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	<title>Hilfszügel Archive - Herzenspferd</title>
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	<description>Wissen &#38; Tipps für Reiter mit Herz</description>
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	<title>Hilfszügel Archive - Herzenspferd</title>
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		<title>Das Reiter-Bullshit-Bingo &#8211; 25 Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2017 17:27:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit & Haltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin für den Blog viel in den sozialen Netzwerken unterwegs und lese tagtäglich sehr, sehr viele Aussagen von Reitern und Pferdebesitzern in diversen Foren und Gruppen. Und es gibt Aussagen, die mir regelmäßig den Puls in die Höhe treiben, oder Diskussionen, die immer und immer wieder mit den gleichen Argumenten geführt werden und irgendwann [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://herzenspferd.de/reiter-bullshit-bingo/">Das Reiter-Bullshit-Bingo &#8211; 25 Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann!</a> erschien zuerst auf <a href="https://herzenspferd.de">Herzenspferd</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich bin für den Blog viel in den sozialen Netzwerken unterwegs und lese tagtäglich sehr, sehr viele Aussagen von Reitern und Pferdebesitzern in diversen Foren und Gruppen. Und es gibt Aussagen, die mir regelmäßig den Puls in die Höhe treiben, oder Diskussionen, die immer und immer wieder mit den gleichen Argumenten geführt werden und irgendwann einfach nur noch ermüdend sind.</p>



<p>Man findet mich in solchen Diskussionen übrigens so gut wie nie &#8211; aber ich bin sehr häufig stille Mitleserin und denke mir meinen Teil. Damit ich auch in Zukunft nicht mitdiskutieren muss, sondern vielleicht einfach hierher verlinken kann &#8211; und für alle Anderen, denen es auch so geht &#8211; gibt es hier also meine persönliche &#8222;Hitliste&#8220; an Aussagen, die ich einfach nicht mehr hören kann und meine Meinung dazu. Und damit es lustiger ist, habe ich sie in Bingo-Form zusammengestellt: bei der nächsten Diskussion können wir dann alle das Reiter-Bullshit-Bingo spielen.</p>



<p>Achtung: das ist ein Meinungsbeitrag und der Ein oder Andere könnte sich auf die Füße getreten fühlen. Es ist nicht meine Absicht jemanden generell zu verteufeln &#8211; auch wenn man mal eine oder mehrere dieser Aussagen trifft, ist man nicht gleich ein schlechter Mensch oder quält seine Pferde!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Der Hilfszügel zeigt dem Pferd den Weg in die Tiefe!</strong></h2>



<p>Ich glaube das ist der Satz, der mich von allen Aussagen am meisten die Wände hochtreibt. Es mag ja sein, dass es unter hundert Pferden eines gibt, bei dem das zutrifft &#8211; wenn am anderen Ende ein Mensch steht, der ganz genau weiß was er tut, seinem Pferd ein guter Pädagoge ist und ihm zeigt, wie es seinen Körper einsetzen kann. Aber die 99 anderen Pferdebesitzer, die ihren Hilfszügeleinsatz mit dieser Aussage begründen, machen es sich einfach nur leicht bzw. in vielen Fällen machen sie sich etwas vor. Ja, das Pferd nimmt den Kopf runter, wenn man ihn runter schnürt. Aber lernt es etwas dabei?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lernt es den Rücken aufzuwölben, oder ist der immer noch weggedrückt und fest?</li>



<li>Lernt es mit der Hinterhand unterzutreten, oder schiebt die eher nach hinten raus?</li>



<li>Lernt es seinen Kopf einzusetzen und zu erkennen, wie es sich und den Menschen gesund trägt, oder läuft es nach Entfernen der Hilfszügel wieder genauso wie vorher?</li>
</ul>



<p>In 99 der Fälle lernt das Pferd rein gar nichts. Noch schlimmer: es kann sogar passieren, dass es falsche Ausgleichsmuskulatur aufbaut (hier habe ich schonmal über die <a href="https://herzenspferd.de/hilfszuegel-wirkung/" target="_blank" rel="noopener">Wirkung der gängigsten Hilfszügel</a> geschrieben). Diese ewige Fixierung auf die Kopfposition des Pferdes führt nicht dazu, dass es gesünder oder besser trainiert wird. Die Kopfposition entwickelt sich aus einer aktiven Hinterhand und einem lockeren Rücken: beides entsteht nicht dadurch, dass der Kopf mit Hilfszügeln nach unten geschnallt wird!</p>



<p>Es gibt so viele Möglichkeiten sein Pferd ohne Hilfszügel, anatomisch korrekt und pferdegerecht zu gymnastizieren und zu reiten. Leute wie <a href="http://amzn.to/2kGvuvq" target="_blank" rel="nofollow noopener">Anja Beran</a>*, <a href="http://amzn.to/2BGAeeV" target="_blank" rel="nofollow noopener">Bent Branderup</a>*, <a href="http://amzn.to/2kHBt32" target="_blank" rel="nofollow noopener">Philippe Karl</a>*, <a href="http://amzn.to/2kHnCd7" target="_blank" rel="nofollow noopener">Claus Penquitt</a>* und Babette Teschen machen es vor (um nur ein paar Namen zu nennen)! Babette hat sogar ein <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/" target="_blank" rel="nofollow noopener">wirklich gutes Buch mit vielen Anleitungen zum Longieren</a> geschrieben. Das setzt allerdings voraus, dass man dazu bereit ist zu lernen und nicht den vermeintlich bequemeren Weg wählt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Der Kopf muss runter!</strong></h2>



<p>Eng verwandt mit Aussage Nr. 1, hört man auch immer noch &#8222;der Kopf muss runter&#8220; (oder etwas weniger nett: &#8222;die Rübe muss runter&#8220;). Wenn man dann nachfragt, warum eigentlich, kommt im besten Falle etwas in die Richtung &#8222;damit sich der Rücken aufwölbt&#8220;, im schlechtesten Falle &#8222;weil das so aussehen muss&#8220;.</p>



<p>Grundsätzlich ja, das Pferd soll den Rücken aufwölben. Das fängt aber nicht beim Kopf an, sondern am ganz anderen Ende: bei der Hinterhand! Nur wenn die vermehrt nach vorne unter den Schwerpunkt des Pferdes tritt und Gewicht aufnimmt, kann sich der Rücken aufwölben, die Schulter und die Vorhand frei werden, das Pferd den Hals wölben, im Genick locker werden und den Kopf fallen lassen. Die Aktionskette geht also von hinten nach vorne und nicht umgekehrt! Oder würdest Du das Dach bauen, bevor die Wände des Hauses stehen?</p>



<p><a href="https://herzenspferd.de/versammlung-pferd/" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es ausführlicher um Versammlung und Kopfhaltung</a>.&nbsp;Und <a href="https://kultreiter.de/hinterhand-pferd/" target="_blank" rel="noopener">hier kannst Du nachlesen, wie Du die Hinterhand Deines Pferdes aktivierst.</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Der verarscht Dich nur!</strong></h2>



<p>Genau. Weil Pferde komplexe Pläne schmieden und bekanntermaßen darauf aus sind, ihren Menschen böswillig hinters Licht zu führen. In der Regel steckt hinter dem Verhalten, bei dem man besonders oft &#8222;der verarscht Dich nur&#8220; hört, eines (oder mehrere) von drei Dingen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Angst: das Pferd hat vielleicht wirklich Angst vor dem Ding, an dem es schon oft vorbei gelaufen ist. Vielleicht sieht es heute anders aus, es macht ein neues Geräusch, das Pferd hat es nur aus der anderen Richtung gesehen, oder was auch immer. Pferde nehmen ihre Umwelt teils bedeutend anders wahr als wir. Nur weil wir nichts wahrnehmen, heißt es nicht, dass für das Pferd auch nichts da ist. Als Fluchttier hat es weitaus schärfere Sinne als wir und ist schneller in Alarmbereitschaft.</li>



<li>Unverständnis: Du verlangst eine bestimmte Lektion und Dein Pferd entzieht sich permanent? Vielleicht hat es Dich einfach nicht verstanden. Versuch es doch mal auf eine andere Art zu erklären oder gehe einen Schritt zurück und mach es Deinem Pferd leichter zu verstehen, was Du willst.</li>



<li>Bequemlichkeit: Pferde sind Energiesparer. Es könnte ja theoretisch jeden Moment ein Raubtier ums Eck kommen, vor dem es wegrennen muss. Also werden die meisten Pferde versuchen, den Weg zu gehen, der sie am wenigsten Energie und Arbeit kostet. Da kann es schonmal passieren, dass das Pferd etwas nicht tut, was Du von ihm verlangst, weil es eine bequemere Alternative sucht. Das passiert aber nicht um Dir eins auszuwischen oder Dich zu verarschen.</li>
</ul>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. Mein Pferd vertraut mir, da geht das!</strong></h2>



<p>Oder &#8222;unsere Bindung ist so stark&#8220;. Immer eine sehr beliebte Begründung, wenn das Pferd frei irgendwo laufen gelassen wird, man nur mit Halsring im Gelände unterwegs ist oder sich ohne Helm in den Straßenverkehr stürzt.</p>



<p>Vertrauen ist schön und gut &#8211; und vielleicht vertraut Dir Dein Pferd auch so sehr es nur kann &#8211; aber auch Vertrauen hat eine Grenze. Ein wirklich in Panik geratenes Pferd lässt sich nicht durch Vertrauen bremsen. Punkt. Schon ausreichend gesehen. Versuch mal einen Menschen mit Höhenangst auf eine dieser Glasboden-Brücken zu bringen: da können so viele Personen, denen dieser Mensch völlig vertraut, dabei sein wie sie wollen, es wird nicht klappen (und ein Mensch ist im Gegensatz zu einem Pferd sogar intellektuell in der Lage seine Angst als unbegründet zu erkennen). Wirkliche Angst schlägt leider Vertrauen, gerade bei einem Fluchttier, das über Jahrtausende evolutionär darauf konditioniert wurde, bei Gefahr erst mal zu rennen und erst dann nachzudenken.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. Mach mal den Sperrriemen drauf, dann wird er ruhiger im Maul!</strong></h2>



<p>Super Idee, jeder weiß ja, dass die Ursache weggeht, wenn man nur lange genug Symptome bekämpft.</p>



<p>Nein, im Ernst: wenn ein Pferd unruhig und unzufrieden im Maul ist, dann sollte das dazu führen, dass man die Zähne kontrollieren lässt, das Gebiss kontrolliert, seine eigene Reiterei und Hilfengebung hinterfragt(!), mal einen Osteopathen/Physiotherapeuten draufschauen lässt, den Sattel kontrollieren lässt, und so weiter. Zusammengefasst sucht man also nach der Ursache, anstatt Symptome zu bekämpfen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. Mach’s doch erst mal besser / Du kannst es ja selbst nicht besser / Was fällt dir ein eine Grand-Prix-Reiterin zu kritisieren?!</strong></h2>



<p>Aussagen in dieser Richtung kommen wirklich bei jeder einzelnen Diskussion und Kritik eines Reiters in der Öffentlichkeit.</p>



<p>Ich hab dazu nur ein Argument: auch wenn ich kein Sternekoch bin, kann ich sehr wohl beurteilen, ob mir die Suppe schmeckt oder nicht! Ich muss kein Maler sein, um zu sagen ob mir ein Bild gefällt. Ich muss es nicht besser können um Kritik üben zu dürfen. Es reicht, wenn ich ein gutes Auge und etwas Ahnung von der Materie habe.</p>



<p>Dieses &#8222;mach es erst mal besser, erst dann kannst Du kritisieren&#8220;-Denken führt dann dazu, dass sich keiner mehr traut die &#8222;Großen&#8220; zu hinterfragen. Und am Ende bricht sich dann ein Pferd auf einem Kurs das Genick, weil niemand der Anwesenden sich traut den Trainer zu hinterfragen (ja, ist so passiert).</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. Das ist nur eine Momentaufnahme!</strong></h2>



<p>Keine Frage: das ständige Fotografieren und Filmen überall und anschließende Zerreißen in den sozialen Medien ist schon grenzwertig. Und ja, es passiert schnell, dass ein ungünstiges Bild gewählt wird, das tatsächlich nur einen schlechten Moment zeigt.</p>



<p>Wenn aber von einer Reitsequenz aberdutzende Fotos existieren, die das Pferd permanent in schlechter Haltung oder den Reiter mit unfairem Hilfeneinsatz zeigen, dann ist das keine Momentaufnahme mehr und es ist eine Beleidigung der Intelligenz aller Zuschauer, das so hartnäckig zu behaupten.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. Freizeitreiter sind auch nicht besser | Ein dünner Reiter, der dem Pferd in den Rücken fällt, ist auch nicht besser | Einem fetten Freizeitpferd auf der Koppel geht es auch nicht besser als einem gut versorgten Sportpferd in der Box | Äpfel sind auch nicht gesünder als zuckrige Leckerlis!</strong></h2>



<p>Diese Vergleiche als Argument gehen mir einfach nur auf die Nerven. Sie sagen nämlich im Grunde genommen nichts aus: ein Unheil macht das Andere nicht besser, beides ist Mist!</p>



<p>Ich sage ja auch nicht zu dem Kind, das zu Hause geschlagen wird: &#8222;Mensch, stell dich nicht so an, wenigstens bekommst du Aufmerksamkeit. Kindern, die zu Hause vernachlässigt werden, geht&#8217;s auch nicht besser.&#8220;</p>



<p>Und diese ewige Diskussion zu Freizeitreitern vs. Sportreitern, Freizeitpferden vs. Sportpferden, dicken (guten) Reitern vs. dünnen (schlechten) Reitern ist einfach müßig: man kann sie nicht pauschal und über einen Kamm geschert lösen! Es gibt in allen Lagern gute und schlechte Pferdemenschen und Pferde, denen es gut oder schlecht geht. Wie immer muss man den individuellen Fall betrachten und Schubladendenken hilft uns nicht weiter.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. Schlaufis</strong></h2>



<p>Wer sich ausgedacht hat, den Schlaufzügeln einen niedlichen Namen zu geben, den soll doch der Blitz beim&#8230;</p>



<p>Beim Einsatz von <a href="https://herzenspferd.de/hilfszuegel-wirkung/" target="_blank" rel="noopener">Schlaufzügeln</a> können massive Kräfte auf Genick und Maul des Pferdes wirken und ihm beträchtliche Schmerzen und Schaden zufügen. Ein niedliches, verharmlosendes Wort ist in meinen Augen absolut nicht angebracht und ich bekomme das kalte Grausen, wenn ich von jungen Mädels lese, dass sie dem Pony die &#8222;Schlaufis&#8220; draufgemacht haben und es jetzt ja viel einfacher zu reiten ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. Zeig dem mal, wer der Chef ist!</strong></h2>



<p>Die Aussage ist meistens eine verschleierte Anweisung mal &#8222;draufzuhauen&#8220;. Schließlich verarscht einen das Pferd gerade (siehe Nr. 3) und muss mal gezeigt bekommen wo der Hammer hängt. Das kann man natürlich machen, aber seien wir mal ehrlich: welchem Chef folgst Du lieber: dem, der Dich terrorisiert und anschreit oder dem, der konsequent aber fair ist und den Du respektierst?</p>



<p>Respekt kann man sich auf zwei Arten erarbeiten: mit Gewalt &#8211; wobei es dann kein wahrer Respekt ist, sondern Angst &#8211; oder mit Konsequenz, Fairness, Konstanz und Souveränität (<a href="https://herzenspferd.de/pferd-respekt-gewinnen/" target="_blank" rel="noopener">siehe hier</a>). Ich weiß, was für ein Chef ich lieber sein möchte&#8230;</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>11. Dressurreiter/Sportreiter sind alle Tierquäler!</strong></h2>



<p>Genau &#8211; und alle Freizeitreiter ömmeln auf verfetteten Ponys im Wald rum.</p>



<p>Schubladendenken ist Schwachsinn!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>12. Freizeitreiter lassen alle ihre Pferde auf der Vorhand latschen und im Offenstall vergammeln!</strong></h2>



<p>Siehe Nr. 11.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>13. Clickerer sind doch nur Leckerlispender und Tüddeltanten!</strong></h2>



<p>Klar, solche Leute gibt es unter den Clickerern, keine Frage. Der Großteil von ihnen ist aber weit davon entfernt: wer richtig clickert bzw. mit positiver Verstärkung arbeitet, muss sich in eine hochkomplexe Trainingsmethode einarbeiten und ein mindestens genauso gutes Gefühl und Auge für&#8217;s richtige Timing haben wie jemand, der nach Natural Horsemanship oder einer anderen Methode trainiert.</p>



<p>Dieser Satz kommt in der Regel von Menschen, die sich noch nie mit der Methode befasst haben und schlicht und einfach Vorurteile aussprechen &#8211; ein Blick über den Tellerrand schadet nie! Man muss die Methode ja nicht anwenden, aber etwas darüber zu wissen kann nie schaden. <a href="https://360gradpferd.de/wie-funktioniert-clickertraining-pferdefreunde/" target="_blank" rel="noopener">Mehr zum Training mit positiver Verstärkung gibt&#8217;s z.B. hier.</a></p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>14. Natural Horsemanshipler sind alle Tierquäler und machen viel zu viel Druck!</strong></h2>



<p>Das fält auch mal wieder in die Kategorie &#8222;unnötiges Schubladendenken&#8220;. Ich kenne viele Horsemanshipler, die ihre Pferde fair und sanft trainieren (empfehlenswert sind z.B. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3440128423/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3440128423&amp;linkCode=as2&amp;tag=twoheartsones-21&amp;linkId=VURFQT665R7VPSGL" target="_blank" rel="nofollow noopener">Mark Rashid</a>* und <a href="http://amzn.to/2BlQe2C" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ross Jacobs</a>*). Nur weil es ein paar schwarze Schafe gibt darf man nicht Alle verurteilen!</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>15. Den habe ich vom Schlachter/aus Polen/sonstwoher gerettet!</strong></h2>



<p>In letzter Zeit ist es sehr beliebt geworden Pferde zu retten. Grundsätzlich ist das ja sehr löblich, oft genug aber leider der Start einer langen Problemkette: das Pferd ist krank, nicht reitbar, unerzogen bis hin zu gefährlich. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft &#8222;Hilfe, mein gerettetes Pferd aus Polen beißt und buckelt und attackiert mich, was soll ich tun?!&#8220; Emails in mein Postfach flattern. So gern ich auch würde, helfen kann ich da nicht. Mit etwas Glück und einem guten Trainer vor Ort ist so ein Pferd vielleicht hinzubekommen &#8211; vielleicht aber auch nicht.</p>



<p>Wer ein Pferd &#8222;rettet&#8220; muss sich darüber im klaren sein, dass es nicht aus purer Dankbarkeit automatisch zum Traumpferd mutiert und möglicherweise eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten mitbringt. Man mag es kaum glauben, aber manche Pferde gehen aus gutem Grund zum Schlachter &#8211; auch wenn das jetzt vielleicht grausam klingt.</p>



<p>Finde ich es also per se schlecht, Pferde vom Schlachter oder aus dem Ausland zu retten? Nein!</p>



<p>Aber man sollte Ahnung von Pferden haben und sich bewusst sein, was man sich ins Haus holt, dass man unter Umständen hohe Tierarztrechnungen hat und dass es sein kann, dass man sein neues Pferd vielleicht nie wird reiten können. Ein Schlachtpferd ist nur selten eine Möglichkeit günstig an ein gutes Reitpferd zu kommen (Geiz steckt nämlich gar nicht mal so selten hinter den vermeintlich großherzigen Rettungsaktionen &#8211; genauso wie übersteigertes Geltungsbedürfnis, es macht sich ja unheimlich gut sich als Pferderetter feiern zu lassen. Das trifft natürlich nicht auf Alle zu(!), kommt aber oft genug vor).</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>16. Du Wendyreiter / Ostwindreiter!</strong></h2>



<p>Wenn in einer Diskussion die Argumente ausgehen, geht&#8217;s auf die &#8222;du bist doch nur ein Wendyreiter&#8220;-Ebene: da wird dann mit einem Rundumschlag die Fachkompetenz, Intelligenz und Glaubwürdigkeit einer Person abgewertet. Das Totschlagargument für alles, gleichbedeutend mit &#8222;du lebst in deiner Phantasiewelt und alles was du sagst ist eh rosaroter Quatsch&#8220;.</p>



<p>Für mich sagt diese Aussage mehr über den aus, der sie ausspricht, als über den, der sie um die Ohren gehauen bekommt. Sie zeigt nämlich, dass stichhaltige Argumente fehlen und man auf der persönlichen Ebene angreifen muss.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>17. Meine Reitbeteiligung kommt dreimal pro Woche, also muss sie 3/7 aller anfallenden Kosten meines Pferdes bezahlen!</strong></h2>



<p>Ich bin schon seit vielen Jahren <a href="https://herzenspferd.de/reitbeteiligung-kodex/" target="_blank" rel="noopener">Reitbeteiligung</a>, diese Art und Höhe der Bezahlung sehe ich aber erst seit ein paar Jahren &#8211; und finde sie recht unverschämt. Ja, eine Reitbeteiligung hat etwas davon, dass sie das Pferd reiten kann. Aber auch der Besitzer hat etwas davon, dass sein Pferd bewegt wird (wir gehen jetzt mal von einer Reitbeteiligung aus, die nicht nur Mist mit dem Pferd macht &#8211; die sortiert man als Pferdebesitzer ja sowieso aus). Und Fakt ist, dass das Pferd weiter im Besitz des Pferdebesitzers bleibt und dieser das volle &#8222;Bestimmungsmacht&#8220; hat. Warum also sollte die Reitbeteiligung so bezahlen, als ob das Pferd ihr gehören würde? Wenn sie 6 mal pro Woche kommt, soll sie dann 6/7 &#8211; also fast alle Kosten &#8211; des Pferdes übernehmen?</p>



<p>Es wird in der Diskussion gerne damit argumentiert, dass man der Reitbeteiligung ja einen Gefallen tut, indem man sie das Pferd reiten lässt und man selbst gar nichts davon hat, wenn man nicht entsprechend bezahlt wird (fast wie eine Art Schmerzensgeld). Wenn die Bezahlung (oder das Stopfen einer Lücke im Geldbeutel) der einzige Grund ist sich eine Reitbeteiligung zu suchen, dann sollte man vielleicht mal überdenken wie realistisch es ist ein Pferd zu besitzen. Ein Pferd kauft man sich meiner Meinung nach nur, wenn man es auch mit allen Konsequenzen selbst bezahlen kann (oder die Bezahlung gesichert ist). Brauche ich eine oder mehrere Reitbeteiligungen, damit ich mein Pferd finanzieren kann, ist das weder den Reitbeteiligungen noch dem Pferd gegenüber fair. So eine Reitbeteiligung kann nämlich auch schnell wieder weg sein und auch dann muss die Finanzierung des Pferdes gesichert sein!</p>



<p>Ich finde es absolut angemessen, als Reitbeteiligung etwas zu bezahlen. Die Finanzierung des Pferdes für den Pferdebesitzer zu sichern, geht aber eindeutig zu weit.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>18. Pferde eindecken ist Tierquälerei / Pferde nicht eindecken ist Tierquälerei!</strong></h2>



<p>Schubladendenken ist Quatsch! Wie immer muss man das individuell entscheiden!</p>



<p>Ich bin grundsätzlich dafür es mit den Eingriffen in die Natur nicht zu übertreiben und nicht unnötig oder zu schnell einzudecken. Aber ein altes, krankes, gerade aus Spanien importiertes oder sonstwas Pferd muss doch nicht zitternd im Regen stehen, wenn es sich mit einer Decke wohler fühlt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>19. Das ist mir zu teuer!</strong></h2>



<p>Gerne im Zusammenhang mit Unterricht oder Beritt. Lieber wird dann mal geguckt, ob man nicht kostenlos im Internet Rat findet &#8211; und wenn der lautet &#8222;such dir nen kompetenten Trainer&#8220; kommt dann eben &#8222;das ist mir zu teuer&#8220;. Auch da könnte ich die Wände hochgehen. Wer sich ein Pferd kauft, muss sich auch über alle Folgekosten (Sattel, Tierarzt, Unterricht/Beritt, Unterhalt, Hufschmied, &#8230;) im klaren sein und diese einkalkulieren! Wenn man dafür nicht genug Geld hat, dann kauft man sich eben kein Pferd (ich hab übrigens genau aus diesem Grund keins!).</p>



<p>Klar, eine finanzielle Situation kann sich schnell ändern und ich finde es völlig legitim, dass einem mancher Unterricht zu teuer ist. Aber es gibt auch genügend bezahlbare Alternativen. Und es sind in der Regel nicht die Leute, die gerade in finanziellen Nöten stecken, die solche Aussagen treffen, sondern eher die, die von Anfang an eine &#8222;Geiz ist geil&#8220;-Mentalität an den Tag legen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>20. Du bist ja nur neidisch!</strong></h2>



<p>Eine der Top-Aussagen, wenn jemand kritisiert wird. Es ist auch völlig egal, ob mit einem Sportreiter oder einem Freizeitreiter diskutiert wird, beide Fraktionen kennen und nutzen das Argument, wenn alle anderen Argumente ausgehen. &#8222;Du bist ja nur neidisch&#8220; killt jede sachliche Diskussion und hat nur zur Absicht, das Gegenüber mundtot zu machen.</p>



<p>Es mag sein, dass manche Menschen aus Neid kritisieren. In den meisten Diskussionen, die ich so mitbekomme, ist das aber nicht der Fall. Ein bisschen Selbstreflexion und Kritikfähigkeit schaden uns allen nicht. Und selbst wenn wir die Kritik nicht nachvollziehen können, würde auch ein einfaches &#8222;sehe ich anders&#8220; (vielleicht mit guter Begründung warum) reichen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>21. Das ist Rollkur!</strong></h2>



<p>Seit Rollkurbilder und -vorwürfe so viel durchs Netz gehen, wird gerne mal bei jedem Bild mit gebogenem Pferdehals &#8222;Rollkur&#8220; geschrien. Versteh mich nicht falsch, ich finde es unheimlich wichtig an diesem Punkt hinzuschauen und auch zu kritisieren. Man sollte dann aber schon wissen wovon man redet und wie Rollkur aussieht, bevor man wild mit dem Begriff um sich wirft und Reiter beschuldigt.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>22. Der ist Gewichtsträger!</strong></h2>



<p>Es gibt einige Rassen, die allgemein gerne als &#8222;Gewichtsträger&#8220; bezeichnet werden, z.B. Isländer und diverse Kaltblutrassen. Grundsätzlich mag es sein, dass mehr Pferde dieser Rassen einen passenden Körperbau mitbringen um mehr Gewicht zu tragen, aber pauschal kann man das nicht sagen! Gerade Kaltblutrassen, die für&#8217;s Fahren gezüchtet wurden, haben oft einen schwachen Rücken und die neuen, sportlicheren Zuchtlinien der Isländer bringen auch kein &#8222;Gewichtsträger&#8220;-Gebäude mehr mit.</p>



<p>Wer einen Gewichtsträger sucht, sollte also nicht nur auf die Rasse (oder auf ein massiges, schwer aussehendes Pferd achten), sondern auf den passenden Körperbau: breite Brust, kräftige Knochen und Gelenke, kein zu langer Rücken, gute Muskulatur (nicht zu verwechseln mit Fett!), nicht zu lange, dünne Beine, stabile Fesseln (nicht durchtrittig), gute Hufe.</p>



<p>Und auch wenn das ein ziemlich kritischer Punkt ist und ich weiß, dass sich da wohl viele angegriffen fühlen werden: einen Gewichtsträger zu kaufen ist gut und schön und man kann auch mit ein paar Kilos zu viel noch ein guter Reiter sein. Trotzdem sollte man ab einem gewissen Bereich seinem Pferd zu liebe nicht mehr reiten oder eben abnehmen.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>23. Wer Hirn hat schützt es!</strong></h2>



<p>Ich bin selbst eine absolute Verfechterin dieser Aussage und reite nur mit Helm!</p>



<p>Trotzdem nervt mich dieses penetrante Kommentieren jedes Bildes ohne Helm &#8211; ob es was mit dem Thema zu tun hat oder nicht. Die meisten Menschen auf den Bildern sind alt genug um selbst entscheiden zu können, ob sie einen Helm tragen oder nicht. Klar kann es sein, dass sie ein schlechtes Vorbild für junge Reiter abgeben, aber ganz ehrlich, wenn ich Kinder habe, erziehe ich sie dazu (oder versuche es zumindest) nicht jeden Mist nachzumachen, den sie im Internet sehen. Ich kann sowieso nicht ändern, was die Leute dort veröffentlichen (auch nicht mit penetranten Kommentaren), sondern habe nur in der Hand, meinen Kindern etwas gesunden Menschenverstand zu vermitteln.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>24. Reiten mit Gebiss ist Quälerei / Gebisslos kann man ein Pferd nicht ordentlich reiten!</strong></h2>



<p>Auch hier wieder: bitte differenziert betrachten! Es gibt Pferde, die sind mit Gebiss glücklicher und welche, die lieben es ohne. Zu welcher Gruppe das eigene Pferd gehört, muss man dann eben ausprobieren. Und auch ohne Gebiss kann man sein Pferd gesund reiten und gymnastizieren &#8211; <a href="https://www.bitless-art-of-riding.com/" target="_blank" rel="noopener">Jossy Reynvoet</a> macht es z.B. vor.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>25. Guck doch mal die Augen!</strong></h2>



<p>Egal welches Pferd und was für ein Foto, es gibt Leute, die scheinbar an einem einzigen Blick, am Augenausdruck des Pferdes erkennen ob es ihm gut geht oder nicht.</p>



<p>Ja, auch Pferde können einen gequälten Gesichtausdruck haben, ganz klar. Aber aus einem einzigen Foto zu schließen (und den dazugehörigen Besitzer zu verurteilen), dass das Pferd eine arme, gequälte Kreatur ist, ist einfach zu weit hergeholt &#8211; vor allem wenn man das Pferd nicht kennt.</p>





<h4 class="wp-block-heading"><strong>Na, was sind die Sprüche oder Aussagen, die Dir tierisch auf die Nerven gehen? Ab in die Kommentare damit!</strong></h4>



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		<title>Hilfszügel: Nützliche Hilfe oder Folterwerkzeug? Die Wirkung der 5 häufigsten Hilfszügelarten!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2015 14:23:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hilfengebung]]></category>
		<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps rund ums Pferd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hilfszügel. Eines der meistdiskutierten Themen in der Reiterei. Es wurde schon vieles (wenn nicht alles) dazu gesagt und geschrieben. Warum verfasse ich also noch einen Artikel dazu? Nun ja, es wurde schon viel dazu gesagt &#8211; aber wurde es auch von Vielen schon gehört? Ich denke nicht. In meinem Alltag begegnen mir am Stall und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Hilfszügel. Eines der meistdiskutierten Themen in der Reiterei.</p>



<p><strong>Es wurde schon vieles (wenn nicht alles) dazu gesagt und geschrieben. Warum verfasse ich also noch einen Artikel dazu?</strong></p>



<p><strong>Nun ja, es wurde schon viel dazu gesagt &#8211; aber wurde es auch von Vielen schon gehört? Ich denke nicht.</strong></p>



<p>In meinem Alltag begegnen mir am Stall und auch in sozialen Netzwerken viele Menschen die Hilfszügel einsetzen, aber gar nicht so genau wissen, wie sie denn wirken. Meist kommt dann ein leicht ungenaues &#8222;der soll ihm den Weg in die Tiefe weisen&#8220; oder &#8222;das ist damit sie den Kopf nicht hochreißt und den Rücken rund macht&#8220;. Den meisten Menschen werden die Hilfszügel vom Reitlehrer oder Freunden empfohlen, meist ohne ausreichende Erklärung &#8211; oder noch ungünstiger: sie lesen im Internet davon und probieren in Eigenregie aus.</p>



<p>Deshalb also hier noch einmal eine Zusammenfassung der Wirkungen der 5 häufigsten Hilfszügel. Am Ende des Artikels gibt es dann meine persönliche Meinung dazu, ob man Hilfszügel einsetzen sollte oder nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausbinder</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="250" height="254" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Ausbinder-1.jpg" alt="Ausbinder" class="wp-image-2189"/></figure>



<p>Ausbinder sind zwei Lederriemen, die am Sattelgurt und im Gebissring befestigt werden. Sie werden oft zum Longieren und beim Unterricht von Anfängern eingesetzt.</p>



<p><strong>Wirkung:</strong></p>



<p>Die Ausbinder sollen vor allem beim Longieren die <strong>Reiterhand simulieren</strong> und das Pferd dazu bringen <strong>in Anlehnung</strong> zu laufen. Zusätzlich <strong>rahmen</strong> sie das Pferd seitlich ein und verhindern so z.B., dass es beim Longieren nach außen ausbricht. Für Reitanfänger ist es meist einfacher auf einem ausgebundenen Pferd den korrekten Sitz zu erlernen &#8211; kurzzeitig zur Sitzschulung eingesetzt, finde ich das vertretbar.</p>



<p><strong>Der Nachteil von Ausbindern</strong> ist, dass das Pferd selbst bei korrekter Verschnallung nicht in eine vorwärts-abwärts Dehnungshaltung kommen kann. Lässt es den Hals nach unten fallen wirkt der Ausbinder nach hinten und die Nase kommt <strong>hinter die Senkrechte</strong> (es sei denn die Ausbinder sind sehr lang verschnallt und dann kann man sie genauso gut auch weglassen). Weiterhin können Ausbinder dazu führen, dass das Pferd sehr <strong>vorhandlastig</strong> wird und lernt sich <strong>auf das Gebiss zu legen.</strong> Vor allem Ausbinder mit Gummizug begünstigen dieses Verhalten.</p>



<p>Wie alle Hilfszügel sollten Ausbinder immer nur für kurze Zeit zum Einsatz kommen und erst wenn das Pferd entsprechend aufgewärmt ist. Die Realität in den Reitschulen sieht leider meist anders aus und die Pferde laufen unter Umständen mehrere (Reit-)Stunden am Tag ausgebunden. <strong>Das kann fatale Folgen für die Muskulatur haben:</strong> ist diese permanent angespannt verkrampft und schmerzt sie schnell. Es wird nicht mehr genug Sauerstoff in die Muskulatur geleitet und sie bildet sich bei regelmäßg zu langem Einsatz der Ausbinder sogar zurück.</p>



<p>Die Aussage &#8222;der Ausbinder zeigt den Weg in die Tiefe&#8220; halte ich für falsch. Im schlimmsten Fall kann er dazu führen, dass das Pferd vorhandlastig und stumpf im Maul wird.</p>



<p><strong>Im Gelände oder zum Springen sollten niemals Ausbinder eingesetzt werden!</strong> Das Pferd benötigt einen freien Hals um sich auszubalancieren, mit Ausbindern ist das nur begrenzt möglich. Ein Stolpern im Gelände kann hier schnell zu gefährlichen Stürzen führen und das Pferd kann sich sogar darin verheddern.</p>



<p>Die einzige Situation, in der für mich der zeitlich begrenzte Einsatz von Ausbindern Sinn machen kann, sind Sitzstunden an der Longe, in denen der Reiter sich ganz auf den Sitz konzentrieren soll und keine Zügel in der Hand hat. Hier geht es dann aber explizit um das Training des Reiters und nicht des Pferdes.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stoßzügel</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="254" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Stosszuegel.jpg" alt="Stoßzügel" class="wp-image-2194"/></figure>



<p>Der Stoßzügel wird am Sattelgurt befestigt und läuft zwischen den Vorderbeinen des Pferdes hindurch bis zum Gebiss oder, je nach Verschnallung, zu den Kappzaumringen.</p>



<p><strong>Wirkung:</strong></p>



<p>Stoßzügel sollen verhindern, dass das Pferd den Kopf hochreißt. Da die Zügel &#8211; einmal eingestellt &#8211; auf eine feste Länge begrenzt sind, lässt sich die Intensität der Einwirkung nicht variieren.</p>



<p>Je nachdem wie heftig ein Pferd den Kopf hochreißt kann es zu einem hohen Druck und starken Schmerzen im Pferdemaul oder auf dem Nasenrücken kommen. Die eigentliche Ursache des Kopfschlagens wird dabei nicht bekämpft, es ist eine reine Behandlung von Symptomen. Deshalb wird das Problem beim Wegnehmen der Stoßzügel vermutlich bald erneut auftreten.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dreieckszügel</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="254" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Dreieckszuegel-1.jpg" alt="Dreieckszügel" class="wp-image-2190"/></figure>



<p>Der Dreieckszügel wird untem am Sattelgurt verschnallt, läuft zwischen den Vorderbeinen hindurch zum Gebiss, geht hier durch die Gebissringe und wird am Sattelgurt unter dem Sattelblatt befestigt.</p>



<p><strong>Wirkung:</strong></p>



<p>Anders als bei einem Ausbinder ist es hier möglich, dass sich das Pferd vorwärts-abwärts dehnt, da der Dreieckszügel relativ flexibel durch die Gebissringe läuft. Dadurch ist es auch nicht möglich, dass es sich auf das Gebiss legt. Dehnt sich das Pferd zu tief oder ist der Dreieckszügel zu kurz verschnallt kann es aber auch hier hinter die Senkrechte kommen. Eine seitliche Begrenzung durch den Dreieckszügel gibt es nicht. Es besteht auch hier die Gefahr, dass das Pferd zu vorhandlastig wird und/oder permanenten Zug auf dem Gebiss spürt.</p>



<p>Dreieckszügel sollten nur von Reitern benutzt werden, die absolut wissen was sie tun &#8211; und die werden sie in der Regel nicht brauchen.</p>



<p>Wie beim Ausbinder gilt auch hier, dass man den Dreieckszügel niemals im Gelände oder zum Springen einsetzen sollte.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schlaufzügel</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="254" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Schlaufzuegel-1.jpg" alt="Schlaufzügel" class="wp-image-2193"/></figure>



<p>Der Schlaufzügel wird unten am Sattelgurt befestigt und läuft zwischen den Vorderbeinen hindurch und durch die Gebissringe in die Hand des Reiters. Der Reiter muss also vier Zügel koordinieren anstatt nur zwei.</p>



<p><strong>Wirkung:</strong></p>



<p><strong>Der Schlaufzügel ist ein Flaschenzug,</strong> das heißt jede Krafteinwirkung des Reiters wird vervielfacht. Zieht der Reiter mit 10kg am Zügel (das ist leider durchaus realistisch, oft sind die Kräfte sogar höher. Zur Erinnerung: laut FN-Richtlinien sollen es nur wenige Gramm sein!) kommen durch den Schlaufzügel 20kg im Pferdemaul an. Deshalb wird der Schlaufzügel besonders gerne bei schwierigen Pferden als &#8222;Bremse&#8220; zweckentfremdet.</p>



<p>Genauso häufig wird er dazu genutzt, den Kopf des Pferdes beizuziehen und es in eine bestimmte Kopf-Hals-Haltung zu bringen. <strong>Diese Handhabung kann zu ernsten Schäden beim Pferd führen!</strong> Es wirken hierbei riesige Kräfte (bis zu mehreren hundert Kilo) auf das Genick des Pferdes, da sein langer Kopf zusätzlich zum Flaschenzug des Schlaufzügels wie ein Hebel wirkt und viel Kraft auf das Genick geleitet wird. Das kann allerlei Schädigungen bis hin zu <strong>Wirbelbrüchen</strong> zur Folge haben.</p>



<p>Die Kraft und Wirkung des Schlaufzügels wird durch die meisten Reiter stark unterschätzt, da sie selbst nur sehr wenig Kraft aufwenden müssen. Schlaufzügel sollten nur äußerst feinen und kompetenten Reitern vorbehalten sein &#8211; und diese werden sie in der Regel nicht brauchen. In den Händen der anderen 99% der Reiter (zu denen ich mich zähle) haben Schlaufzügel nichts verloren.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Martingal</strong></h2>



<figure class="wp-block-image alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="254" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/07/Martingal-1.jpg" alt="Martingal" class="wp-image-2192"/></figure>



<p>Das Martingal wird unten am Bauchgurt verschnallt und läft zwischen den Vorderbeinen hindurch nach oben in einen Halsriemen. Von dort aus gehen zwei getrennte Riemen mit Metallring am Ende nach oben durch die die Zügel gefädelt werden.</p>



<p><strong>Wirkung:</strong></p>



<p>Das Martingal soll verhindern, dass das Pferd den Kopf hochschlägt. Außerdem bewirkt es, dass die Zügelhilfen bei hoher Kopfhaltung des Pferdes oder hoher Handhaltung des Reiters am Unterkiefer ankommen. Das ist eher ungünstig da das Gebiss nur auf die Maulwinkel des Pferdes einwirken sollte und nicht auf seinen Unterkiefer.</p>



<p>Das Martingal ist für das Pferd nur spürbar, wenn es den Kopf hochreißt. Ansonsten hängt es bei korrekter Verschnallung durch und beeinflusst die Haltung des Pferdes nicht. Das unterscheidet es von allen anderen vorgestellten Hilfszügeln.</p>



<p>* Eine nette Leserin hat mich darauf hingewiesen, dass der eigentliche Zweck des Martingals der ist, dass die Zügel bei einem Sturz keine Schlinge bilden können in die das Pferd hineintritt. Korrekt verschnallt reichen die Ringe bei hochgezogenem Pferdekopf bis an die Ganaschen &#8211; hindern das Pferd also nicht am Kopf hochziehen! Schade, dass es anscheinend so oft zweckentfremdet wird&#8230; *</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Meine Meinung zu Hilfszügeln</strong></h2>



<p>Ich benutze Hilfszügel nicht.</p>



<p>Ich bin der Meinung, dass man alle Probleme des Pferdes mit <strong>entsprechendem Training und ausreichend Zeit</strong> auch ohne Hilfszügel lösen kann. Als Freizeitreiter unterstehe ich nicht dem Druck, ein Pferd möglichst früh auf Körungen oder Turnieren vorstellen zu müssen und habe<strong> alle Zeit der Welt</strong> an Problemen zu arbeiten.</p>



<p>Eine erzwungene Position verhindert meiner Meinung nach die körperliche und geistige Losgelassenheit des Pferdes. <strong>Kein Hilfszügel der Welt bringt das Pferd dazu vermehrt unterzutreten und sich zu versammeln.</strong> Wie ich schon in meinem <a href="https://herzenspferd.de/versammlung-pferd/" target="_blank" rel="noopener">Artikel zu Versammlung</a> geschrieben habe kommt die korrekte Kopf-Hals-Position bei einem richtig gerittenen Pferd ganz von selbst, sie ist der letzte Schritt in der Kette. Die durch die Hilfszügel erreichte Kopfposition bedeutet also bei weitem nicht, dass das Pferd auch gesund läuft.</p>



<p>Bei den meisten Reiter-Pferd-Paaren maskieren die Hilfszügel <strong>Lücken in der Ausbildung</strong> &#8211; sowohl der des Pferdes als auch der des Reiters. Sie sind eine einfache Pseudo-Lösung, die den Reiter dazu verleitet den schnellen, einfachen Weg zu gehen und sich vor der langwierigen Korrekturarbeit zu drücken. Leider meist auf Kosten des Pferdes.</p>



<p>Nur weil ein Weg irgendwie funktioniert, vielleicht sogar schneller funktioniert als ein anderer, ist es trotzdem nicht immer richtig ihn zu gehen.</p>



<p>Der einzige Fall, in dem ich den Einsatz von Ausbindern nachvollziehbar finde, ist der Einsatz bei einer Sitzlonge für den Reiter. Hier wird nicht das Pferd trainiert, der Fokus liegt auf dem Reiter und Ausbinder können beiden die Sache etwas leichter machen. Das Pferd sollte jedoch auch hier nicht zu lange mit Ausbindern laufen und ansonsten ohne trainiert werden.</p>



<p><strong>Wie immer möchte ich hier niemanden schlecht machen oder mit erhobenem Zeigefinger dastehen und belehren. </strong></p>



<p><strong>Ich möchte, dass Du Dir immer dann, wenn Du versucht bist einen Hilfszügel einzusetzen, überlegst ob Du nun den einfachen Weg wählst um es Dir leichter zu machen oder ob der Hilfszügel wirklich die einzige Lösung ist.</strong></p>



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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Abschließen möchte ich mit ein paar Zitaten bekannter Reitmeister zum Thema Hilfszügel:</strong></h3>



<p>„Hilfszügel sind dort (in der Pferdeausbildung) meist faule Knechte, die den Schein geben helfen und andere faule Knechte im Nichtstun unterstützen. Hilfszügel geben so leicht den Anstrich eines Fortschrittes und sind deshalb bei den Leuten, denen es nicht um das Sein, sondern um den Schein zu tun ist, so beliebt.“ ~ Friedrich von Krane<br>„Hilfszügel sind für Hilfsschüler. Die Ausbildung eines Pferdes braucht Zeit und Geduld, aber unter gar keinen Umständen Hilfszügel!“ ~ Claus Penquitt</p>



<p>&#8222;Der Reiter, der das Nachgeben im Genick mit Hilfszügeln erzwingt und das Pferdemaul mit speziellen Reithalftern zuschnürt, handelt nicht anders als ein Erzieher, der ein Kind knebelt und am Stuhl festbindet um es zur Ruhe zu zwingen.&#8220; ~ Philippe Karl</p>



<p>„Alle toten Vorrichtungen und Hilfszügel, also solche, die durch Festbinden oder Schnallen eine gleichförmige Wirkung äußern, schaden ohne Ausnahme mehr als sie nützen, da sie sämtlich das Maul des Pferdes verderben, denn die Einwirkungen durch das Gebiß können nur von der lebenden und feinfühlenden Hand des Reiters richtig abgewogen werden.“ ~ Gustav Steinbrecht</p>





<p><strong>Was ist Deine Meinung zum Thema Hilfszügel? </strong></p>



<p><strong>Setzt Du sie ein? Wenn ja, warum?</strong></p>



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		<title>Versammlung: Was sie ist, wie sie aussehen soll und wie Du sie erreichst!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2015 14:17:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hilfengebung]]></category>
		<category><![CDATA[Lektionen & Training]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[REITER | WISSEN]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbinder]]></category>
		<category><![CDATA[Aussitzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewichtshilfen]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfszügel]]></category>
		<category><![CDATA[Kopfhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Trab]]></category>
		<category><![CDATA[Versammlung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder redet von Versammlung. Dabei merke ich oft, dass viele Reiter nur eine vage Vorstellung davon haben was das überhaupt ist. Für die Meisten beschränkt sich Versammlung auf &#8222;das Pferd hat den Kopf senkrecht&#8220;. Von manchen kommt dann noch die Aussage &#8222;die Hinterhand tritt unter&#8220;. Aber das dann auch zu erkennen scheint vielen schwer zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Jeder redet von Versammlung.</strong></p>



<p>Dabei merke ich oft, dass viele Reiter nur eine vage Vorstellung davon haben was das überhaupt ist. Für die Meisten beschränkt sich Versammlung auf &#8222;das Pferd hat den Kopf senkrecht&#8220;.</p>



<p>Von manchen kommt dann noch die Aussage &#8222;die Hinterhand tritt unter&#8220;. Aber das dann auch zu erkennen scheint vielen schwer zu fallen. Warum sonst werden Dressurvorführungen gelobt, bei denen das Pferd mit der Vorhand spektakulär strampelt und die Hinterhand &#8222;hinten heraus fällt&#8220; &#8211; ganz nach dem Motto &#8222;Vorne Hui, Hinten Pfui&#8220;? Oder aber &#8222;Piaffen&#8220; in denen das Pferd auf der Vorhand stampft und mit der Hinterhand hüpft, anstatt hinten Last aufzunehmen und vorne in der Schulter frei zu werden?</p>



<p>Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen möchte ich hier also erklären, was ich unter Versammlung verstehe, über sie gelernt habe und wie ich versuche sie im Training zu erreichen.</p>



<p><span style="color: #808080;">Keine Lust zu lesen? Dann schau Dir hier mein Video zum Thema an:</span></p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wozu überhaupt Versammlung?</strong></h2>



<p>Ich bin mir sicher Du hast es schon gehört, in den letzten Jahren ist es in aller Munde: das Pferd ist nicht dazu gemacht, einen Menschen zu tragen.</p>



<p>Weil wir aber nicht dazu bereit sind, alle das Reiten aufzugeben, müssen wir einen Weg finden, unseren Pferden möglichst nicht zu schaden, wenn wir sie reiten.</p>



<p>Und hier kommt die Versammlung ins Spiel. Sie hilft dem Pferd, das Reitergewicht so zu tragen, dass es seinen Rücken und die empfindliche Vorhand entlastet.</p>



<p><strong>Mit jedem Pferd, welches geritten wird, sollte man also an der Versammlung arbeiten &#8211; egal ob Sport- oder Freizeitpferd!</strong></p>



<p><strong>Ein versammeltes Pferd beugt seine Hanken</strong> (Hüft-, Knie- und Sprunggelenke) und tritt so mit der Hinterhand vermehrt unter seinen Schwerpunkt. In Folge dessen wölbt es den Rücken auf und hebt den Widerrist an. Dadurch richtet sich auch der Hals etwas weiter auf, das Genick wölbt sich und der Kopf kommt näher an die Senkrechte.</p>



<p>Du siehst, in meiner Beschreibung ist <strong>die</strong> <strong>Kopfhaltung das letzte Glied in der Kette! </strong>Dem Pferd durch Zug an den Zügeln oder mit Hilfszügeln den Kopf in eine bestimmte Position zu ziehen wird es nicht versammeln, sondern verkrampfen.</p>



<p><strong>Das ist, als wolltest Du bei einem Haus das Dach bauen, bevor die Wände stehen.</strong></p>



<p>Versammlung ist aber nicht nur ein körperlicher Zustand. Auch <strong>geistig</strong> muss Dein Pferd dazu bereit sein entspannt und konzentriert mit Dir zu arbeiten. Wenn es den ganzen Tag in einer Box steht und nicht genügend Auslauf und Kontakt zu Artgenossen hat, wird es deutlich schwerer zu versammeln sein als ein Pferd, welches artgerecht gehalten wird und ausgeglichen ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Woran erkennst Du Versammlung?</strong></h2>



<p>Wenn ein Pferd versammelt ist beugt es wie oben beschrieben seine Hanken. Es geht also quasi mit seinen Hinterbeinen ein bisschen in die Hocke, als würde es Kniebeugen machen wollen. Optisch macht sich das so bemerkbar, dass von der Kruppe bis zum Widerrist eine leicht steigende Linie entsteht &#8211; das Pferd ist vorne ein bisschen höher als hinten. Und weil ein Bild mehr als tausend Worte sagt habe ich Dir das mal in ein paar Bildern eingezeichnet (Es geht mir hier absolut nicht darum jemanden Bloßzustellen! Die Bilder sind dazu da, dass Du Dein Auge schulst).</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter wp-image-1636 size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="434" height="355" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Piaffe-e1429718970686-1.jpg" alt="Versammlung Piaffe" class="wp-image-1636" srcset="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Piaffe-e1429718970686-1.jpg 434w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Piaffe-e1429718970686-1-300x245.jpg 300w, https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Piaffe-e1429718970686-1-400x327.jpg 400w" sizes="(max-width: 434px) 100vw, 434px" /><figcaption class="wp-element-caption">So soll es sein: die Hanken sind gebeugt, der Rücken wölbt sich auf und die Schulter wird frei.</figcaption></figure>



<p>Schau dir mal Videos von Dressurturnieren an und achte nur auf die Hinterhand. Bei vielen Pferden wirst Du sehen, dass die Hinterbeine mehr &#8222;nach hinten raus schieben&#8220; als unterzutreten. Diese Pferde beugen ihre Hanken nicht und schaffen es nicht, die Hinterhand von Schubkraft auf Tragkraft umzustellen. In extremen Fällen hängt dann auch richtig der Rücken durch.</p>



<p>Die Versammlung im Trab lässt sich als Zuschauer anhand mehrerer Anzeichen ganz gut erkennen:</p>



<p>Die Beine des Pferdes sollten ein &#8222;M&#8220; bilden. Dabei sollte der Teil des M&#8217;s zwischen den Hinterbeinen genauso groß sein wie der Teil zwischen den Vorderbeinen. Außerdem sollte der Unterarm der Vorhand und das Röhrbein der Hinterhand möglichst parallel sein.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="248" height="212" data-id="1637" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Trab3-1.jpg" alt="Versammlung Trab" class="wp-image-1637"/><figcaption class="wp-element-caption">Die beiden Teile des &#8222;M&#8220; sind in etwa gleich groß. Die Hinterhand fußt zuerst auf.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="286" height="212" data-id="1638" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Trab4-1.jpg" alt="Versammlung Trab" class="wp-image-1638"/><figcaption class="wp-element-caption">Auch ohne Reiter kann das Pferd versammelt laufen.</figcaption></figure>
</figure>



<p></p>



<p><strong>So soll es nicht aussehen:</strong></p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="267" height="180" data-id="1640" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Trab2-e1429719296399-1.jpg" alt="Versammlung Trab" class="wp-image-1640"/><figcaption class="wp-element-caption">So soll es nicht sein: die Hanken sind nicht gebeugt und das Pferd fällt auf die Vorhand.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="266" height="180" data-id="1639" src="https://herzenspferd.de/wp-content/uploads/2015/04/Versammlung-Trab-e1429719283640-1.jpg" alt="Versammlung Trab" class="wp-image-1639"/><figcaption class="wp-element-caption">Der Rücken hängt durch und die Hinterhand schiebt nach hinten heraus. Der Teil des &#8222;M&#8220; der Hinterhand ist deutlich kleiner. Oberarm und Röhrbein sind nicht parallel.</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie erreichst Du Versammlung?</strong></h2>



<p>Am Anfang des Artikels habe ich geschrieben, dass es durch Ziehen oder &#8222;Riegeln&#8220; des Pferdekopfes in die richtige Position <strong>nicht</strong> geht (oder würdest Du das Dach deines Hauses vor den Wänden bauen? Das ist doch unlogisch!). Das ist aber leider das, was die meisten Reiter im Unterricht beigebracht bekommen.</p>



<p>Damit sich Dein Pferd versammelt, musst Du an der richtigen Stelle beginnen: der Hinterhand. Um es dazu zu veranlassen, mehr mit der Hinterhand unterzutreten und seine Hanken zu beugen hast Du verschiedene Möglichkeiten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Übergänge und Tempounterschiede reiten.</li>



<li>Seitengänge wie <a href="https://360gradpferd.de/pferdefreunde-schulterherein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schulterherein</a> und <a href="https://360gradpferd.de/kruppeherein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kruppeherein</a> reiten.</li>



<li>Die Übungen vom Boden aus an der Hand durchführen. Besonders ganz am Anfang, wenn Dein Pferd noch Muskulatur aufbauen muss oder wenn Du niemanden hast der Deine Ausführung der Übung im Sattel kontrolliert ist das eine gute Alternative.</li>



<li>Bei allen gerittenen Übungen: Das Pferd spiegelt den Reiter. Wenn Du also möchtest, dass Dein Pferd die Hanken beugt und sein Becken abkippt, musst auch Du Dein Becken abkippen (<a href="https://herzenspferd.de/reiten-kreuzhilfen/">die Kreuzhilfen</a>).</li>



<li>Für die Versammlung möchtest Du, dass Dein Pferd seinen Rahmen verkürzt und seine Energie auf kleinerer Fläche bündelt. Die Bewegung geht also mehr nach oben als nach vorne. Das erzielst du über das perfekte Zusammenspiel von Sitz (bringt das Pferd in die richtige Körperhaltung), Schenkelhilfen (halten die Energie aufrecht) und Zügelhilfen (fangen die Energie nach vorne ab).</li>
</ul>



<p><strong>Dabei ist es sehr wichtig, dass Du nicht zu viel verlangst. Diese Übungen können anfangs sehr anstrengend für Dein Pferd sein, deshalb solltest Du viele Pausen zur Entspannung einbauen und oft die Hand wechseln, damit nicht ein Bein zu lange zu stark belastet wird.</strong></p>



<p>Wenn Du wissen möchtest, wie anstrengend die Hankenbeugung für Dein Pferd sein kann, gehe einfach mal ein bisschen in die Knie (als wolltest Du Kniebeugen machen) und bleibe in der Position. Je nachdem wie gut Du trainiert bist werden Deine Oberschenkel ziemlich schnell zu brennen anfangen. Dich dann wieder aufzurichten und die Beine auszuschütteln tut unheimlich gut. Wenn Du das aber nicht darfst wirst Du ziemlich bald Schmerzen haben und am nächsten Tag höllischen Muskelkater.</p>



<p>Genau so geht es Deinem Pferd auch. <strong>Deshalb: denk an die Pausen, Dein Pferd muss seine Muskeln &#8222;ausschütteln&#8220; und entspannen dürfen.</strong></p>



<p>Und genau so, wie Du selbst trainieren würdest, solltest Du Dein Pferd trainieren: fange mit kurzen Trainingseinheiten an und steigere die Zeit langsam. Am Anfang reichen schon ein paar korrekte Schritte in einer Übung wie z.B. dem Schulterherein. Oder würdest Du Dich zu einem Marathon anmelden wenn Du gerade erst mit dem Joggen anfängst?</p>



<p>Bei allen genannten Übungen solltest Du mit so wenig Zügeleinsatz reiten wie möglich. Wenn Du Muskelkater in den Armen hast machst Du etwas falsch. Wenn Du die Zügel länger lässt sollte sich Dein Pferd vorwärts-abwärts dehnen. Reißt es den Kopf hoch, ist auch das ein Zeichen, dass es nicht in Versammlung ist und Du möglicherweise zu viel über den Zügel reitest.</p>



<p><strong>Versteife Dich nicht darauf, dass Dein Pferd eine bestimmte Kopf- oder Halsposition einnehmen muss. Wenn Du alles richtig machst wird die korrekte Position ganz von selbst kommen &#8211; ohne, dass Du am Zügel ziehen musst.</strong></p>



<p>Und wenn Dein Pferd sich dann versammelt, fühlt es sich an, als würde es vorne ein bisschen größer werden.</p>





<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Die Versammlung ist kein Hexenwerk &#8211; man muss nur von dem Gedanken wegkommen, man könne sie durch eine erzwungene Kopfposition erreichen. Zuerst die Wände bauen, dann kommt das Dach!</p>



<p>Wie immer im Umgang mit Pferden braucht es etwas Zeit und Geduld. Die solltest Du Dir dringend nehmen, wenn Du ein gesundes und zufriedenes Pferd an Deiner Seite möchtest.</p>





<p><strong>Wie erarbeitest Du mit Deinem Pferd Versammlung? Hast Du noch Anmerkungen oder Tipps?</strong></p>



<p><span style="color: #999999;"><em>* Bilder von <a style="color: #999999;" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikimedia Commons</a> *</em></span></p>



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