlt mir die Rittigkeit und Reaktionsfähigkeit des Pferdes, galoppiere ich nicht und verbessere zuerst meine Möglichkeiten einzuwirken.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schlechtes Gleichgewicht im Galopp</strong></h2>



<p>Mit längeren Beinen, schickeren Hälsen, großrahmigeren Islandpferden mit schlechtem Fundament erlebe ich zunehmend, dass sie im Galopp selbst ein Gleichgewichtsproblem haben. Hierbei spielt die Schiefe des Pferdes eine Rolle.</p>



<p>Im Galopp selbst arbeite ich wenig an der Geraderichtung, mir geht es darum, im gesamten Training der Schiefe entgegenzuwirken und das Pferd möglichst „beidseitig“ tragfähig zu trainieren. Ich nutze dann viel die Seitengänge z.B. Wechsel von Schulterherein in Travers um mein Islandpferd geschmeidiger und in der Hinterhand stärker und tragfähiger zu machen. Sowohl etwas steifen, als auch hypermobilen Pferden hilft es, sich dadurch besser sortieren zu können und so eine bergauf Tendenz in den Pferdekörper zu bekommen.</p>



<p>Möchte ich einem Pferd mit schlechtem Gleichgewicht im Galopp helfen, reite ich im Galopp mit unterschiedlich hoch aufgerichtetem Hals.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die ReiterIn ist schief</strong></h2>



<p>Auch zu schiefe ReiterInnen und muskuläre Probleme, die wir aus dem Alltag mitbringen, haben große Auswirkungen auf unsere reiterliche Einwirkung im Galopp.</p>



<p>Mir hilft Ausgleichssport enorm. Egal ob Eckart Meyners, Neuroathletiktraining oder Yoga, Wahrnehmungsschulung kann durch wirklich nichts ersetzt werden. Auch ein nach vorne Fallen mit dem Becken und/oder Oberkörper beim Angaloppieren kann durch die Verbesserung des Gleichgewichts der reitenden Person enorm beeinflusst werden und ist absolut erstrebenswert.</p>



<p>Reitstunden auf einem gut ausgebildeten sicheren Pferd im Galopp oder der Einsatz eines Movies (mechanisches Pferd) helfen.<br>Durch ungleiche Belastung durch uns Menschen, das einseitige Sitzen und somit die einseitige Belastung des Pferdes entstehen auch langfristige Schäden. Springt das Pferd nur unter dem Reiter und nicht an der Longe oder freilaufend auf einer Seite deutlich besser an, läuten bei mir die Alarmglocken.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die ReiterIn hat Angst vor dem Vorwärtsreiten</strong></h2>



<p>Sich die <a href="https://herzenspferd.de/angst-vorm-reiten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angst</a> eingestehen, sich Hilfe vor Ort suchen, nur dann galoppieren, wenn man sich sicher fühlt und Routine im Alltag bekommen helfen. Sitzt der Mensch klemmig, mit angezogener „Handbremse“ und traut sich einfach nicht vorwärts zu reiten, merkt das das Pferd und wird dann kaum fröhlich, mit klarem 3-Takt und locker schwingender Rückenmuskulatur gleichmäßig bergauf galoppieren.</p>





<p><strong>Zuletzt sei gesagt, die Galoppqualität beim Islandpferd hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Sowohl der Abdruck vom Boden, als auch die bergauf Bewegung gepaart mit teilweise sehr erstaunlichem Raumgriff und natürlicher Veranlagung für die Gangart Galopp.</strong></p>



<p><strong>Mach Abstriche und gib Dir Zeit für eine solide Ausbildung, erwarte keine Perfektion von Anfang an und sei geduldig mit Dir und Deinem Pferd!</strong></p>



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		<title>Pullendes Pferd: Das kannst Du tun, wenn Dein Pferd sich auf den Zügel legt! [Video]</title>
		<link>https://herzenspferd.de/pullendes-pferd/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 06:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hilfengebung]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
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		<category><![CDATA[Zügelführung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dein Pferd wirft sich auf den Zügel und reißt Dir vielleicht sogar die Zügel aus der Hand? Es reagiert nicht mehr auf Deine Zügelhilfen und beißt sich einfach fest? Das nennt man &#8222;pullen&#8220; (vom englischen &#8222;ziehen&#8220;). Was Du tun kannst, wenn Dein Pferd pullt, erfährst Du im Video!</p>
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<p>Dein Pferd wirft sich auf den Zügel und reißt Dir vielleicht sogar die Zügel aus der Hand? Es reagiert nicht mehr auf Deine Zügelhilfen und beißt sich einfach fest?</p>



<p>Das nennt man &#8222;pullen&#8220; (vom englischen &#8222;ziehen&#8220;). Was Du tun kannst, wenn Dein Pferd pullt, erfährst Du im Video!</p>



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		<title>4 häufige Probleme beim Longieren und ihre Lösungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2016 14:37:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[gymnastizieren]]></category>
		<category><![CDATA[Gymnastizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Longieren]]></category>
		<category><![CDATA[Lösungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder erreichen mich Emails von Lesern, die Probleme beim Longieren haben. Weil die meist bei allen ähnlich sind, gibt es heute eine Zusammenfassung der häufigsten Probleme beim Longieren und meine Lösungsansätze dazu. Wenn Du ihn noch nicht gelesen hast empfehle ich Dir, zuerst mal in meinen Artikel zu den häufigsten Fehlern beim Longieren reinzuschauen. [&#8230;]</p>
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<p>Immer wieder erreichen mich Emails von Lesern, die Probleme beim Longieren haben. Weil die meist bei allen ähnlich sind, gibt es heute eine Zusammenfassung der häufigsten Probleme beim Longieren und meine Lösungsansätze dazu.</p>



<p>Wenn Du ihn noch nicht gelesen hast empfehle ich Dir, zuerst mal in meinen <a href="https://herzenspferd.de/fehler-beim-longieren/" target="_blank" rel="noopener">Artikel zu den häufigsten Fehlern beim Longieren</a> reinzuschauen. Wenn man diese Fehler vermeidet lösen sich manche Schwierigkeiten schon von selbst auf.</p>



<p>Ansonsten gilt wie immer: ich bin keine professionelle Trainerin und kann nur meine persönlichen Erfahrungen mit vielen verschiedenen Pferden wiedergeben. Nachmachen erfolgt also immer auf eigene Gefahr und ich bitte darum den eigenen Kopf einzuschalten. Wenn etwas nicht klappt oder Dir gefährlich vorkommt hör auf und mach etwas anderes. Viele Wege können zum Ziel führen und Pferde funktionieren nicht nach Schema F. Wenn Du alleine nicht weiterkommst hol Dir Unterstützung von einer erfahrenen Trainerin vor Ort.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Das Pferd kommt nach innen oder dreht sich immer zu Dir und lässt sich erst gar nicht longieren</strong></h2>



<p>Du möchtest Dein Pferd longieren, aber es tut nichts anderes als Dir hinterherzulaufen? Wenn Du versuchst es anzutreiben weicht es einfach nur mit der Hinterhand aus?</p>



<p><strong>Möglicherweise versteht Dein Pferd nicht, was Du von ihm willst.</strong> Oder es hat gelernt, dass es sich so vor dem anstrengenden Training drücken kann.</p>



<p><strong>In einer solchen Situation gehe ich so vor:</strong> ich führe das Pferd ganz normal auf dem Zirkel. Mit jeder Runde versuche ich meinen Abstand zu ihm zu vergrößern, laufe aber weiter parallel zu ihm mit. Wichtig ist hier, dass ich in etwa auf Schulterhöhe des Pferdes laufe – bin ich weiter vorne bremse ich es durch meine Körpersprache bzw. –position aus.</p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="334" height="313" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311.jpg" alt="Körpersprache Longieren" class="wp-image-1425" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311.jpg 334w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 334px) 100vw, 334px" /></figure>



<p>Driftet das Pferd nach innen, schwinge ich das Seilende in Richtung seiner Schulter um es wieder nach außen zu schicken. Alternativ kann man natürlich auch eine Gerte nutzen und damit in Richtung Schulter zeigen oder sie antippen. Mit Gerte kann man sich auch schon in die „typische“ Longierposition begeben und das Pferd einrahmen (siehe Bild).</p>



<p>Nach und nach vergrößere ich so immer mehr den Abstand zum Pferd, bis ich normal longieren kann.</p>



<p><strong>Wenn dieses Vorgehen nicht klappt, kannst Du es auch so versuchen:</strong> steht Dein Pferd vor Dir und dreht einfach nur die Hinterhand weg, anstatt um Dich herum zu laufen, liegt das Problem daran, dass Du die Vorhand des Pferdes nicht bewegst oder bewegen kannst.</p>



<p>Um das Pferd auf einen Kreis um Dich herum zu schicken musst Du also nicht die Hinterhand bewegen, sondern die Vorhand. Dazu frage ich das Pferd schrittweise, ob es seine Vorhand bewegen möchte:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Angenommen ich möchte, dass das Pferd linke Hand um mich herumläuft. Dann zeige ich zuerst mit dem linken Arm, in dem ich auch den Strick halte, nach links. Reagiert das Pferd darauf nicht, geht es weiter mit Schritt 2.</li>



<li>Ich schwinge mit der Gerte in Richtung Schulter des Pferdes, aber ohne sie zu berühren. Mein linker Arm zeigt weiter nach links. Reagiert das Pferd nicht, geht es weiter mit 3.</li>



<li>Ich tippe mit der Gerte zart gegen die Schulter des Pferdes und zeige weiter mit dem linken Arm nach links. Reagiert das Pferd nicht, erhöhe ich die Stärke des Tippens. Wichtig dabei ist, dass man in kleinen Schritten erhöht und nicht zu schnell – das Pferd braucht genug Zeit um nachdenken und reagieren zu können. Ich erhöhe das Tippen niemals so sehr, dass ich das Pferd schlage. Lieber bleibe ich auf einer Stufe und „nerve“ das Pferd.</li>
</ol>



<p><strong> Ganz wichtig bei allen Schritten ist, dass man schon den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung mit einem Aussetzen der Hilfen belohnt</strong> (kurze Pause, eventuell auch kraulen – wenn Du Clickertraining machst gerne auch mit einem „Klick“ und Belohnung).</p>



<p><strong>So ein Ansatz kann am Anfang schon das Verlagern des Gewichts vom rechten auf das linke Vorderbein sein.</strong> Damit bereitet sich das Pferd darauf vor, nach links zu laufen – es denkt also schon in Richtung links und überprüft damit, ob das die richtige Antwort auf Deine Anfrage ist. Wenn Du dann nicht sofort belohnst und ihm somit sagst „genau das ist richtig!“, wird es viel länger dauern bis es Dich versteht und viel schneller frustriert sein. Denke immer an das Spiel „Topfschlagen“, das wir als Kinder gespielt haben: schon eine Bewegung in die richtige Richtung wurde mit „wärmer“ kommentiert. Wenn einem niemand sagen würde, dass man in die richtige Richtung geht, wäre dieses Spiel endlos frustrierend und würde ewig dauern.</p>



<p>Kannst Du die Vorhand Deines Pferdes bewegen ist der nächste Schritt, dass es dann auch um Dich herum läuft. Hier gehst Du genauso vor wie beim Bewegen der Vorhand, nur dass Du dieses Mal die Hinterhand aktivierst. Also:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wenn Dein Pferd schneller gehen soll nach links zeigen und schnalzen. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte in Richtung Hinterhand schwingen. Achte darauf, dass Du Dein Pferd nicht durch Deine Körperposition ausbremst. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte locker an die Hinterhand schwingen.</li>
</ol>



<p><strong>Wenn Du so vorgehst solltest Du immer wieder aufs Neue mit Schritt 1 starten. Mit der Zeit lernt Dein Pferd, auf Deinen Fingerzeig in die richtige Richtung zu laufen und Du brauchst keine weiteren Hilfen mehr.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Das Pferd zieht an der Longe nach außen und reißt sich los</strong></h2>



<p>So ein Verhalten kann unterschiedliche Ursachen haben, deshalb ist es schwer, allgemeine Tipps zu geben.</p>



<p>Eine häufige Ursache – wenn nicht die häufigste &#8211; liegt in der <a href="https://herzenspferd.de/natuerliche-schiefe-geraderichten/" target="_blank" rel="noopener">natürlichen Schiefe</a> des Pferdes. Pferde sind Fluchttiere, ihr Leben hängt also davon ab, dass sie im Gleichgewicht sind und möglichst nicht umfallen. Müssen sie nun auf einer Kreisbahn laufen und haben nie gelernt sich richtig auszubalancieren bzw. können es aufgrund ihrer Schiefe nicht, ist das eine sehr beängstigende Situation. Manche Pferde reagieren darauf mit hohem Tempo, reißen sich los oder buckeln sogar. Andere dagegen wollen gar nicht mehr vorwärts laufen.</p>



<p>Ist das Problem auf einer Hand stärker und auf der anderen besser, ist das ein Zeichen, dass es an der natürlichen Schiefe liegt. Dann solltest Du, bevor Du wieder longierst, <strong>gymnastizierende Übungen</strong> an der Hand machen (<a href="https://herzenspferd.de/gymnastizierung-longieren-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">hier findest Du Basisübungen zur Vorbereitung auf das Longieren</a>). Damit kannst Du daran arbeiten die natürliche Schiefe Deines Pferdes nach und nach zu verringern und es auf das Longieren vorzubereiten.</p>



<p><strong>Eine andere mögliche Ursache ist, dass das Pferd gelernt hat sich durch Losreißen dem anstrengenden Training zu entziehen.</strong> Meistens erfolgt dann nämlich sofort die Belohnung: Pferd reißt sich los, Longieren ist beendet. Es hat also sofort ein Erfolgserlebnis und wird das dann in Zukunft selbstverständlich wieder tun – man kann (und sollte!) es ihm nicht mal verübeln.</p>



<p>Einem Pferd so etwas wieder abzutrainieren ist schwierig. Halten kann man es meistens nämlich nicht und es hat gelernt seine Kraft gezielt einzusetzen.</p>



<p><strong>Der erste Schritt</strong> <strong>ist auch hier sicherzustellen, dass das Pferd gelernt hat sich gesund auf einer Kreisbahn zu bewegen.</strong> Ist das nicht der Fall sollte man zuerst daran arbeiten – manchmal erledigt sich das Problem des Losreißens damit schon von selbst.</p>



<p>Bei Pferden, die sich losreißen, gehe ich ähnlich vor wie bei den Pferden, die nicht außen laufen wollen: ich longiere erst mal nicht mit großem Abstand, sondern führe mit etwas Abstand und laufe parallel zum Pferd mit. Dann hat das Pferd zumindest etwas weniger Möglichkeit Schwung zu nehmen wenn es sich losreißen möchte. Wichtig ist hier auch stabiles und passendes Equipment. Ich longiere nur mit Kappzaum, da der nicht verrutscht wie ein normales Halfter und das Pferdemaul schont.</p>



<p><strong>Bei solchen Pferden – und beim Longieren allgemein – versuche ich es nicht zu langweilig werden zu lassen.</strong> Das Pferd einfach nur im Kreis herumrennen zu lassen ist für alle Beteiligten nicht besonders spannend. Deshalb baue ich immer wieder Gangartenübergänge, Richtungswechsel und auch mal Trabstangen oder einzelne kleine Sprünge ein. Man kann auch die Kreisbahn verlassen und gemeinsam mit dem Pferd ganze Bahn und andere Bahnfiguren gehen. Oder man nimmt es zu sich nach innen, fasst die Longe kürzer und übt ein paar Seitengänge. Auch Hindernisse wie eine Plane oder eine Wippe können Abwechslung bieten. <strong>Hauptsache das Pferd ist geistig beschäftigt.</strong></p>



<p>Bei Losreißern achte ich darauf, nicht zu lange am Stück zu longieren und viel zu loben. Besser nur 5 Minuten longieren und positiv aufhören, als so lange zu warten bis das Pferd sich wieder losreißt.</p>



<p>Den meisten Pferden sieht man es an, wenn sie kurz davor sind sich loszureißen. Vielleicht stellt sich der Kopf leicht nach außen, er wird kurz geschüttelt oder nach oben oder unten genommen. Wenn Du Dein Pferd gut kennst und Dich darauf konzentrierst wirst Du solche kleinen „Warnzeichen“ immer besser erkennen. Und wenn Du schon vorher weißt, dass Dein Pferd gleich versuchen wird sich zu entziehen, kannst Du rechtzeitig eingreifen – zum Beispiel indem Du seinen Kopf nach innen stellst oder es ganz zu Dir in die Mitte holst.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Das Pferd ist ständig zu schnell</strong></h2>



<p>Wie bei allen anderen Problemen auch: hat Dein Pferd gelernt sich auf der Kreislinie auszubalancieren? Wenn nicht kann es sein, dass es über die Geschwindigkeit versucht sein Gleichgewicht wiederzufinden. Dann solltest Du unbedingt erst einmal Übungen an der Hand durchführen um Dein Pferd auf das Longieren vorzubereiten (<a href="https://herzenspferd.de/gymnastizierung-longieren-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">wie solche Übungen aussehen kannst Du hier nachlesen</a>).</p>



<p>Zusätzlich ist es bei nervösen Pferden wichtig eine <strong>ruhige Atmosphäre</strong> zu schaffen. Achte also darauf, dass um euch herum nicht zu viel los ist, am besten bist Du allein in der Halle oder auf dem Platz.</p>



<p><strong>Achte auch auf Deine eigene Ausstrahlung:</strong> bist Du selbst gestresst und hektisch – vielleicht von einem anstrengenden Tag auf der Arbeit? Das überträgt sich ganz klar auch auf Dein Pferd. Hier können ein paar Atemübungen aus dem <a href="https://herzenspferd.de/yoga-fuer-reiter/" target="_blank" rel="noopener">Yoga</a>, Meditation, autogenes Training oder ähnliches weiterhelfen. Ganz egal was Du machst, Hauptsache Du wirst innerlich ruhig.</p>



<p>Nervöse Pferde können sich in ein hohes Tempo richtiggehend hineinsteigern. Deshalb solltest Du immer in der Gangart beginnen, in der Dein Pferd noch ruhig ist. Bei den meisten ist das der Schritt. Ist Dein Pferd schon im Schritt zu hektisch, lass es zum Stehen durchparieren und mache beruhigende Übungen mit ihm, wie z.B. Kopf senken.</p>



<p>Erst wenn es ruhig und gelassen läuft kannst Du zur nächsthöheren Gangart wechseln. Sobald es hier Ansätze zeigt zu schnell zu werden, parierst Du wieder durch. Denke immer daran viel Ruhe auszustrahlen, bewege Dich fließend und ruhig und schaue das Pferd nicht zu „starr“ und konzentriert an – schon das kann von ihm als Druck wahrgenommen werden. Atme einmal tief ein und lang aus. Man sollte nicht unterschätzen wie sehr man gerade mit dem Atem auf ein Pferd einwirken kann.</p>



<p>Gerade im Zusammenhang mit dem Übergang zur höheren Gangart solltest Du auch <strong>die Intensität Deiner Hilfen</strong> kontrollieren – vielleicht gibst Du (unbewusst) die Hilfen zu stark für Dein Pferd. Ich mache immer eine Art kleinen Wettbewerb mit mir selbst: wie minimal kann ich eine Hilfe geben, auf die mein Pferd noch reagiert. Von Mal zu Mal versuche ich mich dabei zu unterbieten. Und bin immer wieder überrascht, wie wenig ich wirklich machen muss!</p>



<p><strong>Der Grundgedanke ist also, immer wieder zu der Gangart zurückzukehren, die gut und ruhig möglich ist. Erst dann kann man wieder über einen Wechsel in eine höhere Gangart nachdenken.</strong> Wenn hier dann nur wenige Schritte entspannt möglich sind, bevor man unterbrechen muss, ist das nicht schlimm. Man muss einfach mit Geduld dranbleiben, dann werden es mit der Zeit immer mehr ruhige Schritte werden.</p>



<p><span style="color: #999999;">Lesetipp: Wege zum Pferd hat in einem schönen Fallbeispiel beschrieben, wie sie mit</span> <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/2016/03/29/die-arbeit-der-longe-fallbeispiel-1/" target="_blank" rel="noopener">hektischen Pferden beim Longieren</a> <span style="color: #999999;">umgehen.</span></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Das Pferd will nicht vorwärts gehen</strong></h2>



<p>Auch das kann, wie schon mehrfach beschrieben, an einem Balanceproblem auf der gebogenen Linie liegen. Das Pferd hat Angst davor, seine Balance zu verlieren und geht deshalb lieber gar nicht mehr vorwärts. Der erste Schritt ist also dem Pferd beizubringen, wie es auf einer gebogenen Linie sein Gleichgewicht hält (dazu kann ich Dir sehr <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/" target="_blank" rel="noopener">den Longenkurs von Babette Teschen</a> empfehlen).</p>



<p>Natürlich gibt es auch Pferde, die das Longieren einfach anstrengend und langweilig finden und deshalb nicht mitarbeiten. Hier ist es dann an Dir, Deinem Pferd zu zeigen, dass es auch Spaß machen kann, bzw. es sich lohnt mitzumachen. Wie weiter oben beschrieben kann man zum Beispiel das Longieren mit verschiedenen Lektionen und Hindernissen abwechslungsreich gestalten. Oder man kombiniert es mit Clickertraining – gerade bei sehr unmotivierten Pferden habe ich damit schon gute Erfahrungen gemacht.</p>



<p><strong>Es muss sich für Dein Pferd lohnen. Oder hättest Du Lust Runde um Runde stupide im Kreis zu laufen?</strong></p>



<p>Zum Treiben gehe ich wie oben beschrieben schrittweise vor:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wenn Dein Pferd (auf der linken Hand) schneller gehen soll nach links zeigen und schnalzen. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte in Richtung Hinterhand schwingen. Achte darauf, dass Du Dein Pferd nicht durch Deine Körperposition ausbremst. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte an die Hinterhand schwingen.</li>
</ol>



<p>Ganz wichtig bei allen Schritten ist, dass man schon den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung mit einem Aussetzen der Hilfen belohnt. Also schon wenn Dein Pferd ein bisschen schneller wird musst Du sofort aufhören zu treiben – selbst wenn es danach gleich wieder langsamer wird. Wenn Du das konsequent machst und mit Geduld bei der Sache bleibst wird es mit der Zeit besser werden.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Die meisten Probleme beim Longieren haben ihre Ursache darin, dass das Pferd nie richtig gelernt hat ausbalanciert auf einer Kreislinie zu laufen. Soll es das dann so unvorbereitet doch tun, kann das eine durchaus beängstigende und stressige Situation für es sein.</p>



<p>Dazu kommt, dass viele Reiter nur stupide im Kreis longieren. Für das Pferd ist das nicht nur langweilig, es hat auch aus Pferdesicht keinerlei Vorteil davon.</p>



<p>Um Probleme zu lösen und vorzubeugen ist es also wichtig, dass Du Dein Pferd an der Hand ausreichend <a href="https://herzenspferd.de/gymnastizierung-longieren-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">auf das Longieren vorbereitest</a>, gymnastizierende Übungen mit ihm machst um seine natürliche Schiefe zu verringern und die Longenarbeit abwechslungsreich gestaltest.</p>



<p>Ein tolles Buch mit Schritt für Schritt Anleitungen von den absoluten Basics bis zu fortgeschrittenen Übungen ist der <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/" target="_blank" rel="noopener">Longenkurs von Babette Teschen</a>.</p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Hattest Du schon einmal Probleme beim Longieren? Wie hast Du sie gelöst? Vielleicht hast Du noch ein paar Tipps für uns!</strong></h4>



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