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	<title>gymnastizieren Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2023 19:13:56 +0000</lastBuildDate>
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	<title>gymnastizieren Archive - Herzenspferd</title>
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		<title>4 häufige Probleme beim Longieren und ihre Lösungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2016 14:37:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[gymnastizieren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder erreichen mich Emails von Lesern, die Probleme beim Longieren haben. Weil die meist bei allen ähnlich sind, gibt es heute eine Zusammenfassung der häufigsten Probleme beim Longieren und meine Lösungsansätze dazu. Wenn Du ihn noch nicht gelesen hast empfehle ich Dir, zuerst mal in meinen Artikel zu den häufigsten Fehlern beim Longieren reinzuschauen. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://herzenspferd.de/probleme-beim-longieren-pferd/">4 häufige Probleme beim Longieren und ihre Lösungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://herzenspferd.de">Herzenspferd</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder erreichen mich Emails von Lesern, die Probleme beim Longieren haben. Weil die meist bei allen ähnlich sind, gibt es heute eine Zusammenfassung der häufigsten Probleme beim Longieren und meine Lösungsansätze dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du ihn noch nicht gelesen hast empfehle ich Dir, zuerst mal in meinen <a href="https://herzenspferd.de/fehler-beim-longieren/" target="_blank" rel="noopener">Artikel zu den häufigsten Fehlern beim Longieren</a> reinzuschauen. Wenn man diese Fehler vermeidet lösen sich manche Schwierigkeiten schon von selbst auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten gilt wie immer: ich bin keine professionelle Trainerin und kann nur meine persönlichen Erfahrungen mit vielen verschiedenen Pferden wiedergeben. Nachmachen erfolgt also immer auf eigene Gefahr und ich bitte darum den eigenen Kopf einzuschalten. Wenn etwas nicht klappt oder Dir gefährlich vorkommt hör auf und mach etwas anderes. Viele Wege können zum Ziel führen und Pferde funktionieren nicht nach Schema F. Wenn Du alleine nicht weiterkommst hol Dir Unterstützung von einer erfahrenen Trainerin vor Ort.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Das Pferd kommt nach innen oder dreht sich immer zu Dir und lässt sich erst gar nicht longieren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Du möchtest Dein Pferd longieren, aber es tut nichts anderes als Dir hinterherzulaufen? Wenn Du versuchst es anzutreiben weicht es einfach nur mit der Hinterhand aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Möglicherweise versteht Dein Pferd nicht, was Du von ihm willst.</strong> Oder es hat gelernt, dass es sich so vor dem anstrengenden Training drücken kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In einer solchen Situation gehe ich so vor:</strong> ich führe das Pferd ganz normal auf dem Zirkel. Mit jeder Runde versuche ich meinen Abstand zu ihm zu vergrößern, laufe aber weiter parallel zu ihm mit. Wichtig ist hier, dass ich in etwa auf Schulterhöhe des Pferdes laufe – bin ich weiter vorne bremse ich es durch meine Körpersprache bzw. –position aus.</p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="334" height="313" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311.jpg" alt="Körpersprache Longieren" class="wp-image-1425" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311.jpg 334w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 334px) 100vw, 334px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Driftet das Pferd nach innen, schwinge ich das Seilende in Richtung seiner Schulter um es wieder nach außen zu schicken. Alternativ kann man natürlich auch eine Gerte nutzen und damit in Richtung Schulter zeigen oder sie antippen. Mit Gerte kann man sich auch schon in die „typische“ Longierposition begeben und das Pferd einrahmen (siehe Bild).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach und nach vergrößere ich so immer mehr den Abstand zum Pferd, bis ich normal longieren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn dieses Vorgehen nicht klappt, kannst Du es auch so versuchen:</strong> steht Dein Pferd vor Dir und dreht einfach nur die Hinterhand weg, anstatt um Dich herum zu laufen, liegt das Problem daran, dass Du die Vorhand des Pferdes nicht bewegst oder bewegen kannst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Pferd auf einen Kreis um Dich herum zu schicken musst Du also nicht die Hinterhand bewegen, sondern die Vorhand. Dazu frage ich das Pferd schrittweise, ob es seine Vorhand bewegen möchte:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Angenommen ich möchte, dass das Pferd linke Hand um mich herumläuft. Dann zeige ich zuerst mit dem linken Arm, in dem ich auch den Strick halte, nach links. Reagiert das Pferd darauf nicht, geht es weiter mit Schritt 2.</li>



<li>Ich schwinge mit der Gerte in Richtung Schulter des Pferdes, aber ohne sie zu berühren. Mein linker Arm zeigt weiter nach links. Reagiert das Pferd nicht, geht es weiter mit 3.</li>



<li>Ich tippe mit der Gerte zart gegen die Schulter des Pferdes und zeige weiter mit dem linken Arm nach links. Reagiert das Pferd nicht, erhöhe ich die Stärke des Tippens. Wichtig dabei ist, dass man in kleinen Schritten erhöht und nicht zu schnell – das Pferd braucht genug Zeit um nachdenken und reagieren zu können. Ich erhöhe das Tippen niemals so sehr, dass ich das Pferd schlage. Lieber bleibe ich auf einer Stufe und „nerve“ das Pferd.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong> Ganz wichtig bei allen Schritten ist, dass man schon den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung mit einem Aussetzen der Hilfen belohnt</strong> (kurze Pause, eventuell auch kraulen – wenn Du Clickertraining machst gerne auch mit einem „Klick“ und Belohnung).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>So ein Ansatz kann am Anfang schon das Verlagern des Gewichts vom rechten auf das linke Vorderbein sein.</strong> Damit bereitet sich das Pferd darauf vor, nach links zu laufen – es denkt also schon in Richtung links und überprüft damit, ob das die richtige Antwort auf Deine Anfrage ist. Wenn Du dann nicht sofort belohnst und ihm somit sagst „genau das ist richtig!“, wird es viel länger dauern bis es Dich versteht und viel schneller frustriert sein. Denke immer an das Spiel „Topfschlagen“, das wir als Kinder gespielt haben: schon eine Bewegung in die richtige Richtung wurde mit „wärmer“ kommentiert. Wenn einem niemand sagen würde, dass man in die richtige Richtung geht, wäre dieses Spiel endlos frustrierend und würde ewig dauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kannst Du die Vorhand Deines Pferdes bewegen ist der nächste Schritt, dass es dann auch um Dich herum läuft. Hier gehst Du genauso vor wie beim Bewegen der Vorhand, nur dass Du dieses Mal die Hinterhand aktivierst. Also:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wenn Dein Pferd schneller gehen soll nach links zeigen und schnalzen. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte in Richtung Hinterhand schwingen. Achte darauf, dass Du Dein Pferd nicht durch Deine Körperposition ausbremst. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte locker an die Hinterhand schwingen.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Du so vorgehst solltest Du immer wieder aufs Neue mit Schritt 1 starten. Mit der Zeit lernt Dein Pferd, auf Deinen Fingerzeig in die richtige Richtung zu laufen und Du brauchst keine weiteren Hilfen mehr.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Das Pferd zieht an der Longe nach außen und reißt sich los</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">So ein Verhalten kann unterschiedliche Ursachen haben, deshalb ist es schwer, allgemeine Tipps zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine häufige Ursache – wenn nicht die häufigste &#8211; liegt in der <a href="https://herzenspferd.de/natuerliche-schiefe-geraderichten/" target="_blank" rel="noopener">natürlichen Schiefe</a> des Pferdes. Pferde sind Fluchttiere, ihr Leben hängt also davon ab, dass sie im Gleichgewicht sind und möglichst nicht umfallen. Müssen sie nun auf einer Kreisbahn laufen und haben nie gelernt sich richtig auszubalancieren bzw. können es aufgrund ihrer Schiefe nicht, ist das eine sehr beängstigende Situation. Manche Pferde reagieren darauf mit hohem Tempo, reißen sich los oder buckeln sogar. Andere dagegen wollen gar nicht mehr vorwärts laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist das Problem auf einer Hand stärker und auf der anderen besser, ist das ein Zeichen, dass es an der natürlichen Schiefe liegt. Dann solltest Du, bevor Du wieder longierst, <strong>gymnastizierende Übungen</strong> an der Hand machen (<a href="https://herzenspferd.de/gymnastizierung-longieren-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">hier findest Du Basisübungen zur Vorbereitung auf das Longieren</a>). Damit kannst Du daran arbeiten die natürliche Schiefe Deines Pferdes nach und nach zu verringern und es auf das Longieren vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine andere mögliche Ursache ist, dass das Pferd gelernt hat sich durch Losreißen dem anstrengenden Training zu entziehen.</strong> Meistens erfolgt dann nämlich sofort die Belohnung: Pferd reißt sich los, Longieren ist beendet. Es hat also sofort ein Erfolgserlebnis und wird das dann in Zukunft selbstverständlich wieder tun – man kann (und sollte!) es ihm nicht mal verübeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem Pferd so etwas wieder abzutrainieren ist schwierig. Halten kann man es meistens nämlich nicht und es hat gelernt seine Kraft gezielt einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der erste Schritt</strong> <strong>ist auch hier sicherzustellen, dass das Pferd gelernt hat sich gesund auf einer Kreisbahn zu bewegen.</strong> Ist das nicht der Fall sollte man zuerst daran arbeiten – manchmal erledigt sich das Problem des Losreißens damit schon von selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Pferden, die sich losreißen, gehe ich ähnlich vor wie bei den Pferden, die nicht außen laufen wollen: ich longiere erst mal nicht mit großem Abstand, sondern führe mit etwas Abstand und laufe parallel zum Pferd mit. Dann hat das Pferd zumindest etwas weniger Möglichkeit Schwung zu nehmen wenn es sich losreißen möchte. Wichtig ist hier auch stabiles und passendes Equipment. Ich longiere nur mit Kappzaum, da der nicht verrutscht wie ein normales Halfter und das Pferdemaul schont.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bei solchen Pferden – und beim Longieren allgemein – versuche ich es nicht zu langweilig werden zu lassen.</strong> Das Pferd einfach nur im Kreis herumrennen zu lassen ist für alle Beteiligten nicht besonders spannend. Deshalb baue ich immer wieder Gangartenübergänge, Richtungswechsel und auch mal Trabstangen oder einzelne kleine Sprünge ein. Man kann auch die Kreisbahn verlassen und gemeinsam mit dem Pferd ganze Bahn und andere Bahnfiguren gehen. Oder man nimmt es zu sich nach innen, fasst die Longe kürzer und übt ein paar Seitengänge. Auch Hindernisse wie eine Plane oder eine Wippe können Abwechslung bieten. <strong>Hauptsache das Pferd ist geistig beschäftigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Losreißern achte ich darauf, nicht zu lange am Stück zu longieren und viel zu loben. Besser nur 5 Minuten longieren und positiv aufhören, als so lange zu warten bis das Pferd sich wieder losreißt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den meisten Pferden sieht man es an, wenn sie kurz davor sind sich loszureißen. Vielleicht stellt sich der Kopf leicht nach außen, er wird kurz geschüttelt oder nach oben oder unten genommen. Wenn Du Dein Pferd gut kennst und Dich darauf konzentrierst wirst Du solche kleinen „Warnzeichen“ immer besser erkennen. Und wenn Du schon vorher weißt, dass Dein Pferd gleich versuchen wird sich zu entziehen, kannst Du rechtzeitig eingreifen – zum Beispiel indem Du seinen Kopf nach innen stellst oder es ganz zu Dir in die Mitte holst.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Das Pferd ist ständig zu schnell</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei allen anderen Problemen auch: hat Dein Pferd gelernt sich auf der Kreislinie auszubalancieren? Wenn nicht kann es sein, dass es über die Geschwindigkeit versucht sein Gleichgewicht wiederzufinden. Dann solltest Du unbedingt erst einmal Übungen an der Hand durchführen um Dein Pferd auf das Longieren vorzubereiten (<a href="https://herzenspferd.de/gymnastizierung-longieren-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">wie solche Übungen aussehen kannst Du hier nachlesen</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich ist es bei nervösen Pferden wichtig eine <strong>ruhige Atmosphäre</strong> zu schaffen. Achte also darauf, dass um euch herum nicht zu viel los ist, am besten bist Du allein in der Halle oder auf dem Platz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Achte auch auf Deine eigene Ausstrahlung:</strong> bist Du selbst gestresst und hektisch – vielleicht von einem anstrengenden Tag auf der Arbeit? Das überträgt sich ganz klar auch auf Dein Pferd. Hier können ein paar Atemübungen aus dem <a href="https://herzenspferd.de/yoga-fuer-reiter/" target="_blank" rel="noopener">Yoga</a>, Meditation, autogenes Training oder ähnliches weiterhelfen. Ganz egal was Du machst, Hauptsache Du wirst innerlich ruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nervöse Pferde können sich in ein hohes Tempo richtiggehend hineinsteigern. Deshalb solltest Du immer in der Gangart beginnen, in der Dein Pferd noch ruhig ist. Bei den meisten ist das der Schritt. Ist Dein Pferd schon im Schritt zu hektisch, lass es zum Stehen durchparieren und mache beruhigende Übungen mit ihm, wie z.B. Kopf senken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst wenn es ruhig und gelassen läuft kannst Du zur nächsthöheren Gangart wechseln. Sobald es hier Ansätze zeigt zu schnell zu werden, parierst Du wieder durch. Denke immer daran viel Ruhe auszustrahlen, bewege Dich fließend und ruhig und schaue das Pferd nicht zu „starr“ und konzentriert an – schon das kann von ihm als Druck wahrgenommen werden. Atme einmal tief ein und lang aus. Man sollte nicht unterschätzen wie sehr man gerade mit dem Atem auf ein Pferd einwirken kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade im Zusammenhang mit dem Übergang zur höheren Gangart solltest Du auch <strong>die Intensität Deiner Hilfen</strong> kontrollieren – vielleicht gibst Du (unbewusst) die Hilfen zu stark für Dein Pferd. Ich mache immer eine Art kleinen Wettbewerb mit mir selbst: wie minimal kann ich eine Hilfe geben, auf die mein Pferd noch reagiert. Von Mal zu Mal versuche ich mich dabei zu unterbieten. Und bin immer wieder überrascht, wie wenig ich wirklich machen muss!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Grundgedanke ist also, immer wieder zu der Gangart zurückzukehren, die gut und ruhig möglich ist. Erst dann kann man wieder über einen Wechsel in eine höhere Gangart nachdenken.</strong> Wenn hier dann nur wenige Schritte entspannt möglich sind, bevor man unterbrechen muss, ist das nicht schlimm. Man muss einfach mit Geduld dranbleiben, dann werden es mit der Zeit immer mehr ruhige Schritte werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="color: #999999;">Lesetipp: Wege zum Pferd hat in einem schönen Fallbeispiel beschrieben, wie sie mit</span> <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/2016/03/29/die-arbeit-der-longe-fallbeispiel-1/" target="_blank" rel="noopener">hektischen Pferden beim Longieren</a> <span style="color: #999999;">umgehen.</span></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Das Pferd will nicht vorwärts gehen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das kann, wie schon mehrfach beschrieben, an einem Balanceproblem auf der gebogenen Linie liegen. Das Pferd hat Angst davor, seine Balance zu verlieren und geht deshalb lieber gar nicht mehr vorwärts. Der erste Schritt ist also dem Pferd beizubringen, wie es auf einer gebogenen Linie sein Gleichgewicht hält (dazu kann ich Dir sehr <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/" target="_blank" rel="noopener">den Longenkurs von Babette Teschen</a> empfehlen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es auch Pferde, die das Longieren einfach anstrengend und langweilig finden und deshalb nicht mitarbeiten. Hier ist es dann an Dir, Deinem Pferd zu zeigen, dass es auch Spaß machen kann, bzw. es sich lohnt mitzumachen. Wie weiter oben beschrieben kann man zum Beispiel das Longieren mit verschiedenen Lektionen und Hindernissen abwechslungsreich gestalten. Oder man kombiniert es mit Clickertraining – gerade bei sehr unmotivierten Pferden habe ich damit schon gute Erfahrungen gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es muss sich für Dein Pferd lohnen. Oder hättest Du Lust Runde um Runde stupide im Kreis zu laufen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Treiben gehe ich wie oben beschrieben schrittweise vor:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wenn Dein Pferd (auf der linken Hand) schneller gehen soll nach links zeigen und schnalzen. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte in Richtung Hinterhand schwingen. Achte darauf, dass Du Dein Pferd nicht durch Deine Körperposition ausbremst. Wird es nicht schneller:</li>



<li>Nach links zeigen, schnalzen und das Seil oder die Gerte an die Hinterhand schwingen.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz wichtig bei allen Schritten ist, dass man schon den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung mit einem Aussetzen der Hilfen belohnt. Also schon wenn Dein Pferd ein bisschen schneller wird musst Du sofort aufhören zu treiben – selbst wenn es danach gleich wieder langsamer wird. Wenn Du das konsequent machst und mit Geduld bei der Sache bleibst wird es mit der Zeit besser werden.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Probleme beim Longieren haben ihre Ursache darin, dass das Pferd nie richtig gelernt hat ausbalanciert auf einer Kreislinie zu laufen. Soll es das dann so unvorbereitet doch tun, kann das eine durchaus beängstigende und stressige Situation für es sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt, dass viele Reiter nur stupide im Kreis longieren. Für das Pferd ist das nicht nur langweilig, es hat auch aus Pferdesicht keinerlei Vorteil davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Probleme zu lösen und vorzubeugen ist es also wichtig, dass Du Dein Pferd an der Hand ausreichend <a href="https://herzenspferd.de/gymnastizierung-longieren-bodenarbeit/" target="_blank" rel="noopener">auf das Longieren vorbereitest</a>, gymnastizierende Übungen mit ihm machst um seine natürliche Schiefe zu verringern und die Longenarbeit abwechslungsreich gestaltest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein tolles Buch mit Schritt für Schritt Anleitungen von den absoluten Basics bis zu fortgeschrittenen Übungen ist der <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/" target="_blank" rel="noopener">Longenkurs von Babette Teschen</a>.</p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Hattest Du schon einmal Probleme beim Longieren? Wie hast Du sie gelöst? Vielleicht hast Du noch ein paar Tipps für uns!</strong></h4>



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		<title>Schulterherein am Boden &#8211; so geht&#8217;s!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2015 12:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Schulterherein ist eine der grundlegenden Übungen wenn Du Dein Pferd gymnastizieren willst (der nächste Schritt und eine perfekte Ergänzung ist das Kruppeherein). Möchtest Du ein lockeres, dauerhaft gesundes Pferd kommst Du kaum darum herum Schulterherein zu reiten. Für viele Reiter ist das Schulterherein aber gar nicht so einfach zu reiten: man muss die korrekten [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Schulterherein ist eine der grundlegenden Übungen wenn Du Dein Pferd gymnastizieren willst (der nächste Schritt und eine perfekte Ergänzung ist das <a href="https://herzenspferd.de/kruppeherein-travers-boden-anleitung/">Kruppeherein</a>). Möchtest Du ein lockeres, dauerhaft gesundes Pferd kommst Du kaum darum herum Schulterherein zu reiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Reiter ist das Schulterherein aber gar nicht so einfach zu reiten: man muss die korrekten Hilfen im Kopf haben und auch umsetzen, seinen eigenen Körper und den des Pferdes koordinieren und schnell korrigierend einwirken können. Und auf dem Pferd sieht man nicht einmal, ob alles korrekt ausgeführt wird, man muss es fühlen. Hat man keinen Trainer oder eine Stallkollegin zur Hilfe wird die eigene Fehlerkorrektur sehr schwer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb erkläre ich heute, wie man das Schulterherein vom Boden aus üben kann.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kurz: Was ist Schulterherein und was bewirkt es</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Schulterherein ist das Pferd gegen die Bewegungsrichtung gebogen. Es läuft auf drei, beziehungsweise in der klassischen Reitweise auf vier, Hufschlägen seitwärts-vorwärts. Schaut man sich das Pferd von hinten an sieht man entweder drei oder alle vier Beine. Will man das Schulterherein auf drei Hufschlägen üben, muss das Pferd mehr gebogen und weniger abgestellt werden &#8211; ich erkläre das bei der Hilfengebung noch einmal genauer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Biegung des Pferdes überkreuzt es die Hinterbeine. Das bewirkt, dass das innere Hinterbein mehr unter den Schwerpunkt tritt und das Pferd sich somit mehr versammelt. Es wird mehr Gewicht von der Hinterhand aufgenommen und die äußere Schulter wird freier und lockert sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schulterherein ist also versammelnd und lockernd. Je nach natürlicher Schiefe des Pferdes kann man es prima zur <a href="https://herzenspferd.de/natuerliche-schiefe-geraderichten/" target="_blank" rel="noopener">Geraderichtung</a> und Dehnung der Muskulatur einsetzen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Vorteile des Schulterhereins vom Boden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie fast alle Übungen lässt sich das Schulterherein hervorragend vom Boden aus vorbereiten und üben. Es hat dadurch genauso eine positive Wirkung wie wenn man es vom Sattel aus reitet und zusätzlich gibt es noch ein paar Vorteile:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Man kann sich mehr <strong>auf das Pferd konzentrieren</strong> und ist nicht mit dem eigenen Sitz beschäftigt</li>



<li>Junge oder unerfahrene Pferde können am Boden lernen, was der Mensch von ihnen möchte ohne, dass sie zusätzlich sein Gewicht ausbalancieren müssen</li>



<li>Bei untrainierten Pferden kann so sanft <a href="https://herzenspferd.de/pferd-muskelaufbau/" target="_blank" rel="noopener">Muskulatur aufgebaut</a> und gedehnt werden</li>



<li>Vor allem ungeübtere Reiter sehen Fehler besser und können schneller darauf reagieren als im Sattel</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Hilfen beim Schulterherein vom Boden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du mit Deinem Pferd das Schulterherein üben möchtest solltest Du das idealerweise mit einem gut passenden Kappzaum tun. Zur Not geht es aber auch mit Halfter. Auch mit Trense kann man es üben, dann sehen die Hilfen aber ein wenig anders aus als die, die ich hier erkläre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich brauchst Du eine Gerte als Verlängerung deines Arms, um die Hinterhand gezielt ansprechen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erstes solltest Du entscheiden, ob Du das Schulterherein auf drei oder vier Hufschlägen üben möchtest. Bei drei Hufschlägen muss sich das Pferd mehr biegen, gerade jüngeren oder sehr steifen Pferden fällt es oft leichter erst mal auf vier Hufschlägen zu laufen. Je nachdem wie Du Dich entscheidest musst Du Dein Pferd mehr oder weniger abstellen (siehe Bilder).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="color: #999999;">Lesetipp: Mehr zu <a href="http://360gradpferd.de/stellung-und-biegung/" target="_blank" rel="noopener">Stellung und Biegung</a> kannst Du bei den Pferdefreunden lesen.</span></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="351" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schulterherein-Draufsicht-e1437573142956-1.jpg" alt="Schulterherein Draufsicht" class="wp-image-2223" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schulterherein-Draufsicht-e1437573142956-1.jpg 200w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schulterherein-Draufsicht-e1437573142956-1-171x300.jpg 171w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="351" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schulterherein-4-Hufschlaege-Draufsicht-e1437573201825-1.jpg" alt="Schulterherein 4 Hufschläge" class="wp-image-2224" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schulterherein-4-Hufschlaege-Draufsicht-e1437573201825-1.jpg 200w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schulterherein-4-Hufschlaege-Draufsicht-e1437573201825-1-171x300.jpg 171w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></figure>





<h3 class="wp-block-heading"><strong>Schulterherein Schritt für Schritt</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erkläre hier das Schulterherein auf der linken Hand. Auf der rechten Hand geht es parallel, nur eben rechts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1.</strong> Fasse den Strick etwa 20cm unterhalb des Karabinerhakens in Deiner linken Hand. Der Strick sollte lange genug sein, dass Du mit geschlossener Hand noch an die Ganasche Deines Pferdes kommst. Das ist nötig, wenn es seinen Kopf zu sehr zu Dir dreht. Die Gerte hast Du in Deiner rechten Hand</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2.</strong> <strong>Laufe auf Schulterhöhe Deines Pferdes.</strong> Dein Oberkörper ist leicht zum Pferd gedreht und die Gerte zeigt waagerecht nach hinten zur Hinterhand. Du rahmst also Dein Pferd zwischen Deiner linken Hand mit dem Strick und der rechten Hand mit der Gerte ein. Achte darauf, dass Du weiter <strong>geradeaus</strong> läufst und Deine Beine nicht seitwärts überkreuzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3.</strong> <strong>Veranlasse Dein Pferd dazu seinen Kopf leicht zu Dir nach links zu stellen.</strong> Dazu kannst Du sanft am Strick zupfen bis Dein Pferd reagiert. Du solltest auf keinen Fall seinen Kopf zu Dir ziehen, dadurch verwirft sich Dein Pferd schnell im Genick und reagiert auf Deinen Druck mit Gegendruck. Dein Pferd sollte seinen Kopf auch nicht zu sehr zu Dir drehen, sondern ihn nur leicht nach innen nehmen (siehe Bilder).</p>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="394" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Genickstellung-e1437573345242-1.jpg" alt="Genickstellung Schulterherein" class="wp-image-2225" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Genickstellung-e1437573345242-1.jpg 150w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Genickstellung-e1437573345242-1-114x300.jpg 114w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Läuft Dein Pferd an Dir vorbei nach innen</strong> musst Du etwas weiter vorne gehen. Dreht es den Kopf zu weit zu Dir hebst Du die linke Hand mit dem Strick auf Höhe seiner Ganaschen. Meist reicht das als Korrektur. Drückt Dein Pferd weiter nach innen kannst Du leicht gegen die Ganasche drücken oder sogar den Knauf der Gerte an die Schulter legen um es auch dort zu begrenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Läuft Dein Pferd zu schnell nach vorne</strong> versuche es durch Stimmkommando und Zupfen am Strick zu bremsen. Achte hier darauf, dass Du nicht zur Seite zu Dir hin zupfst, sondern <strong>mit der Hand in Richtung Brust</strong> gehst. Damit ziehst Du beim Bremsen den Pferdekopf nicht ungewollt zu Dir.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4.</strong> Hat Dein Pferd seinen Kopf etwas zu Dir gebogen hebst Du die Gerte waagerecht zur Hinterhand. Bei den meisten Pferden reicht das aus um die Schulter etwas nach innen kommen und die Hinterhand weichen zu lassen. Ist das nicht der Fall kannst Du die Gerte sanft antippend einsetzen bis die Hinterhand seitwärts-vorwärts weicht und überkreuzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5.</strong> Ganz wichtig: laufe weiter geradeaus &#8211; nur Dein Oberkörper ist dem Pferd leicht zugewandt, Deine Beine laufen aber geradeaus. <strong>Mache Dich groß, halte Dich gerade und schaue nach vorne.</strong> Besonders wenn man sich konzentriert macht man schnell die seltsamsten Verrenkungen. Für Dein Pferd ist aber unheimlich wichtig, dass Deine Körpersprache klar bleibt. Viele Leute schauen auch ständig auf die Hinterhand ihres Pferdes. Versuche das zu vermeiden, denn dann drehst Du deinen Oberkörper zu stark und Dein Pferd wird vermutlich zu sehr mit der Hinterhand herumdrehen und zu dir nach innen laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>6.</strong> <strong>Halte ein gleichmäßiges, nicht zu schnelles, nicht zu langsames Tempo.</strong> Je nach Ausbildungsstand des Pferdes reichen schon ein paar Tritte im Schulterherein oder Du kannst eine ganze lange Seite ablaufen. Schulterherein lässt sich auch auf der Diagonalen oder auf einem Zirkel üben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>7.</strong> Zum <strong>Anhalten</strong> läufst Du einfach etwas schneller und richtest den Kopf Deines Pferdes wieder gerade, bis es wieder gerade auf dem Hufschlag ist. Dann gibst Du das Kommando zum Anhalten. Du kannst auch in der Biegung anhalten, dann solltest Du aber schon etwas erfahrener sein und die Hilfen punktgenau geben könnn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="color: #999999;"><strong>Lesetipp: </strong>Für die Fortgeschritteneren gibt es </span><a href="http://annaeichinger.com/schulterherein-das-aspirin-der-reitkunst/" target="_blank" rel="noopener">hier</a> <span style="color: #999999;">und </span><span style="color: #e73aa0;"><a href="http://annaeichinger.com/schulterherein-probleme/" target="_blank" rel="noopener">hier</a><span style="color: #999999;"> zwei tolle Artikel zum Schulterherein von Anna Eichinger.</span></span></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schulterherein vom Boden aus ist kein Hexenwerk. Gerade für Reiter, die Probleme mit dem Schulterherein im Sattel haben und junge, unerfahrene Pferde ist es von großem Vorteil erst vom Boden aus zu üben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer gehört natürlich auch hier etwas Übung dazu und man sollte sich die ersten paar Male von einem Trainer oder einer erfahrenen Stallkollegin korrigieren lassen. Dieser Artikel ersetzt natürlich keinen Unterricht mit einem ausgebildeten Trainer vor Ort. Am Besten suchst Du Dir einen guten Reitlehrer, der Dich unterstützt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es auszuprobieren lohnt sich aber definitiv!</p>





<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast Du schon einmal versucht Schulterherein vom Boden aus zu üben? Vielleicht hast Du ja noch ein paar Tipps für uns?!</strong></p>



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		<title>Die 9 schlimmsten Fehler beim Longieren – und wie Du sie vermeidest.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 12:16:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bodenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich war nie so richtig überzeugt vom Longieren. Zu oft habe ich wie ein Päckchen verschnürte Pferde gesehen die sich mit resigniertem Blick schwindelig kreiseln lassen. Oder Pferde, die sich in die Longe werfen und ihren Menschen durch die halbe Halle zerren. Genauso sehe ich nur zu oft Menschen ihre Pferde longieren, denen nicht mal [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich war nie so richtig überzeugt vom Longieren. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu oft habe ich wie ein Päckchen verschnürte Pferde gesehen die sich mit resigniertem Blick schwindelig kreiseln lassen. Oder Pferde, die sich in die Longe werfen und ihren Menschen durch die halbe Halle zerren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso sehe ich nur zu oft Menschen ihre Pferde longieren, denen nicht mal bewusst ist wie ihre Körperhaltung auf das Pferd wirkt. Da heißt es dann vor der Schulter stehen und hinten draufhauen und sich wundern, warum das Pferd nicht läuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft sehe ich auch Leute, die ihre Pferde vor dem Reiten longieren, damit sie unter dem Sattel nicht buckeln und durchgehen. In meinen Augen ist das reine Symptombekämpfung – die Ursache liegt woanders und so lange nicht an ihr gearbeitet wird, wird sich auch nichts ändern. Steht das Pferd den ganzen Tag in der Box und kommt nur zum Reiten raus? Kein Wunder, dass es zu viel Energie hat…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich will niemanden verurteilen. Jeder von uns hat mal bei Null angefangen </strong>und es gibt tausend Sachen, die ich nicht kann und ich bin auch nicht perfekt beim Longieren. Aber ich weiß, dass ich sie nicht kann und suche mir einen Trainer, der es mir beibringt oder lese Fachbücher zum Thema.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem ist es natürlich so, dass jedes Pferd individuell andere Hilfen braucht. Und viele Wege führen zum Ziel. Nur weil ich einen bestimmten Weg nicht gehen will heißt das nicht, dass man so nicht auch ankommt und ich jeden verurteile der einen anderen Weg geht. Ich finde das muss jeder für sich entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe das Longieren mit Ausbindern gelernt, welches man so von Reitlehrern lernt, die seit Jahren das Gleiche machen ohne jemals zu reflektieren ob das überhaupt Sinn macht. Genau diesen Sinn habe ich im Longieren nicht gesehen, deshalb habe ich jahrelang überhaupt nicht longiert sondern lieber Freiarbeit à la Natural Horsemanship gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einiger Zeit bin ich dann auf den Longenkurs von Babette Teschen und Tania Konnerth gestoßen. Und siehe da, die beiden erklären gut verständlich wie man <strong>der Anatomie des Pferdes entsprechend</strong> longiert. Und zwar ohne das Pferd mit irgendwelchen Hilfsmitteln zu verschnüren. Ihre Art des Longierens hilft dem Pferd seine Balance zu finden und Muskeln so aufzubauen, dass es auch unter dem unnatürlichen Reitergewicht gesund bleiben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich empfehle also jedem, der sein Pferd sinnvoll longieren will, sich einen guten Trainer zu suchen und diesen aber auch immer wieder zu hinterfragen.</strong> Wie auch beim Reiten sollte man immer über den eigenen Tellerrand schauen, Artikel und Fachbücher lesen – nur so kann man hoffen besser zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meine Tipps spiegeln meine persönliche Meinung wieder und sollen also auf keinen Fall einen kompetenten Trainer ersetzen.</strong> Aber vielleicht bringen sie ja den einen oder anderen zum Nachdenken und geben vielleicht Motivation andere Wege zu beschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch hier nochmal der Hinweis: ich verurteile niemanden der es anders macht. </strong>Ich habe mich ganz persönlich und individuell entschieden, wenn das für jemand anderen nicht passt ist das auch ok.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Das Longieren unterschätzen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Longieren sieht auf den ersten Blick einfach aus: der Mensch steht in der Mitte und das Pferd läuft im Kreis um ihn herum. Da kann man ja nicht viel falsch machen, denkt man sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau hier liegt einer der, meiner Meinung nach, größten Fehler beim Longieren. <strong>Es wird einfach maßlos unterschätzt und jeder denkt er könne es ja mal einfach so ohne Unterricht machen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei kann falsches Longieren dem Pferd schaden. Wenn es sich – wie die meisten Pferde das tun – in den Kreis hineinlehnt <strong>belastet es das innere Vorderbein</strong> zu stark. Durch die Schräglage setzt es die Hufe an ihrer Kante auf und <strong>überlastet seine Sehnen und Gelenke.</strong> Und das sind nur ein paar der vielen negativen Auswirkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird unterschätzt wie schwer es für das Pferd ist in einem Kreis zu laufen. <strong>Dafür ist es anatomisch nicht gebaut und es muss es erst lernen. </strong>Für das Pferd bedeutet auf dem Kreis laufen erst mal Stress, da es aus dem Gleichgewicht ist. Viele Pferde wehren sich dagegen indem sie versuchen wegzurennen oder lieber gar nicht erst vorwärts gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst: </strong>Unterschätze das Longieren nicht und lass es Dir von einem guten Trainer beibringen. Viele bieten auch Wochenendkurse an. Wenn es keinen in Deiner Nähe gibt such Dir doch ein paar Gleichgesinnte an Deinem Stall und ladet einen Trainer zu einem Kurs bei euch ein!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Longieren an der Trense oder am Halfter</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Leider sieht man immer noch häufig, dass Pferde an der Trense longiert werden. <strong>Für mich </strong>ist das ein No-Go.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens hast Du damit <strong>keine genaue Einwirkung</strong> und zweitens – und viel wichtiger – <strong>solltest Du das Maul Deines Pferdes schonen wo es nur geht.</strong> Wenn an der Trense longiert wird hat das Pferd permanent Zug im Maul. Noch schlimmer wird es, wenn das Ganze mit Hilfszügeln kombiniert wird. Über die Hilfszügel bekommt das Pferd bei jedem Schritt einen Ruck ins Maul. Perfekt wenn man sein Pferd abstumpfen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen die mit Trense longieren begründen das damit, dass sie nur so das Pferd sicher unter Kontrolle haben. Klar, wenn es in die Longe springt tut es sich weh. Aber weil das ja so weh tut wird es das dann nicht nochmal machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sind wir doch gleich wieder bei der <strong>Bekämpfung von Symptomen anstatt von Ursachen.</strong> Warum hat man das Pferd nicht unter Kontrolle? Da liegt doch schon vor dem Longieren ein Problem vor. Warum springt das Pferd in die Longe? Hat es Schmerzen weil ständig Druck im Maul ist? Weiß es einfach nicht, wie es auf dem Zirkel sein Gleichgewicht halten soll? Hat es den ganzen Tag in der Box gestanden und platzt fast vor überschüssiger Energie?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das andere Ende der Palette: <strong>Longieren am Halfter.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das sieht man oft. Ein Halfter eignet sich nicht zum Longieren, da man <strong>keine genauen Hilfen</strong> damit geben kann und da es meistens sehr schnell <strong>verrutscht.</strong> Besonders wenn an der Longe gezogen wird hängt schnell das Backenstück des Halfters im äußeren Auge des Pferdes – und der Mensch der longiert sieht es meistens nicht mal.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst: </strong>Nutze zum Longieren einen gut passenden Kappzaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="color: #999999;"><strong>Lesetip</strong></span><strong>p: </strong><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/2010/05/18/der-kappzaum-teil-1-was-sie-uber-dieses-werkzeug-wissen-sollten/" target="_blank" rel="noopener">Was Sie über den Kappzaum wissen sollten</a> und <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/2010/05/25/der-kappzaum-teil-2-kappzaume-der-filigranen-art/" target="_blank" rel="noopener">verschiedene Arten von Kappzäumen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Artikel wird zum Longieren ein schwerer Kappzaum mit Metallbeschlägen empfohlen. Für manche Pferde ist der zu schwer, bzw. sie sind so sensibel, dass sie sehr widerwillig auf ihn reagieren. Bei solchen Pferden empfehle ich einen Kappzaum mit einem breiten, gepolsterten Nasenteil ohne Metall oder Kette.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Du siehst das ganz anders als ich und kannst auch fundiert erklären wie und warum Du Dein Pferd an der Trense longierst? Schreib einen Artikel dazu! Ich verlinke hier gerne auch andere Meinungen oder veröffentliche Artikel von Gastautoren solange sie qualitativ gut und fachlich fundiert sind. Schreib mir einfach eine Mail.)</em></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Longieren mit Ausbindern, Dreieckszügeln, etc.</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Longieren mit <a href="https://herzenspferd.de/hilfszuegel-wirkung/" target="_blank" rel="noopener">Hilfszügeln</a> ist leider auch immer noch weit verbreitet. Weil das Pferd nie gelernt hat sich auf dem Kreis auszubalancieren und ohne Hilfszügel den Kopf hochreißt und den Rücken wegdrückt wird es eben in die passende Position verschnürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Problem dabei:</strong> um dem ständigen Zug der Hilfszügel zu entgehen kommen die meisten Pferde <strong>mit dem Kopf hinter die Senkrechte.</strong> Damit werden sie weder ordentlich gymnastiziert noch bauen sie gesund ihre Muskulatur auf. Von den <strong>psychischen Auswirkungen</strong> ganz zu schweigen. Stell dir mal vor Du müsstest auf einem Seil balancieren und hättest Deine Arme an den Körper gebunden. Keine besonders angenehme Sache…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="color: #999999;"><strong>Lesetipp: </strong>Tierheilpraktikerin Michaela Wunder-Frey über </span>den <a href="http://www.tierheilpraxis-wunder.de/faelle/hilfszuegel---sinn-oder-unsinn.html" target="_blank" rel="noopener">Sinn oder Unsinn von Hilfszügeln.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dazu kommt noch, dass das Pferd nicht lernt sich richtig auszubalancieren. Nimmt man ihm die Hilfszügel ab wird es genauso schlecht laufen wie vorher.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst:</strong> Lass die Hilfszügel weg und bringe Deinem Pferd lieber bei wie es sich richtig ausbalancieren kann (Du weißt schon, Trainer und Fachliteratur). Es wird nicht von Anfang an in guter Haltung laufen. Wahrscheinlich auch noch nicht nach einer Woche Arbeit. Aber je mehr es lernt und seine Balance findet, desto besser wird automatisch seine Haltung. Und das ganz ohne es in eine Position zu zwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Eine Ausnahme mache ich, wenn es um die Sitzschulung des Reiters geht. Hier kann es Sinn machen Ausbinder zu benutzen um sowohl Reiter als auch Pferd die Sache etwas zu erleichtern. Das sollte jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum passieren und das Pferd sollte ansonsten ohne Ausbinder trainiert werden.)</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="firstHeading"><em><strong>Das ist übrigens nicht nur meine Meinung! Schon vor 300 Jahren sagte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Robichon_de_la_Gu%C3%A9rini%C3%A8re" target="_blank" rel="noopener">François Robichon de la Guérinière,</a> &#8222;Hilfszügel sind für Hilfsschüler&#8220;. Auch heute noch lehnen viele nahmhafte Ausbilder und Experten den Einsatz von Hilfszügeln ab. Dazu zählen zum Beispiel Philippe Karl und Claus und Nathalie Penquitt.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Es tut mir Leid, dass sich viele durch diese Aussage angegriffen fühlen. Aber ein bisschen Selbstreflexion schadet nicht, vielleicht ist es an der Zeit mal die gewohnten Methoden zu hinterfragen.</strong></em></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Sich der eigenen Körpersprache nicht bewusst sein</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311.jpg" alt="Körpersprache Longieren" class="wp-image-1425" width="286" height="268" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311.jpg 334w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Koerpersprache-Longieren-e1428349284311-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 286px) 100vw, 286px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Je nachdem wie Du im Verhältnis zu Deinem Pferd stehst reagiert es unterschiedlich. Stehst Du auf Höhe seines Kopfes wird es anhalten, denn Du stehst ihm quasi im Weg. Stehst Du eher weiter hinten, auf Höhe seiner Kruppe, wird es schneller werden, Du treibst es damit an. Stehst Du auf Höhe seiner Schulter bist Du in einer neutralen Position und es sollte im gleichen Tempo bleiben. Ich habe Dir das zum besseren Verständnis mal ganz grob aufgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich benutze zum Longieren kaum die Peitsche, da alle Pferde die ich bis jetzt longiert habe sehr gut auf Körpersprache reagiert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst: </strong>Sei Dir immer Deiner Körpersprache bewusst! Versuche doch mal Dein Pferd ohne Longierpeitsche anzutreiben und anzuhalten. Vielleicht reagiert es am Anfang nicht so schnell wie mit der Peitsche, aber es wird schnell merken was Du da tust und Du wirst erstaunt sein wie gut es funktioniert.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. Zu hartes, ruckartiges Ziehen an der Longe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Druck erzeugt Gegendruck.</strong> Wenn Du die Longe ruckartig anziehst tust Du Deinem Pferd damit weh. In Zukunft wird es sich <strong>im Genick anspannen und festmachen</strong> wenn Du die Longe anhebst um sein Genick vor dem Ziehen zu schützen. Das passiert ganz automatisch – auch bei Dir. Du kannst das schön testen, indem Du und eine Freundin jeweils ein Ende eines Stricks in die Hand nehmt. Deine Freundin soll nun einmal ruckartig am Strick ziehen während Du ihn festhalten musst. Wenn Du nicht schon sowieso in der Erwartung des Zugs Deinen Arm angespannt hast wirst Du das spätestens beim nächsten Mal ziehen reflexartig machen. Genauso ist es auch bei Deinem Pferd.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst:</strong> Ziehe niemals ruckartig am Zügel, sondern erhöhe den Zug langsam und sanft. Du zeigst Deinem Pferd damit, dass es Dir seinen Kopf und sein Genick anvertrauen kann, weil Du ihm nicht wehtust. Ein Nebeneffekt davon wird sein, dass Dein Pferd immer sensibler reagiert. Irgendwann wirst Du nur noch kurz die Longe anheben müssen und Dein Pferd wird sofort reagieren.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. Das Pferd mit „Dauerkommandos“ abstumpfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem bei eher langsamen, faulen Pferden hat man schnell das Problem, dass man irgendwann permanent schnalzt und mit der Peitsche antreibt. Ich muss mir da selbst auch immer wieder auf die Finger gucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meistens reagieren die Pferde nämlich schon gar nicht mehr darauf. Und je öfter Du ein Kommando in gleicher Intensität und ohne Konsequenz gibst, desto weniger wird Dein Pferd darauf reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst:</strong> Wenn Du ein faules Pferd hast schnalze einmal. Kommt keine Reaktion schnalze und tippe es mit der Peitsche an. Kommt immer noch keine Reaktion schnalze, tippe es mit der Peitsche an und laufe auf seine Kruppe zu. Indem Du auf es zuläufst erhöhst Du den Druck immer weiter. Irgendwann wird es schneller laufen. Wichtig ist nur, dass Du erst mal sanft anfragst und Deinem Pferd <strong>die Chance gibst zu reagieren.</strong> Tut es das nicht, kommt die nächste Frage etwas stärker, bis es reagiert. Dann sollte aber auch der Druck <strong>sofort</strong> wieder weg sein!</p>



<p class="wp-block-paragraph">So solltest Du aber nur bei faulen Pferden vorgehen. <strong>Hat Dein Pferd Angst vor etwas solltest Du ihm nicht noch zusätzlichen Druck machen, sondern ihm Sicherheit vermitteln.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. Die Longe in der Faust halten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ich habe die Longe jahrelang in der Faust gehalten. Dabei weiß man doch, dass man sich sehr viel schneller <strong>steif macht und verkrampft</strong> wenn man die Hand als feste Faust hält. Außerdem muss jegliches Nachgeben dann aus dem Handgelenk bzw. dem ganzen Arm kommen. Das ist einfach viel zu grobmotorisch und ungenau.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst:</strong> Halte die Longe wie Du auch die Zügel hältst: von oben zwischen Daumen und Zeigefinger nach unten zwischen Ringfinger und kleinem Finger wieder hinaus. So kannst Du wie auch bei den Zügeln mit Deinem Ringfinger die Longe annehmen und auch wieder nachgeben.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. Die Longe um die Hand wickeln / keine Handschuhe tragen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Longen sind zu lang. Damit man nicht ständig über ihr Ende stolpert hält man es in der Hand. Dabei sollte man – wie auch beim Führen mit einem Strick – immer darauf achten, dass man die Longe nicht um die Hand wickelt. Sollte das Pferd nämlich mal wegspringen kann man nicht schnell genug loslassen und dann sind schnell mal die <strong>Finger ab oder die Schulter ausgekugelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso ungünstig ist es, beim Longieren keine Handschuhe zu tragen. Selbst das bravste Pferd springt mal weg. Wenn Dir dann die Longe durch die Hand gezogen wird hast Du im Null Komma Nichts die Hand aufgerissen oder verbrannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst:</strong> Wenn Deine Longe permanent zu lang ist schneide ein Stück ab. Ansonsten lege die überflüssige Länge in Schlaufen zusammen und halte sie so in der Hand, dass sie sich unter Zug einfach aus Deiner Hand herauszieht. Und immer Handschuhe tragen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. Zu lange auf der „schlechten“ Seite des Pferdes longieren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pferde sind von Natur aus <a href="https://herzenspferd.de/natuerliche-schiefe-geraderichten/" target="_blank" rel="noopener">schief</a>. Das bedeutet, sie haben eine kürzere und eine längere Seite. Auf der kürzeren Seite sind ihre Muskeln verkürzt, deshalb biegen sie sich nicht gerne zur gegenüberliegenden Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Beispiel:</strong> ist Dein Pferd rechts hohl (so nennt man die kurze Seite), dann wird es sich gerne nach rechts, aber nur ungerne nach links biegen wollen. Das hast Du bestimmt auch schon unter dem Sattel gemerkt, es gibt immer eine Seite, auf der Dein Pferd Sachen besser macht als auf der anderen (das kann sich im Laufe des Pferdelebens auch mehrmals ändern).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muss sich Dein Pferd nun zu der Seite biegen, die ihm unangenehm ist, ist das genauso wie wenn Du z.B. Deine Beine dehnst. Das kann ziemlich wehtun und man macht es lieber langsam, sanft und nur kurz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Pferd auf einer Seite schlechter läuft hat man oft das Bedürfnis auf dieser Seite besonders viel zu arbeiten. Tatsächlich macht man die Sache damit eher schlimmer. Das Pferd hat Schmerzen und versucht gegenzuhalten. Es macht sich steif und verkrampft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Du den Fehler vermeiden kannst:</strong> Longiere Dein Pferd immer nur kurz auf seiner schlechten Seite, damit sich die verkürzte Muskulatur sanft an die Dehnung gewöhnen kann. Starte mit 5 Minuten (wenn Dein Pferd ganz unwillig reagiert auch gerne kürzer) und erhöhe die Zeit nach und nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es versteht sich dabei von selbst, dass der Kreis auf dem Du longierst groß genug ist!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Positive Auswirkungen von gutem Longieren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du Dein Pferd richtig longierst kann das tolle Auswirkungen haben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dein Pferd verbessert seine <strong>Balance</strong> auch unter dem Reiter</li>



<li>Es baut seine <strong>Muskeln</strong> auf und kann Dich so besser tragen</li>



<li>Es lernt mit der <strong>Hinterhand weiter unterzutreten</strong> und mehr Gewicht damit zu tragen</li>



<li>Es wird <strong>losgelassener </strong>und seine Gänge werden raumgreifender</li>



<li>Es kann an der Longe <strong>Muskelverspannungen </strong>lösen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Und dabei brauchst Du nicht wirklich viel <strong>Zubehör:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einen passenden Kappzaum</li>



<li>Eine Longe</li>



<li>Eine Longierpeitsche</li>



<li>Einen Platz wo Du ohne Ablenkung longieren kannst</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin froh, dass ich mich wieder mit dem Longieren beschäftigt habe und es mittlerweile viele Leute gibt die nicht mehr auf die Weise longieren wie ich (und viele andere) es früher gelernt habe. Wenn man es richtig macht hat das Longieren viele Vorteile und lässt sich toll ins Training integrieren.</p>





<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast Du schon mal longiert? Siehst Du das ganz anders als ich? Oder machst Du auch den Longenkurs von Babette Teschen? Ich freue mich über Kommentare.</strong></p>



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