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	<title>Jogger Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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		<title>Spießrutenlauf Ausritt &#8211; Tipps für ein rücksichtsvolleres Miteinander im Gelände</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2015 09:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Sonntag im August. Die Sonne scheint, es ist warm und ich habe den ganzen Tag Zeit. Perfekt für einen entspannten, langen Ausritt. Pferd fertig machen und los geht&#8217;s. Kaum im Wald hängt dem Pony schon der erste Radfahrer am Popo. Was erlaube ich mir auch so langsam unterwegs zu sein, der Herr Profi-Radrennfahrer mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Sonntag im August. Die Sonne scheint, es ist warm und ich habe den ganzen Tag Zeit. Perfekt für einen entspannten, langen Ausritt. Pferd fertig machen und los geht&#8217;s.</p>



<p>Kaum im Wald hängt dem Pony schon der erste Radfahrer am Popo. Was erlaube ich mir auch so langsam unterwegs zu sein, der Herr Profi-Radrennfahrer mit dem verkniffenen Gesicht und den engen Hosen hat&#8217;s eilig. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen einem Radfahrer mit Hufabdruck im Gesicht das Händchen zu halten während wir auf den Notarzt warten. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein bisschen gefährlich ist, bekomme ich den Mittelfinger gezeigt. Okay&#8230;</p>



<p>Nun ja, weiter geht&#8217;s. Der Ärger ist im warmen Sonnenschein schnell vergessen und ich genieße es gemütlich durch den Wald zu zockeln. Bis die Stille von hysterischem Kläffen unterbrochen wird. Ich schaue zu Boden. Eine bellende Katze &#8211; oh, nein, es ist ein Hund, für eine Katze ist es zu klein &#8211; hat das Pony als seine Beute auserkoren und schnappt nun munter nach seinen Fesseln. Die Beistzerin schreit keuchend aus 300 Metern Entfernung &#8222;Der maaacht niiix, ist ein gaaanz Liiiieber!&#8220;. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen ihm einen kleinen Hund aus den Hufen zu kratzen. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein bisschen gefährlich ist, kommt nur ein verwundertes &#8222;Wieso? Ich hab doch gesagt der macht nix, sehen Sie doch!&#8220;.</p>



<p>Den Fifi endlich abgeschüttelt geht es weiter. Nun schon etwas weniger entspannt. Und schon kommt die nächste Geduldsprobe um die Kurve &#8211; eine Wandergruppe. Und zwischen den obligatorischen &#8222;Sie haben&#8217;s aber gut, müssen nicht selbst laufen!&#8220;, &#8222;Darf ich auch mal reiten?&#8220; und &#8222;Ach Gott, das arme Pferd, muss jemanden tragen!&#8220; Rufen, kommt natürlich &#8211; wie sollte es anders sein &#8211; von mindestens 5 der fröhlichen, mit Walking Stöcken vorbeistöckelnden Rentner munteres Geschnalze in Richtung Pony und Klopfer auf den Ponypopo. Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen auf den Notartzt zu warten, weil ich einen Abflug von meinem durchgehenden Pony gemacht habe. Auf meine freundliche Anmerkung, dass das ein Ein-Frau-Pony ist (auf das immer nur einer drauf kann) und dass es Popo-Klopfen doof findet, lachen die Rentner lautstark und wünschen mir noch einen schönen Tag.</p>



<p>Einmal tief durchatmen und die verkrampften Schultern kreisen lassen. Die Sonne scheint immer noch und die Vögel zwitschern. Ich reite in eine Richtung, von der ich weiß, dass normalerweise nicht so viele Leute unterwegs sind. Kaum bin ich in den nächsten Weg eingebogen höre ich schnelles Hufgeklapper. Es kommen mir zwei imposante Warmblüter in flottem Trab mit fliegenden Hufen entgegen. Ich lächele freundlich, denn schließlich wissen Reiter ja, dass man im Gelände auf Andere Rücksicht nehmen sollte. Die beiden Reiter scheinen es aber &#8211; genauso wie der Profi-Rennradfahrer &#8211; sehr eilig zu haben und können auf keinen Fall im Schritt an mir und dem Pony vorbei. Für einen abfälligen Blick nach unten reicht es aber noch. Weiß ja jeder, dass alles unter 1,70 kein ordentliches Reittier ist! Diese Ponys sind auch immer so dreckig&#8230; Gut, dass ich ein nettes Pony habe, ich möchte meinen entspannten Tag nicht damit verbringen mit ihm darum zu kämpfen, ob es den Warmblütern hinterherrennen darf oder nicht. Eine freundliche Anmerkung gab es diesmal nicht &#8211; die waren einfach zu schnell weg.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rücksichtnahme? Fehlanzeige&#8230;</strong></h2>



<p>Keine dieser Geschichten ist erfunden, alles habe ich so &#8211; nicht nur einmal &#8211; erlebt. Und ich könnte noch tausend ähnliche Geschichten erzählen.</p>



<p>Das hat mir schon so manchen Ausritt vermiest.</p>



<p>Dabei ist es egal, ob es Radfahrer, Hundemenschen, Fußgänger oder Reiter sind. Unheimlich viele Leute sind einfach rücksichtslos (wie immer natürlich nicht alle!).</p>



<p>Das muss doch nicht sein. Wir alle wollen eine schöne Zeit in der Natur verbringen und uns nicht über andere Menschen ärgern oder sogar in gefährliche Situationen kommen.</p>



<p>Das Verhalten der anderen Leute kannst Du natürlich nicht beeinflussen. Aber Du kannst Dich und Dein Pferd darauf vorbereiten. Außerdem kannst Du mit gutem Beispiel vorausgehen und vielleicht Dein Umfeld damit ein kleines bisschen verändern.</p>



<p>Hier sind meine Tipps für das Verhalten im Gelände:</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Mach Dein Pferd geländesicher</strong></h2>



<p>Am besten lernt Dein Pferd schon in jungen Jahren bei Spaziergängen, als Handpferd und beim gemeinsamen Ausritt mit einem ruhigen und erfahrenen Begleitpferd das Gelände und alles was so darin vorkommt kennen. Hunde, Kinder, Radfahrer, Jogger, Autos, Waldarbeiter mit Motorsägen, &#8230; all das sollte für Dein Pferd nichts Neues sein!</p>



<p>Du kannst die Welt um Dich herum nur bedingt beeinflussen. Deshalb musst Du Dein Pferd mit so vielen unterschiedlichen Dingen und Situationen bekannt machen wie Du kannst. Es gibt da ein schönes Zitat: &#8222;Der Vogel vertraut nicht dem Ast auf dem er sitzt, sondern seinen eigenen Flügeln&#8220;. Auf unsere Situation bezogen heißt das für mich: <strong>Vertraue nicht darauf, dass Dein Umfeld auf Dich und Dein Pferd Rücksicht nimmt, sondern vertraue darauf, dass Du Dein Pferd so gut sozialisiert hast, dass es mit den meisten Sachen klarkommt.</strong></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Verhalte Dich selbst rücksichtsvoll</strong></h2>



<p>Das heißt für mich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>An allem &#8211; egal ob Mensch oder Tier, Radfahrer oder Reiter &#8211; wird im Schritt vorbeigegangen!</strong> Es ist nicht nur höflich, sondern auch einfach sicherer. Dein Pferd hat so mehr Zeit sich alles anzuschauen und ihr könnt schneller ausweichen falls es sein muss. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einige Menschen gibt die große Angst vor Pferden haben. Die muss man doch nicht noch mehr verängstigen indem man an ihnen vorbeibrettert!</li>



<li>Wenn Dir jemand entgegenkommt <strong>mach Platz</strong> und reite am Wegesrand. Vor allem wenn ihr mehrere Reiter seid, solltet ihr dann nicht mehr nebeneinander reiten. Den meisten Leuten ist es unangenehm, wenn Pferde sehr dicht an ihnen vorbeilaufen.</li>



<li>Reite nicht auf Fußgängerwegen &#8211; das nehmen Dir die meisten Fußgänger ziemlich übel. Außerdem ist es auch verboten.</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Bleib freundlich oder zumindest höflich</strong></h2>



<p>Ich weiß, manchmal fällt das ziemlich schwer.</p>



<p><strong>Ich habe es mir angewöhnt, die Leute mit Freundlichkeit zu überrumpeln. Damit dringt man oft viel eher zu ihnen durch als mit Ärger und Zurechtweisungen.</strong></p>



<p>Außerdem lobe ich Leute die sich (auch nur ansatzweise) toll verhalten lautstark und begeistert. Die meisten freuen sich darüber und ich möchte wetten, dass sie das nicht so schnell vergessen und sich weiter gut verhalten. Also ganz nach dem Grundsatz der positiven Verstärkung &#8211; wenn ich könnte würde ich wahrscheinlich versuchen sie zu Clickern 😉</p>



<p>Ich höre oft von Nicht-Reitern: &#8222;Ach diese Reiter, gucken immer so hochnäsig auf einen herab!&#8220;. <strong>Ein nettes &#8222;Hallo&#8220; oder &#8222;Guten Tag&#8220; kostet Dich nichts und macht einen guten Eindruck.</strong> Die meisten Leute sind gleich viel toleranter, wenn man einen netten Eindruck macht. Ich bin jahrelang um einen See geritten wo ich eigentlich nichts zu suchen hatte und niemand hat je etwas zu mir gesagt (im Gegensatz zu anderen Reitern!) &#8211; weil ich immer nett war und mit den Leuten geredet habe.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Bei aller Freundlichkeit: Kläre die Leute über mögliche Gefahren auf</strong></h2>



<p>Die wenigsten Menschen haben etwas mit Pferden zu tun. Sie wissen das, was ihre Großeltern ihnen als Kinder beim Spaziergang an der Pferdekoppel entlang erzählt haben. Und sie denken Zuckerwürfel sind ein tolles Leckerli für Pferde.</p>



<p>Wenn sie sich gerade ungünstig verhalten liegt das zum größten Teil an schlichter Unwissenheit. Deshalb: bleibe freundlich und mach keine Vorwürfe, aber erkläre, warum die Situation gerade gefährlich werden könnte.</p>



<p>Zu der Frau mit dem Hund würde ich zum Beispiel sagen: &#8222;Ich habe ein wirklich nettes Pferd, aber man kann sich da nie sicher sein, dass es nicht doch mal nach einem Hund tritt. Ihrer ist so süß, das wäre ja furchtbar wenn ihm etwas passiert. Vielleicht leinen Sie ihn in der Nähe von Pferden besser an?&#8220;</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Für ein gutes Miteinander im Gelände wünsche ich mir&#8230;</strong></h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Dass Radfahrer ein kleines bisschen langsamer machen, wenn sie an einem Pferd vorbeifahren, bzw. nicht von hinten dicht an es ranfahren. Das dient auch der eigenen Sicherheit! Ein Pferd ist schnell mal zur Seite gesprungen wenn es sich erschreckt, gegen 500kg Lebendgewicht zieht ein Radfahrer immer den kürzeren.</li>



<li>Dass Hundebesitzer ihren Hund bei Fuß laufen lassen wenn sie am Pferd vorbeigehen. Selbst wenn sich der Hund absolut gar nicht für das Perd interessiert hat man als Reiter doch ein sichereres Gefühl wenn man sieht, dass der Besitzer sich jederzeit seinen Hund schnappen kann falls etwas ist.</li>



<li>Dass Reiter untereinander mehr Rücksicht nehmen und im Schritt aneinander vorbeireiten. Oder zumindest fragen, ob es ok ist wenn sie im Trab oder Galopp vorbeigehen.</li>
</ul>



<p>Ich bin mal gespannt wie es diesen Sommer wird. Ich habe ja Glück und reite ein nettes Pony 😉</p>





<p><strong>Was sind Deine Erfahrungen mit anderen Leuten im Gelände? Wie reagierst Du? Oder hast Du noch gute Tipps?</strong></p>



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