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	<title>Philosophie Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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	<title>Philosophie Archive - Herzenspferd</title>
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		<title>Kann man sich wirklich das Beste aus verschiedenen Trainingsmethoden &#8222;herauspicken&#8220;? &#8211; Oder: Meine Philosophie!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2016 18:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Horsemanship, Clickern, Dressur… Was machst du denn nun eigentlich, wo ordnest du dich ein?“ oder: „Wie du clickerst?! Ich dachte du bist Dressurreiter!“ Diese Fragen bekomme ich in dieser oder einer ähnlichen Form relativ oft gestellt. Und ich verstehe gut, warum man mich manchmal nur schwer einordnen kann: immerhin schreibe ich viel über die Grundlagen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>„Horsemanship, Clickern, Dressur… Was machst du denn nun eigentlich, wo ordnest du dich ein?“ oder: „Wie du clickerst?! Ich dachte du bist Dressurreiter!“</strong></p>



<p>Diese Fragen bekomme ich in dieser oder einer ähnlichen Form relativ oft gestellt. Und ich verstehe gut, warum man mich manchmal nur schwer einordnen kann: immerhin schreibe ich viel über die Grundlagen der Dressur, aber auch immer wieder mal über Trainingsmethoden des Natural Horsemanship oder des Clickertrainings. Dabei bin ich aber kein Profi, sondern &#8222;nur&#8220; Freizeitreiter mit einer großen Ambition sich laufend Fortzubilden.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verschiedene Trainingsmethoden kombinieren &#8211; geht das?</strong></h2>



<p><strong>Prinzipiell denke ich: ja! </strong>In der Realität ist es aber nicht so einfach wie so mancher denkt. (Dazu weiter unten mehr.)</p>



<p><strong>Ich sehe die verschiedenen Trainingsmethoden als Werkzeuge oder Wege, mit denen ich etwas erreichen möchte.</strong> Mit manchen Pferden ist der eine Weg einfacher zu beschreiten, mit anderen ein anderer. Oder ein bestimmtes Problem lässt sich mit dem einen Werkzeug angenehmer lösen als mit dem anderen.</p>



<p>Viele professionelle Trainer zucken aber – zu Recht – zusammen, wenn sie hören, dass man sich aus verschiedenen Trainingsmethoden Dinge zusammensucht. <strong>Das kann schnell schief gehen und man springt wie wild und zur großen Verwirrung des Pferdes alle paar Wochen von einer Methode zur nächsten.</strong></p>



<p><strong>Das Problem, wenn man „sich das Beste aus allen Wegen herauspicken“ möchte ist, dass man</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li>über alle Wege <strong>sehr gut Bescheid wissen</strong> muss, um zu wissen was man sich „isoliert“ herausnehmen kann (und ob das überhaupt geht) und</li>



<li>einer <strong>beständigen Grundlinie treu bleiben</strong> muss, um sein Pferd nicht zu verwirren.</li>
</ol>



<p>Man kann nicht ein paar Monate für eine bestimmte Lektion die Hilfen nach FN-Richtlinien geben und dann plötzlich auf andere Hilfen für die gleiche Lektion (etwa nach klassischer Dressur oder Westernreitweise) umschwenken – <strong>wie soll das Pferd das verstehen?</strong></p>



<p>Auch wenn etwas nicht sofort funktioniert sollte man nicht von Methode zu Methode springen. Man darf nicht vergessen, dass man im Pferdetraining in Monaten und Jahren rechnen muss. Manche Dinge brauchen ihre Zeit und kein Methodenwechsel wird daran etwas ändern.</p>



<p>Andererseits finde ich es fatal, sich an einer Trainingsmethode festzuklammern und nicht mehr über den Tellerrand zu schauen. Wir und auch unsere Pferde sind sehr unterschiedlich und haben unterschiedliche Bedürfnisse. Eine Methode kann immer nur Richtlinie sein, manchmal muss man im individuellen Fall davon abweichen.</p>



<p><span style="color: #808080;">Lesetipp:</span> <a href="https://herzenspferd.de/die-wahrheit-beim-pferdetraining/" target="_blank" rel="noopener">Warum es nicht &#8222;die eine Wahrheit&#8220; beim Pferdetraining gibt!</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine klare Grundlinie &#8211; überlege Dir, was Dir wichtig ist!</strong></h2>



<p><strong>Im Dschungel der verschiedenen Ansätze und Trainingsmethoden nicht den Überblick zu verlieren ist schwer.</strong> Zumal jeder Verfechter seiner Methode davon überzeugt ist, dass seine die einzig Wahre ist. Da ist man schnell überfordert.</p>



<p><strong>Deshalb finde ich es wichtig, eine in sich logische Grundphilosophie zu haben, die die ganz persönliche Richtung vorgibt.</strong> Jeder Reiter sollte sich im Klaren sein (und sich am besten aufschreiben), wie seine Philosophie aussieht. Was ist die Grundlage der Arbeit mit dem Pferd, welche Grundsätze hat man, welche Ziele, wie möchte man mit dem Pferd umgehen, worauf soll das Verhältnis zueinander bestehen?</p>



<p>Die Trainingsmethoden und Wege können und werden sich sicher über die Jahre ändern (ich gehe heute nicht mehr genauso an Dinge heran wie noch vor einem Jahr – man entwickelt sich stetig weiter und lernt dazu), aber die Grundphilosophie bleibt meist gleich. Für mich ist sie ein <strong>Kompass</strong>, etwas, anhand dessen ich erkenne, ob ich noch auf „meinem“ Weg bin und ob eine neue Methode zu meinem Weg passt. <strong>Eine solche Philosophie ist also etwas ganz individuelles und für jeden anders.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Meine Philosophie sieht in etwa so aus:</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ich halte mein Pferdetraining frei von physischer und psychischer Gewalt.</li>



<li>Ich reite nur Pferde, die physisch und psychisch dazu in der Lage sind. Ist ein Pferd z.B. zu wenig bemuskelt oder hat Angst vorm Reiter trainiere ich erst vom Boden aus.</li>



<li>Das Ziel meines Trainings ist die physische und psychische Gesunderhaltung des Pferdes (dazu gehört auch gemeinsam Spielen und Spaß haben ohne zu „arbeiten“).</li>



<li>Ich versuche so viele Dinge wie möglich über positive Verstärkung zu lösen (ich glaube jedoch nicht, dass man völlig auf negative Verstärkung verzichten kann. <a href="https://herzenspferd.de/positive-negative-verstaerkung-pferd/">Mehr zum Thema positive vs. negative Verstärkung gibt es hier</a>).</li>



<li>Ich möchte, dass das Verhältnis zwischen mir und dem Pferd auf gegenseitigem Respekt, Wohlwollen und Verständnis beruht.</li>



<li>Ich möchte, dass mein Pferd möglichst „sicher“ für sich, mich und seine Umgebung ist. Deshalb wird es entsprechend sozialisiert und erzogen und es werden klare Grenzen gesetzt.</li>



<li>Ich möchte, dass auch mein Pferd Freude an der gemeinsamen Arbeit hat. Hat es das dauerhaft nicht, muss ich etwas ändern.</li>



<li>Ich habe keinen Zeitdruck. Dauert etwas länger, dann ist das in Ordnung.</li>



<li>Wenn ich merke, dass ich ungeduldig werde schließe ich das Training ab.</li>



<li>Wenn ich gestresst bin und/oder keine Zeit habe trainiere ich nicht, sondern putze das Pferd, gehe spazieren oder setze mich einfach nur auf die Koppel.</li>



<li>Ich bin fit und flexibel und arbeite ständig an mir selbst, um einen guten Sitz zu gewährleisten.</li>



<li>Ich bilde mich stetig weiter fort.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Aber wo ordne ich mich denn nun ein?</strong></h3>



<p>Ich bin kein Profi, sondern Freizeitreiter. <strong>Trotzdem habe ich den Anspruch mein Pferd so gut wie möglich und gesunderhaltend zu reiten.</strong> Dazu gehört für mich ganz klar Gymnastizierung und Dressur.</p>



<figure class="wp-block-image alignright"><a href="https://herzenspferd.de/empfiehlt/amazon-mark-rashid-denn-pferde-luegen-nicht/" rel="attachment wp-att-3005"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="200" height="319" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/05/Mark-Rashid-Pferde-luegen-nicht-e1432994592452.jpg" alt="Buch Mark Rashid Pferde lügen nicht" class="wp-image-1920" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/05/Mark-Rashid-Pferde-luegen-nicht-e1432994592452.jpg 200w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/05/Mark-Rashid-Pferde-luegen-nicht-e1432994592452-188x300.jpg 188w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Herzenspferd-Empfehlung: <a href="https://herzenspferd.de/empfiehlt/amazon-mark-rashid-denn-pferde-luegen-nicht/"> Denn Pferde lügen nicht &#8211; Mark Rashid*</a></figcaption></figure>



<p>Im täglichen Training orientiere ich mich am ehesten in der Richtung der klassischen Dressur. Wie man in vielen meiner Artikel nachlesen kann, entscheide ich mich oft gegen die FN-Richtlinien, weil mir die klassische Herangehensweise logischer vorkommt und ich durchweg positive Erfahrungen damit gemacht habe. Besonders mein Besuch bei Klassikausbilderin <a href="http://www.anjaberan.de/" target="_blank" rel="noopener">Anja Beran</a> im letzten Jahr hat mich darin noch einmal bestätigt – wer ihre Pferde durch den Sand tanzen sieht weiß warum.</p>



<p>Bei der Bodenarbeit entwickele ich mich immer mehr zur „Clickertante“ – aber nicht um Kunststücke zu erarbeiten, sondern um das Pferd an der Hand zu gymnastizieren, es auf seine Arbeit unter dem Sattel vorzubereiten und mit ihm mittels positiver Verstärkung auf angenehme Art zu kommunizieren und ihm Neues beizubringen. Seit neuestem kommen hier auch erste Versuche in der Freiarbeit hinzu.</p>



<p>Bei bestimmten Problemen setze ich Methoden des Natural Horsemanship ein. Hierbei inspirieren mich besonders Mark Rashid und Ross Jacobs, deren Training von Verständnis und Ruhe geprägt ist.</p>



<p>Ich bin mir sicher: immer schaffe ich es nicht, konsistent zu sein und mein Pferd nicht zu verwirren. Ich gebe mein Bestes &#8211; mehr geht nicht. Meine Grundphilosophie hilft mir aber, sehr genau die Methoden auszusortieren, die in die für mich falsche Richtung gehen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Trainingsmethoden kombinieren &#8211; für mich geht das. Es erfordert aber viel Wissen über die jeweiligen Ansätze und ist nicht so einfach wie man denken könnte. <strong>Die Gefahr im Umgang mit dem Pferd unbeständig, chaotisch und unverständlich zu werden ist hoch.</strong></p>



<p>Deshalb würde ich jedem Anfänger empfehlen, sich, basierend auf seinen Vorstellungen und Wünsche an den Umgang mit Pferden, eine Methode auszusuchen und erst mal bei dieser zu bleiben bis er sie erlernt hat.</p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Was denkst Du: Trainingsmethoden kombinieren &#8211; super oder Schwachsinn?</strong></h4>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Was ist Deine Philosophie? Erzähl’s mir in den Kommentaren!</strong></h4>



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