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	<title>Stampfen Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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		<title>12 Vokabeln der Pferdesprache, die Du kennen solltest!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2016 07:01:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[PFERDE | WISSEN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es wird ja immer viel über&#8217;s Pferdeflüstern geredet. Dabei finde ich das Hinsehen und Zuhören so viel wichtiger! Wer keine &#8222;Ich Chef, du nix!&#8220;-Beziehung zu seinem Pferd möchte, kommt nicht darum herum, auch mal zuzuhören und das Pferd zu Wort kommen zu lassen. Damit man das kann, muss man natürlich verstehen, was das Pferd einem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es wird ja immer viel über&#8217;s Pferdeflüstern geredet.</p>



<p>Dabei finde ich das Hinsehen und Zuhören so viel wichtiger! Wer keine &#8222;Ich Chef, du nix!&#8220;-Beziehung zu seinem Pferd möchte, kommt nicht darum herum, auch mal zuzuhören und das Pferd zu Wort kommen zu lassen. Damit man das kann, muss man natürlich verstehen, was das Pferd einem mitteilen möchte. Ein paar grundlegende &#8222;Vokabeln&#8220; bzw. Verhaltensweisen der Pferdesprache &#8211; so wie ich sie gelernt habe &#8211; habe ich in diesem Artikel zusammengefasst. Es sind etwas mehr &#8222;negative&#8220; Signale, weil ich es bei diesen schlimmer oder gefährlicher finde, wenn sie nicht erkannt werden.</p>



<p><strong>Das Verhalten von Pferden zu deuten ist nicht immer einfach und ein sehr komplexes Thema. Wie wir Menschen auch, haben Pferde verschiedene Persönlichkeiten und kommunizieren dementsprechend auch nicht alle gleich. Wenn Du Dein Pferd gut kennenlernen möchtest, solltest Du es unbedingt im Umgang mit anderen Pferden beobachten und Dir auch im täglichen Umgang mit ihm die Zeit nehmen sein Verhalten zu analysieren und verstehen zu wollen.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Peitschender Schweif</strong></h2>



<p>Ein Pferd schlägt natürlich zuallererst mit dem Schweif, um Fliegen loszuwerden. Man sieht dieses Verhalten aber auch, wenn gar keine Fliegen da sind. Dann kann es ein Anzeichen dafür sein, dass sich das Pferd ärgert, sich nicht wohlfühlt oder etwas Unangenehmes loswerden will. Unter dem Sattel (oder bei der Bodenarbeit) kann damit durchaus der Reiter gemeint sein, der zum Beispiel zu viel verlangt oder zu grob ist. Wer beim nächsten Turnier (oder in der Reitstunde) mal auf den Schweif der Pferde achtet, wird das relativ häufig sehen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Angelegte Ohren</strong></h2>



<p>Das wissen oft auch Nicht-Pferdemenschen: angelegte Ohren sind eine Warnung in der Pferdesprache. Wenn Dein Pferd seine Ohren flach nach hinten presst solltest Du vorsichtig sein und herausfinden, woran das liegt.</p>



<p><strong>Es gibt jedoch viele andere Situationen, in denen die Ohren nach hinten geklappt sind, die aber nichts mit Aggression oder Warnung zu tun haben.</strong> <a href="https://herzenspferd.de/angelegte-ohren-pferd/" target="_blank" rel="noopener">Dazu habe ich hier einen ausführlicheren Artikel geschrieben.</a> Nur wirklich flach angepresste Ohren &#8211; eventuell in Kombination mit angespanntem Maul und gekräuselten Nüstern &#8211; sind als Warnung gemeint.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Stampfen</strong></h2>



<p>Stampfen mit einem Vorder- oder Hinterbein ist meist ein Zeichen von Ungeduld oder Unmut. Steht ein Pferd zum Beispiel lange unbeachtet am Putzplatz, drückt es so seine Langeweile oder den Wunsch, zurück zur Koppel oder zum Stall zu gehen aus.</p>



<p>Es kann aber auch eine Warnung sein. Putzt Du zum Beispiel an einer Stelle, an der dein Pferd <a href="https://herzenspferd.de/schmerzen-erkennen/" target="_blank" rel="noopener">Schmerzen</a> hat, dann stampft es mit einem Bein oder hebt ein Hinterbein als Warnung an, dass Du das sein lassen sollst. Generell kann das Anheben eines Beines eine Vorstufe (Frühwarnung) des Austretens sein. Wenn Dein Pferd dieses Verhalten zeigt, solltest Du also vorsichtig sein und Dir überlegen, warum es das tut.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Kopfschlagen</strong></h2>



<p>Kopfschlagen kann &#8211; wie Schweifschlagen &#8211; ein Zeichen für Unmut und Ungeduld sein. Schlägt Dein Pferd beim Reiten mit dem Kopf (wenn keine Fliegen zu vertreiben sind), dann machst Du etwas falsch oder es hat durch vorherige schlechte Erfahrungen Stress und setzt sich so vorsorglich zur Wehr. Dann liegt es an Dir (vielleicht mit Hilfe eines Trainers/einer Trainerin) herauszufinden, wo das Problem liegt und daran zu arbeiten.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. Wegschauen</strong></h2>



<p>Die meisten Menschen nehmen es persönlich und sind ein bisschen angefressen, wenn das Pferd während des Trainings wegschaut. Grundsätzlich sollte man nichts, was das Pferd tut, als persönliche Beleidigung sehen, es handelt nun mal nach seiner Natur. Vielleicht hat es etwas gehört, was wir nicht hören können (Pferde haben ein sehr viel besseres Gehör als Menschen) und schaut nur weg um sicherzugehen, dass keine Gefahr droht. Oder wir machen gerade zu viel Druck und das Wegschauen ist eine Beschwichtigungsgeste (<a href="https://herzenspferd.de/pferdesprache-beschwichtigungssignale/" target="_blank" rel="noopener">darüber habe ich hier ausführlicher geschrieben</a>).</p>



<p>Wenn Dein Pferd also wegschaut, bleib entspannt und lenke seine Aufmerksamkeit &#8211; etwa durch einen Schritt zur Seite oder ein leises Geräusch &#8211; wieder auf Dich. Überprüfe Dich selbst, ob Du vielleicht gerade viel Druck aufbaust und ob es auch mit weniger geht.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. Frontales Anstarren</strong></h2>



<p>Starrt Dich Dein Pferd frontal an und läuft vielleicht sogar dabei in einer direkten Linie auf Dich zu, macht es sich dabei groß und hat keinen entspannten Ausdruck, kann das als Aufforderung zum Ausweichen gemeint sein. Genauso kannst Du das übrigens umgekehrt einsetzen: machst Du Dich vor Deinem Pferd groß und starrst es an, ist das eine Aufforderung zum Stoppen oder Weichen. Wenn Du Dich einem Pferd annähern möchtest, solltest Du entspannt bleiben, es nicht direkt anstarren und auf einer geschwungenen Linie (nicht direkt auf es zu) zu ihm hinlaufen. Das Anstarren und zielstrebig Hinlaufen ist &#8222;Raubtierverhalten&#8220; und für das Fluchttier Pferd eher beunruhigend.</p>



<p>Hat das Pferd hingegen einen enstpannten Gesichtsausdruck, entspannte Ohren und einen locker getragenen Hals, während es auf Dich zukommt, musst Du Dir keine Gedanken machen &#8211; vielleicht will es einfach nur schnell zu Dir, weil es Deine Gesellschaft genießt oder auf ein Leckerli hofft.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. Ein Ohr bei Dir</strong></h2>



<p>Das ist ein gutes Zeichen! Es bedeutet nämlich, dass Dein Pferd sich auf Dich konzentriert und Dir zuhört. Man sieht das vor allem in der Bodenarbeit, aber auch beim Reiten: dann dreht Dein Pferd seine Ohren zurück zu Dir.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. Parallel stehen oder laufen</strong></h2>



<p>Befreundete Pferde fressen oft parallel nebeneinander, sie laufen beim Spiel parallel, sie putzen sich gegenseitig parallel. Parallel stehen oder gehen signalisiert also in der Regel Freundschaft. Ich bleibe nach dem Training oft noch eine kleine Weile neben meiner Reitbeteiligung stehen, dann schauen wir zusammen in die Gegend, seufzen ein bisschen und lassen so die gemeinsame Zeit ausklingen. Für mich ist das ein wichtiger Baustein für eine gute Beziehung zu meinem Pferd.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. Mit der Schulter schieben</strong></h2>



<p>Dein Pferd schiebt Dich beim Laufen mit der Schulter weg, bzw. drängt Dich ab? Das solltest Du nicht zulassen, denn es bedeutet, dass Dein Pferd führt und es unter Umständen an Respekt vor Dir mangelt.</p>



<p>So etwas kann sich auch schon im ganz Kleinen zeigen: Du putzt Dein Pferd und es macht einen minimalen Ausfallschritt zu Dir hin &#8211; wenn Du dann ausweichst (und das machen viele von uns ganz unbewusst, wenn sie sich nicht genug auf das Pferd konzentrieren &#8211; z.B. beim Gespräch mit der Stallkollegin), hast Du Deinem Pferd signalisiert, dass es Dich bewegen kann und Du gerade &#8222;rangniedriger&#8220; (ich setze das in Anführungszeichen, weil es erstens keine feste Rangordnung gibt und zweitens Du als Mensch vom Pferd sowieso nicht als Pferd gesehen wirst) bist. Solche scheinbar kleinen, unwichtigen Momente, können &#8211; in der Summe und je nach Pferd &#8211; der erste Schritt in Richtung eines Respektproblems sein. Ich achte am Anfang sehr sehr genau auf solche vermeintlichen Kleinigkeiten, viele Probleme entstehen dann erst gar nicht.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. Die Hinterhand zudrehen</strong></h2>



<p>Dreht Dein Pferd Dir bewusst sein Hinterteil hin, ist das eines der deutlichsten Warnzeichen in der Pferdesprache. Die nächste Eskalationsstufe wäre ein angehobenes Bein und wenn auch darauf nicht reagiert wird, möglicherweise ein Tritt.</p>



<p>Im Alltag werden wohl die wenigsten Reiter so etwas erleben, denn Pferde sind grundsätzlich friedliche Lebewesen und die meisten Menschen treiben es nicht so weit, dass ihr Pferd sich auf diese Art wehrt.</p>



<p>Tut Dein Pferd es doch, gilt es herauszufinden, warum. Vor einigen Jahren habe ich ein mir unbekanntes Pferd von der Koppel geholt. Die Stute ließ sich entspannt aufhalftern und lief auch ein paar Schritte mit mir mit &#8211; bis sie mir plötzlich aus heiterem Himmel den Strick aus der Hand riss und ihr Hinterteil zudrehte. Ich war ziemlich perplex, machte einen Schritt zur Seite und wartete, bis sie wieder etwas entspannter war. Dann nahm ich den Strick &#8211; sie war freundlich &#8211; und ging wieder mit ihr los. Das gleiche Spiel begann von vorne. Die Stute hatte so ein Verhalten noch nie gezeigt und alle waren ratlos. Nach kurzer Suche hat sich dann herausgestellt, dass sie am Unterkiefer einen dick angeschwollenen Insektenstich hatte und der Ring des Halfters beim Laufen dagegenschlug. Sie hatte also Schmerzen, hat diese mit mir in Verbindung gebracht und mir mit deutlicher Warnung gesagt, damit aufzuhören.</p>



<p>So eine Warnung ist also erst mal nichts Schlechtes oder böser Wille des Pferdes. Man sollte die Nerven behalten, sich aus der Gefahrensituation bringen und dann ruhig nach dem Grund für das Verhalten suchen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>11. Schmerzgesicht</strong></h2>



<p>Jeder, der mit Pferden zu tun hat, sollte in der Lage sein zu erkennen, wann sie Schmerzen haben. Ein nicht unwesentliches Erkennungsmerkmal ist das Schmerzgesicht: <a href="https://herzenspferd.de/schmerzen-erkennen/" target="_blank" rel="noopener">hier kannst Du mehr darüber lesen.</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>12. Gähnen und Kauen</strong></h2>



<p>Gähnen und Kauen können &#8211; besonders während intensiven Trainings &#8211; Beschwichtigungssignale sein. Pferde zeigen solche Signale, wenn sie sich unter Druck fühlen oder wenn sie nach einer angespannten Situation wieder entspannen. <a href="https://herzenspferd.de/pferdesprache-beschwichtigungssignale/" target="_blank" rel="noopener">Mehr über Beschwichtigungssignale, was sie bedeuten und wie Du damit umgehen kannst, findest Du hier.</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenfassung</strong></h2>



<p>Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Signale, die unsere Pferde uns schicken. Und je nach Situation und Kontext haben die gleichen Signale auch unterschiedliche Bedeutungen. Wer sein Pferd wirklich verstehen und die Pferdesprache lernen will, kommt nicht darum herum es im Umgang mit anderen Pferden zu beobachten.</p>



<p>Ich kann nur jedem raten, sich die Zeit zu nehmen, regelmäßig Pferde auf der Koppel zu beobachten. Vielleicht findet man eine erfahrene Stallkollegin, die anfangs das Verhalten erklären und auf besonders feine Signale hinweisen kann. Darüber hinaus hilft nur Zeit, Geduld und Interesse.</p>



<p>Mehr zum Thema natürliches Pferdeverhalten findest Du auf der <a href="https://marc-lubetzki.de/blog" target="_blank" rel="noopener">Seite des Tierfilmers Marc Lubetzki</a>, der regelmäßig und über einen langen Zeitraum Wildpferdeherden begleitet und in seinem Blog über seine Erfahrungen schreibt.</p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Habe ich im Artikel etwas vergessen? Welche Signale findest Du noch wichtig?</strong><img decoding="async" width="1" height="1" alt="" consent-original-src-_="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/af7acd5e84314ec58542fcaa7e021612" consent-required="259514" consent-by="services" consent-id="259527"></h4>



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