Reitbeteiligung Kodex

Ich habe mittlerweile meine vierte Reitbeteiligung auf einem wunderbaren Lipizzaner-Hengst. Mit allen Besitzern meiner ehemaligen Reitbeteiligungen bin ich weiterhin seit Jahren gut befreundet und sie waren immer zufrieden mit mir.

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Leider läuft es nicht immer so toll. Ich höre gerade über die sozialen Netzwerke unheimlich viele Horrorgeschichten über schlechte Erfahrungen mit Reitbeteiligungen.

Lesetipp: Scarlett von Fashion to Ride hat sehr amüsant über die verschiedenen Reitbeteiligungstypen geschrieben.

Grund genug mal meinen persönlichen Kodex aufzuschreiben. Natürlich ist das meine Meinung und es kann sein, dass jemand anderes das anders sieht – wenn das so ist, ab in die Kommentare damit!

Eine kürzere Variante des Kodex als Datei kannst Du Dir hier herunterladen.

 

1. Sei verantwortungsbewusst.

Die Besitzerin vertraut Dir ihr Pferd an!

Das bedeutet, Du trägst zum Beispiel dafür Verantwortung, dass es ihm gutgeht wenn Du mit ihm arbeitest und dass es sich nicht verletzt.

Es ist Deine Aufgabe, mit bestem Wissen und Gewissen im Interesse des Pferdes zu handeln.

Das bedeutet auch, dass Du die Verantwortung übernimmst, wenn Du etwas falsch gemacht hast und nicht versuchst die Schuld auf jemand anderen zu schieben.

 

2. Sei zuverlässig und halte Dich an Absprachen.

Halte Dich an Termine oder sag sie rechtzeitig ab. Wenn Du mit der Besitzerin etwas abgesprochen hast dann musst Du Dich daran halten. Gehe zum Beispiel nicht einfach reiten ohne, dass Du der Besitzerin Bescheid sagst (ich empfehle einen festen Zeitplan wer wann reitet, Änderungen kann man dann immer noch flexibel abmachen).

 

3. Frage nach, wenn etwas unklar ist.

Gute Kommunikation ist das A und O einer jeden Beziehung. Wenn Dir etwas nicht klar ist frag nach. Die Besitzerin wird sich freuen, dass Du Interesse zeigst und nicht einfach ungefragt etwas machst von dem Du Dir nicht sicher bist ob es ok ist.

 

4. Behaupte nicht, es wäre Dein Pferd.

Ich weiß, spätestens wenn Dich ein kleines Mädchen am Stall oder beim Ausritt mit Bewunderung in den Augen ansieht und Dich fragt ob das Dein Pferd ist, wird es Dir in den Fingern jucken „Ja“ zu sagen.

Tu es nicht. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn irgendjemand behaupten würde Dein Pferd wäre seins? Nicht so toll, oder?

Außerdem wird es ziemlich peinlich für Dich wenn die Besitzerin des Pferdes davon erfährt…

 

5. Es ist etwas passiert? Sag der Besitzerin Bescheid.

Das Pferd hat eine Verletzung, es ist etwas am Zubehör kaputt gegangen, ein Eisen ist ab oder beim Reiten ist etwas schief gelaufen? Sag der Besitzerin Bescheid, bei Verletzungen so schnell wie möglich!

Es möchte auch keiner an den Stall kommen und feststellen, dass das Halfter kaputt ist, oder von der Stalltratschtante hören, dass die Reitbeteiligung vom Pferd gefallen ist.

 

6. Du hast etwas kaputt gemacht? Biete an es zu bezahlen.

Wenn es eindeutig Deine Schuld ist, dass etwas kaputt gegangen ist, dann solltest Du anbieten den Gegenstand zu ersetzen. Wenn etwas aufgrund von Verschleiß kaputt geht, ist es eher Aufgabe der Besitzerin den Gegenstand auszutauschen.

 

7. Unterstütze die Besitzerin wenn das Pferd krank ist.

Für mich eine Selbstverständlichkeit und sehr wichtig. Wenn das Pferd krank ist solltest Du die Besitzerin unterstützen wo Du nur kannst. Ich bin schon wochenlang zum Pferd gefahren nur um Medikamente zu geben. Manche Medikamente müssen mehrmals am Tag gegeben werden, wenn Du da eine Gabe übernehmen kannst hilfst Du der Besitzerin meistens schon unheimlich.

Für mich gehört es absolut dazu, dass man auch in schlechten Zeiten für das Pferd da ist! Schließlich hat man es dann nicht weniger lieb.

Ein schwieriges Thema ist in so einem Fall die Bezahlung. Meine ganz persönliche Einstellung ist es weiter zu bezahlen, auch wenn ich nicht reiten kann. Ich habe aber auch immer eine sehr gute Beziehung zu den Besitzerinnen meiner Reitbeteiligungen und möchte sie unterstützen. Ein krankes Pferd kostet viel Geld… Wie ihr das regelt musst Du ganz individuell mit der Besitzerin Deiner Reitbeteiligung ausmachen.

(Wenn das Pferd dauerhaft unreitbar ist müsst ihr euch natürlich etwas überlegen – ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Dir in so einem Fall jemand ernsthaft böse ist wenn Du Dir eine andere Reitbeteiligung suchst.)

 

8. Lass nicht einfach Deine Freunde aufs Pferd.

Ein absolutes No-Go!

Wie schon erwähnt, es ist nicht Dein Pferd! Also darfst Du auch nicht entscheiden wer es reitet. Wie würdest Du Dich fühlen wenn Deine Reitbeteiligung einfach irgendwen auf Dein Pferd lässt? Mal ganz davon abgesehen, dass es Probleme mit der Versicherung geben kann wenn etwas passiert.

 

9. Geh pfleglich mit dem Zubehör um.

Ein guter Sattel kostet oft mehrere tausend Euro. Es versteht sich von selbst, dass Du schonend mit ihm umgehst und ihn nicht in irgendeine Ecke wirfst oder verknickt in den Spind stopfst. Wenn er matschig ist machst Du ihn sauber bevor Du ihn wegpackst, wenn er nass ist trocknest Du ihn ab.

 

10. Das Pferd ist kein Mittel zum Zweck.

Nur draufsetzen und reiten, oder nur Turniere reiten wollen ist nicht. Ein Pferd ist ein Lebewesen und zum guten und fairen Umgang mit ihm gehört, dass Du es auch pflegst, es gern hast und es Dir wichtig ist, dass es ihm gut geht. Wenn das bedeutet, dass Du mal ein paar Tage nicht reitest, dann ist das eben so. Es gibt so viele tolle Dinge, die man mit einem Pferd machen kann: Knuddeln, Spazieren gehen, Bodenarbeit, einfach nur mit ihm auf der Koppel stehen und Zeit verbringen, …

 

11. Mische Dich nicht in grundlegende Entscheidungen ein / Respektiere Entscheidungen der Besitzerin.

Die Besitzerin Deiner Reitbeteiligung sagt Du sollst das Pferd gebisslos reiten? Oder es soll keine Leckerli bekommen? Dann hast Du das zu akzeptieren!

Es ist ihr Pferd und sie trifft die Entscheidungen. Wenn ihr eine gute Beziehung habt könnt ihr darüber reden, aber im Endeffekt musst Du Dich an ihre Wünsche halten.

 

12. Sei kein Besserwisser.

Niemand mag Besserwisser. Und auch die Besitzerin Deiner Reitbeteiligung wird es sicher nicht toll finden, wenn Du ihr ständig erzählst, was sie alles falsch macht.

Anders sieht es aus, wenn sie Dich wirklich um Rat fragt. Bei mir ist es so, dass ich bis jetzt mit allen Besitzerinnen meiner Reitbeteiligungen immer toll über die Pferde und die Arbeit mit ihnen fachsimpeln konnte. Manchmal ist es ja sehr hilfreich, wenn man sich noch eine zweite Meinung anhören kann.

 

13. Packe im Stall mit an.

Ich finde es selbstverständlich, dass man nicht nur zum Reiten kommt sondern auch im Stall mit anpackt (das hängt natürlich auch vom Stall ab, bei einem Selbstversorger wirst Du eher mithelfen als bei einer Vollpension). Es fehlt zum Beispiel gerade Wasser in der Tränke? Ist doch klar, dass Du die dann schnell auffüllst.

 

14. Nimm Unterricht mit dem Pferd.

Man lernt nie aus. Und selbst wenn Du schon ewig reitest und viel weißt, ist es immer von Vorteil ein paar Reitstunden mit dem neuen Pferd zu nehmen. Schließlich ist jedes Pferd anders und es ist immer gut, wenn mal jemand draufschaut und Dir Tipps gibt wie Du noch besser mit dem Pferd umgehst.

 

15. Sei konsequent mit dem Pferd.

Nicht nur wichtig für Reitbeteiligungen, sondern alle Reiter. Keine Besitzerin hat Lust darauf, dass die Reitbeteiligung das Pferd verzieht und verreitet. Deshalb: immer konsequent sein und wenn die Besitzerin zum Beispiel keine Leckerli füttert, solltest Du das auch nicht (und erst recht nicht heimlich) tun.

 

16. Sei ehrlich.

Es klappt etwas nicht oder Du hast etwas falsch gemacht? Sei immer ehrlich, irgendwann kommt es doch raus. Wenn man von Anfang an ehrlich ist lassen sich viele Dinge ohne große Probleme und Drama lösen.

 

17. Zahle pünktlich.

Wenn Du einen monatlichen Betrag für die Reitbeteiligung bezahlst, dann solltest Du das pünktlich tun. Am besten ist es, Du richtest bei der Bank einen Dauerauftrag ein oder bittest Deine Eltern das zu tun.

Für die Besitzerin ist es ärgerlich und unangenehm Dich nach dem Geld fragen zu müssen.

 

18. Frage was Du mit dem Pferd machen darfst/kannst.

Viele Pferde haben eine Vorgeschichte und vielleicht alte Verletzungen oder Krankheiten. Frage deshalb unbedingt nach ob es etwas gibt, was Du mit dem Pferd nicht machen sollst oder was es nicht kann. Die meisten Besitzer sagen Dir das von sich aus, aber gerade wenn Du etwas Neues ausprobieren möchtest ist nachfragen immer gut.

 

Da es aber nicht nur Horror-Reitbeteiligungen, sondern auch Horror-Besitzer gibt solltest Du auch folgende Dinge beachten:

 

1. Lass Dich nicht ausnutzen.

Du sollst viel Stallarbeit leisten, am besten gar nicht – oder nur wenig – reiten und dafür einen Haufen Geld im Monat bezahlen? Sorry, aber das ist in meinen Augen etwas übertrieben. Ich verstehe es absolut, dass jemand eine angemessene Bezahlung dafür haben will, dass er sein Pferd zur Verfügung stellt. Aber ausnutzen lassen musst Du Dich nicht.

 

2. Lass Dich nicht schlecht behandeln.

Alles was Du machst ist in den Augen der Besitzerin falsch und sie macht Dir ständig wegen etwas anderem die Hölle heiß? Du fühlst Dich wie der Idiot von Dienst?

Das musst Du Dir nicht gefallen lassen und auch nicht aushalten, schließlich soll Dir Dein Hobby Spaß machen. Such Dir eine andere Reitbeteiligung.

 

3. Kläre ab, dass Du versichert bist.

Bei den meisten Versicherungen ist eine Reitbeteiligung mit eingeschlossen. Aber eben nicht in allen. Kläre unbedingt ab, dass Du versichert bist bevor Du Dich auf’s Pferd setzt.

 

4. Unterstütze niemanden der sein Pferd schlecht behandelt.

Du findest, dass die Besitzerin das Pferd schlecht behandelt? Such Dir eine andere Reitbeteiligung. Die Auffassungen was gut und richtig für ein Pferd ist gehen ja durchaus auseinander. Wenn Du aber ständig gegen Deine Überzeugung handelst oder Dich mit der Besitzerin darüber streitest, macht Dich das nur unglücklich.

 

5. Falls es einen Vertrag gibt, lese ihn gut durch.

Ein Reitbeteiligungs-Vertrag ist eigentlich eine gute Sache. Dann weiß jeder woran er ist und wichtige Dinge sind verbindlich geregelt. Wie bei allen Verträgen solltest Du ihn Dir gut durchlesen und überprüfen ob das, was darin steht, für Dich ok ist.

 

Niemand ist perfekt!

Wenn Du Dich in etwa an diese Verhaltensvorschläge hältst bist Du vielen anderen Reitbeteiligungen schon einen Schritt voraus. Es legt natürlich jeder auf andere Dinge wert, von daher sind vielleicht manche Punkte vernachlässigbar.

Es ist niemand perfekt, aber ich finde es sehr wichtig, dass man sich dem Vertrauen und der Verantwortung bewusst ist, welche man als Reitbeteiligung hat.

Wenn man gut miteinander umgeht kann eine Reitbeteiligung eine wunderbare Sache sein und es können – wie in meinem Fall – Freundschaften fürs Leben entstehen. Ich finde es sehr schade, dass viele Pferdebesitzer Probleme mit ihren Reitbeteiligungen haben und hoffe, dass dieser ganz persönliche Kodex mit dazu beiträgt, dass sich die Situation etwas ändert.

Lesetipps:

Sophie von Chevalie hat zwei tolle Artikel über das Finden einer Reitbeteiligung aus Pferdebesitzer-Sicht und auch aus Reitbeteiligungssuchender-Sicht geschrieben.

Line von Kultreiter erzählt Dir, warum Du als Pferdebesitzer eine Reitbeteiligung brauchen kannst.

 

 

Wie sind Deine Erfahrungen mit Reitbeteiligungen? Bist Du Pferdebesitzer und hattest schon mal eine Horror-Reitbeteiligung? Oder bist Du Reitbeteiligung und warst schon bei Horror-Besitzern? Erzähl mir Deine Geschichte in den Kommentaren!

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44 KOMMENTARE

  1. Super Artikel! Und soweit ich das gelesen habe, habe ich bis jetzt nicht viel falsch gemacht bei meinen Reitbeteiligungen ;)
    Ich war 7 Jahre lang bei einem Selbstversorgerhof, der auch Ensteller hatte, die ich und meine Schwester reiten durften. Wir haben dann immer Pferde gefüttert,abgeäppelt,Heunetze gestopft und konnten dann reiten, wenn das Wetter gepasst hat – da wir dort keine Halle hatten.
    Ich finde es sehr wichtig in einem Stall mitzuhelfen. Das fördert meiner Meinung nach das Vertrauen zwischen dir und dem Besitzer des Pferdes/der Pferden.

  2. Ich hab bald ne Rb und wollte fragen ob 1mal in der Woche 45Min Reiten(Reitstunde) es sich lohnt des anzunehmen.Ich würde gerne mehr machen, die Besitzerin ist sehr oft da.Ich kann nur am Wochenende Reiten und sie will alles bestimmen.Es wird noch alles fest besprochen aber ich wollt mir Tipps abholen ob es sich lohnt oder ob es ne schlechte Rb ist :)

    • Hallo liebe Carina,

      das kann dir so wohl niemand beantworten, jeder legt ja auf andere Dinge Wert und du musst schon selbst wissen, was ok für dich ist und was nicht ;-)
      Ich persönlich möchte z.B. öfter als einmal pro Woche reiten, für mich wäre es also nichts… Aber vielleicht kannst du auch öfter kommen, wenn die Besitzerin sieht, dass du gut mit ihrem Pferd umgehst und es gut klappt – kannst sie ja mal fragen. Dass sie am Anfang alles bestimmen möchte finde ich verständlich, immerhin vertraut sie dir ihr Pferd an ;-)

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Hallo ihr lieben,

    Freue mich hier etwas aktuelles zu dem thema gefunden zu haben… weil ich brächte ein paar andere Meinungen:

    Ich, 27, e- niveau, nicht schlank, habe seit märz eine rb, einen ardenner- 1125kg, knapp 1,80 stockmaß, also ein pferd, bei dem ich kein schlechtes gewissen haben muss, es mit meinen 185 und knapp 100 kilo zu reiten. Er ist 13 Jahre und reines freizeitpferd. Die Besitzer haben ihn seit dem jahreswechsel, da konnte er grad aus im schritt und trab. Nix mit haltung, vorwärts-abwärts, Biegungen.
    Ich bin zuverlässig, habe viel bodenarbeit mit doppellonge mit ihm gemacht (was viel arbeit war, anfangs lies er sich gar nicht longieren), bin auch ab und an ausgeritten- habe aber immer darauf geachtet, dass ich mehr auf muskelaufbau und gymnastizierung setze, damit es ihm gesundheitlich gut geht- er trägt schließlich mich und die besitzer, die schwerer als ich sind, und leider hat er Arthrose, weswegen er jetzt auch im sommer oft gelahmt hat- also kein reiten, sondern moderate bodenarbeit, viel schritt.

    Ich zahle 80 € im monat. (Bei 250 euro boxenmiete, vollpension, kein misten nötig ) Ohne zicken, ob ich reite oder nicht, ob ich 1 x oder 3 x komme, weil die besis/die andere rb auch mal weg waren … ich behandle strahlfäule, mauke, gehe pfleglich und liebevoll mit dem pferd und den sachen um. Ich putze sogar nach einem plan der heilpraktikerin in best. Strichen um die “energie des pferdes nicht auszustreichen”, obwohl ich das … naja… komisch finde. Aber es schadet nicht, und was die besitzer wollen, tu ich, solang es dem pferd nicht schadet. Ich zahle 25 euro für eine reitstunde, die dann natürlich bzgl. Des ausbildungslevels mehr dem pferd zu gute kommt und unserer kommunikationsverbesserung, weil er halt vieles nicht kennt ( zb schenkelweichen, wendungen) als meinen reiterl. Fähigkeiten. Davon hatte ich jetzt 4 und einmal hab ich das geld investiert für hilfe bei der bodenarbeit.

    Und jetzt sind die besitzer mega sauer auf mich, weil ich nichts zum schmied zusteuern möchte. Ich habe klar angegeben, dass ich eben finde, dafür wie sie und das pferd von mir profitieren, finde ich die 80 euro im monat angemessen. Und jetzt durfte ich mir anhören, sie würden mir doch nicht mein hobby finanzieren… und dass die eisen ja für das pferd seien und mich als rb, und dass das jawohl unverschämt wäre, dass ich nix dran zahlen will… und einige komische argumente, die, wie ich finde nix damit zu tun haben, z.b. woanders dürfe man nicht mit dem pferd machen, was man wollte, ich wolle ja auch wieder ausreiten…

    Die andere rb, die seltener kommt als ich, nicht so erfahren im umgang, bei bodenarbeit und beim reiten ist wie ich, auch 80 euro zahlt, ist bereit und legt nun noch 30 euro den Monat drauf…

    Versteht mich nicht falsch, ich finde es gut, wenn er jetzt Eisen bekommt, weil er x jahre mit eisen lief und der versuch, ihn barhuf gehen zu lassen, gescheitert ist und die hufe trotz zusatzfutter und pflege (keralit) stark brechen und immer noch sehr weich sind- aber ich finde nicht, dass ich mehr bezahlen muss, vor allem, es war vorher nie abgemacht, und ich möchte mich klar positionieren, weil ich auch in zukunft nicht jedes mal bei schmied, tierarzt oder bewahre, der heilpraktikerin, was zusätzlich bezahlen möchte. Ich finde, das ist aufgabe der besitzer – oder liege ich jetzt da so falsch? :( ich habe inzwischen auch ein total mieses Gefühl. .. diese Diskussion fühlte sich echt doof an und es ist ab jetzt fraglich, wie das klima ist. Noch haben sie mir die rb nicht gekündigt… aber ob ich so noch frohen herzens hin gehen kann… sorgen, dass die Besitzer am hungertuch nagen und ohne zusätzliches geld nicht auskommen, muss ich mir auch nicht machen, sie haben sich anfang des Monats pferd nr. 3 gekauft.

    Was haltet ihr davon?
    Würde mich echt freuen, was von euch zu lesen… bin grad echt frustriert und verwirrt und enttäuscht…

    Liebe grüße,
    Marie

    • Huhu liebe Marie,

      das klingt echt blöd :-/
      Dieses Thema ist ja immer wieder Grund zu Diskussionen und im Endeffekt muss da jeder selbst entscheiden, womit er leben kann und womit nicht. Ich finde 80€ auch absolut angemessen (vor dem Hintergrund, was du alles machst, sogar nicht gerade wenig) und würde nicht noch zusätzlich was bezahlen wollen. Die Besis “wollen dir nicht dein Hobby finanzieren” – aber du sollst ihnen ihr Pferd finanzieren oder wie? Wenn da noch ne andere RB mitzahlt, haben sie die Stallmiete ja schon fast raus…
      Für mich sind solche Dinge auch Aufgabe der Besis, es ist eben ihr Pferd und nicht deins und es ist ja nicht so, als hätten sie keine Vorteile davon, dass du dich ums Pferd kümmerst. Ich hab bei meinen RBs auch immer mal wieder Geld zu Sachen dazugegeben, oder Sachen gekauft, aber das war mein Vorschlag und ich hatte immer ne tolle, freundschaftliche Beziehung zu den Besitzern. Das klingt ja bei dir leider nicht so, da würde ich mich ehrlich gesagt sträuben…

      Liebe Grüße,
      Christina

    • Liebe Christina,

      Vielen herzlichen Dank für deine Antwort, das beruhigt mich jetzt….

      Inzwischen war der schmied da – weil es beide besitzer nicht geschafft haben, pünktlich in den stall zu kommen, hab ich die 2 kaltis aufgehoben – aber nichts dran bezahlt. Das wurde jetzt akzeptiert, letzte aussage war : sie wollen kein theater mehr. Ein danke, dass ich da war und aufgehoben hab, kam nicht, einen freundschaftlichen umgang kann ich wohl nicht mehr erwarten… ich versuche nun mich mit der mangelden Kommunikation abzufinden, ebenso mit Entscheidungen, die ich nicht gut finde (2 statt 4 eisen, Heilpraktiker vor tierarzt, das pferd braucht kein training, soll ja nur spazieren laufen mit schwerem gewicht drauf…) , aber halt ihnen als besitzern zustehen. Mal sehen wie lang ich es aushalte, weil ich das pferd so gern hab…

      Drückt mir die daumen, dass ich nach ca. 3 jahren fertig mit der letzten ausbildungsetappe bin und dann genug verdiene, mir endlich einen eigenen “dicken” zuzulegen …

      Ich danke dir nochmal für die Antwort, wenn man so viel gegenwind kriegt, beginnt man doch dran zu zweifeln, ob man die dinge jetzt richtig beurteilt….

      Und auch ein großes danke für deine wunderbare seite, die so schön und liebevoll gestaltet ist und so gut geschriebene, wertvolle infos enthält – ich bleib auf jeden fall dein follower 😊

      Herzliche grüße,
      Marie

    • Nichts zu danken =)

      Das klingt wirklich alles nicht sehr gut… Ich drücke dir die Daumen, dass sich die Situation vielleicht wieder ein bisschen beruhigt!
      Und natürlich, dass du schnell mit der Ausbildung feritg wirst und dir ein eigenes Pferd leisten kannst =)

      Danke dir für die netten Worte, das freut mich sehr =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  4. Hey,
    Ich habe vor etwa 2 Jahren eine Rb bekommen die mich dann nach 1 Jahr gekündigt hat.
    Am Anfang war alles in Ordnung, das Pferd was ich reiten sollte war zwar sehr kompliziert und die Besitzerin hat sehr viele Regeln aufgestellt weil sie etwas pinibel mit dem Pferd war(ist ja nicht schlimm wäre ich glaub ich auch) aber ok. Die ersten Wochen verliefen gut. Ich nahm Reitunterricht und kam alle 2 Tage und öfter zum Stall um mich um das Pferd zu kümmern, Stall auszumisten oder um Bodenarbeit zu machen. Ich kam super mit dem Pferd zurecht und konnte es auch ziemlich oft reiten da die Besitzerin selbst ,eher selten ritt. Nach viel Training und Vertrauensaufbau meinte jeder im Stall das ich von allen am besten mit dem Pferd zurecht komme. Kurze Zeit später meinte die Besitzerin das das Pferd sehr krank sei, der Tierarzt kam und meinte das es nur eine leichte Erkältung sei doch sie erzählte jedem das das Pferd sehr schlimm krank sei und erstmal nicht geritten werden darf. Ich habe auf sie gehört und nur noch Stallarbeit und Krankenverpflegung gemacht. 3 Monate. Dann durfte ich endlich wieder reiten,doch ich musste feststellen das die Mühsame Arbeit zunichte gemacht wurde. Sie hörte nicht sie wollte entweder nichts machen oder sie rann und buckelte nur noch. Aber ich Riss mich zusammen und machte weiter. Irgendwann stürtzte ich stark und musste ins Krankenhaus mit einem gebrochenen Arm und einer Gehirnerschütterung ab da ging alles Bergabwärts. Als ich endlich wieder gesund war und reiten durfte meinte die Besitzerin das Pferd lahmt. Keiner ausser ihr hat etwas gesehen nicht einmal der Tierarzt doch ich durfte sie nicht reiten. Also wieder nur Stallarbeit. Als sie dann irgendwann merkte das ihr keiner mehr glaubt durfte ich das Pferd wieder reiten aber nicht lange denn dann meinte sie das das Pferd husten hat. Ich habe ihr vertraut und gemacht was sie gesagt hat. Und wieder Stallarbeit und Krankenverpflegung. Als die Phase vorbei war wollte sie aber irgendwie trz. nicht das ich das Pferd reite denn sie hat immer wenn ich gefragt habe gesagt das es da nicht geht als ich dann irgendwann auch aufgehört habe die Stallarbeit zu machen hat sie mit meinem Vater und mir geredet das es ja so nicht weiter geht und ich nicht einfach nichts machen kann . Als ich meinem Vater die Story erzählt habe hat er mich unterstützt und gesagt das ich kündigen soll,doch ich möchte das Pferd so gerne das ich nicht kündigen konnte . Doch an einem Abend hat sie mir dann geschrieben das ich das Pferd nicht mehr Reiten darf. Ab dem Tag hatte ich regelrecht Angst davor zu Pferde zu reiten die jemand anderem gehörten. Daher habe ich kurz danach aufgehört zu reiten. Doch jetzt 1 Jahr später fasse ich langsam wieder Mut und informiere mich sehr über Pferde ,Reiten usw.. Seitdem ich deinen Kodex gelesen habe denke ich sogar darüber nach mir bald wieder eine Reitbeteiligung zu suchen.
    Ich möchte euch mit meiner Story sagen das es mit einer Reitbeteiligung nicht immer gut geht man aber niemals den selben Fehler wie ich machen soll und einfach mit reiten aufhört.
    Lg

    • Hey Rebecca,
      Hört sich echt mies an. Warum sucht sich die Frau dann überhaupt ne RB für ihr Pferd? Wie auch immer. Wenn dir was am reiten liegt, solltest du dir auf jeden Fall wieder eine RB suchen. Es sind ja zum Glück nicht alle Pferdebesitzer so. Ich habe auch eine RB und die ist echt toll. Ich darf 3 mal die Woche hin und kann mit dem Pony machen was ich will. Die Besitzer sind echt super nett und lassen mir jegliche Freiheiten. Wenn sie mal beschäftigt sind kann ich auch kurzfristig in den Stall, weil ich viel näher dran wohne.
      Jedenfalls finde ich es du solltest es nich mal probieren. Oder du schaust mal in einem Stall mit Schulpferdebetrieb vorbei. Ich wünscge dir noch viel Glück.
      LG Julia

    • Hallo liebe Rebecca,

      ja, manchmal hat man einfach Pech… Aber es gibt auch so viele tolle Pferdebesitzer! Da muss man dann einfach ein bisschen suchen. Ich drücke dir fest die Daumen, dass es mit der Nächsten besser klappt, falls du wieder anfangen solltest!

      Liebe Grüße,
      Christina

  5. Ich bin 14, reite seit drei Jahren auf dem Hof meines Rls und habe seit Januar eine Rb an einem seiner Schulponys, das ich schon seit anderthalb Jahren im Unterricht reite. Für jeden Samstag reiten bezahle ich vierzig Euro im Monat, was ich schon ziemlich teuer finde aber Reitbeteiligungen an Schulpferden sind ja leider nicht die billigsten :0 es gab kein Probereiten oder so (klar, er wusste ja wie ich mit Moritz klarkomme) aber leider hatte ich einen ziemlich schlechten Start. Gleich beim ersten Mal allein bin ich vom Pferd gefallen (er ist beim angaloppieren buckeln losgerast, ich konnte ihn zwar wieder anhalten aber bin trz gestürzt). Natürlich hab ich das meinem Rl erzählt er war mäßig begeistert hat mich gewarnt dass ich schon verantwortungsbewusst sein muss und so. Das hat mich ein bisschen geärgert, denn generell sehe ich natürlich ein dass er mir eine “Mini-Standpauke” gehalten hat nach dem Sturz, aber er nimmt mich (zumindest habe ich den Eindruck) nicht so besonders ernst, ich werde glaub ich ein bisschen als kleines verwöhntes Pferdemädchen abgestempelt (nicht weil ich mich so verhalten würde sondern z.B. bin ich im Unterricht schon ziemlich oft vom Pferd gefallen, vor allem in den ersten Wochen/Monaten mit Moritz und war da eine ziemliche Heulsuse, außerdem war ich aauch ziemlich ängstlich beim ersten Galop und so und früher eher verträumt beim Reiten. Mittlerweile bin ich total ehrgeizig, nutze jede Minute um Pferdewissen in mich aufzusaugen, mache mir sehr viele Gedanken über besseres Reiten und mehr Abwechslung und helfe stundenlang freiwillig bei der Stallarbeit…aber ich glaube das wird nicht so ganz wahrgenommen, ich werde immer noch für ziemlich unsicher und unwissend gehalten). Das klingt jz alles ganz schrecklich, ich muss mal dazusagen dass ich meinen Rl echt gern habe, er ist total nett, entspannt und ein guter Lehrer und ich finde auch seinen Umgang mit den Pferden und deren Haltung toll, er selbst ist Pferdewirt und kann meeega gut bis zur S-Virlseitgkeit reiten. Moritz ist auch mein Schatz, halt leider wie schon erwähnt ein kleines Buckelmonster was immer phasenweise auftritt. Es läuft wochenlang gut, dann plötzlich hat er einen schlechten Tag und buckelt nur rum, ich bin daran schon gar nicht mehr gewöhnt und falle runter und muss dann die nächsten ein bis zwei Monate erst wueder seinen Respekt zurückgewinnen. Dieses häufige Runterfallen dämpft mein Selbstbewusstsein auch ziemlich, warum bin ich jz schon gute zehn Mal in diesen dreiJahren runtergefallen und andere in ihrem Leben erst ein paar Mal? Denn eigtl ist mein Sitz gar nicht so schlecht und die Ponys sind ja nicht abgrundtief böse oder traumatisiert sondern einfach nur ab und zu launisch und wenn sie dann buckeln, ja dann wissen sie auch was sie tun. Naja, jdf läuft es momentan wahnsinnig gut, denn dank deiner genialen Artikel hab ich mich die letzten paar Male auf dem Pferderücken unglaublich verbessert. Außerdem übe ich seit ein, zwei Monaten immer samstags wenn ich alleine reite das reiten ohne Zügel. Es ist echt toll, wie sehr ich und Moritz uns in der kurzen Zeit schon verbessert haben, ich reite jz auch wenn ich die Zügel wieder aufnehme sehr viel mehr über Gewicht und Schenkel. Und die Hufschlagfiguren nehmen langsam ohne Zügel schöne Form an. Noch machen wir das im Schritt und Trab aber nächstes Mal versuche ich es vllt schon im Galopp :) das Problem ist halt, dass mein Rl jedes Mal wenn ich vom Reiten erzähle mich wieder neu an meine Pflichten (Verantwortung, Sicherheit usw) erinnert. Z.B. sage ich “War richtig gut heute, ich konnte ihn noch am langen Zügel galoppieren.” “Pass lieber auf, das er dir nicht schon mit Zügeln durchgeht” oder ich sage “Habe mir das Zirkel vergkleinern und vergrößern von den Reitern abgeschaut und es mal im Schritt probiert, es war richtig toll” und er sagt dann “Guck lieber erstmal, dass dein Zirkel nicht schon auf dem 1. Hufschlag aussieht wie ein Ei” er sagt ds zwar immer ein bisschen um mich zu necken aber ich höre ja raus was dahinter steckt. Da ich ohnehin so gut wie kein Selbstbewusstsein habe, macht es das auch nicht besser, außerdem komme ich mittlerweile ständig in Versuchung z.B. ein paar Trabstangen oder ein Cavaletti aufzubauen oder ohne Sattel zu reiten, weil ich weiß dass ich das nicht darf aber mich unbedingt weiterentwickeln möchte bzw. auch einfach mal meine Fortschritte sichtbar machen möchte. Natürlich würde ich so etwas nie gegen die Erlaubnis tun, da ich weder meine Rb noch meine Beziehung zum Rl oder sogar meinen Platz als Moritz’ Rb gefährden möchte. Aber daran merke ich ja, dass ich einfach manchmal unterfordert bin bzw an einseitiges Pferdetraining gebunden bin (ja auch wenn ich nicht immer perfekte Hufschlagfiguren reite und keinen idealen Sitz habe, könnte ich vllt mal etwas Neues ausprobieren wollen ohne gleich mein Pferd zu verreiten). Das waren jz ganz schön viele Beschwerden, warum habe ich immer noch diese Rb? Nicht nur weil ich mich nicht freiwillig von Moritz trennen könnte. Sondern auch weil mein Rl abgesehen von diesem echt nervigen und für mich deprimierenden Charakterzug mein absolutes Vorbild ist, die Schulpferde auf dem Hof ein gutes Leben haben (das kann man nicht von vielen behaupten und ich bin nunmal momentan noch an Schulis gebunden), ich es auch mag dass es so ein kleiner Familienbetrieb ist und ich mich mit allen dort verstehe und gerne dort helfe und mir auch immer geholfen wird, außerdem waren meine Eltern froh eine Rb für so wenig Geld zu finden, wo ich außerdem nicht meine ganze Woche für verplane und natürlich ist es (versicherungstechnisch) auch mit einem Rl einfacher als mit Besi. Ich versuche das Beste aus allem zu machen, z.B. beim Putzen, grasen gehen und anstatt Warm-/Trockenreiten Bodenarbeit (ich darf ihn nämlich nicht alleine frei in der Halle laufen lassen), außerdem lege ich mich auch mal beim Reiten auf seinen Rücken oder reite im Damensitz oder lasse mir ähnlichen Unfug einfallen ;P
    Das einzige was jz noch negatives in der Luft hängt, ist dass ich mich wie gesagt in bestimmten Dingen nicht so recht weiterentwickeln kann. Z.B. war Halsringreiten neben einem eigenen Pferd und Galoppausritten am Strand immer mein weit entfernter ziemlich unrealistischer Sehnsuchtstraum. Aber seit ich angefangen habe wirklich systematisch auch ohne Zügel zu reiten, sehe ich mich sogar in gar nicht so weit entfernter Zeit schon mit Halsring auf meiner Rb sitzen. Aber ich gehe mal stark davon aus, dass mein Rl mich niemals mit Halsring aufs Pferd setzen würde – nicht einmal gebisslos. Vllt geht das schon allein wegen der Versicherung nicht, die glaube ich nicht sehr raumgreifend ist. Zum einen finde ich es super dass mein Rl so besorgt um seine Ponys ist und dann eher mal Nein sagt und auch den Verlust einer Rb riskiert, als das Wohlbefinden seiner Pferde aufs Spiel zu setzen. Es sind ja auch nicht alle Rbs, wie du schon gesagt hast, so verantwortungsbewusst und wissen wirklich, dass sie es da mit einem Lebewesen auf Augenhöhe zu tun haben. Trotzdem ist es ein bisschen deprimierend und halt auf Dauer auch demotivierend, an so viele Grenzen zu stoßen. Falls ich irgendwann wirklich in der Lage sein sollte, mein Pferd mit Halsring perfekt koordinierenzu können, aber trz noch ewig warten muss, bis ich das dann mit einer anderen Rb oder meinem eigenen Pferd machen kann, wäre das auf jeden Fall ziemlich schade und würde bestimmt nicht zu meinem Enthusiasmus beitragen.

    • Hallo liebe Caro,

      für mich klingt das einfach so, als würde dein RL einfach nur dein Bestes und deine Sicherheit im Sinn haben. Er will bestimmt nicht dein Selbstbewusstsein dämpfen, sondern wird einfach Angst haben, dass du dich überschätzt und dich verletzt. Ich kenne ganz viele Leute, die einem 14 jährigen Mädchen überhaupt kein Pferd anvertrauen bzw. sie nicht alleine damit lassen würden. Wenn da was passiert ist ja irgendwo auch er in Verantwortung – zumal du ja scheinbar schon das ein oder andere Mal unfreiwillig das Pferd verlässt ;-)
      Ich weiß, dass du das wahrscheinlich nicht gerne hörst, aber ich denke du solltest da schon auf ihn hören, er kann Gefahren einfach besser einschätzen als du. Seinen Sitz kann man auch mit Sattel verbessern und wenn ich mit Halsring reite habe ich immer auch Trense und Zügel drauf für den Notfall. Vielleicht kannst du ja ein paar der Dinge in deiner Reitstunde mit ihm ausprobieren? Dann ist er dabei und kann dir sicher auch gute Anleitung geben.
      Du bist noch so jung und wirst noch ganz viel Zeit haben weiter zu lernen, dich noch mehr zu verbessern und dir deine Träume zu erfüllen! Das muss nicht alles direkt morgen passieren =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  6. Ich habe vor gut zwei Jahren eine Reitbeteiligung gesucht und auch schnell gefunden. Das Pony konnte zwar nur Schritt und Trab geritten werden, aber war dafür echt gut ausgebildet und obwohl es ein bisschen zickig war, bzw. man deutlich machen musste wer der Chef ist kam ich mit ihr sehr gut zu Recht.
    Von einigen anderen habe ich im nachinein erfahren, dass ich besser mit der RB zu Recht kam, als die Besitzerin.
    Auf jeden Fall hatte ich mit der Besitzerin ausgemacht zweimal die Woche zu Reiten, nichts zu bezahlen und dafür Reitstunden zu nehmen. Sie war froh jmd zu haben der ihr Pferd bewegt und ich konnte nach belieben mehr reiten. Sollte ihr nur Bescheid geben. Ich musste weder misten noch füttern oder so…
    Das Pferd ist alledings schon älter gewesen ungefähr 27 Jahre und war immer wieder krank.
    Die Besitzerin (eine Lehrerin) hat manchmal kurzfristig gefragt, ob ich nicht reiten kommen könnte, dafür habe ich oft meinen anderen Sport ausfallen lassen. Eines Abends fragte sie mich dann, ob ich nicht morgen um halb sieben in den Stall fahren könnte, da die Tierärztin käme und ich das Pferd vorher noch bewegen soll! Für mich war klar das ich das Pferd nicht vorher noch bewegen kann, war aber trz um sechs im Stall um die Gute zu putzen. Die Tierärtzin kam auch pünktlich und ich habe ihr assetiert und das Pferd konnte untersucht werden. Ich habe mir versucht so viele Informationen wie möglich zu den Medikamenten und der Krankheit zu merken (sie hatte etwas am Rücken). Ich habe dann der Besitzerin alles geschrieben und bin wieder nach Hause gefahren.
    Einen Tag später bekam ich dann von ihr die Nachricht, das die RB ein halbes Jahr pausieren muss (ich wusste das bereits, wegen der Tierärztin und hatte ihr das auch geschrieben). Habe mich dann mit ihr getroffen um zu besprechen, wie es jz weiter geht. Da ich mich mit dem “Schock” schon abgefunden hatte, habe ich ziemlich zu Beginn des Treffens gefragt, ob sie denn jemanden kennen würde der eine RB sucht. Die Besitzerin war daraufhin sehr beleidigt und meinte nur “Vielleicht ist mein Pferd erstmal wichtiger, als deine Interessen!”
    Ich musste mir noch Sachen anhören, wie du konntest voll oft nicht (Ich gebe zu Ich war im Urlaub und auf der Beerdigung meiner Oma), aber dafür hat man doch eine RB, um nicht 365 Tage im Jahr dahin fahren zu müssen…Dann war sie auch mit meinem reitunterricht nicht zu Frieden und damit, das ich ihr nicht öfter angeboten habe für sie reiten zu gehen.
    Ich hatte am Ende keinen Bock mehr auf Sie und da sie mir praktisch eh schon gekündigt hatte, bin ich dann einfach nach Hause gefahren.
    Ich war aber bald wieder auf dem Hof, da meine Freundin sich ihr Bein gebrochen hatte und ich ihr Pferd in der Zeit versorgt habe. Es hatte sich ziemlich schnell rumgesprochen, das ich keine RB mehr habe und so bekam ich sofort ein Angebot von einer anderen Reiterin. Ich bin jetzt die RB einer Trakehner Stute bin sehr zufrieden. Habe meine zwei Tage, muss nicht misten, helfe aber trz, kümmere mich ab und an noch um das andere Pferd von ihr, kann jederzeit auf Nachfrage kommen, weiß genau was ich machen darf und was nicht, bezahle 50 Euro im Monat und verstehe mich sehr gut mit ihr. Mir werden beide Pferde auch mal für eine längere Zeit anvertraut. was wie ich finde zeigt das, das Vertrauen da ist.
    Lediglich die Zahlung ist schwierig :) Ich bezahle bar, sie möchte das so und manchmal sehen wir uns einfach nicht und ich kann ihr das Geld nicht geben. Sie hat bis jz alles bekommen, aber Ich finde wie du schon erwähnt hast ist es unangenehm für die BEsitzerin nach zu fragen und für die RB so spät zu zahlen-

  7. Ich hatte auch eine RB. Leider muss ich jetzt kündigen.
    Zuerst War das alles voll cool. Das kleine Pferd hatte aber leider einen Sehnenschaden und konnte nur 15 Minuten Schritt und 10 Minuten Trab geritten werden. Also ging ich jede Woche brav dahin, ritt ihn auch mal ohne Sattel, machte manchmal auch nur Bodenarbeit und bezahlte pro Monat 30€. Das ist eigentlich ein fairer Preis, aber ich sollte dann noch zwei Boxen und einen riesigen Paddock abäppeln, wo noch 2 andere Ponys und zwei Ziegen stehen. Das kostete mich schon mal ungefähr eine Stunde, die ich jede Woche auf mich nahm. Im Laufe der Zeit konnte er immer mehr geritten werden und jetzt sind wir bei 20 Minuten Schritt und 20 Minuten Trab. Allerdings ist das eine Pony was da mit im Offenstall steht ein bisschen launisch. Neulich wollte ich den Paddock ganz normal abäppeln, das schlug das Endmaßpony mit dem Schweif, rannte hinter mir her und wollte mich beißen. Da hab ich dann schon gesagt, dass mir das zu doof wird, mal davon abgesehen, dass die Besitzerin dann auch noch sagt, dass ich den Paddock besser abäppeln soll. Eigentlich ist sie ja ganz nett und wir verstehen uns ganz gut. Allerdings beginnt momentan die Weidesaison und deshalb soll ich mit ihm noch mal Eine Stunde mit ihm am Halfter auf der Weide stehen. Das heißt ich lasse ihn eine Stunde grasen, miste ungefähr eine Stunde aus und reite dann kaum mehr als eine halbe Stunde, mal davon abgesehen, dass es nur eine Halle gibt und der Platz meistens nass und schlammig ist. Außerdem darf ich alleine keine Austritte machen und meine Mutter kann ja nicht immer mitkommen. Das heißt ich bin gut drei Stunden im Stall, habe noch einen Haufen Hausaufgaben auf und dann bleibt das Pferd immer wieder stehen um zu fressen. Nicht mal meine Mutter bekommt ihn da weg, und die versteht Viel von Pferden. Deshalb habe ich dort jetzt gekündigt und treffe mich am Samstag mit einem anderen Pferde Besitzer, die eine RB für ihr Connemarapony suchen.
    Ich hoffe das klappt und ich bekomme die RB.
    MfG Julia

    • Hallo Julia,

      das klingt ja wirklich nicht so toll… Ich drücke die Daumen, dass es bei der nächsten RB besser wird =)

      Liebe Grüße,
      Christina

  8. Erstmal: Wirklich super Tipps!
    Ich kann die alle nur unterschreiben, jedoch sollten manche Besitzer auch mal ihre Umgangsweise mit ihrer Reitbeteligung umgehen.
    Meine ehemalige Reitbeteiligung wurde zum Beispiel einfach verkauft, obwohl die Besitzerin wusste, dass er mein Herzenspferd war. Sie hat es mir nicht erzählt und ihn mir auch nicht zum Verkauf angeboten. Ich glaube immer noch, dass es aus Neid war, da ich, im Gegensatz zu ihr, alles mit ihm machen durfte. Das hat er auch nur bei mir zugelassen.
    Jetzt habe ich aber endlich eine super liebe Besitzerin mit tollen Ponys gefunden!
    Ihr könnt unseren Blog gerne besuchen: http://www.nocheinponyblog.blogspot.de/
    Wir freuen uns immer über neue, fleißige Leser! :-)

    Liebe Grüße

    • Hallo Franziska,

      da hast du Recht, es gehören immer zwei Seiten dazu und man sollte sich gegenseitig wertschätzen oder zumindest Rücksicht nehmen.
      Dass deine RB ohne Kommentar einfach verkauft wurde ist echt hart…
      Umso schöner, dass du jetzt jemand Nettes gefunden hast :-)

      Liebe Grüße,
      Christina

  9. Ich kenn das alles zu gut. :(
    Ich bin jetzt 17 und reite seit 7 Jahren, bald 8. Natürlich angefangen auf schlecht ausgebildeten Schulpferden, dann zu etwas besseren Schulpferden gewechselt bis ich es schließlich satt hatte, weil man das Pferd in der Rosse nicht vorwärts bekommen hat. 6 Jahre meines Reiterlebens hab ich verschwendet bzw. den absoluten Schwachsinn gelehrt bekommen. Ich weiß einfach nicht, ob mir das ganze was gebracht hat oder ob es einfach noch schwerer geworden ist mit diesen Erfahrungen das richtige Reiten zu lernen.. Ja, jedenfalls war ich in zwei richtigen Reitställen. Im zweiten wurde das eine von zwei Schulpferden schließlich verkauft und ich stand da wie der letzte Depp. Was sollte ich also tun?
    Ich habe mich schließlich nach einer Rb umgehört und fand auch jemanden. Zu Anfang recht nett und auch das Pferd war ein Schatz – allerdings erst 6. Die Besitzerin sagte mir er wäre Dressur auf einem soliden A – Niveau und ließ sich in der Halle und auf dem Platz gut reiten, im Gelände aber weniger. Ich nahm die Reitbeteiligung also an. Die nächsten 3 Monate wurden ein Graus. Wenn überhaupt kam ich einmal in der Woche in einer absolut überfüllten Reithalle zum Reiten, so dass ich einfach nichts lernte, später wurde mir ständig abgesagt wegen Hufschmied, Impfen,…. w9ie als hätte sie das extra auf diesen Tag gelegt. Man lachte mich von allen Seiten regelrecht aus, weil ich mit diesen Pferd nicht klar kam, aber noch nie selber drauf gesessen?! Ich hatte es dann schließlich so satt, dass ich kündigte. Die Tage darauf schaute ich bei ebay kleinanzeigen und allen möglichen Anbietern nach ob jemand eine Reitbeteiligung sucht und tatsächlich. Jetzt ein Jahr später bin ich so unheimlich froh dort gelandet zu sein. Zum ersten Mal macht Reiten so unglaublich viel Spaß und ich lerne so viel. Es ist ein kleiner Privatstall, den die Besitzerin leitet. Sie selber hat 5 Pferde, ein Pony, zwei top ausgebildete Stuten ( eines davon früher bis L-Dressur auf dem Turnier), einen 4-jährigen Wallach und eine 8-jährige ehemalige Traberstute, die von der Rennbahn aus Spanien kam. Die Stuten bin ich alle schon geritten und dadurch lern ich so viel. Auch auf einigen von den anderen Privatpferden saß ich schon drauf. Alles in allem bin ich unheimlich froh und hab jetzt schon Angst, dass ich nach meinem Abi in diesem Jahr die Reitbeteiligung dort aufgeben muss. :( Ichn hoffe ja immer noch nicht.
    Liebe Grüße Susanne

    • Oh je, da hat du ja schon einiges mitgemacht… Leider werden Reitbeteiligungen auch oft genug ausgenutzt.
      Schön, dass du jetzt etwas Gutes gefunden hast und dich wohl fühlst! Wer weiß, vielleicht kannst du ja auch nach dem Abi dort weiter reiten – oder du suchst eben so lange, bis du wieder etwas Ähnliches findest. Ich drücke die Daumen!

      Liebe Grüße,
      Christina

    • Oftmals sind die großen Reitställe einfach furchtbar. Ich will natürlich nichts verallgemeinern, aber da halten sich halt meistens die Turnier- und Freizeitreiter auf, die denken die Weisheit gepachtet zu haben.
      Ich hoffe auch, wenigstens ab und zu mal. Aufgeben will ich das nur ungern, da ich mich einfach unglaublich wohl fühle.

    • Ich mag die großen Ställe auch nicht – auch wenn viele nette Leute dort sind ist es mir oft einfach zu viel Action. Wenn ich mit Pferden trainiere habe ich gerne meine Ruhe. Ich kann dich also gut verstehen =)

  10. Den Artikel hätte ich mal vor einem Jahr gut gebraucht. Wirklich schön geschrieben!

    Als frisch gebackene Pferdebesitzerin bin ich tatsächlich schon auf der Suche nach einer passenden Reit-/Pflegebeteiligung, für meinen Bub. Wie das im Endeffekt dann laufen wird… werde ich sehen. Ich bin kein maßlos eifersüchtiger Mensch und freue mich, wenn auch andere mit meinem Kerlchen klar kommen. Reiterlich bin ich da in der Tat schon deutlich pingeliger, aber das liegt schlichtweg daran, dass ich der Auffassung bin, dass eine RB vorerst das Pferd vom Boden kennenlernen soll. Das ist mir wichtig und da er sehr menschenbezogen ist auch gar nicht mal so schwierig. Mir lief er bereits nach knapp zwei Wochen hinterher und auch sonst ist er ein Schatz. Reiterlich ist er nicht sonderlich ausgebildet und braucht einfach einen sicheren Reiter und jemanden, auf den er sich verlassen kann, damit er Routine entwickelt.

    Aber auch ich habe natürlich meine Erfahrungen als RB gesammelt. Meine letzte RB habe ich Anfang des Jahres ‘abgegeben’, weil mir das alles zu viel wurde. Ich hatte sie drei Jahre und hänge sehr an ihr, aber es klappte menschlich einfach nicht mehr. Wenn es nur die Vielseitigkeitsschabracke unter dem Dressursattel war, wurde gemeckert, auch wenn ein Wechsel der Schabracke abgenickt war und sein wir doch mal ehrlich… das ist ja nun wirklich der absolute Firlefanz, zumal ich damals noch keine Ahnung von dem Unterschied hatte. Wenn man sein Leben lang nur in Dressursätteln mit entsprechenden Decken sitzt, dann weiß man sowas nicht zwängsläufig. Das ging dann halt zwischendurch immer mal wieder los. Zu Anfang hatte ich Weisung, sie vorwärts-abwärts zu reiten, was sich als schwierig herausstellte, also mussten Ausbinder her, von denen ich in dem Fall absolut nichts gehalten habe. Dreieckszügel hätte ich vielleicht noch verstanden, aber Ausbinder aus Gummi, die mich sogar beim Reiten noch behindern, weil ständig mein äußerer Zügel durchhing – egal wie kurz der Zügel war – war dann eben irgendwann nicht mehr so toll. Nach einem Jahr hatte ich dann den Bogen raus und sie lief rund, in feiner Anlehnung ohne Ausbinder. Zwischenzeitlich dennoch immer wieder mal die Aussage, ich solle sie mit Ausbindern reiten – außer im Unterricht.
    Letztes Jahr bin ich dann im Grunde fast nur noch Unterricht geritten, habe mit ihr und meinem RL an L-Lektionen gearbeitet und dann sind wir probehalber mal aufs Turnier gefahren. Nichts wildes, einfach mal zur Probe eine kleine E-Dressur, die ein wenig in die Hose ging. Der Richter war sehr demotivierend, sie war natürlich total aufgeregt, hat die ganze Prüfung gewiehert, lief aber am Zügel, die Bahnfiguren und Übergänge waren alle anständig… trotzdem wurde ich gefragt, ob ich nicht lieber verzichten will. Mein Ziel bestand nur darin, auf ihr zu bleiben und nicht im Dreck zu landen, dennoch war das natürlich ein Schlag in die Magengrube, wo man noch mit so einem Pulverfass unterm Hintern, versucht zu lächeln und das alles irgendwie mit Humor zu nehmen. Aus ihrer Vergangenheit war mir natürlich auch noch bekannt, dass sie auf Turnier regelmäßig die Leute in den Dreck gesetzt hat, zum Teil wirklich gute Reiter und deshalb habe ich eh nicht so viel davon erwartet.
    Nach dem Turnier hagelte es dann wieder Vorwürfe und ich hätte doch dies und das und jenes und ohnehin und außerdem – tun sollen. Dann kam das Thema Ausbinder wieder auf den Tisch (übe L-Lektionen und mache mir Ausbinder rein… also wirklich… ich war vielleicht nicht perfekt, aber wenn ich sie v/a reiten wollte oder in Aufrichtung… hab ich das noch immer hinbekommen), obwohl mich die Besitzerin auf dem Turnier gar nicht gesehen hat, weil sie nicht vor Ort war und mich ohnehin schon über ein Jahr nicht mehr hat reiten sehen. Dann hieß es auf einmal, dass sie immer v/a gehen soll – da versuche mal zu erklären, dass das unmöglich ist, weil sie das gar nicht über eine Unterrichtseinheit bewältigen konnte – muskulär natürlich und weil es ihr auf Grund des Körperbaus auch nicht unbedingt leicht fiel – langer Rücken, langer Hals, da kostet das natürlich einiges am Kraft, zumal ich sie in der Regel seltener in Aufrichtung geritten bin und natürlich darauf geachtet hab, dass der Rücken hoch kommt.
    Aber nun denn. Ab dem Zeitpunkt bin ich wirklich nur noch im Unterricht geritten. Letzten Winter dann der Supergau… Platz natürlich wie jedes Jahr eine Katastrophe, Besitzerin dabei irgendeine Weiterbildung zu machen, Tochter im Abistress, also hatte ich fast den ganzen Winter vier mal die Woche die Stallarbeit, zwei Pferde die versorgt werden wollten, nicht zu Letzt wegen Mauke und Strahlfäule. Man wusste es nicht zu schätzen, wenn ich die Strahlfäule behandelt habe und wenn dann mal (höchstens ein mal die Woche) jemand von denen am Stall war, dann gab es Mecker wegen irgendeinem Firlefanz, für den ich teilweise noch nicht mal etwas konnte.
    Anfang diesen Jahres hatte ich dann einen Reitunfall – aber auf keinem der Pferde – hab mir den Rücken ruiniert, bzw. ich hatte ein ordentliches Trauma der Lendenwirbelsäule, bin trotzdem am Stall gewesen, hab gemacht und getan, soweit es ging. Einen Tag hab ich mir dann wieder den Rücken bei der Stallarbeit verknackst und konnte halt keine Silage für den nächsten Tag in die Netze stopfen (die Pferde waren für den Tag natürlich versorgt), da gab es dann einen Aufstand, weil ich es gewagt habe, es einmal nicht zu schaffen – da war dann auch der Grund egal, dass ich Schmerzen wie Sau hatte, mich von meinem Vater abholen lassen musste, weil ich nicht mal grade gehen, geschweige denn sitzen konnte. Das zog sich dann so hin. Ich habe nach dem Vorfall mit meinem Rücken irgendwann eine SMS bekommen, ob ich denn überhaupt wieder reiten könne und solche Scherze, dumme Kommentare, dass es doch besser wäre, würde ich keine Cola trinken, weil ich halt nicht schlank bin. Irgendwann kam dann die Zeit, in der die Weiden gedüngt werden mussten und ich konnte halt nicht wegen dem Rücken. Bzw. aus ärztlicher Sicht durfte ich es nicht. Dann musste ich mir anhören, dass ich ja nie Zeit habe, oder was auch immer, wenn es darum ging, die Weide zu düngen. Als ob das als RB in meiner Pflicht liegt, die verdammte Weide zu düngen! Ich durfte nicht, sonst hätte ich schon geholfen, wie die zwei Jahre davor.
    Dann hatte ich im Winter auf meinen Sattel gucken lassen, ob man ihn auf sie anpassen könnte, war natürlich enttäuscht, als es nicht ging und habe dann eben aber auf ihren Sattel gucken lassen, weil die Sattlerin eben grade da war – von meinem Geld! In dem Zuge habe ich natürlich das Lammfellpad abbauen müssen und dann im Stall hängen lassen (zur Erklärung: das ist ein kleiner privater Hof mit vier Pferden gewesen, der einer Familie gehörte, also schon mal vorweg… wer sollte dieses Pad klauen?! Hat ja auch kein Anderer Zugang). Das war im Dezember. An OSTERN fiel ihr dann auf, dass das Pad weg war, ich ging natürlich davon aus, dass das mit dem Sattel weggeräumt worden war (war ein Tag, nachdem die Sattlerin da war samt Sattel eben weg), oder zum Waschen mitgenommen worden ist. Da stellt sich mir die Frage, wer klaut denn ein Sattelpad und lässt die Sättel liegen… Also war die einzige logische Erklärung, dass es irgendwer verschlampt hatte – was ständig vor kam und die Sachen sind nach einer Weile ja auch immer wieder aufgetaucht. Nun bestand sie aber darauf, dass ich dieses Pad ersetze. Es gab ein riesen Hick-Hack, über Wertschätzung ihrer Sachen (mit denen ich immer akkurat umgegangen bin) und blabla. Ich habe es weder gestohlen, noch weggeräumt, aber genau das wurde mir unterstellt, in einem Ton, dass es einfach unglaublich war. Im Endeffekt war das dann der Punkt, wo ich gesagt habe… ihr redet von Wertschätzung? Warum wisst ihr mich dann nicht zu schätzen und wieso muss ich mir das antun und wegen so einem scheiß heulend zu Hause sitzen und mir auch noch Vorwürfe machen und mir ein schlechtes Gewissen machen lassen? Ich hatte keinen Bock mehr und das nach einem Winter, wo ich fast jeden Tag alleine am Stall im Dreck stand, die Stallarbeit gemacht hab, mich um die Pferde gekümmert habe, etc.?
    Nach dem Turnier wollte ich schon das Handtuch werfen (ich bin halt kein Bereiter und das darf man von einer RB in meinen Augen auch nicht erwarten), hab mich dann belabern lassen, aber die Nummer war dann einfach zu unverschämt und so ab der Norm, dass es gereicht hat. Das Pad habe ich ihr ersetzt, auch wenn ich ein gebrauchtes gekauft habe. Ihrs war selber wenigstens zwei Jahre alt und das, was ich gekauft hatte, war nur ein mal zur Probe auf dem Pferd gewesen, da wurde sich dann tatsächlich auch bedankt und das wars dann. Nie wieder etwas gehört. Zu der Schwester ihrer Besitzerin habe ich nach wie vor ein gutes Verhältnis, samt Mann, aber von ihr… wirklich nie wieder etwas gehört.

    Aber das war der Punkt, wo ich gesagt habe, dass ich mir nie wieder eine Reitbeteiligung suche. Aber da ich nun mein eigenes Hotta habe, hat sich das eh erledigt. Ich such mir jetzt jemand netten für den kleinen Mann und hoffe, dass ich nie zu solch einem Menschen werde. Also meine Erfahrung als RB ist sehr gestört dadurch und ich wünsche sowas auch echt keinem :(

    • Hallo liebe Ria,

      ach Mensch, das klingt nach totalen Horror-Besitzern :-(
      Gut, dass du da nun den Schlusstrich gezogen hast! Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deinem Pferd und drücke fest die Daumen, dass du eine nette RB findest!

      Liebe Grüße,
      Christina

  11. Der Artikel ist echt klasse! Eigentlich sollten all diese Punkte selbstverständlich sein – schade nur, dass es in der Realität so oft anders aussieht…

    Ich selbst bin Reitbeteiligung und da ich erst 18 bin, war es, bis ich meine wunderbare aktuelle RB gefunden habe, sehr, sehr schwierig etwas zu finden. Die meisten wünschen sich Erwachsene, was ich persönlich auch völlig nachvollziehen kann! Ich bin mir ziemlich sicher, ich wäre als Pferdebesitzerin selbst unglaublich pingelig und würde mir ganz genau überlegen, wen ich da an mein Pferd lasse.

    Auf meiner Suche habe ich schon die abenteuerlichsten Sachen erlebt, eine Geschichte ist mir dabei ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Ich hatte mit einer Frau Kontakt aufgenommen, die eine RB für ihre noch recht junge Deutsche Reitponystute suchte; geritten wurde diese von ihrer 12jährigen Tochter. Mutter und Mädel wohnten auf dem Hofgelände, sodass die auch immer anwesend waren – was an sich gut sein kann, immerhin hat man immer einen Ansprechpartner.
    Es fing dann damit an, dass ich an einem Tag mit brütender Sommerhitze und Temperaturen von 40°C+ zum Kennenlernen eingeladen wurde. Ich also hingefahren, machte auch einen netten Eindruck – kleiner, idyllisch gelegener Stall, beleuchteter Reitplatz, Roundpen, schönes Ausreitgelände. Die Besitzerin führte mich dann zum Platz, auf dem ihre Tochter bei besagten Wetterverhältnissen die arme Stute in vollem Galopp herumjagte. Nach einer kurzen Diskussion darüber informierte man mich dann, dass das Pony auch an meinen Tagen von der Tochter geritten werden würde, schließlich bräuchte das Pony ja ein bisschen Abwechslung zum sogenannten “Konditions-Training” mit der 12jährigen – und die Stute sei ja immer so zickig und daher anscheinend gar nicht ausgelastet. Mir sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen! Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, wie ich mich entschieden habe.

    Ein anderes Mal war ich zum Vorreiten bei einem netten Stall mit toller Anlage, beim Pferd handelt es sich abermals um eine kleine, junge Stute von 1,50m, die angeblich in der Dressur solide ausgebildet und ganz umgänglich sei. Besitzerin machte einen netten Eindruck, Pferd war beim Putzen, Satteln usw. völlig normal, ich also aufgestiegen. Kaum saß ich oben, buckelte die schon los! Zum Glück kann ich das ganz gut sitzen, hab’s dann recht zügig geschafft, das Pferd zu beruhigen und bevor ich irgendetwas zu der zuschauenden Besitzerin sagen konnte, meine die ganz trocken “Ach, die testet halt gerne. Nach ein paar Wochen hört die schon auf.” Soviel zur soliden Ausbildung und der Umgänglichkeit.

    Jetzt habe ich eine ganz, ganz tolle RB gefunden, ein Isländer-Wallach, mit super lieber Besitzerin! Ich habe unheimlich viele Freiheiten, die Besitzerin und ich vertrauen uns voll und ganz. Der Kleine hat einfach Charakter, ist ein kleiner Tollpatsch, Clown und Alleinunterhalter und unfassbar liebenswert! Am Anfang hat er mich ganz schön ausgetrickst und getestet, und ein paar Mal habe ich wirklich gezweifelt, ob wir überhaupt zusammenpassen. Mittlerweile sind wir ein tolles Team, haben ein starkes Vertrauen und eine enge Bindung zueinander und ich habe sehr, sehr viel von ihm gelernt – unter anderem, einfach mal zu vertrauen, die Kontrolle abzugeben, zu wissen, dass es nur kleinste Signale braucht, … Er ist wohl das, was du ein Herzenspferd nennen würdest!

    • Hallo Selina,

      wow, da hast du ja schon einige irre Geschichten erlebt! Schon der Hammer, was manche Leute mit ihren Pferden veranstalten…
      Schön, dass du jetzt so ein tolles Pony gefunden hast =)

  12. Hi! Dein Kodex ist echt gut!
    Ich habe inzwischen zwei RB’s.
    Zuerst war es nur eine, die ich richtig ins Herz geschlossen hatte, und auch mit der Besitzerin verstand ich mich sehr gut. Das Pferd wurde aber nach einem halben Jahr so krank, dass es erst wieder in zwei Jahren geritten werden kann. Ich unterstütze die Besitzerin so gut es geht und bezahle ihr noch zwanzig Euro im Monat, da ich sie nicht hängen lassen möchte genauso wie das Pferd. Vorher habe ich mit reiten ca fünfzig Euro bezahlt, aber reiten geht ja nicht mehr :(
    Deshalb habe ich mir eine zweite RB gesucht und gefunden. Das Pferd wurde schon seit einem Jahr nicht geritten und bockt manchmal(das sagte zumindest die Besitzerin, hat das Pferd bei mir noch nie gemacht). Ich reite es jetzt viermal die Woche und bezahle siebzig Euro dafür.
    Ich muss dafür aber ausmisten füttern etc.
    Ich bin echt glücklich damit und in zwei Jahren kann ich auch das andere Pferd wieder reiten :)
    Grüße Jules

    • Hi Jules,

      danke dir =)
      Das klingt ja als wärst du eine Traum-Reitbeteiligung – ich glaube es gibt nicht viele Leute, die weiter bezahlen würden wenn sie nicht reiten können…
      Schön, dass du eine Lösung gefunden hast die für alle passt =)

      Ich drücke die Daumen, dass deine erste Reitbeteiligung schnell wieder gesund wird!

      Liebe Grüße!

  13. Hey schöner Artikel;

    ich muss sagen, als Besitzerin habe ich auch ganz schön kämpfen müssen so locker zu werden wie ich jetzt bin (gerade eben weil ich auch schlechte RB-Erfahrungen gemacht habe). Mit meinen RB´s (ich habe mein Pferd jetzt 6 Jahre und bestimmt schon über 10RB´s gehabt) halte ich es so: Sie haben prinzipiell freie Hand, müssen sich aber schon an Absprachen halten. Und man muss sich halt alles gleich offen und ehrlich sagen können. Leider suchen wirklich viele Mädels eine RB, kommen zum Probereiten oder vllt. noch so 3-4mal und stellen dann fest das (bei uns im Kreis sind 50€ pro Monat für zweimal die Woche reiten üblich) ihnen die RB doch zu teuer ist, oder die Entfernung zu groß. Das frustriert mich dann immer wahnsinnig, weshalb ich tatsächlich schon überlegt habe, falls ich irgendwann mal wieder eine neue RB suchen sollte, ich eine Gebühr auch schon für´s Probereiten nehme. Mein Pferd ist es aber auch wirklich wert und bei Antritt der RB kann man das ja dann mit dem Monatsgeld verrechnen. Bzw. habe ich nach mehreren RB-Sichtungen und dann fadenscheinigen Absagen obwohl die Mädels beim Probereiten ja noch soooo begeistert und voller Eifer waren, dann erstmal immer die Schnauze voll und es dauert dann schonmal 2-3 Monate bevor ich mich wieder aufraffen kann und einen neuen Aufruf starte. Denn es ist ja auch meine Zeit, die ich mir nehme und grad auch am Anfang um der neuen RB mein Pferd so gut es geht verständlich zu machen, um es der RB letztlich einfacher zu machen.
    Auch waren meine RB´s nicht immer zuverlässig und ehrlich (eine ist irgendwann nur noch ohne Sattel direkt von der Koppel ausgeritten, damit sie ihren Hund mitnehmen kann)… seitdem mag mein Pferd Dalmatiner überhaupt nichtmehr!
    Natürlich kommt das früher oder später heraus und ich ziehe dann auch meine Konsequenzen. Inzwischen sehe ich es auch so, wenn meine RB mit meinem Pferd “Schundluder” treiben würde, kriege ich es früher oder später sowieso heraus, aber das würde meine jetzige RB nicht tun. Man muss sich eben arrangieren, dadurch dass sie Studentin ist, ist sie in den Semesterferien oftmals für 2 Monate nicht da, muss mir in der Zeit auch kein Geld bezahlen.
    Aber es gibt in der Pferdewelt auch einfach viele verrückte komische Menschen sodass ich auch bei vielen Pferdebesitzern keine RB machen wollen würde. Für viele ist das Pferd eine Art Kindersatz und bei so jemandem, der einem alles vorschreibt, was man wie zu tun hat und wo es zu keiner richtigen Vertrauensbasis kommt, der sollte sich auch keine RB suchen!
    Lg

    • Huhu Sophie,

      das ist ja krass, so viele… Ich hab meine RB’s bis jetzt nur aufgrund von Umzügen verlassen (und dann auch nur weil es zu weit weg war). Ist schon was anderes wenn man mehrere Jahre eine Beziehung zu Pferd und Besitzer hat…
      Ich kann total gut verstehen, dass du da keine Lust mehr hast ständig jemand Neues zu suchen, hätte ich auch nicht! Und für’s Pferd ist das ja auch anstrengend.
      Schön, dass du jetzt eine passende, nette RB hast =)

      Klar, die Besitzer können auch ganz schön schwierig sein, keine Frage, hab da auch schon so einiges mitbekommen :-D
      Gott sei Dank hatte und habe ich da wahnsinnig viel Glück, ich bin auch noch mit den beiden Besitzerinnen meiner ehemaligen RB’s gut befreundet.

      Liebe Grüße!

  14. Hey, ich finde den Kodex echt Top es gibt auch Horror reitbeteiligungen es sind nicht immer wir Besitzer an allem schuld.
    Ich selber bin stolze Pferdebesitzerin und in meinen Augen im Vergleich zu anderen viel zu locker was mir oft ärger eingehandelt hat mit den RBs. Mittlerweile habe eine super RB für meine Stute sie kann sie behandeln wie ihr eigenes Pferd ist mit versichert und hat auch das recht Entscheidungen oder Termine mit dem Schmied oder Ta zu machen. Sie hat in allem mitspracherecht ob es um eine neue Trense oder den neuen Sattel geht. Alles was sie kauft ist das Zubehör von IHR welches ich NICHT nutze, ich habe mein eigenes. Wenn etwas kaputt geht dann wird nicht diskutiert sondern einfach ersetzt wenn sie nicht das Geld hat dann zahle ich das womit ich kein Problem habe da sie sich an den Ta Schmied und futterkosten beteiligt

    • Hallo Sandra,

      klar, schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten ;-)
      Umso schöner, dass du jetzt eine tolle RB gefunden und dich so gut mit ihr arrangiert hast!

      Liebe Grüße

  15. sollten sich einige mal zu Herzen nehmen. Ich (Pferdebesitzer) habe schon bei fast allem Verstöße gehabt. Zuletzt war ich so enttäuscht, dass ich beschlossen habe nie wieder eine rb zu suchen. Dann stell ich das Pferd lieber auf die Wiese oder es geht in die Zucht.
    Ich hatte beim superbraven Pony auf einmal einen Biss, wo ich jetzt, 3jahre später, noch eine Narbe von habe, mein großpferd stieg plötzlich und hatte Rückenschmerzen, was nie vorkam, als sie von mir allein geritten wurde. Aber es war natürlich nicht ihre Schuld. Ich hatte ihr ja vorher auch nicht gesagt, dass sie die bitte nicht wegrollen soll.
    Und es ist so: die Kosten damit habe letzten Endes immer ich. Da nützt mir kein rb Geld was.

    • Hallo Maren,

      oh je, da hast du ja schon einige schlechte Erfahrungen gemacht, das tut mir sehr leid!
      Ich kann gut verstehen, dass du niemanden mehr an deine Pferde lassen magst, ich glaube da hätte ich auch die Nase voll…

      Liebe Grüße und alles Gute!

  16. Hey,
    Ich finde den artikel echt Super, Daumen hoch!
    Ich bin leider erst 14 hatte auch schon eine rb und bin jetzt wieder auf der suche, hatte auch schon was gefunden, die besitzerin hat mich aber nur ausgenutzt und ihr ging es nur um das Geld. Leider findet man hier kaum was, weil nur Erwachsene gesucht werden, weiss echt nicht wo ich noch nach fragen soll, habt ihr vielleicht Tipps?

    Lg

  17. Hi Christina.
    Schöner Artikel, guter Inhalt!
    Ein letzter Punkt für Dich: es gibt auch männliche Reiter… ;-)

    LG
    Roberto
    (RB auf nem Freiberger :))

    • Hi Roberto,

      soll ich nun überall Reiterinnen und Reiter, Reiter/-innen oder ReiterInnen schreiben? Ist doch nervig. Zugunsten der besseren Lesbarkeit ist bei “Reiterinnen” implizit auch “Reiter” eingeschlossen, und umgekehrt ;-P
      Wenn es dich beruhigt: ich schreibe auch viele Artikel in denen nur Reiter steht, obwohl meine Leserschaft überwiegend weiblich ist.
      (Da siehst du mal wie es uns Frauen manchmal geht wenn nur die männliche Form genutzt wird ;-P)

      Liebe Grüße!

      PS: ich freue mich über jeden Mann der hier mitliest, lass dich nicht abschrecken ;-)

  18. Ein super Artikel! Diesen Kodex sollte man in jeden Stall aushängen :D
    Ich bin mit meinen 17 Jahren (fast 18 – das muss erwähnt werden :p) ja noch sehr jung und werde dementsprechend oft als unzuverlässig sowie nicht verantwortungsbewusst abgestempelt. (Zumindest bei uns in der Gegend. Muss ja nicht überall so sein) Noch dazu kommt, dass ich relativ spät mit reiten angefangen habe und erst seit etwas mehr als 2 Jahren reite. Ist aber für mich nicht weiter schlimm, da ich in den zwei Jahren wirklich viel gelernt habe und mittlerweile auf einem sicheren A-Niveau in der Dressur und im Springen unterwegs bin. Wegen Unstimmigkeiten mit meinem Reitlehrer, musste für mich eine Reitbeteiligung her. Nun bin ich seit etwas über drei Monaten die Reitbeteiligung für einen wunderschönen schwarzen Wallach und damit war ich am Anfang auch richtig glücklich, mittlerweile nicht mehr. Die Besitzerin ist frisch gebackene Mutter und dauerbeschäftigt mit ihrem Kleinen, deshalb hat sie Jemanden gesucht der ihr Pferd bewegt und ihr auch mal das abendliche Füttern und andere Kleinigkeiten abnimmt. Die anfallenden Kosten für mich waren minimal und ich hatte kein Problem damit einmal im Monat beim Stalldienst mitzuhelfen. Reiten durfte ich sooft ich wollte, wenn ich vorher nachfragte und einfach mal das Pferd nehmen zum kuscheln/putzen war kein Problem. Die Chemie mit der Besitzerin stimmte auch und das Pferd war einfach nur klasse. Einen Haken hatte die Sache jedoch – das werte Tier stand seit 8 Monaten nur auf der Weide und hatte noch dazu eine etwas traumatische Vergangenheit, die sich z.B. beim Satteln zeigte(Damit konnte ich jedoch umgehen, also es war nicht wirklich dramatisch). Ich hab der Besitzerin mehrmals deutlich gesagt, dass ich erst seit zwei Jahren und nur auf A-Niveau reite, sie meinte das sei kein Problem. Das Probereiten verlief auch gut – alles ohne Probleme und man merkte dem Pferd nicht an, dass es schon seit längere Zeit nicht geritten wurde. (Die Besitzerin hatte mir vorher Buckler und wildes rumgerenne prophezeit – hat sich zum Glück nicht bewahrheitet :-D) Also hatte ich eine Reitbeteiligung und bin, da ich ein zuverlässiges Persönchen bin, jede freie Minute in den Stall gerannt (Dank meinem Moped bin ich zum Glück unabhängig von meinen Eltern oder öffentlichen Verkehrsmitteln) und habe mich aufopferungsvoll um das schwarze Reitgetier gekümmert. Abendliches Füttern? Sattel putzen? Schrank aufräumen? Mähnen- und Schweifpflege? Wassertrog auffüllen? Paddock abäppeln? – Alles kein Problem für mich. Macht man ja gern für das Pferd und auch um die Besitzerin zu entlasten. In den mittlerweile 3 Monaten saß ich (abgesehen vom Probereiten) nur dreimal auf Herr Pferd und das auch nur im Schritt und unter Führung der Besitzerin! Anscheinend traute mir die gute Frau nichts zu und zweifelte absolut an meinen reiterlichen Fähigkeiten – fand ich erstmal nicht weiter schlimm, ich durfte ja noch longieren und spazieren gehen. Mittlerweile darf ich gar nichts mehr machen mit bzw. an dem Pferd und ich habe keine Ahnung weshalb.(Zum Paddock abäppeln bin ich aber noch gut genug (; ) Ich gehöre wirklich nicht zu den Reitbeteiligungen die das Pferd absolut verantwortungslos behandeln! War das Pferd nach dem longieren noch sehr verschwitzt, war es für mich selbstverständlich die Abschwitzdecke draufzupacken und noch einige Runden im Schritt trocken zu führen. Auch die Pflegeuntensilien und sonstigen Dinge die man so für ein Pferd braucht wurden von mir pfleglich behandelt und immer ordentlich weggeräumt nach Nutzung. Hatte ich neue Leckerlis mit, wurde die Besitzerin gefragt ob ich diese auch Verfüttern dürfte. Usw…Ich könnte da jetzt noch etliche Sachen aufzählen. Kurz gesagt ich war sehr Zuverlässig und Verantwortungsbewusst und definitiv keine schlechte Reitbeteiligung! Und das sage ich nicht einfach so daher, da ich mich oft selbst reflektiere und Fehler immer zuerst bei mir suche und nicht bei anderen. Angesprochen auf diese Unstimmigkeiten habe ich die Besitzerin schon, welche mich mit dem Reiten immer auf ‘später’ vertröstete oder andere Ausreden parat hatte. Für mich steht fest, dass ich da nicht mehr lange bleiben werde und es ein einschneidendes Erlebnis für mich war. Ich bin schon auf der Suche nach was Neuem, was sich als nicht sehr einfach gestaltet, nachdem ich ja jetzt schon ca. 3 Monate nicht mehr aktiv geritten bin. Ich gebe die Hoffnung nicht auf und hoffe auch, dass mir sowas nicht nochmal passiert.
    Das war eigentlich auch schon meine Story zum Thema “Horror-Besitzerin”. (So richtig Horror, war die Besi ja auch nicht… Eher enttäuschend :p )

    Liebe Grüße

    • Hi Sophie,

      vielen Dank ;-)
      Schade, dass du wegen deines Alters mit Vorurteilen zu kämpfen hast. Jeder Mensch ist anders und ich kenne viele Leute unter 18 die sehr verantwortungsbewusst sind.
      Das Verhalten der Besitzerin deiner RB klingt ja wirklich seltsam… Vielleicht hat sie einfach nur Angst, dass dir etwas passiert mit dem jungen (wilden) Pferd. Aber da müsste man ja drüber reden können…
      An deiner Stelle würde ich auch was Neues suchen, es klingt ja, als wärst du eine wirklich verlässliche RB, da wird sich schon wieder was finden ;-)

      LG

  19. Super geschrieben, so eine Reitbeteiligung wie dich hätt ich auch gern :-)
    Ich hatte über all die Jahre ( mittlerweile mehr als 12 ) nur eine wirklich gute Reitbeteiligung.Zwar haben wir uns persönlich garnicht mal so gut verstanden,aber sie war mega zuverlässig hat sich sehr gut um mein Pferd gekümmert,hat bei der Medikamentengabe geholfen wenn es nötig war und ist sehr gut mit ihr umgegangen hat auch einfach so gern Zeit mit ihr verbracht.

    • Hihi, danke dir Katha ;-)

      Naja, so lange alles andere passt kann man ja bei der persönlichen Sympathie auch Abstriche machen – man sieht sich ja eher nicht so oft, können ja nicht beide gleichzeitig ein Pferd reiten. Wenn man befreundet ist kann das schnell doof werden, dann muss man immer ein zweites Pferd organisieren wenn man mal zusammen raus will. Im Moment habe ich Glück, die Besitzerin meiner Reitbeteilgung hat zwei Pferde und wir machen immer tolle Ausritte zusammen =)

      Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass du auch wieder ne nette, zuverlässige Reitbeteiligung findest! Irgendwo da draußen gibt’s solche Mädels (oder Jungs) noch ;-)

      LG

  20. Wow, super Artikel! Die Punkte sollten sich alle durchlesen und dann entscheiden, ob sie selbst RB werden wollen oder eine haben möchten. Bin selbst schon zum 2. Mal RB auf einem Selbstversorgerhof. Da passt einfach alles und wir haben unter den anderen RBs und zur Besi ein tolles Verhältnis zueinander, was so viel mehr Spaß macht und am Ende auch viel besser für die Pferde ist.

    • Hi Bianca,

      schön, dass du an so einem tollen Stall bist und dich mit den Leuten gut verstehst!
      Ich hatte da bis jetzt Gott sei Dank auch immer sehr viel Glück. Wenn ich mich nicht wohlfühle würde ich auch nicht bleiben, wenn man immer mit Bauchweh zum Pferd geht hilft das ja niemandem…

      LG

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